Was sind Salafisten genau?

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6 Antworten

Salafisten predigen eine strenge und fundamentalistische Auslegung des „reinen Islam“, wie er angeblich kurz nach den Offenbarungen des Propheten Mohammed gelebt wurde.

Ziel der Salafisten ist laut Verfassungsschutz „die vollständige Umgestaltung von Staat, Gesellschaft und individuellem Lebensvollzug“ auf Basis des Islam. Salafisten rufen zwar nicht offen zum Sturz der Demokratie auf, doch ihr Ideal-Staat ist ein Kalifat auf Basis der Scharia (islamisches Recht)!

3800-4000 Salafisten leben in Deutschland. Gut ein Dutzend davon gelten laut Verfassungsschutz als „führende Köpfe der Bewegung in Deutschland“.

Dazu zählen: Der salafistische Prediger und Ex-Boxer Pierre Vogel (33), der Ex-Gangster-Rapper „Deso Dogg“ (36), der eigentlich Denis Mamadou Cuspert heißt und sich als Prediger Abou Maleeq nennt, sowie der Kölner Laienprediger und Initiator der Koran-Aktion Ibrahim Abou Nagie (47).

Von ihm stammt der Satz: „Christen, Juden kommen in die Hölle, wenn sie den Islam nicht annehmen“ (Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“). Bis Mitte Mai will er 25 Millionen Koran-Ausgaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilen.

Im Grunde wollen sie alle erreichen! DOCH: Die salafistische Propaganda richtet sich zunächst an junge Muslime in einer schwierigen Lebenssituation und dann an junge deutsche Nicht-Muslime. Ziel der Propaganda-Arbeit ist es, beide Gruppen zur salafistischen Strömung des Islam zu bekehren, bzw. sie dazu zu bewegen, zu konvertieren.

Salafisten gelten als militante, muslimische Extremisten und werden den gewaltbereiten Islamisten zugerechnet!

Demokratie oder Gleichberechtigung werden als „unislamisch“ abgelehnt. Einige Salafisten gelten zudem als gewaltbereit und befürworten den Dschihad, den „Heiligen Krieg“, um einen Gottesstaat zu errichten.

(https://www.gutefrage.net/frage/was-bedeuteten-im-islam-die-salafisten)

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Damit sind muslimische Fundamentalisten gemeint, mitunter gewaltbereite Dschihadisten/Terroristen. Ihr Ziel ist die Verbreitung des Islams über die ganze Welt, und zwar die denkbar konservativste Form des Islam. Scharia, keine Schuldbildung für Frauen usw.

Das ist zwar eine eigentlich unrichtige, inflationäre Verwendung des Begriffs - der ursprüngliche Salafismus (Salafiyya) ist als reformistische Strömung nicht gleichzusetzen mit Gewalt und Terrorismus. Aber du wolltest ja eine "einfache" Antwort.

Korrekterweise sollte man wohl eher von gewaltbereiten islamischen Neofundamentalisten sprechen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Salafismus#Neofundamentalismus\_.E2.80.93\_zeitgen.C3.B6ssischer\_Salafismus

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Hallo  Nanoquestion

Salafisten sind eine konservative Strömung im Islam die sich meist nicht so bezeichnen wollen da der Begriff negativ besetzt ist. In der Regel wollen sie nur als (einfache) Muslime bezeichnet werden, da sie nach eigener Auffassung den einzigen und wahren Islam vertreten.

Tatsächlich umfasst der Salafismus ein sehr breites Spektrum konservativer islamischer Auffassungen die größtenteils auch mehr oder weniger verbreitet im gesamten Islam zu finden sind.

Allerdings gibt es auch sehr problematische Ansichten, die im Wesentlichen Vorstellungen die Legitimität von Gewalt sowie die Wertigkeit von Menschen betreffen. Auch eine mehr oder weniger starke Ablehnung von Demokratie als unislamisch kann als weit verbreitet angesehen werden.

LG Klaus

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Alle hier schon gegebenen Antworten sind richtig.

Ergänzend muss man allerdings wissen, dass der Salafismus dem Wahhabismus entsprungen ist.

Der Wahhabismus ist in Saudi Arabien Staatsreligion, und hat sich zudem mit seinen Vorstellungen des fundamentalistischen Islam im Nahen Osten bis nach Pakistan, in Indonesien und im kompletten Norden Afrikas verbreitet.

Die Geschwindigkeit der Verbreitung resultiert aus dem Standort des Wahhabismus, sprich Saudi Arabien. Neben den heiligen Stätten Mekka und Medina, befinden sich die vier wichtigsten sunnitischen Rechtsschulen. Hier erscheint der Einfluss des Wahhabismus prägend zu werden, so dass sich eine schnell wachsende Zahl der Muslime fundamentalisiert.

Was wir hier bedenklich als Salafismus betrachten, ist folglich der Wahhabismus.

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Salafismus (auch Salafiyya, von arabisch السلفية as-salafiyya) gilt als eine ultrakonservative Strömung innerhalb des Islams, die eine geistige Rückbesinnung auf die „Altvorderen“ (arabisch سلف Salaf: Vorfahre; Vorgänger) anstrebt. Der Ausdruck bezeichnet auch bestimmte Lehren des sunnitischen Islams. Diese orientieren sich nach ihrem Selbstverständnis an der Zeit der „Altvorderen“. Unter den zeitgenössischen Strömungen zählen einerseits die Schülerschaft Muhammad Abduhs dazu, die eine Vereinbarkeit von Islam und Moderne vertritt, andererseits konservative Richtungen, welche sich auf Ibn Taimīya beziehen und nicht nur die Moderne, sondern auch Entwicklungen der islamischen Theologie und der religiösen Praxis wie etwa Traditionen bestimmter Rechtsschulen oder den Sufismus ablehnen. Zu den Salafisten zählen auch die Wahhabiten; speziell wird die Bezeichnung für nicht-saudische Wahhabiten gebraucht. Dazu zählen beispielsweise die Ahl-i Hadîth, Tariqa-yi Muhammadiya und die Muhammadiyah.

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