Warum wird die Partei "Die Grüne (Bündnis 90) hauptsächlich von der Oberschicht gewählt?

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18 Antworten

Warum wird die Partei "Die Grüne (Bündnis 90) hauptsächlich von der Oberschicht gewählt?

Bert Brecht brachte es mal auf einen kurzen Satz, der die Antwort auf deine Frage zusammenfasst:

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (Bert Brecht)

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Deine Einschätzung ist falsch, die Grünen werden nämlich hauptsächlich von der Mittelschicht gewählt.

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Kommentar von RedArmyArmy
20.09.2016, 10:56

Der Begriff der "Mittelschicht" ist hier irreführend, da Großbürger(Kapitalisten) rein vom Bevölkerungsanteil her eine zahlenmäßig so kleine Gruppe stellen, dass sie für das Ergebnis von Wahlen nur indirekt verantwortlich sind. 
Du liegst aber wahrscheinlich richtig, wenn du sagst, dass Großkapitalisten und Grundbesitzer einen Teufel tun würden und die Grünen wählen, die ihnen teuren Umweltschutz etc. auferlegen wollen. 

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Jede Partei wird hauptsächlich von denen gewählt, die sich durch diese Partei erhebliche wirtschaftlichen Vorteile und/oder die Erfüllung sonstiger Begehrlichkeiten zu Lasten anderer versprechen. Die Grünen bilden da keine Ausnahme.

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Kommentar von barfussjim
20.09.2016, 14:14

Ich denke die Grünen bilden tatsächlich eine Ausnahme - zumindest, was eigene wirtschaftliche Vorteile betrifft. Eher geht es Ihnen um moralische Überlegenheit.

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Die Grünen waren schon immer die Partei des Bildungsbürgertums. Und Bildungsbürger sind in aller Regel Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen.

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Die grüne ist eine Partei, die versucht ökonomie(Natur-schutz) und Ökologie(wirtschaft) in einem normalen gleichgewicht zu halten. Vielleicht macht sich ja die Oberschicht mehr gedanken um die probleme der zukunft, weil sie sich weniger mit ihren finanzen beschäftigen müssen. 

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Kommentar von AnyBody345
20.09.2016, 11:47

Diese Interessen vertreten die schon lange nicht mehr so intensiv.

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Ich habe zu dieser Fragestellung auch eine Theorie, kann die aber soziologisch nicht belegen.

Richtig ist, dass die Grünen die eigentliche Partei der Besserverdienenden ist. Warum das so ist, lässt sich meiner Meinung nach in etwa so erklären:
Gerade das gebildete und eher linksliberale Bürgertum, sowie viele von den
68ern politisch Sozialisierte sammelten sich Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre in der Friedensbewegung. Zur gleichen Zeit wurde der Niedergang des
Sozialismus deutlich und von Großbritannien aus begann der Siegeszug des Neoliberalismus.

Sozialistische und sozialreformerische Ideen wurden zunehmend unattraktiv gerade auch für den rebellischen Nachwuchs der gebildeten Mittelschicht. Die so entstandene Lücke im Weltverbesserungsstreben wurde zunehmend mit der politisch unverdächtigeren Hinwendung zur Ökologie kompensiert. Das
bediente das Rebellionsbedürfnis gegen eine etablierte Gesellschaft,ohne die eigene soziale Schicht oder gar die soziale Ordnung infrage stellen zu müssen. Man konnte sich damit sogar gegen die "ungebildete Unterschicht", die Proleten abgrenzen und das auch noch mit der Attitüde der moralisch Überlegenen.

Für die rebellischen Kinder des Bürgertums sind die Grünen die eierlegende Wollmilchsau. Hier darf man rebellieren, gehört aber trotzdem dazu, erntet sogar Anerkennung und man darf seinen Standes- und Bildungsdünkel ausleben ohne schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Und mittlerweile haben die Grünen ja auch die letzten Linken in ihrer Partei entsorgt.

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Kommentar von Sachsenbruch
20.09.2016, 12:48

Ich halte das für eine tragfähige Theorie. Die Annahme eines Bedürfnisses, sich politisch unverdächtigeren Ideen zuzuwenden, und eine Dünkelbehaftung, die hier herausgearbeitet wird, unterstellen allerdings eine Art nicht legitime Absicht. Die nehme ich nicht an.

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Kommentar von holodeck
21.09.2016, 12:40


Richtig ist, dass die Grünen die eigentliche Partei der Besserverdienenden ist. (..) Die so entstandene Lücke im Weltverbesserungsstreben wurde zunehmend mit
der politisch unverdächtigeren Hinwendung zur Ökologie kompensiert.

Nein. Deine "Theorie" hakt an vielen Ecken und Enden und zumeist schlicht an mangelnder Erfahrung am eigenen Leibe. 

Die Grünen können erst in den letzten Jahren zur Partei der Besserverdienenden geworden sein, nachdem nämlich die vielen jungen Leute bei den Gründungsgrünen beruflich erfolgreich geworden waren. Und diese Leute kamen nicht alle aus reichen Elternhäusern. Ganz im Gegenteil.

Meiner Einschätzung nach gab es in den Siebzigern keinen Linksliberalismus in nennenswert eigenständigem Ausmaß. Erstens gab es damals noch eine zuverlässige liberale Dritte Kraft in Form der FDP, die genügend Spielraum ließ für Linksliberalismus. Die Grünen sind aber kein Spaltprodukt der FDP, wie von dir nahegelegt. Für Linke - ob nun bürgerlich oder proletarisch - gab es die Sozis (Sozialdemokraten) oder aber - unwählbar für das Gros der Wessis - die Kommunisten (die Spinner, sorry). Die Siebziger und 80-er waren die Zeit, in der die SPD noch 45% bei Wahlen erzielte. Aber es gab ja tatsächlich noch so etwas wie "Soziale Marktwirtschaft". Das war lange bevor ausgerechnet die Sozialdemokraten dem Land Hartz IV und die Ossis der Bundesrepublik mit überwältigender Mehrheit die CDU spendierten. Beide Lager haben sich damit in meiner politischen Wertschätzung ins endgültige AUS katapultiert.

Den Erstwählern der damals AL (Alternativen Liste) in Berlin ging es nicht darum, sich von den Proleten abzugrenzen und irgendwelche Standesdünkel auszuleben (zumal die meisten "Proleten" der DKP keine Proleten waren, sondern Studenten mit zuviel Zeit! oder völlig unausgelastete Intellektuelle mit Sinnkrise; kurz: Spinner). Diese Unterstellung ist reine Polemik und dazu angetan, mich sauer zu machen. Sondern es ging um eine linke Politik abseits vom Mainstream der SPD, und die verbindenden Themen waren: "Atomkraft Nein Danke" (Gorleben Demos, Verhinderung des Endlagers im Wendland), der Protest gegen den NATO-Doppelbeschluss sowie Verhinderung des Missbrauchs von Immobilienbesitz durch die Hausbesetzerszene   (Luxusmodernisierung durch Miethaie unter dem Schutz einer massiv gewaltbereiten Polizeipräsenz - es gab auf einer Hausbesetzerdemo ein Todesopfer, Klaus Jürgen Rattay, zu verantworten durch den damaligen Berliner CDU Innensenator Heinrich Lummer) bei Auflösung alteingesessener Bevölkerungs- und Kiezstrukturen. Dies übrigens besonders in den Proletariergebieten Westberlins, wie Kreuzberg, Wedding und Moabit, die zugleich auch Hochburgen der Alternativen Liste waren.  

Unter anderem Tschernobyl - war das nicht ein maroder Ostblock Reaktor? (bewusster Seitenhieb) - brachte der AL weiteren regen Zulauf. Ich weiß noch, dass ich an diesem wunderbar sonnigen 1. Mai 1986 am Görlitzer Bahnhof an der Bühne vom linksalternativen Straßenfest saß und dachte: "Seltsam. Du sitzt mitten in einer unsichtbaren tödlichen Bedrohung, die dir diese blöden Russen beschert haben, und hier geht das Leben weiter, als wäre nichts geschehen." Vorne, auf der Bühne, sangen die Gebrüder Blattschuss: "Das ist ein Ri-ra-ri-ra-Razziaüberfall. Leise piepst ein Funkgerät ...". Das war bizarr! 

Wir hatten es neben den praktischen durch eine gewaltbereite staatliche Polizeipräsenz gegen alle unsere Themen zudem also mit unsichtbaren Bedrohungen zu tun, deren Ursachen ebenfalls unreflektierter Konsum war. Das ökologische Bewusstsein begann gerade erst, sich in den Köpfen und der Wahrnehmung der Leute herauszubilden, und dass wir heute so weit sind, verdanken wir dieser Bewegung. Ob in den Lebensmitteln, der Luft (speziell aus Ostberlin roch es bei Ostwind damals überaus apart - die Sozialisten hatten offenbar Null Bewusstsein für diese Dinge), den Müllbergen oder aber nuklearen Waffen. Ich erinnere, dass ich damals schon auch mal Angstträume von einem nuklearen Krieg hatte und an Tage, wo die Luft in der Innenstadt von Abgasen so verpestet war, dass man Hustenreiz und Würgereflexe bekam.   

DAS war das Lebensgefühl der Generation, aus deren Reihen die Grünen kamen. Die Partei DIE GRÜNEN sind eine logische Konsequenz daraus. Aus nichts anderem.   

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Kommentar von nocheinnick
22.09.2016, 00:04

Volle Zustimmung. Ich sag immer, das sind gelangweilte Wohlstandskinder, die sich ein ruhiges Gewissen kaufen wollen, anstatt wirklich was nützliches für die Welt zu tun. Denn dafür müssten sie ja etwas an ihrem eigenen Verhalten ändern. Stattdessen können sie die von ihren Eltern erschaffene Öko-Industrie propagieren, die in der Summer mehr schadet als nutzt und vor allem eines kostet: das Geld der Unterschicht, die diesen Unsinn per Zwangsabgabe wie z.B. dem EEG finanzieren müssen.

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Die Grünen sind mutiert(waren schon immer dafür gedacht) zu einer Partei der Öko-Lädengänger mit gewaschenen Gehinen und Teil einer globalisierten, transatlantischen Menschenmasse der Ignorance-Is-Strength-Jünger. Ich sehe überhaupt keine Dissonaz hier. Genau die Schicht, die sowas wählen sollte wählt sie auch. Unwissend, finanziell bessergestellt, treudoof ins Smartphone glotzend.

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Alles das, was die grünen möchten, wie ökologische Ernährung usw. können sich doch einfache Arbeiter gar nciht leisten.

Bei dieser Frage wird es besonders deutlich ,,Das Leben in Berlin ist
unsicherer Geworden." stimmen nur 19% der Grünen-Wähler zu,

Wo soll bei dieser Aussage das Problem sein?

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Die Wähler der Grünen werden nicht über ihren sozialen Schichtungsstatus bestimmt, sondern wesentlich für ihr Interesse an Umwelt- und Naturschutz.

Dieses Interesse ist wiederum in Schichten mit überdurchschnittlicher Bildung ausgeprägter. Überdurchschnittliche Bildung führt eben auch zu höheren Einkommenspositionen.

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Kommentar von Dxmklvw
20.09.2016, 14:32

Das Problem am gesamten Gesellschaftswesen ist, daß es vornehmlich die "überdurchschnittlich Gebildeten" waren und sind, die für das Bestehen der meisten gegenwärtigen Probleme verantwortlich sind.

Ein weiteres Problem ist, daß sich eben nicht mit dem Verkünden "der guten Botschaft" herausstellt, ob etwas gut oder schlecht ist, sondern meistens erst dann, wenn eine Sache bereits fest etabliert und dann nur schwer bis gar nicht rückgängig zu machen ist.

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Vielleicht sorgt sich die "Oberschicht" um die Zukunft unserer Kinder und Enkel, dass sie gesund in einer funktionierenden Umwelt leben können? Den meisten geht die Sorge um die Zukunft am A.... vorbei und schauen zu wie vieles kaputt geht. Hauptsache Porno, Rente und Großbildschirm.

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Hallo!

Die Grünen werden in der Regel von grün-alternativ orientierten Akademikern gewählt, weil diese die einzigen sind, die sich die grünen Forderungen finanziell leisten könnten & für die berechtigten Sorgen des "kleinen Mannes" keinen Blick haben.

Ansonsten interessieren sich gerade aus der "oberen Schicht" mehr Leute für Umweltschutz und Ähnliches als unter denen, die "weniger gebildet" sind...

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Die Grünen waren von Anfang an ein Projekt welches aus dem Kleinbürgertum/Studentenbewegung herausgewachsen ist. 
Weiterhin ist besonders dem Kleinbürgertum (Lehrer/Professoren/Handwerker etc pp. ) eine ökologische Position eigen, da sie von ihrem Standpunkt aus meinen, vor allem durch eigenen Konsum die Welt verändern zu können und in einer Gesellschaft in der sie sich gut eingelebt haben, vor allem Umwelt- und Verbraucherschutz als wichtigste Werte und politische Ziele ansehen. 

Arbeiter neigen beispielsweise weniger zu Ökologismus (wenn es das Wort überhaupt gibt), wohingegen sich die wirkliche "Unterschicht" gar nicht leisten kann, auf ihren individuellen Konsum zu achten. 

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Kommentar von CamelWolf
20.09.2016, 14:37

Professoren sind für Dich Kleinbürgertum ? 

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Menschen mit höherer Bildung in gesicherten finanziellen Verhältnissen vertreten oft sog. "postmaterialistische" Werte. 

D. h. bei Ihnen sind nicht mehr Konsum, Geldverdienen und Besitzstandswahrung der Lebenszweck, sondern ein ethisch und moralisch vertretbares Leben, in dem man Anderen als Vorbild dient und zugleich selbst Erfüllung findet. 

Postmaterialistisch eingestellte Besserverdiener können sich mit dem Ökologismus, der Sozial- und Wirtschaftskritik und Plädoyers der Grünen für Toleranz und globale Gerechtigkeit deshalb besonders identifizieren.

Allerdings handelt es sich bei ihren Wählern eher nicht um die klassische Oberschicht (Unternehmer, Manager, Spitzenverdiener, Millionäre), sondern um die obere Mittelschicht (Professoren, Lehrer, Freiberufler, höhere Beamte u. a.).

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Kommentar von JBEZorg
23.09.2016, 21:41

Was fürn Haufen Lügen, Heuchelei und doofer Verdreherei von Werten.

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Mit Hartz4 kauft man nicht im Bio-Laden ein.

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Kommentar von Skeeve1
20.09.2016, 11:22

Aber das hat doch mit dem Thema nichts zu tun. Auch ein Hartz-IV-Empfänger kann sich mit der Politik der Grünen identifizieren, auch wenn er sich keine Bio-Karotten leisten kann.

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Hallo,

wer kann es sich denn dauerhaft leisten, sich ausschließlich Bio zu kaufen und ins Reformhaus zu gehen? Das sind eher Gutverdiener.

Überspitzt könnte man sagen, Grünen-Wähler sind FDP-ler mit ökologischem Gewissen.

Aus den 80ern und 90ern her werden die Grünen immer noch in das Linke Spektrum eingeordnet. Teilweise trifft es zu, aber zum Beispiel nicht, wenn es um Wirtschaftspolitik geht.

LG, Chris

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Man sagt, dass hauptsächlich Lehrer, Oberstudienräte, Doppelnamenträger

und Latzhosenfanatiker diese Partei wählen !

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Kommentar von kubamax
20.09.2016, 10:55

Latzhosen? Gibts die noch? Wo? Ich möchte eine Denim Latzhose.

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Weil man es sich leisten können muss die Grünen zu wählen. Würden viele deren Projekte umgesetzt würde das Leben für den einzelnen Mitbürger um einiges teurer werden, daher wählt man die Grünen erst, wenn man nicht mehr aufs Geld schauen muss.

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Nur die Oberschicht kann sich täglich Bio Essen leisten.

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