Peter25 am 03.07.2007 um 14:49 Uhr
Es wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaft immer wachsen muss. Warum eigentlich?
Die Wirtschaft steht im globalen Wettbewerb und muss sich daher gegenüber stark wachsenden Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien behaupten, um keine Marktanteile zu verlieren. Ohne Wirtschaftswachstum wäre dieser Wettbewerb aussichtslos. Ein Ziel aller Firmen ist größer zu werden und neue Märkte zu erschliessen.
Auf volkswirtschaftlicher Ebene ist immer mindestens ein reales (vom absoluten Wachstum die Inflationsrate abgezogenes) Nullwachstum nötig, sonst entsteht eine Deflation. Dann versagen dann vorübergehend die marktwirtschaftlichen Steuerungsmechanismen. Eine solche Krise versucht man über die Geldpolitik der Notenbanken zu verhindern.
Davon zu unterscheiden ist die betriebswirtschaftliche Ebene, wo ein Unternehmen immer mit billigerem Fremdkapital seine Investitionen finanziert. Um den Zins zu erarbeiten, muß es Gewinne (=Verzinsung des eingesetzten Kapitals) erzielen. Dies ist langfristig nur über Wachstum erzielbar, da die Preise im Wettbewerb langfristig sinken. Es wird immer Unternehmen geben, die wachsen und andere, die schrumpfen.
Unsere ganze Weltgesellschaft ist auf dieses Wachstums-Auxiom programmiert und damit auch in den Untergang! Denn alles auf der Erde ist endlich, wie Rohstoffe,..., nur wir wollen es nicht wahrhaben! Noch stärker als die Weltbevölkerung, z. Z. knapp 6,7 Milliarden, nimmt der Rohstoff- und Energiebedarf zu! Ich sehe keine Lösung!!!
Das sehe ich genauso. Es kann aber zumindest theoretisch auch ein qualitatives Wachstum geben, wo man aus immer weniger Input immer mehr Output erzeugt (z.B. Chipherstellung, Abwärmenutzung). Zwischen Marktwirtschaft und Ökologie besteht aber kein zwingender Widerspruch. Mit Ökosteuern und dem Emissionshandel lassen sich externe Umweltkosten den Verursachern anlasten. Die Industrie und industrienahe Politiker versuchen dies aber immer wieder zu verhindern.

Wirtschaftswachstum braucht man doch nicht unbedingt! Wachstums braucht die herkömliche Wirtschaftspolitik vor allem dann, um Mehr Wohlstand zu erzeugen, wenn die Verteilungsmechanismen einer Volkswirtschaft nicht mehr greifen.
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Z.B. erhofft man sich in Ostdeutschland durch Wachstum die Arbeitslosigkeit zu überwinden uder in Entwicklungsländern die Massenarmut... oder wenn sich sonst irgendwo ein soziales Loch auftut. Auch entspricht das Wachstumsstreben der menschlichen Gier nach mehr Geld und Macht, was voll der kapitalistischen Philosophie entspricht.
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Aber: Bei einer auf hohem Wohlstandsniveau kann auch eine schrumpfende Bevölkerung für mehr Wohlstand für den Einzelnen ("Erbengeneration") sorgen, ohne dass dabei ein Wirtschaftswachstum nötig wäre. Denn die Erbschaften werden dann auf die zahlenmähsig geringe Anzahl der Erben verteilt. Dann kann der Wohlstand für den Einzelnen oder gar für die ganze Gesellschaft auch ohne Wirtschaftswachstum steigen!
Daß bei hohem Wachstum immer mehr verteilt werden kann, ohne daß es anderen weggenommen werden muß, macht den Wachstumsgedanken für viele Politiker interessant. Einen losen Zusammenhang zwischen Wachstum und Rückgang der Arbeitslosigkeit gibt es zwar, aber Arbeitsplätze können nur Unternehmer schaffen. Die Gier wird vom Marktwirtschaftlichen System ausgenutzt. Das System lenkt die Verteilung und Investitionen jedoch dahin, wo der größte Nutzen erwartet wird. Die Aussage, daß bei einer schrumpfenden Bevölkerung Wachstum möglich ist, ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber eher sehr unwahrscheinlich, denn verteilt werden kann nur das, was auch tatsächlich erzeugt wird (unabhängig vom Geld und dem Erbe).

Laut Professor Binswanger ("die Wachstumsspirale", "Glaubensgemeinschaft der Ökonomen") gibt es den Wachstumszwang aufgrund der Fiat Geldschöpfung. Der Großteil der Wirtschaft ist kreditbasiert. Banal gesagt: bevor ich Geld verdienen kann, muß ich Geld investieren. Das hab ich aber zunächst nicht, also leihe ich es mir von der Bank. Die aber kann zum einen mehr Geld verleihen, als sie hat, und zum anderen erhebt sie Zinsen. Diese Zinsen sind (negatives) Geld, das aus dem Nichts entsteht. Das Ganze nennt man Geldschöpfung. Das bedeutet, die Wirtschaft muß insgesamt mindestens den Betrag der Zinsen für aufgenommene Kredite zusätzlich erwirtschaften, um +- Null dazustehen. Es gibt noch andere Gründe, aber ein wesentlicher Grund für den Wachstumszwang liegt im zinsbasierten Geldsystem. Die Welt rennt sich die Hacken ab, um Geld zurückzuzahlen, daß aus dem Nichts entsteht, ohne daß dabei zwangsläufig für den einzelnen mehr Wohlstand entsteht.
Ansonsten ist dauerhaftes exponentielles Wirtschaftswachstum eine mathematische Unmöglichkeit. Eine klassische gesamtgesellschaftliche Selbstlüge (in diesem Falle gar eine globale).
Interessant ist noch etwas anderes: laut einer kürzlichen weltweiten Untersuchung steigt die Zufriedenheit der Menschen in einem Land mit steigendem Bruttosozialprodukt an - aber nur, bis etwa 20.000 US$ pro Kopf erreicht sind. Darüber hinaus fällt sie wieder. Geld alleine macht also wohl doch nicht glücklich...
aber irgendwann ist jeder mal ausgewachsen. Alleine die Ankündigung daß mit in Zukunft nicht mehr so viele Milliarden wie in der Vergangenheit Gewinn machen wird sondern vielleicht nur noch 2-3. Läßt die Aktien einer Firma in den Keller rutschen
...wie aussichtsreich ist dieser Wettbewerb für D, bzw. EU ?