Frage von DreiGegengifts, 96

Wärmezähler eichen?

Wer eicht Wärmezähler und mit welchen Kosten muss man rechnen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GuenterLeipzig, 58

Zunächst ist es so, dass neu gekaufte Wärmezähler meist über eine MID-Kennzeichung verfügen.

Mit der MID-Kennzeichnung wird das Jahr des Inverkehrbringens des Wärmezählers angegeben.

Wärmezähler dürfen nach der Mess- und Eichverordnung (MessEV) 5 Jahre ab Inverkehrbringen im rechtsgeschäftlichen Verkehr Anwendung finden.

Danach sind diese Wärmezähler auszutauschen.

Bei manchen Wärmezählern macht es Sinn, diese Wärmezähler durch eine Staatlich anerkannte Prüfstelle für Wärmezähler, die die dazu notwendigen Prüfeinrichtungen und Ersatzteile des Wärmezählers besitzen muss, aufzarbeiten und neu eichen zu lassen.

Das ist natürlich analog auch bei älteren Wärmezählern der Fall, die noch über eine innerstaatliche Bauartenzulassung mit einer Eichmarke verfügen. Allerdings ist bei diesen Geräten nur noch eine Nacheichung möglich.

Das Inverkehrbringen dieser Geräte läuft am 30. Oktober 2016 aus (Übergangvorschriften § 62 MessEG).

Natürlich gibt es bei den Wärmezählern auch Geräte, bei denen sich einfach eine Aufarbeitung und erneute Eichung nicht wirtschftlich darstellen läßt.

Hier müsste man genau wissen, um welchen Wärmezähler (Typ, Dimension) es sich handelt und gegenrechnen, was ein Neugerät kostet.

Es gibt durchaus einige Geräte, die sind nicht aufarbeitungsfähig.

Günter


Kommentar von DreiGegengifts ,

Danke.

Was ist der Unterschied zwischen Neueichung und Nacheichung?

Es handelt sich um diesen Wärmezähler: http://www.pumpendiscounter.de/ReigaGbR-p1365h241s367-Spanner-Pollux-Sensu.html

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Wenn Du diesen Wärmezähler (Link) erwirbst bekommst Du einen Wärmezähler mit jahresaktueller MID-Kennzeichnung, der bis zum 31.12.2021 im rechtsgeschäftlichen Verkehr Anwendung finden darf.

Dieses Gerät entspricht solange den eichrechlichen Bestimmungen, wenn dieses vorschriftsgemäß eingebaut wurde (Fühlerkugelhahn im Warmzweig mit Impfstelle M10x1).

Nehmen wir an, Du hast bereits einen solchen Wärmezähler mit einer abgelaufenen Eichgültigkeit, dann besteht bei manchen Wärmerzählern die Möglichkeit, diese aufzuarbeiten und nachzueichen.

Bei dem abgebildeten Gerät ist das jedoch wirtschaftlich nicht abbildbar. Es läuft auf ein Neugerät hinaus.

Nachtrag: Wer ist Messgerätebetreiber?

Pflichten Messgeätebetreiber § 32 MessEG

http://www.gesetze-im-internet.de/messeg/

Günter

Kommentar von DreiGegengifts ,

Bei dem abgebildeten Gerät ist das jedoch wirtschaftlich nicht abbildbar. Es läuft auf ein Neugerät hinaus.

Was kostet denn so eine Nacheichung? Offenbar > 140€ das ist schon heftig. Und das alle 5 Jahre für mehrere Wärmezähler.

Nachtrag: Wer ist Messgerätebetreiber?

Ich. Leider :-(

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Das Gerät (Link) läßt sich nicht aufarbeiten. Es wurde als Wegwerfgerät von Sensus konzipiert.

Selbst wenn es aufarbeitungsfähig wäre, würde die Aufarbeitung bei entsprechenden Verträgen knapp 100 EUR kosten, jedoch musst Du die Logistik Packetversand hin und zurück dazu rechnen.

Auch wird der Wärme ausgesetzte Elektronik nicht zwingend über die Zeit besser.

Wir verwenden in der Fernwärme robustere Ultraschallwärmezähler, die sind einen Tick teurer, sind jedoch dafür aufarbeitungsfähig.

Da wir größere Mengen wälzen, bringen und holen bei uns die Prüfstellen die Zähler zum Nulltarif bzw. verteilen diese Kosten auf die Nacheichkosten der einzelnen Geräte.

Günter

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Nacheichfähig wäre zum Beispiel dieses Gerät, welches auch für Qp 1,5 mit Einbaumass 110 mm erhältlich ist:

http://www.diehl.com/de/diehl-metering/produkte-loesungen/produkt-download/anzei...

Zu prüfen wären natürlich die maßlichen Abbessungen, nicht überall ist in der Haustechnik der erforderliche Platz gegeben.

Wenn mehrere Wärmezähler betrieben werden, wäre es eine Kalkulation wert, höhere Investkosten zu Gunsten späterer geringerer Betreibungskosten zu akzeptieren.

Je größer die Anzahl ist, desto sinnvoller ist die Angelegenheit.

Günter

Antwort
von anitari, 31

Eichungen macht das Eichamt.

Zu den Kosten kann  ich nichts sagen.

In der Praxis werden Zwischenzähler zum Ablauf der Eichfrist meist ausgetauscht weil das preiswerter ist.

Deine Fragen sind sehr knapp. Etwas mehr Informationen würden helfen diese besser zu beantworten.

Bist Du Eigentümer und Vermieter oder "nur" Mieter?

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Sorry - aber das Eichamt besitzt keine Prüfeinrichtungen für Wärmezähler (Prüfstände für warme und/oder kalte Prüfung, Prüfbäder für die Fühler usw.) für Wärmezähler.

Bitte nur antworten, wenn man wirklich etwas dazu weiss.

Unnötig zu erwähnen, dass ich beruflich mit der Materie zu tun habe und somit mit den Details bestens vertraut bin.

Günter

Kommentar von DreiGegengifts ,

Hallo sorry. Ich bin Teil einer Eigentümergemeinschaft.

Antwort
von ADT248, 41

Entweder der Energieversorger oder unabhängig das Eichamt

Antwort
von albatros, 11

Wärmemengenzähler und Warmwasserzähler unterliegen einer 5jährigen Eichfrist. Für Heizkostenverteiler sind 10 bis 12 Jahre vorgegeben, es dürfen auch bis zu 5 Jahre mehr sein. Kaltwasserzähler haben eine Eichfrist von 6 Jahren. Verdunster gar keine, da jährlich gewechselt wird.

Antwort
von sozialtusi, 54

Meine SChwiegereltern zahlen für den Wärmemengenzähler-Service in ihren 2-Parteien-Miethaus um die 100 Euro im Jahr.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Heftig. Und was ist da für eine Leistung enthalten? Eichen wird ja nur alle 5 Jahre fällig.

Kommentar von sozialtusi ,

So weit ich weiß, werden die halt abgelesen und die Abrechnung wird gemacht. Anfangs wurden sie installiert und ich nehme an bei der Gelegenheit auch geeicht.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Eine Ablesedienst brauche ich nicht, das mache ich selbst.

Kommentar von sozialtusi ,

Du hattest gefragt... ;)

Kommentar von bwhoch2 ,

Die Firmen, wie techem, ISTA, Brunata und wie sie alle heissen, stellen in der Regel die Zähler nur, wenn sie auch die Abrechnung machen können.

Der Satz 

"Eine Ablesedienst brauche ich nicht, das mache ich selbst."

kann irgendwann nach hinten los gehen.

Du bist einer von mehreren Eigentümern, die auch selbst im Haus wohnen oder sind die Wohnungen vermietet?

Bei Vermietung müssen sowieso die Mieter alles bezahlen (Zählermiete, Ablese- und Abrechnungsservice). Bei Eigentümern bleiben die Kosten zunächst an Dir und bei den Miteigentümern an der Backe, jedoch würde ich darauf wetten, dass irgendwann früher oder später jemand was auszusetzen hat und spätestens dann, wenn Du Zähler neu beschaffst, weil die Eichung der vorhandenen ausgelaufen ist. Da gibt es Zähler, die kosten unter 50 € und es gibt welche, die kosten mehrere hundert Euro und spätestens, wenn Du mit mehreren hundert Euro auf einmal für die Zähler daher kommst, werden sie Dich fragen, warum man unbedingt austauschen musste und ob man nicht hätte nacheichen können usw. usw.

Auch bei der Abrechnung wird es irgendwann mal dazu kommen, dass sie glauben, Du würdest sie übervorteilen. Den Ärger, der Dir da ins Haus steht, kannst Du elegant umgehen, wenn Du die Abrechnung, sowie die Betreuung der Zähler einer Abrechnungsfirma übertragen würdest.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Den Ärger, der Dir da ins Haus steht, kannst Du elegant umgehen, wenn Du die Abrechnung, sowie die Betreuung der Zähler einer Abrechnungsfirma übertragen würdest. 

Ich denke nicht dass das geht, weil die Anlage ja keine Systemkomponenten eines Ablesedienstes sind. Das Öl lassen wir selbst eintanken und die ganzen Uhren haben wir auch selbst verbaut.

Kommentar von Blumenacker ,

Die Gerätemiete muß man jedes Jahr bezahlen. Da kommt auch schon was zusammen.

Antwort
von realistir, 10

Verwechslungen diverser Begriffe?

Eichen dürfen grundsätzlich nur Eichämter.
Gemeint sind hier wohl eher ein neues kalibrieren und kalibrieren ist was grundsätzlich anderes als eichen.

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