Frage von dharma525, 98

Ungepolstertes Gipskorsett?

Habe hier ein Video gefunden, das zeigt, wie ein Gipskorsett zur Ruhigstellung der kompletten Wirbelsäule ohne Polsterung, nur auf einem einlagigem Stoff angelegt wird (Stand 1936). Wer hat Erfahrungen mit ähnlich engen Gipsen? Man sieht gut, wie eng anliegend das Minervakorsett ist. Offenbar ein Unterschied zu heutigen Behandlungsmethoden. Musste jemand ven Euch sowas durchstehen? Danke. https://youtu.be/Z77fNgHjQYI

Antwort
von Tanzistleben, 77

Der Link, den du hier eingestellt hast, zeigt das Anlegen eines Headgears zur Zahn- und Kieferregulierung. Auch sonst sehe ich auf YouTube nur moderne Minerva-Korsetts, wie sie in der Skoliose-Therapie angewendet werden.

Ohne dieses Video gesehen zu haben, kann ich dir  nur sagen, wie Gipskorsetts heute gewickelt werden. Man wird zuvor mit einer Schicht watteähnlicher Bandagen umwickelt, dann kommen die Gipsbandagen drüber -  wie eng es sein muss, bestimmt der Arzt, erreicht werden Enge oder Weite durch die Wickeltechnik.

Für Korsetts, die man abenehmen kann, wird zuvor ein Gipsabdruck gemacht. Danach wird ein Korsett aus belüfteten Plastikteilen und Metallverstärkungen hergestellt. Geschlossen werden diese Korsetts je nach Bedarf mittels Lederriemen oder Klettverschlüssen, oft auch aus einer Kombination aus beidem. Das kommt darauf an, wo wieviel Spannung drauf ist.

Alles in allem sind beide Korsettformen sehr bis mäßig unangenehm, aber auch äußerst effizient und hilfreich.

Ich hoffe, du kannst mit meiner Antwort etwas anfangen.

Liebe Grüße!  

Kommentar von dharma525 ,

Hi, vielen Dank für die ausführliche Antwort! Habe leider den falschen Link angegeben, hier der richtige: https://youtu.be/Z77fNgHjQYI  Aber was Du zur Wickeltechnik sagst, ist sehr aufschlussreich. Danke!

Kommentar von dharma525 ,

Hi Tanzistleben, darf ich nochmal fragen, wie es kommt, dass Du über das Anlegen von Korsetts und Gipsen so gut Bescheid weißt? Reine Neugierde meinerseits... Vielen Dank.

Kommentar von Tanzistleben ,

Ich wurde vor meinen Wirbelsäulen-OPs und einmal auch danach, selbst in solche Dinger gesteckt. Im Zuge dessen habe ich auch beim Anlegen von Skoliose-Korsetts, etc. zugeschaut. Es lief aber immer gleich ab, nur die  Form war unterschiedlich.

Kommentar von dharma525 ,

Danke Dir! War Dein Kopf auch manchmal eingegipst oder hast Du das bei anderen gesehen? Das stelle ich mir immer besonders unheimlich und intensiv vor. Ciao!

Kommentar von Tanzistleben ,

Vor der ersten HWS-OP hatte ich eine Gipsstütze, die über den Kopf fixiert wurde. Das war sehr "lustig", da ich nach einigen Tagen nicht mehr wusste, ob die Kopfschmerzen von der HWS oder von der Kopfschiene kamen. Danach hat man mir ein interessantes Gestell gebastelt, das auf den Schultern aufsaß, die HWS abstützte und ebenfalls mit einer Kopfschiene fixiert war. Der Vorteil an diesem Ding war, dass ich es zum Duschen und Schlafen abnehmen konnte. Nach drei Monaten mit dem Ding haben wir uns dann zur OP entschlossen. Ciao!

Kommentar von dharma525 ,

Danke! Finde ich ziemlich interessant, auch wenn ichs mir nicht komplett vorstellen kann.

Kommentar von Tanzistleben ,

Ich glaube, das kann man sich auch nicht so richtig vorstellen, bis man nicht selber einmal in so einem Ding drin steckt. Allerdings wünsche ich dir von Herzen, dass du diese Erfahrung nie machen musst. Es ist etwas, worauf man sehr gut verzichten kann! Interessant sind die Behandlungsmöglichkeiten und Techniken aber natürlich allemal, denn immerhin kann damit sehr gut geholfen werden bzw. hilft es, zu OP-Entscheidungen zu finden. Hätten mir die Korsetts damals keine Erleichterung gebracht, wäre man sicher gewesen, dass auch die geplanten Operationen sinnlos gewesen wären. So aber stellte sich der therapeutische Effekt ein und wir wussten, dass die Entscheidung für die OPs jeweils richtig war. Das hat sich später auch absolut bewahrheitet. 

Andrerseits war es für mich auch immer faszinierend zu beobachten, wie sehr die Versorgung mit Korsetts bei Skoliose helfen konnte. Über die Hilfe, die diese Maßnahmen nach Unfällen bringt, gibt es ohnedies keine Diskussion. Alles in allem also eine durchaus faszinierende Sache, die laufend verbessert und von sehr ambitionierten Fachleuten durchgeführt wird. Ciao!

Antwort
von Ledermantel, 67

Hallo nach meinem Unfall bekam ich nach OP. einen Liegegips bis zur Leiste. nach ca. 3 Wochen einen langen Gehgips  , durfte aber nur mit Krücken laufen und stehen die schmerzen im Becken und Wirbelsäule wurden immer schlimmer. Nach Röntgen  wurde kein richtiger Bruch festgesellt. Der Arzt erklärte mir könnten Nerven eingeklemmt Bzw. entzündet sein. Ich musste  zum Gipswechsel  anrücken . Ich wurde da in ein Gestell eingespannt mit Gurten und Winden. Ich hab so ein Ding noch nie gesehen. Das Gipsbein wurde neu gemacht bis zum Oberschenkel und gepolstert wie das vorherige mal. Ich wurde am Gipsbein und am Kopf angebunden , und dann wurde gedreht. Mein e rechte Schulter wurde auch gestreckt. Es  fällt mir erst nach deiner Frage auf das im Körperbereich fast nicht gepolstert wurde, ich bekam zuerst ein Stoffhemd übergezogen wie ein Rollkragenpulli, und dann gleich den Gips darüber. Was möchtest noch wissen Grüße LM.

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