Frage von houseofdeath, 97

Steuerberater VS. Lehrer-Beruf?

Hallo Leute,

Ich tue mich mehr als schwer was die Zukunft angeht.

Es gibt dafür diverse Gesundheitliche, psychische wie auch familiäre Probleme die mich im Bezuf aufs Leben schwach und traurig gemacht haben. Ich habe irgendwie keine Energie bzw Kraft mich aufzuraffen um etwas durchzuziehen womit ich zufrieden sein könnte.

Ich arbeite seit 6 Monaten in einer Steuerberatungsgesellschaft in Berlin und kann dort ein duales Studium machen dieses Jahr. Mein Ziel wäre dann irgendwann mal das StB Examen anzupeilen.

Ich weiß aber nicht so recht ob ich diesen Beruf bzw diese Branche mag - ferner weiß ich überhaupt nicht was ich machen möchte.

Ich habe mich sehr lange gefragt was mir gefallen könnte und bei den Entschluss immer mal wieder auf den Beruf Lehrer gekommen. In meinen Augen ein auch sehr anstrengender Beruf... Ich weiß nur nicht ob es sich lohnt Lehrer zu werden. Fächer würde ich gerne sowas wie Mathe / Biologie wählen... Und als Nebenfach Vill englisch...

Lohnt es sich Lehrer zu werden und reicht das Gehalt aus um gut leben zu können ? Ich würde gerne SekII machen. Ich selber hatte und habe es nie einfach gehabt und denke mir dass mich der Beruf auch wenn er viel Stress mitbringen würde mir Erfüllung geben könnte.... Ist hier ein Lehrer und was könnt ihr über euren Beruf erzählen ?

Seit ihr glücklich ? Würdet ihr das wieder machen ? Vor und Nachteile in euren Augen ?

Ich stehe kurz vor der Entscheidung das duale Studium abzubrechen und mich für Lehramt einzuschreiben solange ich noch 22 bin... Ich habe bisher nichts sinnvolles getan außer das sch hier und da gearbeitet habe und in Ausland gewesen bin....

Also würdet ihr mir raten erstmal das duale Studium anzufangen oder meint ihr dass mir das auch dann nicht besser gefallen wird als jetzt schon ? Könnte mich für das Wintersemester Einschreiben für Lehramt deswegen überlege ich ob ich das tun sollte , weil ich mich frage ob dieses duale Studium bei der Steuerberatungsgesellschaft nicht zu "langweilig" für mich ist...

Klar ist , dass man interessante Fälle hat aber wirklich etwas bewegen tut man in der Branche nicht... Ich würde viel lieber etwas sinnvolles tun und Menschen was beibringen... Mein Vater meint ich soll das mit den Steuern machen da es eine gute Chance ist im Bezug auf Karriere etc

LG

Antwort
von beglo1705, 51

Bin keine Lehrerin, hab aber dafür meinen Betriebswirt. 

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht ob die beiden Möglichkeiten überhaupt was für dich sind, da du ja auch schreibst, du hast für nichts Energie und kannst nichts durchziehen. Das erfordert wohl das Lehramt als auch der Steuerberater (der vielleicht sogar noch mehr, weil man ständig erwachsenen Menschen hinterher rennen muss ;-)) ). Als Lehrer kann ich´s mir aber auch schwer vorstellen, grad die Klassen ab der 5. sind sicher nicht immer zum Lachen

Steuern sind halt einfach nur Zahlen, berechnen, ermitteln, auswerten, prüfen, nachhaken.

Die Frage ist eher, was möchtest du denn? Ich mein, es bringt nix zu sagen "tolle Chancen" aber Freude hast hernach keine. Mein Vater hat immer gesagt:

"Mach das, was dir auch Freude macht, dann musst du nie mehr arbeiten"

Das hab ich auch gemacht und musste feststellen, dass mein alte Herr wieder Mal Recht hatte.

Wenn das Lehramt für dich interessanter klingt und du dich da besser aufgehoben fühlst, warum nicht? 

Kommentar von houseofdeath ,

Es ist so. 

Ich bin ein Mensch der Sicherheit haben möchte. Der Menschen etwas geben möchte (ich hatte es selber immer schwer) 

Lehrer:

- ich hatte damals Lehrer die haben sich ein feuchten Käse interessieret und es gab ein paar andere die so fest an mich geglaubt haben , dass ich letztlich Schulbester wurde (Realschule - vorher 2 mal runtergeflogen). Es hat mich menschlich begeistert , denn sie waren Grund dafür dass ich über mich selbst hinaus gewachsen bin ! 

- ich bin alleine und selbstständig durch die halbe Welt gereißt(alles selber finanziert-60H Woche aufm Bau bei 45grad) - ich scheue also keine Art von Arbeit oder harter Belastung , wenn ich dahinter stehe 

- ich liebe Menschen (Kinder mag ich auch gerne, da sie noch so lernfähig sind und unbeholfen Durchs Leben gehen) - mein größter Traum im Leben ist es selber welche zu haben und ihnen ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen 

- ich habe als scheinbarer ADHs'ler immer das Gefühl ich könnte nicht glücklich werden mit so einem Beruf wo ich nur im Büro sitze und nichts (in meinen Augen) sinnvolles tue. (Als Lehrer hilft man doch auch Menschen ? Man bringt ihnen was bei , ist ein echter Lebensberater..) - ich liebe zwischenmenschliche Aufgaben, denn meine größte Stärke ist es andere von etwas zu überzeugen, zu reden , eine Show zu machen (evtl. Begeisterung für den Unterricht) 

- ich mag es im Mittelpunkt zu stehen um ehrlich zu sein und dass ich etwas zu erzählen habe wo alle zuhören (hoffentlich)

- was mir nur Angst macht: kann ich hier in NRW mit meinen ADHS verbeamtet werden ? Bzw geht das auch nachträglich ? Also sagen wir ich bin clean für 5 Jahre und will dann verbeamtet werden... 

Zum Beruf des Steuerbrater: 

- Steuerberater will ich nur werden weil es ein angesehener Beruf ist, ich zahlen mag, das Umfeld recht interessant ist und ich gerne viel Geld verdienen möchte für die Arbeit die man investiert (ich will nicht reich werden, nur gut bis sehr gut leben können) 

- ich habe aber Angst und bedenken: ich mache hin und wieder mal Flüchtigkeitsfehler und diese sind mehr als fatal in dieser Branche wie ihr euch sicherlich denken könnt.

Schlussendlich: 

Habe ich in Berlin ein duales Studium sicher für BWL mit Vertiefung Steuern in einer echt guten Kanzlei. Also an sich top Aussichten für die Zukunft... 

Ich werde im September 22 Jahre alt. Sollte ich das duale Studium ausprobieren und schauen wie es wird und dann kann ich ja immernoch wechseln oder meinst du dass sich meine Meinung darüber nicht mehr ändern wird. (Bin seit 6 Monaten Praktikant). 

Ich weiß auch , dass ich das selber weißen müsste aber das tue ich nicht....  

LG 

Kommentar von beglo1705 ,

Nun, entscheiden musst du selbst was du machen willst. Kann dir hier nur "Hilfestellung" für BWL leisten.

Für mich zum Beispiel war immer klar, dass ich unbedingt etwas mit Handel und Büro tun wollte. Wirtschaft hat mich schon als 15-Jährige interessiert, ebenso die Buchhaltung, alles was mit Steuern zu tun hat und die "Rechnerei" drum rum, was wohl für den ein oder anderen der blanke Horror ist.

Du schreibst, dass du gerne helfen möchtest, gern im Mittelpunkt stehst und gerne Menschen etwas vermitteln möchtest. Da wäre ein Steuerberater vergebene Liebesmüh wenn du mich fragst.

Wie das mit der Verbeamtung mit AD(H)S-lern in NRW ist, da müsstest dich selbst erkundigen, das weiß ich nicht.

Jedenfalls ist "Steuererrater" nichts, wo man sich selbst verwirklichen kann und im sozialen Sinne etwas für andere tut. Wenn es dir am Herzen liegt, erkundige dich wie das mit deinem ADS ablaufen kann, auf was Wert gelegt wird und ob mit dem Lehramt deine Ziele erreichen kannst.

Mich persönlich treibt mein Erfolg an, mehr zu leisten, als andere und dafür auch mehr zu bekommen, als andere. 

Kommentar von zonkie ,

Das du als Steuerberater etwas zu erzählen hast das andere hören wollen kommt leider nicht bei allen Mandantn vor. Hast du nicht das Glück für Unternehmen tätig zu sein die sehr gut aufgestellt sind sind die "normalen" kleinen Unternehmen meist eher glücklich nichts von dir zu hören.
Wir haben Mandanten die sagen zu allem was wir sagen "ja" hauptsache sie müssen nicht zu viel mit uns reden. Da fragt man sich manchmal wofür das alles...

Als Steuerberater verdient man i.d.R. ganz gut das stimmt. Jedoch kann es auch sehr teuer sein überhaupt mal die Prüfung zu bestehen. Wenn du das Pech hast sie selbst zahlen zu müssen kannst du dich mit Kursen, Freistellung zum lernen, Fahrtkosten usw usw gerne auf einige tausend € Kosten einstellen und hast dann ca eine 50% Chance zu bestehen .. zumindest sind das die offiziellen Druchfallquoten. Das relativiert ein wenig das Aufwand/Nutzen Verhältnis, denn auch nach bestandener StB Prüfng musst du dich bis zur Rente permanent fortbilden. Es kommt auch sehr auf deine Mandanten an wie "einfach" dein Geld verdient wird. Es gibt wunderbare Firmen für die es eine Freude ist zu arbeiten. Es gibt aber auch diejenigen die immer Recht haben, die dir alles bereits gegeben haben und du bis gestern schon längst hättest anworten müssen.. und DIESEN Leuten musst du dann auch noch einigermaßen freundlich kommen man will ja auch nicht jedes Mandat loswerden.

Fehler kommen überall vor, auch in der Steuerberatung. Einiges ist nicht so schlimm und kann recht anspruchslos bereinigt werden. Das Hauptproblem dabei sind deine Mandanten die eventuell nichtmal ein Schaden davon tragen aber sich drastische Fehler merken und im schlimmsten Fall das Mandat kündigen.

Kommentar von beglo1705 ,

Darum bin ich selbstständig und habe mein eigenes Unternehmen. Für mich wär Steuerberater nix, auch wenn mir die Abläufe geläufig sind. 

Antwort
von basiswissen, 60

Wenn ich "psychisch angeschlagen" lese solltest Du zumindest nihct Lehrer werden. Da liegt, neben fachlicher Bandbreite der "Hase im Pfeffer": Der Beruf zehrt sehr an der Psyche und das wirst Du auf Dauer nicht hinbekommen. Wenn Dir Steuerberater aber auch nicht liegt dann solltest Du erst einmal ergründen was Du wirklich willst.... Egal ob Du damit gut verdienst oder nicht, denn Zufriedenheit ist mit nichts zu ersetzen - schon gar nicht mit Geld!

Antwort
von grubenschmalz, 61

Ich bin Lehrer. Wenn du eh schon psychisch angeschlagen bist, würde ich dir davon abraten. Erst einmal kannst du die Verbeamtung sowieso vergessen deswegen, was weniger Geld bedeutet und förderlich für deine Erkrankung ist es sowieso nicht.

Kommentar von houseofdeath ,

Wieso sollte man dann die vervbeamtung vergessen ? 

Kommentar von grubenschmalz ,

Weil bei psychischen Erkrankungen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man vor Erreichen der Regelaltersgrenze dienstunfähig wird. Und dann müsste der Dienstherr schon Pension zahlen. In diesem Fall wird man nicht verbeamtet, weil als Angestellter wird man einfach ausgesteuert und die Rentenversicherung übernimmt.

Antwort
von Joshua18, 49

Das sind zwei ganz verschiedene Welten !

Die Steuerberaterprüfung ist knallhart und unter dem Strich dürfte das vermutlich der schwierigere Weg sein. Wenn Du da nicht voll hinter stehst und auch nicht der Typ für sowas bist, dann lass' die Finger davon.

Als Lehrer bist Du vom normalen Leben so ziemlich abgehängt. Ich erkenne Lehrer sofort daran, dass sie meist immer alles besser wissen und stark ein extrem normatives Verhalten an den Tag legen. Die geben ihren Senf auch oft dazu, wenn es völlig unratsam ist.

Als Grundschullehrer bewegst Du dich dann bis zu Pension schon ein wenig in der schönen, heilen Kinderwelt und darfst mit Ihnen ernsthaft Singen und Spielen, wo ein Steuerberater eher mal drüber lächelt. Der muss, wenn er Erfolg haben will, vor allem alle Tricks und Gesetzeslücken kennen und vermögende Leute "adäquat" beraten können.

Kommentar von grubenschmalz ,

Völliger Schwachsinn.

Antwort
von Anna1972, 46

Lehrer verdienen grundsätzlich nicht Viel, aber genug um den Lebensunterhalt zu finanzieren, Große Sprünge im Finnanzielen Bereich kannst du da nicht erwarten, aber dafür deine Berufserfüllung

Als Steuerberater kannst du ziemlich Gut Verdienen, aber, wärst du glücklich damit?

Es ist eine Frage für dich selbst, da du dich Entscheiden musst, Beruf aus Liebe zum Beruf oder Beruf aus Liebe zur Karriere und Geld!

Wünsche dir noch Alles Gute auf deinen Berufsweg!

lg

Anna

Kommentar von grubenschmalz ,

Verdienen grundsätzlich nicht viel? Ich habe als Berufsanfänger Lehrer mit Steuerklasse I knapp 3000 Euro ausgezahlt bekommen. Brutto waren das um die 48000 pro Jahr. Will ich mal sehen, welcher Akademiker zu Beginn soviel bekommt.

Kommentar von Anna1972 ,

schön und nett für dich, ich schrieb von meinen Erfahrungen...also bitte nicht beleidigt sein...

Kommentar von grubenschmalz ,

Was für Erfahrungen hast du denn da bitteschön? Deine Erfahrungen sind da schlichtweg Murks. "Genug um den Lebensunterhalt zu finanzieren", das klingt nach Mindestlohn.

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