Frage von DirtyWerner, 123

Spanisch: le, la oder lo?

Wie weiß man, ob ein indirektes oder direktes Objektpronomen verwendet werden soll? (lo, le, la)

Beispiel: Le doy un libro. Wieso ist es 'le' und nicht la oder lo?

Ich habe gelesen, dass man es mit den Fragen 'wem?' und 'wen' bestimmen kann, aber das trifft nur bei einigen Verben zu.

Vielen Dank für eine Antwort.

Antwort
von cotos, 65

la,lo sind Personalpronommen in Akkusativ.  Weil sie direktes Komplement von einem transitiv Verb sind.

a) yo veo la casa  (fett geschrieben: direktes Komplement)

    yo la veo                       "                             "

b) yo tengo un libro          "                             "

    yo lo tengo                     "                            "

c) yo doy un libro a mi hermana   (fett geschrieben: indirektes Komplement)

    yo le doy un libro                                     "                       "

   le in Dativ                                                                          

Kommentar von winersonne ,

Soweit so gut, aber es klappt fast nie, hier deutsche Grammatik auf die spanische anwenden zu wollen. In diesem Fall hinkt es insofern, als dass das indirekte Objektpronomen (le) nicht wegelassen werden kann. Es ersetzt im Spanischen nicht das Objekt sondern das Objekt (mi hermana) ist nur ein verstärkender Zusatz, ähnlich wie es das Personalpronomen des Subjekts/Nominativs ist.

Yo doy un libro a mi hermana findet ist grammatikalisch falsch. Man findet es praktisch nur in Grammatikbüchern, die deutsche oder andere nichtspanische Grammatik eben auch auf Spanisch anwenden wollen. Es muss auf jeden Fall (yo) le doy un libro a mi hermana heißen, wenn du beide Objekte angeben willst (yo, bereits in doy enthalten; mi hermana, bereits mit le vertreten).

Kommentar von cotos ,

Ich werde versuchen, den Satz zu erklären:

Yo doy un libro a mi hermana,

un libro: complemento directo en acusativo

a mi hermana: complemento indirecto en dativo

Wenn ich sage, was du meinst:

yo le doy un libro a mi hermana,

un libro: c. directo, en acusativo

a mi hermana: c. indirecto, en dativo

le: pronombre personal de 3ª persona en dativo, denn le vertritt:

  a mi hermana, en dativo. Es heißt, der indirekte Komplement erscheint zwei Mal, und das in der Grammatik heißt (Entschuldigung) ein Pleonasmus, es heißt, eine (oft) unnötige Wiederholung. Denoch, man wiederholt tagtäglich bis zur Sättigun, und oft  ist sogar kraftvoller, ja, notwendig.

Ich hoffe, etwas Klarheit eingebracht, zu haben. Tschüß.

Kommentar von winersonne ,

Das war eigentlich keine Frage, die ich gestellt hatte, nur eine Feststellung.

Das Dativpronomen "le" steht für das inklinierte Dativpronomen "a mi hermana". Im Spanischen kannst du das Dativpronomen aber nie weglassen. Es ersetzt "a mi hermana", ja. Aber "a mi hermana" kann nicht ohne "le" stehen.

Im Spanischen ist das Dativpronomen Pflicht, das Dativobjekt selbst nur Verstärkung.

Anders ausgedrückt: "yo doy un libro a mi hermana" ist falsch, kein Muttersprachler redet so, außer er empfindet dies durch die Gewohnheit an fremde grammatikalische Einflüsse als korrekt (z.B. als Deutsch-Sprecher).

Im Spanischen MUSS "le" mit dazu. Egal, ob im Satz nun das Dativobjekt selbst vorkommt oder nicht.

Antwort
von JulianeHallmann, 63

Lo0 bezieht sich auf das Objektiv.

Lo doy a ...

Wen? das buch, waehrened Le sich auf die Person bezieht.

Kommentar von winersonne ,

Auch hier: das indirekte Objektpronomen kann nicht weggelassen werden, wird in Kurzform, also wenn auch das direkte Objektpronomen verwendet wird in 3. Person in "se" gewandelt: Se lo doy a ...

Genau das ist die eigentliche Schwierigkeit daran. Weil es hier vom Deutschen abweicht: direkt ersetzt das Pronomen das Akkusativobjekt, indirekt ist es Pflicht, hier ist das Dativobjekt nur Zusatz.

Kommentar von JulianeHallmann ,

Stimmt, ich bin es gewohnt mit Dominikanern zu arbeiten, die haben keine Ahnung von Grammatik da erklaere ich nur wonach du fragst.

Antwort
von winersonne, 66

Wem oder wen nützt dir wenig, denn im Deutschen gibt es Akkusativ und Dativ, wobei das verwendete Verb bzw. stärker noch die Präposition darüber entscheiden, was verwendet wird.

Im Spanischen geht es darum, ob es eben ein Objekt gibt (complemento directo) oder zwei (complemento directo + complemento indirecto), wobei man das direkte Objekt mit lo/la ersetzt, das indirekte, welches Nutznießer oder Geschädigter der Aktion ist mit le.

Le doy un libro (ich gebe ihm ein Buch). Le ersetzt hier die Person (indirektes Objekt), die das direkte Objekt (el libro bzw. ersetzt "lo") erhält. Die Person wird also mit "le" ersetzt, weil diese Nutznießer oder Geschädigte der Aktion ist. Ohne dieses Objekt gäbe es nur ein Objekt, welches dann direkt wäre: Lo veo (ich sehe ihn).

Kommentar von Pabloe97 ,

Schöne Erklärung, aber nur teilweise richtig. So, wie du es schreibst wirkt es, als wäre ein Objekt automatisch ein complemento directo, wenn es das einzige ist. Im Satz "Le pegó" gibt es nur ein Objekt, trotzdem wäre "Lo/La pegó" falsch.

Kommentar von winersonne ,

Lo/la pegó würde man als "kleben" verstehen. Le pegó kann dagegen mit einem versteckten Objekt erweitert werden (... una hostia, ... una torta, ... un puñetazo, ... un golpe, ... un tiro), damit es als schalgen oder schießen verstanden wird. Es spielt hier keine Rolle, ob das direkte Objekt genannt wird oder nur im Raum steht. Vgl. "le escribió" (una carta, un email, algo).

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