Frage von sajanka, 126

Rechtfertigungsrede Luthers verstehen/ Verständnisfrage?

was meint Martin Luther in seiner Rechtfertigungsrede wenn er davon spricht, dass die Lehren des Papst und seine Anhänger, die Christenheit geistlich wie leiblich verstört hat? Gerade das leiblich verstehe ich nicht, ist damit die Abhängigkeit zur kath. Kirche gemeint, zb. Ablasshandel oder die Politik also den weltlichen Machtanspruch der Kirche?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fontanefan, 118

Da es noch nicht ganz deutlich gesagt ist: M.E. bezieht sich "leiblich verstört" auf den Zölibat ("geistlich" auf Ablasshandel, Prunksucht, Machtstreben u.a.).

Er selbst ist dann mit gutem Beispiel voran gegangen und hat durch seine Ehe mit Katharina von Bora die Tradition des evangelischen Pfarrhauses begründet.

Gegenwärtig versucht Franziskus mit der Familiensynode (vgl. z.B. http://www.br.de/themen/kultur/inhalt/religion/familiensynode-vatikan-fragebogen...) diese "leibliche Verstörung" der Katholiken, die sich in Kindesmissbrauch durch nicht wenige Geistliche Bahn brach, zu beenden. 

Die Synode hat ein ziemlich mattes Ergebnis gebracht. Er selbst wird wohl deutlicher formulieren. 

Kommentar von Fontanefan ,

Zum ev.  Pfarrhaus sieh: http://www.evangelisches-pfarrhaus.de/

Antwort
von 1988Ritter, 115

Damit ist z.B. der Frohndienst gemeint.

Die damalige katholische Kirche war sehr verwoben mit dem Adel, sprich der Herscherklasse. Die Gläubigen wurden regelrecht konditioniert und ausgebeutet. 

Antwort
von Klaus02, 93

Leiblich könnte im christlichen Kontext die Gemeinschaft aller Christen meinen. In der jedem Christen entsprechend seiner Charismen entsprechende Aufgaben zukommen. Aber sicher bin ich mir da nicht. => 1Korinther12-31 . . LG Klaus

Antwort
von newcomer, 90

damals war das Zöllibat noch nicht so streng sprich selbst Papst hatte so seine Liebschaften

Kommentar von newcomer ,

https://de.wikipedia.org/wiki/Pornokratie

Geschichtlich bezieht sich dieser Begriff auf eine Periode des Papsttums im frühen 10. Jahrhundert, welche mit Papst Sergius III. im Jahre 904 begann und im Jahre 963 mit dem Tode Papst Johannes XII. endete. Der römische Kirchenhistoriker und Kardinal Cesare Baronio prägte im 16. Jahrhundert für diese Zeit die Bezeichnung Saeculum obscurum.

In diesem Zeitraum standen die Päpste unter dem direkten Einfluss einiger Frauen, die als Mätressen einiger Päpste und einiger Herrscher von Rom (z. B. Alberich I., Alberich II., Guido von Tuszien, Hugo von Italien) in diese Machtposition geraten waren. Besondere Bedeutung hatten Theodora I., ihre Töchter Marozia und Theodora II. Generell hatten die Päpste dieser Zeit ein geringes eigenes Profil und waren dem römischen Adel und ihren Mätressen hörig.

Antwort
von scrutinize, 63

Leiblich verstört... das hört sich ganz so an, als ob er damit die suchtartige Teilnahme der Katholiken an den abgöttischen Riten der katholischen Kirche meinte (Eucharistie).

Um bei diesem Beispiel zu bleiben, wäre "geistlich verstört" dann wohl der (Irr-) Glaube an die Transsubstantiation.

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