Frage von FlorianDS95, 60

Powerline Adapter - gleiche Phase?

Hallo,

habe mir vor einer Weile einen (bzw. zwei) Powerline Adapter gekauft, und habe teilweise immer wieder kurz Ausfälle, da muss ich dann den Adapter aus dem Strom ziehen und wieder einstecken, dann geht es. Als ich den Support angeschrieben habe, wollten sie wissen, ob die Adapter auf der gleichen Phase liegen, sonst könne es zu Problemen kommen. Jetzt habe ich mich mal erkundigt (bei einem Kollegen) und er hat gemeint, da gibt es gar kein Unterschied, also die gäbe es irgendwie nur 2 Phasen die in Frage kommen, und das sollte auf der gleichen liegen (Ich wohne in einer Wohnung im Erdgeschoss und beide Steckdosen sind auf der gleichen Etage (aber in unterschiedlichen Räumen). Hat der Support da Recht, und es könnte irgendein Problem mit unterschiedlichen Phasen sein, oder war das nur eine Art Schutzbehauptung, damit sie mir kein Ersatz schicken müssen? Kann mich da jemand aufklären?

Antwort
von PWolff, 36

Auf unterschiedliche Phasen hätte ich auch als erstes getippt.

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Vom Transformator kommen drei spannungsführende Leitungen ins Haus, die sogenannten Phasen. Dazu Nullleiter (gemeinsame Rückleitung) und Schutzleiter.

(Der Sinn hiervon ist, dass man für die gleiche übertragene Leistung nur 4 statt 6 Leitungen braucht.)

Wenn beide Powerline-Adapter an derselben "Phase" hängen, sind sie an beiden Seiten direkt über Leitungen miteinander verbunden und die Signale können leicht von einem zum anderen Adapter laufen.

Wenn sie aber an verschiedenen "Phasen" hängen, müssen die Signale über den Transformator laufen, und der dämpft hochfrequente Signale sehr stark. (Die Netzwerk-Signale müssen hochfrequent sein, um die nötige "Bandbreite" bereitstellen zu können.)

Wenn die Leitungen der Phasen über eine gewisse Strecke parallel laufen, können Hochfrequenzimpulse von einer auf die andere übertragen werden. Das ist aber sehr schwach und nicht sehr zuverlässig.

Von daher kann es gut sein, dass die Adapter Signale austauschen können, solange es ansonsten auf den Leitungen "ruhig" bleibt, und dass sie die Verbindung zueinander verlieren, wenn Störsignale auftreten - hierzu reicht z. B. ein anlaufender Elektromotor, wie der von der Pumpe eines Kühlschranks.

Mich würde höchstens wundern, dass die Adapter sich nach Beendigung der Störung nicht innerhalb einiger Minuten wiederfinden.

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Vermutlich funktionieren die Adapter störungsfrei, wenn du sie in Steckdosen an derselben Wand steckst? Dann würde dies sehr stark für ein Problem mit verschiedenen Phasen sprechen.

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Es gibt Schaltungen, die verschiedene Phasen im Hochfrequenzbereich miteinander koppeln können, aber da kenne ich mich nicht wirklich aus.

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Ob zwei Steckdosen an derselben Phase hängen, kannst du mit einem Multimeter oder einem "Duspol" feststellen. Dazu hängst du an jede Steckdose eine Verlängerungsschnur, sodass die Ausgänge nebeneinander liegen.

Miss die Spannungen zwischen jedem Pol der einen und jedem Pol der anderen Steckdose - insgesamt 4. Du bekommst einmal ca. 0 V (Nullleiter - Nullleiter), zweimal ca. 230 V (Phase - Nullleiter bzw. Nullleiter - Phase) und einmal ca. 0 V oder ca. 400 V (Phase - dieselbe Phase oder Phase - andere Phase).

Kommentar von FlorianDS95 ,

Gleiche Wand habe ich noch nicht versucht, aber werde denke ich mal versuchen das zu messen ob es die gleiche Phase ist.

Antwort
von DG2ACD, 37

Wenngleich ich ein absoluter Gegner dieser PLC's bin, will ich dennoch versuchen, Deine Frage zu beantworten.

Diese Dinger mischen eine Übertragungsfrequenz auf das "Lichtnetz" hier gibt es einen Kompromiss, je mehr Power sie machen, desto eher neigen sie dazu Störungen, insbesondere an Funkanlagen zu verursachen. Und desto mehr Strom verbrauchen sie.

Je weniger Leistungs sie machen, desto kürzer wird die Reichweite, die die beiden Steckdosen auseinanderliegen dürfen.

Zur Phase: Ich meine, wenn sie auf unterschiedlichen Phasen liegen, sollten sie ganz und gar nicht miteinander kommunizieren (da bin ich mir aber nicht ganz sicher). Dafür gibt es Phasenkoppler, damit das dennoch funktioniert, aber wieder ein Teil, was die eh schon kleine Leistung des PLC's herabzieht.

Der Support hat schon Recht, die PLC's müssen, nach möglichkeit auf der gleichen Phase liegen. Zumindest sollte ein Koppler verbaut sein.

Falsch ist die Aussage Deines Kollegen, dass es nur zwei Phasen gibt. Je nach dem, wie Euer Haus aufgebaut ist, können auch drei Phasen (Drehstrom) installiert sein. Ich kenne nur noch sehr wenige alte Bauten, wo die drei Phasen nur bis in den Keller liegen und das ganze (kleine) Haus nur von einer Phase versorgt wird.

Ganz einfach testen kannst Du, ob Deine Steckdosen mit den PLC's auf der gleichen Phase liegen. Aber bitte nur wenn Du Dich auskennst und weißt was Du tust und immer isoliert arbeiten.

Du suchst mit einem Phasenprüfer jeweils die Phase auf in Steckdose, in Du einen PLC einstecken möchtest. Mit einer langen, isolierten Aderlitze bringst Du diese beiden Phasen so dicht aneinander, dass Du mit einem Multimeter dazwischen messen kannst. Die gemessene Spannung sollte gleich "0" sein.

Ein paar Millivolt, sollten diese angezeigt werden, sind schlimmstenfalls Spannungsabfälle oder Einstrahlungen.

Etwa 400 Volt würde bedeutetn, dass Du zwei unterschiedliche Phasen hast und bei etwa 230 Volt hast Du auf einer Steckdose den Nullleiter erwischt.

Antwort
von ProfDrStrom, 25

In einer Wohnung kann es bis zu 3 unterschiedlichen Phasen geben.

Die Übertragung mittels Powernet ist auf der gleichen Phase immer die bessere Lösung.

Phasengleichheit stellt man mit einem 2poligen Spannungsprüfer (Duspol/ Multimeter) fest.

Nimm eine Schuko-Verlängerung/ Kabeltrommel und stecke sie in eine der beiden Steckdosen, dann bringst du das andere Ende der Leitung neben die andere Steckdose.

Jetzt mit dem Spannungsprüfer/ Multimeter prüfen wieviel Spannung max. anliegt. Du misst jeweils aus einem Kontaktloch der Steckdose in der Wand gegen die beiden Kontaktlöcher in der Verlängerung.

Bei max. 230Volt = Phasengleichheit, bei 400Volt = unterschiedliche Phasen.

Kommentar von danienco ,

Ich glaub du hast dich verschrieben:
bei Phasengleichheit hast du zwischen den Phasen 0V
230 V hast du bei Phase gegen Neutralleiter
400V bei Phase gegen Phase

Kommentar von ProfDrStrom ,

Nö, ich habe mich nicht verschrieben. Wenn er die Messung so durchführt, wie von mir beschrieben, dann stimmt es genauso.

Bei Phasengleichheit mißt er 2mal 230V und 2mal 0V.


Antwort
von nicoleinchen1, 17

Hey :)

Ich habe das mal mit meinen Powerlineadapter ausprobiert und muss sagen, egal wie ich sie einstecke es funktioniert alles einwandfrei. Habe die Powerlines von Fritzbox und nutze sie für Telekom Entertain und einem erweiterten WLAN-Router.

Was ich aber dazu sagen kann ist, dass mir aufgefallen ist sobald ich die Powerlineadapter in Steckdosen stecke die nicht mit der gleichen Sicherung im Schaltkasten zusammenhängen  tauchen Störungen auf. Bei neueren Häusern hat ja fast jeder Raum eine eigene Sicherung. Ich habe das Glück in einem etwas älteren Haus zu wohnen, wo fast das ganze EG  an einer Sicherung hängt und kann sie somit im ganzem EG auch benutzen.

Es könnte ja sein, dass die Störungen dadurch auftauchen.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen Helfen!

MFG

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