Frage von KleinHarri09, 58

Mein Sohn behält bei jeder Mahlzeit das Essen im Mund?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen hoffnungsvoll Mein Sohn bereitet mir seid 3 Tagen erhebliche Kopfschmerzen. Mein Sohn ist 2 1/2 jahre alt, schon immer ein schlechter Esser (der Hipp bevorzugt als unsere Speisen) und angefangen hat nach 2-3 Bissen das Essen im Mund zu 'bunkern'. Egal bei welcher Mahlzeit (3-4x am Tag) isst er nur wenige bissen und fängt an es in den Mundwinkeln oder am Gaumen  (ganz extrem bei Brot) zu behalten. Er macht entweder den Mund gar nicht mehr auf sodass er nicht mehr isst, oder bei Brot will er immer mehr im Mund haben, bis er komplett voll ist. Ich finde das ganze gar nicht witzig und nehme ihn als Konsequenz das essen dann weg. Bis zu einer Stunde behält er es im Mund und ich muss es im Endeffekt 'rausholen', was mit schreien und Wutausbrüchen begleitet wird. Ich versuche schon ihm nach jeden bissen von einem Schluck trinken zu überzeugen, doch das klappt nur am Anfang (dann fliegt sie vom tisch). Ich hoffe ja das es ne Phase ist und er ausprobieren will, wie lange er seinen Willen durchsetzen kann. ABER...Wir sind jetzt mit der Eingewöhnung in der Krippe fertig und heute hat er es dort auch getan. Sie dachten sich erst nichts dabei, das er nur 3 happen gegessen hat, doch dann später beim spielen hat er es im Schwall ausgespuckt. Ich habe ihn dann abgeholt. Jetzt habe ich bedenken, wie ich diese 'Angewohnheit' lösen kann und er normal wieder isst. Ich dachte schon vielleicht möchte er unser essen jetzt endlich mal essen aber er brauch es nur riechen und er schreit und schlägt meinen Arm weg/ der Teller fliegt vom Tisch. Die Speisen lustig/künstlerisch anrichten ist auch keine Lösung, da mein Sohn blind ist.

Habt ihr damit Erfahrungen gemacht? Wie habt ihr es gelöst?

Für jeden Tipp bin ich euch sehr dankbar Lieben Gruß

Edit: wenn er Snacks  (Keckse, Reiswaffeln, Fruchtriegel, Schokohörnchen, etc. ) isst, macht er das nicht und schluckt es runter.

Antwort
von NicoleU, 17

Erstmal darf er nur wieder abbeißen wenn er runtergeschluckt hat. So vermeidest du dass er den Mund vollstopft. Auch wenn er nur wenig isst - er wird nicht verhungern!
Und keinen Zwang aufbauen! Das ist meist wirklich nur eine Phase und Rat irgendwann ganz plötzlich wieder vorbei. Biete Speisen an, die man nicht so gut Bunkern kann. Also erstmal Brot weglassen, denn das pappt so schön zusammen in der Backe.

Vielleicht könnt ihr auch irgendetwas an der Tischsituation ändern. Womöglich fühlt er sich da gerade nicht wohl.

Aber am wichtigsten ist, es nicht zu stark zu thematisieren! Vor allem nicht vor ihm. Denn er weiß jetzt, dass er euch mit dem Essen in der Hand hat. In dem Alter ist es besonders wichtig keine Angriffsfläche zu bieten. Wenn er den ersten Bissen nicht runterschluckt, esst ihr einfach weiter und er bekommt erst wieder etwas wenn geschluckt hat. Falls nicht ist das Essen auch für ihn beendet, wenn ihr fertig seid. Und wenn du auf die Auswahl der Speise achtest, ist es ja auch schwierig zu Bunkern und er lässt es bald. Also zum Beispiel Spaghetti, Gurke, Joghurt...

Antwort
von teafferman, 8

Entschuldige, aber weder Brot noch Fruchtriegel und sonstiges süßes Zeug braucht er in dem Alter. Das Zeug fördert nur Karies und Parodontose. 

Ich würde ihm hartes Obst in Stücken anbieten. Von mir aus auch jetzt Beerenobst. Ist ja gerade Saison. Da immer ein Stück. Wenn dieses im Magen ist und nur dann wenn dann tatsächlich von ihm nachgefragt wird, ein nächstes Stück. 

Vielleicht solltest Du mal mit ihm zum Zahnarzt. Da rufe bitte erst an und frage, ob auch so kleine Kinder mal angesehen werden. Ob der Facharzt darauf spezialisiert ist. Gibt da eine Zusatz-Ausbildung. Hörte ich im Radio. 

Solche Zahnärzte nehmen sich sowohl für die kleinen Menschen als auch ihre Eltern reichlich Zeit. Das Kind darf lernen, dass der Zahnarzt ein feiner Mensch ist, der Besuch bei ihm Spaß macht und toll ist. Die Eltern erfahren, ob im Mund Alles in Ordnung ist, manchen Ernährungstipp als Vorsorgemaßnahme, Tipps um dem Kind richtig viel Lust auf gute Zahnhygiene zu vermitteln. 

Nein. In dem Alter will ein Mensch noch keinen Willen durchsetzen. In dem Alter haben wir Menschen Grundbedürfnisse. Wir protestieren, wenn diese nicht befriedigt werden. 

Ja. In dem Alter fangen Menschen an, ein eigenes Ich zu entwickeln. Damit anfangen bedeutet aber noch nicht, dieses eigene Ich ist schon entwickelt. Ohne eigenes entwickeltes Ich ist es nicht möglich, einen eigenen Willen zu haben. 

Machtkämpfe zwischen Eltern und so kleinen Kindern muten mich immer äußerst seltsam an. Sie gehen immer von den Eltern aus. Und beruhen auf mangelnder Kenntnis über menschliche Entwicklung. 

Diese Unkenntnis beruht auf der Einbildung, Kinder zu erziehen sei angeboren - oder so. Ist sie nicht. Damit wurde aber über viele Jahrtausende das schlechte Gewissen beruhigt. Jahrtausende, in denen so kleine Kinder noch gar nicht als Menschen wahrgenommen wurden. Weil sie viel zu oft starben. Weil sie noch keinen Nutzen für die Gesellschaft darstellten.... . 

Wir wissen mittlerweile eine ganze Menge über menschliche Entwicklung. 

Auf youtube findest Du einige gute Kanäle. Sie wurden von Fachmenschen für Eltern erstellt. Da werden viele scheinbare Alltagsfragen an Beispielen beantwortet. Nutze mal die Suchfunktion da deswegen. 

Ansonsten gibt es immer mehr gute Seiten online, die leicht verständlich und auch seriös die menschliche Entwicklung auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse erklären. Neue Erkenntnisse, weil da noch gar nicht so lange wegen geforscht wird. 

Gute Bücher für Eltern gibt es auch. Manche öffentliche Bibliothek leiht sie gerne nach kostenloser Beratung aus. Manche öffentliche Bibliothek hat auch für so kleine Menschen eine extra Abteilung. Aber nur nebenher. 

Nein, Du brauchst Dich auf gar keinen Fall schämen oder Ärger fürchten, nur weil Du unwissend bist. Du darfst erwarten, dass die in der Kita arbeitenden Erzieherinnen nicht ohne guten Grund einige Jahre gelernt haben. Frage sie also ungeniert. Beherrschen sie ihr Fach, dann können sie sicherlich den einen oder anderen guten Rat geben. - Vorausgesetzt, sie haben dazu auch Zeit. 

Nicht nur bei uns werden von der Volkshochschule Elternkurse angeboten. Bei uns sind sie in der Regel von Vätern überlaufen. Bedürftige bekommen auf Antrag die Kosten von der Stadt erstattet. 

Und dann ist, zumindest bei uns, seit dem Regierungswechsel im Rathaus das Jugendamt auch gerne beratend tätig. Ohne deswegen gleich in absurde Vorstellungen zu verfallen. 

Denn tatsächlich haben sich die Aufgaben der Jugendämter in diesem Jahrhundert sehr zu ihrem Vorteil verändert. Du findest sie im entsprechenden Artikel auf Wikipedia ausführlich beschrieben. Jedenfalls dann, wenn Du die im Text befindlichen Links öffnest. 

Es wird sicherlich noch manche Zeit brauchen, bis in unserer Gesellschaft die Vorstellung verschwunden ist, in dem Alter könne ein Kind schon versuchen, einen eigenen Willen durchzusetzen. Manche Jahrtausende falsche Vorstellungen lassen sich nun mal nicht wie von Zauberhand wegwischen. 

Antwort
von Jule59, 4

Essen und Ausscheiden sind die beiden großen Themen zwischen vielen Kindern und Eltern.

Bei beidem erleben die Kinder meist sehr deutlich eine besonders intensive Zuwendung der Eltern dann, wenn die Dinge nicht so funktionieren, wie sie in den Augen der Eltern sollten. Das führt bei vielen Kindern dazu, dass sie sich diese Zuwendung holen, wenn sie sie kriegen können.

Heißt konkret: Beende für dich das Thema "Essen" als Zuwendungsmoment. Biete ihm Essen an, ohne darauf zu achten, ob er es im Mund behält. Wenn er den Mund nicht mehr öffnet, beende das Essen. Kümmere dich ab dann erkennbar um etwas anderes.

Erzähle keine Geschichten, rede nicht auf ihn ein. Sei freundlich und ruhig, aber erkennbar uninteressiert an seinem Essverhalten. 

Bitte das Kita-Personal das ebenso zu handhaben. Wenn dein Sohn das Essen ausspuckt, wird es kommentarlos weggewischt, neues Essen wird erst bei der nächsten Mahlzeit wieder angeboten.

Besprich mit den Erzieherinnen, dass sie dich nicht anrufen müssen, wenn der Junge das Essen verweigert oder ausspuckt und bitte sie, gelassen damit umzugehen. Vereinbart einen Zeitraum, in dem ihr das konsequent so handhaben wollt. Ich würde 3 Wochen vorschlagen und dann wieder das Gespräch suchen. 

WICHTIG: Immer ohne das Kind in der Nähe. Selbst wenn es scheinbar mit anderem beschäftigt ist und sich in der anderen Ecke des Raumes aufhält: Es kriegt mit, worüber ihr redet. Und auch das bedeutet wieder Verstärkung des Verhaltens.

Das wird ein Weilchen Kraft kosten, denn es ist durchaus möglich, dass sich das Verhalten zunächst verstärkt. Dein Kind wird ausprobieren, ob das, was es bisher als erfolgreich erlebt hat, nicht auch weiterhin erfolgreich sein kann. So funktioniert Lernen. 

Das ist kein willentliches Auflehnen, sondern tatsächlich ein Lernprozess aus Versuch und Irrtum. 

Süßigkeiten, Eis und Co gibt es nicht mehr. "Kein Essen, keine Süßigkeiten" kann die einzige Regel in Sachen Essen für die nächsten 3 Wochen sein. 

Und nein: Das Kind wird nicht verhungern. Es wird unterm Strich vermutlich nicht wesentlich weniger essen als jetzt. Entscheidend ist, dass du liebevoll und ruhig bleibst. Dein verändertes Verhalten ist ja keine Strafe, und dein Kind soll auch weiterhin deine Liebe spüren. Nur ums Essen herum wird deine Aufmerksamkeit verschwinden.

Antwort
von dancefloor55, 25

warst du schon mal beim Arzt deswegen? Nicht dass es nicht nur eine Phase ist sondern er wirklich z.b. Probleme beim schlucken hat = es einen körperlichen Grund für das Problem gibt.

Kommentar von KleinHarri09 ,

Danke für dein Kommentar. Nein ich war heute noch nicht beim Arzt. Er verhält sich nur so, wenn er am Tisch sitzt. Wenn er Keckse/Fruchtriegel,Reiswaffeln oder anderes als Snack isst, hat er das nicht.

Kommentar von dancefloor55 ,

zur sicherheit würde ich das trotzdem mal kontollieren lassen. Wahrscheinlich passt ihm an der Situation "am Tisch essen" einfach nicht.

Ich würde, wenn die körperliche Ursache ausgeschlossen ist, es mal auf die "harte" Tour probieren. Es gibt halt erst den nächsten bissen wenn der erste runter geschluckt worden ist. So schnell verhungern kindern eh nicht und wenn er wirklich großen Hunger hat wird er hoffentlich essen...

Kommentar von Menuett ,

Er will doch gar keinen nächsten Bissen.

Den sollte man weglassen.

Antwort
von Menuett, 12

Wenigesser gehen immer Gefahr, dass ihre Eltern ihnen Essstörungen anerziehen.

Lass das Kind einfach in Ruhe. Es soll nur essen, wenn es das tatsächlich will. Dann hört es auch auf zu bunkern.

Sagt Dir eine Wenigesserin, deren Mutter und Großmutter auch Wenigesser waren und die wenig essende Kinder hat.

Meine Mutter hat im Krieg, als alles am Hungern war, Essen verweigert. Mein Großer hat mit 10 noch kaum eine Handvoll Lebensmittel zu sich genommen.

Hat uns nicht geschadet.

Im Übrigen sind Hippgläschen sehr viel gesünder als selbstgekochtes Essen.

Antwort
von Landliebelei2, 32

ferndiagnose: nennt sich schluckstörung. da muss ein logopäde ran..

Kommentar von KleinHarri09 ,

Danke für deine Antwort. Wenn er eine Schluckstörung hätte, würde er das 'Nebenbei' (Keckse, Fruchtriegel,Reiswaffel,schokohörnchen) dann doch auch so handhaben oder? Den das bunkert er nicht und schluckt es brav runter.

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