Geborg am 10.12.2008 um 19:52 Uhr
Nach der männlichen Politesse habe ich ja gerade schon gefragt. Was gibt es noch für Sprachlücken? Z.B. Hungrig - satt, durstig - ? Google konnte nicht wirklich helfen.

Das künstliche Wort "sitt" wurde von niemand angenommen, das ist auch nicht verwunderlich, denn erstens klingt es blöd und zweitens müssen Wörter sich langsam entwickeln. Unsere Sprache hat so viele Wörter, dass man alles oirgendwie ausdrücken kann, auch wenn es kein Antonym gibt. Das sind keine Sprachlücken, das hat sich halt so entwickelt. Eine Sprache lebt und man muss nicht immer alles erklären können.

"betrunken" war ja schon vergeben ;) Da macht manches Wort im Handumdrehen eine Blitzkarriere und wird allgemein anerkannt, muss dann in den Duden rein, zum Beispiel "Handy". Umgekehrt funktioniert es nicht - der Duden schreibt einen Wettbewerb für die Erfindung eines Wortes aus, ein hübsches Wort wird gefunden, "sitt" eben. Interessiert aber das deutsche Volk nicht, wird darum auch nicht in den Duden aufgenommen. Das sagt uns, dass Sprache was Lebendiges ist und kein Produkt, für das man extensions hinzuerfinden kann. D.h. man kann, aber ob die Erfindung Resonanz bringt oder wie im Nichts verhallt (stell dich in die Mitte einer leeren großen Halle und rufe "sitt"), das hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Ein weiterer Beweis dafür, dass Sprache höchst lebendig ist: Sie weist eben überhaupt keine Lücken auf, sondern passt sich jeder Situation an, ist mal riesengroß, mal klitzeklein. Du kannst in jeder Muttersprache alles aus anderen Sprachen ausdrücken. Kann sein, dass Du mal alles mit einem Wort ausdrücken kannst, ein anderes Mal einen Roman schreiben musst. Aber Du wirst restlos alles mit Sprache umschreiben und umsprechen können.

gibt keine Lücken, weil man ja alles umschreiben kann. Und zu deinem Beispiel. Der Duden hat sogar mal ein Wort für nicht mehr durstig eingeführt (sitt). Benutzt aber natürlich keiner.
Andersinn am 12. Dezember 2008 00:30 Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
Man muss über das schweigen, worüber sich nichts sinnvolles mehr sagen lässt, nicht über das Gefühl, seinen Durst gelöscht zu haben, nur weil das Deutsche dafür kein Wort hat. Ich habe keinen Durst mehr.
ja, ich möchte Zuhause sein in den Geheimwelten der Sprache
einsam?