Frage von FallOver, 65

Korea - eine Wiedervereinigung in Sicht?

Hey Leute, habe als Abi Präsentationsthema Korea gewählt und wollte mal wissen, wie ihr die aktuelle Situation/Beziehung der beiden Staaten (Nordkorea, Südkorea) beurteilt? Welche Ereignisse/Gespräche in den letzten Jahren sprechen für und gegen die Chance einer Wiedervereinigung der geteilten Halbinsel? Wäre nice wenn ihr bisschen mit mir diskutieren würdet :D

Danke im Voraus.

Antwort
von LaurentSonny, 43

Für eine Vereinigung sprächen unter anderem Familäre Gründe - Es gibt, ähnlich wie bei der DDR und BRD Familien, die durch den Krieg und die Mauer dort gespalten wurden. Ein weiteres Für wäre die Wirtschaft - NK wäre nicht mehr so isoliert zur Welt und SK könnte andere Wirtschaftswege aufbauen außer die See.

Gegen die Vereinigung sprächen die gegenseitigen Provokationen, NK zB mit den Atombomben- und Raketentests, SK mit der Mauerbeschallung, wie schön der Süden doch ist. Ein weiteres Contra von NK wäre der Zusammenbruch des Politischen Systems. Denn diese lebt von der Diktatur und wenn das Volk aber Wissen und Freiheit erlangt, könnten sie damit das momentan herrschende Regime entweder stürzen oder eine Massenauswanderung auslösen, da niemand in einer unterdrückten Diktatur leben möchte

Genaue Quellen kann ich gerne nachliefern, wenn ich sie noch finde. Mein Wissen stammen aus diversen Medien wie SpON, Welt, Tagesschau und einigen Diskussionsforen

Kommentar von Hugosfreund ,

Hallo LaurentSonny,

ich möchte etwas ergänzen und konkretisieren. Es gibt durch den Korakrieg (1950-53) getrennte Familien. Die familäre Beziehung wird immer weniger, weil immer mehr Menschen bereits über 70 und 80 sind und altersbedingt sterben. Im Norden sind die Menschen völlig abgeschottet und durch die tagtägliche Propaganda wissen sie nicht, was außerhalb ihres Landes vorsichgeht. Es werden Gehirnwäsche betrieben und Lügen verbreitet. So soll z.B. Mickey Mouse und Hamburger eine Erfindung der Nordkoreaner sein und Südkoreaner sehr arm sein. Es geht in Nordkorea nur um die Machterhaltung und -befestitung des Regimes.

In Südkorea sind die Menschen wegen der möglichen wirtschaflichen Folgen abgeschreckt und lehnen eine Wiedervereinigung ab. Vor allem jüngere Menschen wollen das nicht. Sie kennen das Beispiel aus Deutschland und da der Unterschied zwischen Nord- und Südkorea noch viel krasser ist als Ost- und Westdeutschland, glauben auch viele, dass Südkorea allein wirtschaftlich nicht hinkriegen könnten. Abgesehen hat auch China ein gewichtiges Wort mitzureden. China möchte eine Pufferzone zu einem US-Verbündeten.

Lautsprecherpropaganda wird von beiden Seiten betrieben. Auf der südkoreanischen Seite wird hauptsächlich Nachrichten und K-Pop-Musik gespielt. Und das nach dem Nordkorea Minen an südkoreanischer Grenze verlegt hatten und zwei südkoreanische Soldaten verletzt wurden - was eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommen ist. Nach langer Verhandlung haben beide Seiten geeinigt. NK hat sein Bedauern ausgedrückt und SK hat Lautsprecher abgestellt. Nach dem NK Atomtest und Raketentest durchgeführt hat (nach UNO-Resolution darf NK das nicht), hat SK als Gegenmaßnahme die Lautsprecher wieder eingeschaltet.

Die Chance für eine Wiedervereinigung schätze ich als sehr gering ein. Selbst wenn es zu einer Wiedervereinigung kommt, was sollen sid nordkoreanischen Soldaten machen? Viele Nordkoreaner würden nach Süden auswandern - mit immensen sozialen Folgen. Es gibt jetzt schon Diskriminierungsprobleme mit den Flüchtlingen aus NK in Südkorea. Viele ehemalige Nordkoreaner kommen im sehr kapitalistisch geprägen Südkorea nicht klar.

Antwort
von Bswss, 24

Zurzeit absolut NULL Chance auf Wiedervereinigung, denn selbst die allerkleinsten Anzeichen von Verständigung, die es einmal gab(z.B. Sonderwirtschaftszonen) ,  wurden in den letzten Wochen und Monaten seitens Nordkorea abgeschafft. Im Gegenteil: Nordkorea rüstet nuklear auf und versucht sich als Kriegstreiber.

Das erfolgreiche marktwirtschaftliche System Südkoreas ist mit der  menschenfeindlichen kommunistischen Diktatur Nordkoreas absolut unvereinbar, und es gibt außerdem kaum noch jemanden, der sich an Verwandte aus dem anderen Teil Koreas erinnern kann, denn der Koreakrieg endete ja schon 1953, und seitdem ist Korea geteilt - schärfer als Deutschland jemals war. 

Antwort
von nochfrei, 41

Vor kurzem durften Familjen aus Nordkorea ihre Familienmitglieder aus Sündkorea besuchen. Das wäre ein pro. Das durften sie aber nur unter Aufsicht für ne kurze Zeit. Seit den Atombombendrohungen aus Nordkorea haben sich beide wieder stark entfernt voneinander.

Kommentar von FallOver ,

Momentan hätte Nordkorea doch aber keinen Grund diese Waffen gegen Südkorea einzusetzen.

Länder wie Japan oder die USA kämen dort doch schon mehr in Betracht oder ?

Kommentar von nochfrei ,

Ja aber Nordkorea gehört diplomatisch eher zum ostblock (sehr indirekt) und Südkorea gu den Westmächten (relativ offensichtlich). Daher sind solche Drohungen trotzdem nicht hilfreich. Es ist sowieso unwarscheinlich dass nordkorea so eine Bombe hat aber es sorgt für spannungen

Antwort
von TeeTier, 23

Bei dem peinlichen Kindergartenverhalten, welches man dort seit vielen Jahren sowohl im Norden, als auch im Süden beobachten muss, kann man leider nur zu dem Schluss kommen, dass es sich bei den ganzen Wiedervereinigungs-Bekundungen nur um Rhetorik handelt.

Weder der Norden, noch der Süden, ist ernsthaft an einer Wiedervereinigung interessiert ... zumindest auf den Hierarchie-Ebenen, die etwas zu sagen haben.

Und so wie es aussieht, wird sich daran in den nächsten Jahrzehnten auch nichts ändern. Leider.

Antwort
von voayager, 14

Die Wiedervereinigung Koreas würde ziemlich rasch erfolgen, wenn die USA endlich aus Südkorea verschwinden würden.

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