Frage von sasugaga, 72

kann mir einer bitte helfen bei diesem Gedicht?

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein Zerreißet vor des Mondes Untergang. Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei, Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei, Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand, Die drohn im Weiten mit gezückter Hand Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.

was hat das zu bedeuten?

Antwort
von MrsLitl, 22

Hallo,

interpretieren und verstehen musst du es von selber, aber ich kann dir mal ein paar Hilfestellungen geben.

  • Es handelt sich um ein Sonette (2 Strophen à 4 Versen und 2 Strophen à 3 Strophen)
  • Metrum: Jambus
  • Reimschema: In den ersten beiden Strophen liegt ein umarmender Reim vor und in den nachfolgenden ein Haufenreim.
  • zwischen der zweiten und dritten Strophe liegt eine Zäsur vor (ein inhaltlicher Bruch)
  • Inhaltliche geht es um das erdrückende Stadtleben und der anscheinenden Bedrohung von der Existenz dieser --> Apokalyptischer Gedanke --> typisch für ein Gedicht aus dem Expressionismus
  • Es liegt kein lyrisches Ich vor, was zu einer Emotionslosigkeit führt
  • In der ersten Strophe kommt es zu einer Schilderung der Ausgangssituation mit Andeutungen an das Nachfolgende. Es wird das Aussehen der Stadt als neutraler Beobachter geschildert.
  • In der zweiten Strophe geht es um den Kontrollverlust der Menschen und einige Vergleiche: Aderwerk steht für überall verästelt (Ist ein Neologismus). bei "schwemmen" handelt es sich um eine Verdinglichung (wie das Meer (Ebbe und Flut) kommen und gehen die Menschen)
  • Speziell in der dritten Strophe geht es um die Kritik am Großstadtleben durch die herrschende Anonymität --> Geburt und Tod ist nichts besonderes mehr (handelt sich bei Geburt und Tod übrigens um einen Kreislauf)
  • In der vierten Strophe wird eine Naturkatastrophe angedeutet.
  • Worfelder: Zerstörung, Monotonie...

Ich hoffe, du wirst aus meinen Denkanstößen schlau. :)

LG

MrsLitl

Antwort
von MeRoXas, 31

Eines unserer Klausurgedichte dieses Jahr;

Stichworte: Depersonalisierung der Gesellschaft, zunehmende Anonymisierung und Monotonie

Antwort
von FlyingCarpet, 42

Tristesse

Antwort
von Mabur, 31

http://lyrik.antikoerperchen.de/georg-heym-die-stadt,textbearbeitung,12.html

pffuu da hat sich schon wer viel zu überlegt.

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