Ist Nationalstolz nicht unlogisch?

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61 Antworten

  • Der Begriff "Stolz" ist in Deutschland aufgrund unserer Vergangenheit mit dem Dritten Reich sehr belastet und das Verhältnis der Deutschen zu Stolz sehr eigenartig. Im Vergleich zu anderen Ländern haben auffallend viele auch heute noch ein Problem mit Nationalstolz.
  • Ich kann einerseits nachvollziehen, und bin auch selbst so erzogen worden, dass Stolz keine Eigenschaft ist, die für unsere Generation keine große Bedeutung hat. Weder auf eigene Leistungen noch im Sinne von Patriotismus. In den USA ist man auf jede Kleinigkeit stolz und auf ie Nation erst recht. Stolz ist da viel unverkrampfter, aber auch viel alltäglicher und normaler.
  • Du hast recht, dass man Stolz sein sollte auf eigene Leistungen. Gleichwohl darf man sich durchaus auch mit gemeinschaftlichen Leistungen identifizieren, nicht nur im Mannschaftssport, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene. ich finde es toll, wie Deutschland es geschafft hat, sich vom Dritten Reich zu einer Vorreiterrolle bezüglich Menschenrechten, Demokratie, Asylrecht  und Freiheit zu entwickeln.
  • Zwar ist nicht jeder einzelne von uns dafür verantwortlich, aber sehr viele Menschen sind es sehr wohl: Sie stehen täglich dafür ein, dass sie unsere freiheitliche Grundordnung wertschätzen, dass sie den Sozialstaat unterstützen, dass sie wählen gehen, dass sie ihren Anteil am Gemeinwohl leisten und dafür, dass Deutschland insgesamt so lebenswert, sicher und demokratisch ist, wie es tatsächlich ist.
  • Wie gesagt, ich bin auch eher nicht so erzogen zu sagen, "Ich bin stolz, Deutscher zu sein". Aber vielleicht sollten wir doch ab und zu mal drüber nachdenken, ob wir es nicht in einem gewissen Sinne wirklich sein dürfen.
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Kommentar von Gegengift
06.11.2015, 19:19

Aber vielleicht sollten wir doch ab und zu mal drüber nachdenken, ob wir es nicht in einem gewissen Sinne wirklich sein dürfen.

Beim Sport oder bei einer Kneipenschlägerei kann ja so ein Gruppenstolz ganz prima sein.

Die Frage ist aber doch eher, ob man Dinge wie Kultur, Gesellschaft und Politik mit euphorischen Gefühlen verklären möchte und dabei geistige Schärfe und seine klare Sicht  einbüßt.

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Ob Deine Prämisse richtig ist, hängt davon ab, wie man das Wort "Stolz" interpretiert. Was das Gefühl für einen bedeutet in diesem speziellen Zusammenhang. Was schwingt dabei alles mit? Es ist etwas anderes, auf eine eigene Leistung stolz zu sein, weil man etwas erreicht hat. Da klingt im Stolz etwas von Selbstbestätigung mit. In diesem Sinne kann man sicher nicht sagen, man sei stolz, Deutscher zu sein, denn da greift Deine Prämisse, dass man dazu erstmal nicht viel beigetragen hat. Deutscher sein bedeutet ja, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Stolz sein, Teil einer Gemeinschaft zu sein, bedeutet im Kern eine emotionale Bejahung sowohl der Gemeinschaft wie auch der eigenen Teilhabe. Ich bin stolz, Deutscher zu sein, zeigt eine positive Grundeinstellung zu Deutschland, seinen Menschen, seinen Landschaften, seiner Kultur und ist ein Signal, positiv daran mitzuwirken. In dieser Art, wie ich Stolz empfinde, Deutscher zu sein, schwingt keine Überheblichkeit mit oder negative Abgrenzung gegen Nicht-Deutsche. Es geht auch meiner Meinung nach nicht darum, sich aus einer Überhöhung "des Deutschen" eine falsche Identität zu leihen, was durchaus vorkommt. In einem "gesunden" Maß bedeutet Stolz darauf, Deutscher zu sein, dass meine Identität, die sich aus vielen Faktoren zusammensetzt, auch positiv den Aspekt beinhaltet, dass ich Mitglied dieses Landes und dieser Kultur bin. Das setzt keine dumpfe Kritiklosigkeit voraus, im Gegenteil, erst die Freiheit, sich auch mit negativ empfundenen Seiten offen auseinandersetzen zu können, ist ein Aspekt, der es lohnend macht, sich einzubringen. In diesem Sinne bin ich stolz, ein Deutscher zu sein.

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Kommentar von Gegengift
06.11.2015, 18:57

Wenn sich dem Stolz auch gleich noch die Scham anschließt - ja.

Doch kein stolzer Deutscher schämt sich genauso oft auch für sein Land. Im Gegenteil. Dem stolzen Deutschen sind Schamgefühle sein Land betreffen völlig fern.

Stolz macht eben euphorisch. Und genau darum geht es beim Nationalstolz: um eine unausgewogene und unrealistische Verklärung.

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Naja, dass kommt wiederum auf den Betrachtungswinkel an. Ich kann auch sagen, dass ich gewählt und damit zu etwas beigetragen habe. Ich denke mal wir können Stolz darauf sein, dass wir von vielen Teilen der Erde bewundert werden, was nämlich unsere bzw. die vorige Generation zu verdanken ist. Man darf sich nicht einzeln sehen, man muss Länder als Fraktionen sehen in denen jeder zueinander gehört. Nach dieser Logik kann man stolz sein. Ich denke man sollte den Stolz aber nur in gewissen maßen ausleben. Und denke immer daran, wie gut du es hast in einem der kleinsten Länder geboren zu sein. Denn von der Fläche her ist die Wahrscheinlichkeit ja viel höher in anderen Kontinenten geboren zu werden. Und es wird Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen ! Wir können rein gar nichts dafür was unsere Eltern / Großeltern da gemacht haben. Und ja die Eltern / Großeltern und nicht Hitler, denn ihr könnt mir nicht erzählen, dass Hitler das ohne die Unterstützung des Volkes geschafft hätte. Wir kennen ja alle die zeit Zwischen 1 und 2 Weltkrieg. Das Volk ist in jeder Staatsform die oberste Gewalt ! Ein Volk kann ein Regime stürzen und nicht umgekehrt, alleine schon Mengenmäßig und indem das Volk sich nicht währt, willigt es ein.

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Ich glaube "stolz"  ruft sehr unterschiedliche Assoziationen hervor.Ich mag das Wort auch nicht und ziehe "Verbundenheit" vor. 

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Sicher kann man das so sehen. Ich selber bin immer froh und glücklich Niederländerin zu sein, weil ich finde, dass meine Vorfahren ganz schön was auf die Reihe bekommen haben. Das bringt natürlich auch die Verpflichtung mit sich, diese Erbe zu schützen und die Leistungen fort zu setzen, also eine Art "Loyalität". Auch sollte man mit dem Erbe sorgfältig umgehen, schon weil die Vorfahren dafür hart gearbeitet haben, oder gar Kopf und Kragen riskiert haben. (wie z.B bei Wahlrecht für Frauen, oder die Rechte der Gewerkschaften etc). Aber sicher kann man sagen, dass es ja reiner Zufall ist, wo man gerade gelandet ist. Das ist ja auch immer das Argument der Linken, die dafür plädieren, dass jeder überall und immer dort leben kann wo es ihm passt. Das fände ich auch gar nicht so schlecht, wenn diese neuen Mitbewohner dann ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen würden, wie es z.B in den USA oder Canada von allen Einwanderer erwartet wird. 

Aber denke das ganze mal zu Ende: dürfen dann Eltern stolz auf ihre Kinder sein? Wenn ein Kind gut Klavier spielt, ist es ja die Leistung des Kindes, und auf dessen Übefleiß zurück zu führen. Dürfen Sportler auf ihre Medaillen stolz sein? Es ist ja reiner Zufall, dass sie die gute Gene, die gute Gesundheit und den starken Willen mitbekommen haben, die diese Leistungen ermöglicht. 

Stolz kann auf Dummheit basiert sein. Das ist dann Blasiertheit. Stolz kann auch eine Verpflichtung für die Zukunft beinhalten, und das sehe ich als etwas sehr positives.

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Kommentar von WetWilly
05.11.2015, 13:08

Ich mag mich zwar Deinen Schlussfolgerungen nicht anschließen, finde aber dennoch in Deiner Argumentation viele gute und nachvollziehbare Gedanken...

Deshalb mein "Danke" für Deinen Text!

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Kommentar von Miramar1234
06.11.2015, 12:23

Ganz ,ganz toll! Es hat mit Sicherheit damit zu tun,das Du dies so ausgewogen und schön darstellen kannst,weil Du eben nicht "Deutsche" bist.Und die Leistungen sich nicht nur gg.den "blanken Hans"zu verteidigen,sondern auch gg.allesamt größere Mächte,und dies sehr erfolgreich,ist auch ein Grund allein,stolz drauf zu sein! Wir sehen uns in Willemstad,da ich hier keine Zukunft mehr sehe und das allerschlimmste befürchte.

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Kommentar von Fantasy5001
06.11.2015, 23:17

Auf das Kind stolz zu sein, wenn es etwas erreicht hat, wofür man als Elternteil nichts beigetragen hat, ist genauso paradox wie Nationalstolz. Hast du das Kind ermutigt, weiterzumachen, es motiviert, falls es mal schlechte Phasen hatte, es nicht beschimpft, sondern bewusst und aktiv gefördert, dann kann man auf gewisse Weise stolz darauf sein; denn es spiegelt ja auch eigene Leistungen wider, unter anderer Erziehung wäre das Kind womöglich gar nicht erst so weit gekommen, sondern hätte früher aufgegeben.

Gute Gene und Talent machen nichts aus. Man gewinnt mit guten Genen keine Medaillen, sondern man hat höchstens optimale Voraussetzungen dafür. Zwischen Talent und wirklichem Erfolg liegen Welten, dazwischen liegen eine ganze Menge Übung und Ehrgeiz. Macht es daher Sinn, auf seine guten Gene stolz zu sein? Nein. Aber auf die Leistungen schon.

Da liegt auch der Unterschied: Es ist absolut sinnlos, auf sein Land stolz zu sein, vielmehr sollte man stolz sein auf die eigenen Beiträge, die man selber erbringt, um das Land weiterzubringen.

Aber wer sonst nichts hat, wofür er stolz sein kann, wird eben Nationalist.

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Wir sind ein kleines Rädchen, wenn es ums eigene Land geht und wenn es um die gesamte Erde geht. Stolz auf etwas zu sein, was man erreicht hat, wo man geholfen hat ist etwas schönes. Leider wird das Wort Stolz auch missbraucht. Die Rechtsradikalen benutzen es zwar um zu symbolisieren, das sie stolz auf ihr Land sind, aber sie haben eher neg. im Sinn. Jemand der anderen Leid, Schmerz zufügt und dann behauptet einer guter Landsmann zu sein, der ist es mit Sicherheit nicht. Er meint stolz auf sein Land zu sein und meint damit, das er stolz ist was seine Vorfahren aus dem Land gemacht haben.Er selbst ist nicht stolz auf sich und wenn, dann ist es ein Stolz den er nicht verursacht hat. 

Und Du hast Recht, du bist durch Zufall in Deutschland geboren. Genau wie ich. Wäre ich in Dänemark geboren, .., dann wäre ich stolz auf dieses Land. Alle die etwas für dieses, ihr Land tun können stolz sein. wenn sie es nicht sind, dann ist es auch Ok. Was ich Schade finde ist aufgedrückter Stolz. Siehe das Spektakel 2006, im Sommer. Der Fussball hat alle vereint, alle waren stolz auf ihr Land. 

Das was mal passiert ist ist passiert. Das haben aber wir Nachfahren nicht mehr zu verantworten. Das was erreicht wurde, darauf kann man stolz sein. .....

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Bist du Religiös das ist nämlich ähnlich wenn du es von deinen Eltern eingebleut bekommst dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß das du es bist kann aber natürlich auch von selbst kommen und es ist ein seeeeeehr strittiges Thema und außerdem sollte man beides nicht so wichtig nehmen also schon ich meine damit das man niemanden auf die fre**e hauen sollte wenn er dein Vaterland/Gott mit eine paar unfeinen Worten beschimpft außerdem wurden wahrscheinlich gut 80% aller kriege für entweder das eine oder das andere geführt.

das ist meine Meinung also bitte bitte nicht Persönlich nehmen

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Kommentar von latricolore
06.11.2015, 23:16

Sagt dir der Begriff Zeichensetzung etwas?
Ist nämlich unnötig anstrengend, einen Text ohne Komma und Punkt lesen zu müssen...

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Ist Nationalstolz nicht unlogisch?

Nein. Nationalstolz ist sehr logisch und sehr intelligent ,-)

Eine Gruppe macht aus dem eigenen Leben plötzlich eine ganz mächtige Sache. Und diese Euphorie sorgt nicht nur im Fußball für explosive Stimmungen. Manche bauen darauf ihr Weltbild auf. Meistens ist das die Würstchen-Fraktion, also Leute, die sich ohne dieses Gruppenadrenalin winzig vorkommen.

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Kommentar von Machtnix53
07.11.2015, 00:31

Ja, ja, die Deutschländer Würstchen.

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Kommentar von Waldfrosch4
13.11.2015, 20:21

Aber im Fussball stört dich das nicht ? 

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Man sollte überhaupt nicht stolz sein, weil man sich oder Mitmenschen dadurch zu etwas Besonderem macht.Wir sind alle nix Besonderes.
Wenn man etwas geleistet hat, dann hat man es halt geleistet.Ja ,und?
Nationalstolz ist der Fehlschluss, dass man, weil man zu einem bestimmten Staat gehört, auch das Subjekt ist.Das stimmt eben nicht.Wir sind Untertanen.
Man kann sagen, dass man froh ist,nicht in einem anderen Staat zu leben, weil dort die Lebnsverhältnisse schlechter sind oder das Klima nicht passt etc. Das ist aber kein Nationalstolz.
Stolz ist also keine feine Sache.Darüber sollte man mal nachdenken.

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Wenn man andere Europäische Länder genauer betrachtet, existiert in diesen Land kein Stolz. Hat was mit dem Weltkrieg zu tun.

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Als Denkanstoß mal ein Vergleich:

Wenn eine Fußballmannschaft einen wichtigen Titel errungen hat, dann können die Spieler natürlich stolz darauf sein, schließlich ist es ja ihre eigene Leistung, oder? Oder kann nur der stolz sein, der im Endspiel das entscheidende Tor gemacht hat? Oder auch der, der gegnerische Angriffe souverän abgewehrt hat? Was ist mit Ersatzspielern, die im ganzen Turnier nicht zum Einsatz kamen, können sie etwa nicht stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft sein, obwohl sie nichts dazu beigetragen haben? Oder die mittelbar Beteiligten, Trainer, Betreuer, oder die Fans? Kannst Du es jemandem verdenken, stolz auf eine Mannschaft zu sein, der er sich verbunden fühlt?

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Kommentar von atzef
05.11.2015, 16:02

Bekommen auch alle die gleiche Prämie für den WM-Titel...? Nein? Wieso fordert das keiner, wenn er "irgendwie" gleichberechtigt beteiligt wäre? Ich bin Fußballfan und auch ein Fan der deutschen Nationalmannschaft. Ich bin sogar ein klitzekleinesbischen stolz auf den WM-Titel, weil ich an ihm als Fan auch einen klitzekleinen Beitrag daran habe.

Aber deswegen bin ich noch lange nicht stolz auf meine Staatsangehörigkeit, zu der ich rein gar nichts beigetragen habe. Und wieso sollte ich das auch sein? Dafür - und das zeichnet "stolze Nationalisten" jedweder Ethnie in besonders ignoranter Manier eben auch aus, müsste ich ja permanent all das Negative, all das Schlechte und Kritisierenswerte verdrängen. Dafür bin ich aber weder dumm noch ungebildet genug.

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Kommentar von Gegengift
06.11.2015, 19:08

Warum sollte die Euphorie beim Sport logischer sein, als der Nationalstolz. Bei beiden geht es darum mit Adrenalin versorgt zu werden  und sich groß zu fühlen.

Beim Nationalstolz wird so eine unreflektierte Haltung schnell schädlich. Wer eine ganze Gesellschaft und deren Politik mit seiner Euphorie verklärt, kann nur zu dummen Schlüssen kommen.

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Die gängige Argumentation gegen Nationalstolz oder Nationalismus und Patriotismus ist immer, dass man dadurch mehr oder weniger eine Abgrenzung schafft und seine eigene Nation gegenüber anderen Nationen erhebt, diese somit abwertet. 

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Kommentar von benni12321
14.11.2015, 03:08

Um das mal nachfühlbar zu machen... viele von euch sind ja auch (zumindest unterschwellig) genervt wenn CSU Politiker in jedem Interview irgendwo anbringen müssen wie toll ja Bayern ist. Ohne jetzt direkt zu sagen das die anderen Bundesländer halt nur zweitklassig sind.

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Ich kann deine Haltung nachvollziehen, ich finde es aber auch nicht schlimm, wenn man patriotisch ist und auf die Leistungen des Landes stolz ist und sich damit identifiziert. Leider ist das in Deutschland sehr problematisch, nicht wie in anderen Ländern (z.B. USA).

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Hey erstmal:)
Also ich denke das ist ansichtsache. In deutschand gibt es ja auch Menschen die stolz auf ihr Land sind. Ich denke nicht das die stolz auf die Geschichte sind. Sondern das sie ein Bürger von diesem Land sind.
Jap deutschland hatte ne schlimme geschichte und ist schuld das viele Menschen gestorben sind. Und da ist bestimmt niemand stolz aber ich denke das jeder ein bisschen stolz auf sein Land ist oder?
Ich glaube es gibt keinen der mit 10 jahren sagt "ich will Inder werden sonst bring ich mich um."
Grad die zwei/drei letzten Generationen haben ja nichts mit dem Krieg zu tun. Sind nicht damit aufgewachsen und kennen das nur aus dem Geschichtsbuch.
Die sagen dann "Hey ich mag mein Land"
und werden gleich als Neo-Nazis beschimpft.
Ich wohn zur Zeit in den USA und da ist der Nationalstolz sooooooooo krass. An jedem Haus hängt ne Flagge und die sind sehr stolz ein Amerikaner zu sein. Naja so viel dazu
Liebe Grüße:D

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Ich finde Nationalstolz ist eig nichts anderes, als postitive Gefühle gegenüber der eigene Herkunft und Kultur. Das ist dann auch logisch. Stolz ist da ein merkwürdiger Begriff finde ich. Bei der aktuellen Politik empfinde ich keinen Nationalstolz mehr. Ich bin gegen Stolz auf Leistung. Es wird zu sehr ausgelebt. Sich darüber freuen, klar, aber sich darüber zu definieren ist der elementare Teil der Leistungsgesellschaft, der dann anderen Menschen eindrillt, worauf sie Stolz sein sollen und damit ihre Freiheit einschränkt.

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hallo Vier4444, "ich bin stolz Deutscher" zu sein, steht in Verdacht Nazigut zu sein. Tatsächlich scheint es unlogisch, auf etwas stolz zu sein, wofür ich selber nichts kann, selber nichts getan habe. Andererseits gab es diese Haltung "Nationalstolz" lange vor der Bildung von Nationen. Es war dann Liebe zu seinem Land, seiner Heimat, seinem Stamm. Und das hat auch nichts mit Chauvinismus zu tun, sondern mit Sozialisierung des egoistischen kleinen Tieres auf dem Weg zur Menschwerdung. Ein Wesen, das keine starke emontionale Bindung an seine Leute, seine Heimat, sein Volk hat, neigt zu asozialem Verhalten, von dem die Römer sagten: ubi bene, ibi patria. Wohs mir gut geht, da ist mein Vaterland.

Heute wäre es nicht nur nicht unlogisch, sondern höchst wünschenswert, wenn sich mehr Deutsche ihrer gemeinsam geschaffenen Kultur, Wertvorstellungen und Zusammengehörigkeit besinnen würden, angesichts einer selbstmörderischen Willkommenskultur, die in der Weltgeschichte wohl einmalig ist, vielleicht abgesehen von der Willkommenskultur der Azteken gegenüber den spanischen Conquistadoren.

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Kommentar von Gegengift
07.11.2015, 18:33

Es war dann Liebe zu seinem Land, seiner Heimat, seinem Stamm.

Das war das damalige Überlebenskonzept. Angefangen vom Jagdrevier vom Steinzeitmenschen über Raubzüge, Eroberungen, Verteidigung im Mittelalter. Die Gruppen für den Kampf oder der Verteidigung wurden immer größer und die Kriege zwischen diesen Gruppen immer verheerender. Nationalstaaten waren in der Entwicklung nicht das Ende. Es kamen Staatenbünde und internationale Verbünde zwischen Staatenbünde. Irgendwann so im letzten Jahrhundert nach dem zweiten weltweiten Krieg und dem Einsatz von Atomwaffen setzte sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass wir auf diesem Planeten inzwischen  im selben Boot unterwegs sind. Nicht nur weil die Bünde immer größer wurden, auch weil die Probleme zunahmen, die nur global zu bewältigen sind. Mit der Globalisierung der Märkte, des Handels, des Informationsflusses und der Lebensrealitäten verschwindet auch der Sinn emotionaler Bindungen an die einstigen Kriegseinheiten.

Sozialisierung des egoistischen kleinen Tieres auf dem Weg zur Menschwerdung.

Tiere sind nicht asozial, falls du das meinst. Das Sozialverhalten des Tieres orientiert sich nur meist stärker an Verwandtschaft, Rudel und Sippe, als es das bei zivilisierten Menschen tut.

Ein Wesen, das keine starke emontionale Bindung an seine Leute, seine Heimat, sein Volk hat, neigt zu asozialem Verhalten

Im Gegenteil.

Desto weniger die emotionale Bindung an menschlichen Konstrukten wie Nationalstaat, Kultur, Religion oder anderen Ideologien hängt, umso sozialer agieren sie.

Je stärker sie an Nationalstaat/Kultur/Religion emotional hängen, umso tiefer ziehen sich die Gräben, umso asozialer ist das Verhalten, umso mehr Kampf und Krieg gibt es zwischen ihnen.

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Ich denke es steht keinem gut zu Gesicht auf etwas Stolz zu sein, woran man nicht gearbeitet hat.

Aber Lieben, sprich Patriotismus bzw, Unterstützung aus anstand ist gar notwendig für eine Gesellschaft. 

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Hmmmm, ich kann nicht sagen, dass ich stolz bin eine Deutsche zu sein. Aber es ist mir genauso wenig peinlich eine Deutsche zu sein.

Ich bin nicht hier geboren aber Deutschland ist nun mal mein Land, ich lebe gerne hier auch wenn es manchmal im Herzen ziept wenn ich an das Land denke in dem ich geboren wurde.

Aber warum sollte man nicht stolz auf sein Land sein, guck dir die Amerikaner an, die sind richtig patriotisch, auch nicht das Schlechteste, bis auf einige Ausnahmen.

Deutschland hat ein gutes soziales Netz, es kümmert sich um die Leute, wir werden krankenversichert und im Krankheitsfall versorgt, es wird sich um die Kinder gekümmert, warum sollte man darauf nicht stolz sein?


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Ich halte Nationalstolz für genau so unsinnig als wenn man stolz darauf wäre, Mann oder Frau, Christ oder Moslem, homosexuell oder heterosexuell zu sein. Die Beispiele ließen sich vermutlich häufen. In anderen Ländern und Kulturen sieht man das naturgemäß anders. Auf das Beispiel Amerika ist hier im Forum bereits hingewiesen worden. Mich beschleicht immer ein schlechtes Gefühl, wenn ich Amerikaner beim Absingen der Nationalhymne sehe mit der Hand auf dem Herzen. Krieg und Rassendiskriminierung scheinen auch im "land of the free" kein Widerspruch zum amerikanischen Patriotismus zu sein. Nein, die nationale Zugehörigkeit basiert auf reinem Zufall, auf den ich keinen Einfluss habe oder hatte. Abgesehen davon, ist der Begriff Nationalstolz, der ja auch ganz eng an "Vaterlandsliebe" grenzt, durch die Erfahrungen im Dritten Reich negativ besetzt. Übrigens mag ich drei Arten von Musik nicht:  deutsche Schlager, Marschmusik und - Nationalhymnen ...

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Aber ich bin nicht Stolz Deutscher zu sein weil ich ganz einfach dazu nichts beigetragen habe, es war reiner Zufall das ich in Deutschland geboren wurde. Sollte man nicht lieber stolz auf Dinge sein di man durch eigene Leistungen erreicht hat, als Dinge bei den man nur Glück hatte.

Damit hast Du Deiner Frage die beste Antwort selbst gegeben.

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