Niklaus am 03.10.2007 um 22:16 Uhr
Oder ist ein Job, wie es heute heißt, nur ein notwendiges Übel um zu überleben. Ein Durchgangsposten im Leben quasi.

Für mich wäre so ein "notwendiges Übel" auf längere Zeit untragbar.
Jeder Mensch muß sich mit seiner Arbeit, sprich Leistung identifizieren können, um daraus für sich selbst Anerkennung und Selbstbewußtsein zu schöpfen!
Mit der Einstellung "nur Job für Geld" wird keiner auf die Dauer glücklich!

Das kommt darauf an. Ich kann durchaus das Gegenteil berichten. Hatte lange Zeit einen Job mit dem ich mich voll und ganz indentifizieren konnte. Das ging soweit, daß ich nicht mehr gemerkt habe wieviel Zeit ich an der Arbeitsstelle verbacht habe und ich dort sozusagen mein zweites Zuhause hatte. Ich meine das keinesfalls negativ. Mit der passenden Aufgabe und nem coolen Chef und Kollegen kann man in seinem Job voll und ganz aufgehen. Das ist das alles andere als ein notwendiges Übel. Ich bin auch der Meinung, daß man langfristig nur in einem solchen Umfeld maximale Leistung entfalten kann. Nur leider sind diese Jobs rar. Dabei ist es nicht so schwer ein vernünftiges Arbeitsklima für seine Angestellten zu schaffen. Naja lernen und besser machen... ;-)
Natürlich muss der Job einigermassen Spass machen, sonst geht man igendwann vor die Hunde. Wenn man soviel Zeit seines Lebens ( wie angedeutet mindestens ein Drittel) verbringt, wäre Dauerfrust das Ende. Es gibt Höhen und Tiefen, gute und schlechte Tage, aber unterm Strich muss was rüberkommen. Das ist nicht finanziell gemeint, sondern ideologisch.

Mit meinem Job identifiziere ich mich seit der ersten Minute immer noch.

Also, ich habe mir in meinem Leben immer den Luxus geleistet, Spass an meiner Arbeit haben zu wollen (ggf. auf Kosten des Verdiensts). Ich finde das auch nicht vermessen, da ich schließlich einen nicht unwesentlichen Teil mit ihr zubringe. Man kann nur dann in einer Tätigkeit richtig gut sein, wenn sie einem Spass macht. Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als Leute, die montags anfangen die Arbeitstage bis zum Ende der Woche zu zählen; wozu lebt man dann?

Für mich gibt es keinen Job mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Mir muss ein Job Spass machen, denn ich möchte nicht ein Drittel meines Lebens Dinge tun, die ich nicht mag. Und mir ist es bislang bei jeden meiner Jobs gelungen, ihn so zu gestalten, dass er mir Freude gemacht hat.
Können vor Lachen.
Sollte schon noch Spass machen, aber...., der allg. Druck kommt einfach von oben, jeder strampelt ums Überleben, leidtragend ist das Fussvolk. Einsparnisse, Entlassungen, vorzeitiges Arbeitsende, trotz Krankheit wird sich zur Arbeit geschleppt lassen uns den teilweisen Mob aushalten, und wir denken nur noch ans Durchhalten und die Lohntüte.
Vielleicht hast du ansatzweise Recht. Kenne solche Geschichten auch. Aber wenn du morgens mit einem dicken Hals zur Arbeit gehst, wirst du irgendwann in der Klappse landen. Geld ist nicht alles, Gesundheit ist mehr wert. Hört sich leicht an, ich weiss wohl welche Nöte herrschen. Aber wenn du krank wirst, dann herrschen noch schlechtere Nöte.

Beruf kommt von Berufung, die kann zu unterschiedlichen Lebenszeiten unterschiedlich ausfallen. Eine Arbeit nur wegen des Geldes zu tun, mag angehen, wenn man dringend eine Familie zu versorgen hat, wird aber letztlich den Arbeitenden zugrunde richten.
Jeder, der eine Arbeit mit Liebe und Sachverstand ausführt, ist kein Arbeiter sondern ein Künstler.

Klar muss/sollte man sich mit seinem Job identifizieren, er sollte Spass bringen. Ohne diese "Bedingung" wäre Frust und Demotivation an der Tagesordnung, die Arbeitsleistung entsrechend negativ, die Unzufriedenheit wird in die Familie getragen, und letztendlich war es dann irgendwann einmal mit dem Job.
Mein jetziger Job macht mir immer noch (und das seit sehr vielen Jahren) sehr viel Spass. Wenn ich eines Tages damit aufhören muss, wird mir etwas fehlen.
Bin mit meinem Job voll zufrieden, sehe ihn aber trotzdem als "notwendiges Übel" an weil ich sonst Schwierigkeiten hätte über die Runden zu kommen.
Leider ist es doch wohl heute so, dass viele wegen fehlender Stellen nicht in ihrem an sich erlernten Beruf tätig sind. Z.B. üben viele junge Menschen nach ihrem Studium eine Tätigkeit aus, für die an sich gar kein Studium erforderlich gewesen wäre. Andere haben eine 3-jährige Berufsausbildung hinter sich und da sie in ihrem erlernten Beruf nichts bekommen, machen sie etwas ganz anderes. Natürlich kann man sich nach einer Weile auch mit diesen Tätigkeiten identifizieren, glaube jedoch, dass nicht wenige morgens zur Arbeit geben - die sie eigentlich nicht mögen -, weil sie halt eine Familie zu versorgen haben usw. Auf Anhieb fallen mir etliche Arbeiten ein, bei denen ich mich bezüglich Identifikation schwer tun würde.
Kann ich nur zustimmen.