Frage von Pixelpete, 68

Gehört die Installation eines Magnetitabscheiders zum Standart bei einer Heizung in einem Neubau?

In unserer Baubeschreibung steht: "Um eine ordungsgemäße und qualitativ hochwertige Ausführung...Einbau durch einen Meisterbetrieb". Gehört hierzu der Einbau eines Abscheiders?

Antwort
von Simko, 60

Zu einer Heizungsanlage gehört i.d.R. nur das, was im Bauvertrag vereinbart wurde.

Je unkonkreter, diffuser die Bauleistungsbeschreibung, je weniger rechtlich belastbare Handhabe hat der Bauherr gegenüber dem Anbieter.
Daher werden von GU/GÜ gern allgemeine Floskeln verwendet, damit man sie später nicht am Ohr zupfen kann ;-)

Empfehlenwert die Planungsunterlagen/ Dimensionierung der Heizungsanlage zum Vertragsbestandteil machen. Gleichzeitig eine vom Anbieter zu gewährleistende Anlagenaufwandszahl vereinbaren.

Ich plane keine Anlage ohne Schlamm- und Schmutzabscheider.

Kommentar von Pixelpete ,

Hab mir sowas in der Art schon gedacht. In der Baubeschreibung steht natürlich nicht explizit was von einem Abscheider... Anlagenaufwandszahl? Was darf ich darunter verstehen?

Kommentar von Simko ,

Die Anlagenaufwandszahl ist der Quotient aus verbrauchter / benötigte Energie für Hzg, WW. Kennzeichnet die Effizienz der gesamten Anlage und bestimmt daher wesentlich die Verbrauchskosten. Diese kann man mittels WMZ ermitteln.
Großer Vorteil, sie ist völlig unabhängig vom Gebäude, Klimastandort, Benutzerverhalten etc..
Damit können Anbieter nachträglich überhöhte Verbrauchskosten nicht mit dem Nutzerverhalten begründen, was i.d.R. der Fall ist.

Antwort
von Asardec, 48

Nein, ein Magnetitabscheider ist derzeit kein Standard in Heizungsanlagen. Gerade für Ein- bis Zweifamilienhäuser sehe ich dies, ebenso wie Schlamm- und Schmutzabscheider, technisch als nicht notwendig an. Mir persönlich ist kein Fall bekannt, wo es durch das Fehlen dieser Komponenten zu Schäden gekommen ist.

Bei Großanlagen sind solche Komponenten auf jeden Fall sinnvoll.

Kommentar von Pixelpete ,

Schade... bei uns ist auf Grund von metallischen Rückständen (eher Staub, keine Späne) eine magnetische Umwälzpumpe festgefahren. Musste getauscht werden. Nach drei Jahren! Natürlich am Wochenende. Pumpe kostet ca. 250€ + Kundendienst (Sonntagstarif). Ich brauche Argumente, falls hier die Rechnung unseres Installateurs reinfliegt... 

Kommentar von Asardec ,

Es gibt doch bestimmt eine Anlagendokumentation. Hier sollte auch das Spülprotokoll vorhanden sein.

Heizungsanlagen und Trinkwasseranlagen sind vor der Erstinbetriebnahme gründlich zu spülen. Erfolgt dies bei der Heizungsanlage nicht, so kann dies natürlich zu Schäden durch Schmutzteile und Metalspäne führen.

Gerade im Häuslebau verzichten die Firmen gerne auf eine fachgerechte Spülung, ebenso wie auf die Prüfung der Eignung des Füllwassers.

Sollte es hier also kein unterschriebenes Spülprotokoll geben, kann die Firma tatsächlich für derlei Schäden haftbar gemacht werden, wenn nachträglich keine Änderungen an der Heizungsanlage durch Dritte vorgenommen wurden.


Kommentar von Simko ,

Dann würde ich empfehlen, mal gebrauchte WT durchzuschneiden ;-)
Vermutzte bzw. zugesetzte WT sind häufig die Ursache für erheblich zu hohe Anlagenaufwandszahlen (Verbrauchskosten).

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