Frage von Thylacine, 1.332

Frage an alle Älteren: Wie fühlt es sich an, "alt" zu sein?

Also nehmen wir mal an, dass die durchschnittliche Lebenserwartung 80 Jahre in Deutschland beträgt. Demzufolge haben alle Menschen über 40 quasi schon mehr als die Hälfte "hinter sich", wobei die Zeit ja immer schneller zu vergehen scheint, je älter man wird. Zumindest ging es mir so... ich werde dieses Jahr 29 und die 20er sind an mir so schnell vorbeigerauscht, wie.... schwer zu beschreiben... also nach meinem momentanen Zeitgefühl entsprechen 10 Jahre dem, was für mich früher mit 18 vielleicht 4 Jahre waren... Die Zeit geht einfach verdammt schnell rum...

Meine Frage an diejejnigen, die schon die erste Hälfte hiner sich gebracht haben: Wofür lebt ihr und was ist das für ein Gefühl, wenn man weiß, dass man schon länger gelebt hat als man wahrscheinlich noch leben wird...

Antwort
von Machtnix53, 1.225

Über mein Alter erschrocken habe ich mich, als ich 25 wurde. Ein viertel Jahrhundert ! Vorher hatte ich das Gefühl noch endlos Zeit zu haben.

Danach hab ich mich aber nie wieder zu alt gefühlt. Jetzt mit 62 habe ich immer noch das Gefühl, dass das Beste noch vor mir liegt. Ich habe viel erlebt, aber immer wieder lerne ich etwas dazu, was das Leben noch schöner machen könnte.

Jung ist man, solange man noch Leben vor sich hat. Alt ist man, wenn man schon Leben hinter sich hat. Also sind wir alle beides zugleich, alt und jung.

Kommentar von technikexperte ,

Dem kann ich nur zustimmen; älter werden ist Arbeit - vor allem an sich selbst.

Antwort
von wfwbinder, 1.332

Als ich 10 Jahre alt war (vor ca. 50 Jahren), waren menschen in dem Alter, was ich heute habe, richtig alt. hatten nach dem Renteneintritt noch ca. 5-8 Jahre.

Heute kann ich ganz beruhigt nach meinem Renteneintritt in 4 Jahren mein drittes Leben planen. Meine Arbeitszeit von 40-50, auf 10-20 Stunden kürzen, fast täglich den Golfplatz besuchen. Vor 50 Jahren hätten nur wenige 65jährige die 5 Kilometer am Stück noch locker zurück gelegt.

Und man kann sich bei gute Frage über die Jüngeren amüsieren, die mit Taschenrechner langsamer rechnen, als wir in unserem Alter im Kopf.

Kommentar von Rubensstut6 ,

" mit Taschenrechner langsamer als mit Kopf " kommt mir bekannt vor " auch das die heute früher alt aussehen! Und wie erklärst Du Dir das?

Kommentar von wfwbinder ,

Die heutige Jugend hat ganz andere Probleme zu lösen wie wir.

Als ich 13 - 15 war gab es weder Gameboy, noch Mobiltelefone, coole Klamotten waren (fast) nur für die Mädels ein Thema. Gut dann mit 16 - 17 etwas Disco.

Mit dem Taschenrechner wurde ich zuerst auf der Handelsschule konfrontiert.

Das die Leute heute früher älter aussehen, liegt auch daran, dass das Leben schneller geworden ist.

Aber in meiner Ausbildung , Weiterbildung und bei der Arbeit hätte ich mir die heutigen Datenbanken gewünscht. Aber weil wir in Bibliotheken recherchieren mussten , finden wir auch im Internet schneller.

Kommentar von Rubensstut6 ,

o.k das hat natürlich was, wohl dem der diesen teilweisen unsinnig übertriebenen Stress hinter sich hat.

Kommentar von tanztrainer1 ,

Also wenn ich mir alte Bilder ansehe, da hab ich aber den Eindruck, dass die früher schneller älter ausgesehen haben. Man spricht doch jetzt nicht umsonst von den Jungen Alten. Vieles ist doch bei uns viel leichter geworden. So ganz schwere Arbeiten werden doch heutzutage meist von Maschinen übernommen.

Ganz besonders ist doch die ganze Hausarbeit durch Staubsauger, Waschmaschine und weiß der Geier was noch alles viel leichter geworden. Meine Oma erzählte immer, wie schwer es früher war, die Wäsche zu waschen. Und die meisten Kleidungsstücke sind doch so pflegeleicht geworden, dass man die auch nicht mehr zu bügeln braucht.

Kommentar von realsausi2 ,

Vor 50 Jahren hätten nur wenige 65jährige die 5 Kilometer am Stück noch locker zurück gelegt.

Es sei Dir gegönnt, aber es gab auch damals gut besuchte Golfplätze, und der Mauerer, den ich ab und an beschäftige, ist mit 40 kaum in der Lage, ein Neuner Eisen zu schwingen. Mein Bruder, der als Zimmermann gearbeitet hat, ist mit Mitte 40 berufsunfähig geworden.

Natürlich sagt die Statistik korrekter Weise eine längere Lebensspanne aus, aber über individuelle Biographien läßt sich daraus nichts ableiten.

Antwort
von 2012infrage, 718

Ich bin über 50 und habe festgestellt, dass es darauf ankommt, gelebt zu haben. Nach dem Motto: Es gibt ein Leben vor der Rente. Nur wer nicht gelebt hat, hat Angst vor dem Tod. Wenn Du all Deine Träume erfüllt hast, wenn Du Risiken eingegangen bist, mal gegen den Strom geschwommen, nur Du selbst warst, was bleibt dann noch zu erhoffen? Man war ganz oben und man war ganz unten. Alles andere ist nur eine Kopie. Wenn es kein hätte, würde, wäre...mehr gibt, dann hat man gelebt.  Ich freu mich auch auf den Tod, Mein Wunsch ist es, bewusst sterben zu können, also nicht abgelenkt durch Schmerzen oder Medis. Und ich bin dankbar, dass ich mein Leben mit einem Mann teilen darf, ohne den ich gar nicht wüßte, was Leben ist. 

Alles in allem, 50 plus ist ein gutes Alter, ich möchte keinen Tag jünger sein. Was allerdings immer wichtiger wird, ist Gesundheit.

LG

Kommentar von martin201 ,

Es ist ja am Ende so: Der Anfang einer Generation legt den Ziegel,den Mörtel macht die 2.Generation worauf die 3.Generation wieder ein Ziegel stellt.Alt werden das ist was für USER.Das Gehirn Spielt eine wichtige Rolle.Deshalb fordere ich fit for brain for all Seniors.

Antwort
von Schwoaze, 837

Super, die bisherigen Antworten. Kann ich nur bestätigen! Solange ich an keinem Spiegel vorbeikomme, fühle ich mich maximal... wenn nicht noch weniger...  An das Ende denke ich keine Sekunde lang. Nur daran, was ich noch alles machen will... als ich noch jünger war, war ich viel müder, unflexibler, matter als heute. Das Leben ist großartig!

Antwort
von schalkeattacke, 1.023

Ich bin 48 und im Kopp noch 16 :D

Für mich fühlt es sich aber super an wie es bisher ist.

meine Kinder haben richtig Spaß mit mir Party zu machen. Ich bin gesund und fit. meine Beziehung ist endgeil. Ich kann mir tolles Essen leisten. Den Spaß am Leben hatte ich schon immer und ich freue mich über jeden Tag den ich so genießen kann.

ich habe nicht alles erreicht was ich wollte aber das ist egal. Ich habe einen tollen Sohn und Tochter. Meine Frau hat auch einen Sohn und Tochter. Zusammen sind wir mit zwei Katzen und einem Hund super zufrieden und feiern alles was kommt.

Ich wünschte jedem anderen menschen soviel Glück, Gesundheit und Spaß am Leben :)

Kommentar von conzalesspeedy ,

  Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

Du sprichst mir aus der Seele!

Kommentar von schalkeattacke ,

Danke :)

Kommentar von anaconda48 ,

Sehr aussagekräftige, sympathische, humorvolle Antwort!

Kommentar von schalkeattacke ,

danke :)

Kommentar von anaconda48 ,

bitte, lach.:-)

Kommentar von latricolore ,

Sehr schöne Antwort! :-)
(Bis auf Schalke ;-)) )

Kommentar von schalkeattacke ,

Schalke hat auch noch nicht zu dem 100% beigetragen :D

Antwort
von NichtZwei, 774

Du hast recht, je aelter man wird, desto schneller verinnt die Zeit bis zum Tod. Vom Kopf bist du nicht alt, denn dein Bewusstsein ist immer dasselbe, ob 6 oder 89 Jahre alt. Das Problem ist einzig der Koerper, der sich langsam aufloest,also du hast mehr Probleme, also Schemrzen ueberall, fruieher nie gekannt, Zaehne sind ein Problem, die Augen, die Knochen, die Gelenke, die Puste und alles andere scheint sich langsam zu verabschieden, wie bei einem alten Motor. Leider kann man noch nichts ersetzen, soweit sind wir noch noch nicht, aber der Verfall ist offentsichtlich. Waere es nicht gut, wenn unsere Koeper 50000 Jahre halten wuerden oder ausstauschbar waeren. Aber leider wurde es  nicht von unseren Erschaffern vorgesehen, leider. Aber letztendlich macht das nichts, denn wir werden ewig leben, wenn auch nicht im selben Koerper. Alles Gute!

Antwort
von Allexandra0809, 721

Es kommt immer darauf an, was Du aus Deinem Leben machst. Es kann in jedem Alter schön sein. Wenn Du jung bist, hast Du noch so viele Pläne und Träume, die sicher auch teilweise in Erfüllung gehen weden.

Bist Du etwas älter, dann überlegst Du Dir irgendwann, was Du schon erreicht hast und was Du als nächstes angehen möchtest. Du kannst Deine Kinder heranwachsen sehen, freust Dich mit ihnen, wenn sie was erreicht haben.

Dann sind die Kinder groß und Du stellst fest, dass Du bei der Angelegenheit nicht jünger geworden bist. Trotzdem ist es immer noch schön, denn jetzt hast Du wieder sehr viele Freiheiten. Du hast plötzlich wieder Platz in der Wohnung, kannst Dich ausbreiten, hast vielleicht ein Gästezimmer für Deine Enkelkinder.

Dann gehst Du in Rente. Jetzt musst Du nur noch auf Deine Enkelkinder Rücksicht nehmen. Du kannst in Urlaub gehen, wann immer Du willst,

Du siehst, es gibt immer Zeiten, wo es schön sein kann.

Antwort
von WeiSte, 466

Ich bin 51 Jahre alt und habe damit kein Problem.

Klar, war der 40. und 50. Geburtstag jeweils ein etwas merkwürdiges Gefühl, vor allem weil mir als ich jünger war, 40- und 50-jährige selbst unglaublich alt vorkamen. Daran erinnert man sich durchaus noch sehr gut, wenn man plötzlich selbst dieses Alter erreicht hat.

Ich sehe meine Lebenssituation aber insgesamt sehr entspannt:

Ich habe privat und beruflich alles erreicht, was ich wollte. (Das kann nicht jeder von sich behaupten - ich kann es zum Glück!) Das war bei mir aber mit 25 noch lange nicht der Fall. Insofern gibt es heute diesbezüglich auch viele "Probleme" oder offene Fragen weniger, als damals. Das ist ein sehr angenehmes Gefühl.

Zudem kann man mit "Ü 50" viel einfacher machen was man will. Ich bin längst nicht mehr so darauf angewiesen, das zu tun und so zu sein, wie es gerade cool, in und angesagt ist. Mit 20 oder 30 war es mir noch wesentlich wichtiger, was andere von mir halten. Auch das ist im Alltag aber jetzt viel entspannender, dass ich nicht mehr jedem Trend hinterlaufen "muss".

Und schließlich noch ein ganz anderer Aspekt:

Die meisten Menschen haben ihre Zeit von 70 bis 90 Jahren, um zu Leben. Manche viel weniger aber niemand viel länger. Dessen muss man sich bewusst sein. Ich bin sehr froh und dankbar, 51 Jahre meines Lebens davon in Frieden und Wohlstand gelebt zu haben. Das dürfte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mehr als die Hälfte meines Lebens gewesen sein. Wer weiß, was noch kommt aber diese Zeit nimmt mir auf jeden Fall niemand mehr. Beim Blick auf so manches globale Problem, was uns in den nächsten Jahren auch hier in Deutschland garantiert einholen wird, möchte ich gar keine 20 mehr sein. Ja, ich habe auch Kinder und die Hoffnung, dass sie genauso in Frieden und Freiheit leben und älter werden können, wie ich. Aber die Hoffnung haben, dass es so wird oder die Gewissheit haben, dass es schon so war ist doch ein gewaltiger Unterschied.

Antwort
von Cynder0, 680

japp. geht immer schneller, und du weißt genau dass es sich nicht gut anfühlt alt zu sein. es ist erschreckend weil die zeit abläuft, was man noch vor sich hatte ist vergangen. man muss stärke entwickeln um damit zu leben. es gibt auch leute die daran zerbrechen und versuchen einen auf jung zu machen oder was weiß ich. es hilft nur eins. sich selbst treu sein, vom leben nehmen was geht und akzeptieren. es geht nur in eine richtung. aber eines ist gewiss. man wird mit dem alter nicht dümmer, und kann nur noch den kopf schütteln über die dummheit der jugend :-) die durchleben ja alles was man selber schon durch hat. wo die dramen sehen, da lacht man müde drüber. und das ist etwas was KEIN älterer eintauschen würde, also die lebensweisheit :-P

Antwort
von berkersheim, 293

Ha, ha, ha, gemessen an Deinen 40 bin ich mit 67 3/4 ja schon fast tot. Normalerweise wäre ich jetzt in der Heimat, um die Gräber von Bruder und Eltern für Allerheiligen zu reinigen und mit einem Dauergesteck zu versorgen. Muss ich die Woche noch nachholen. Nachzudenken gibt es mehr Anlässe als ein solcher Besuch auf dem Friedhof. Jetzt geht die Zeit los, wo man nach den Eltern auch schon Freunde mit einem letzten Gang ehrt. Man merkt, die Einschläge kommen näher. Man hört schon, wie der Deckel klappert. Doch als überzeugter Epikureer juckt mich das nicht sonderlich. Eher wird gefeiert bis zum letzten Atemzug - wenn' s sein muss, mit der Krankenschwester. Was stört, sind die Schmerzen. Wenn man morgens aufsteht und es tut nichts weh, ist man garantiert tot. Das nervt. Das macht schneller müde. Umgekehrt weiß man viele Kleinigkeiten mehr zu schätzen, lebt intensiver. Dazu gehört aber auch, dass man mal loslassen kann, nicht mehr so unter Druck lebt - gut, der Termindruck war bei mir auch beruflich bedingt. Jetzt mach ich' s freiwillig im Vorstand des Turnvereins. Da sind einige sogar älter als ich. Was würden die Jungen im Verein machen, wenns nicht die alten Dackel gäbe, die sich einbringen. Und hier, bei GuteFrage: Ich staune über das schlechte Deutsch. Ich staune über eine gewissen Ahnungslosigkeit, Unkenntnis. Jemand schreibt, dass das Bewusstsein immer gleich bliebe. Nee, kann ich nicht bestätigen. Wenn alte Sachen von mir lese, denke ich manchmal - Gott, wer hat das denn geschrieben, warst Du das? Leben ist doch Erfahrungen machen, und mit etwas Glück wird man davon auch schlauer. Richtig schade: Wenn man gerade erst so richtig schlau ist, macht man ab unter die Grasnarbe.

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 83

Ich habe mich mit meinem verstorbenen Opa (geb. 1925) als zu dem Thema unterhalten.. da war er schon über 80. Er haderte nie mit dem Älterwerden & war laut eigener Aussage so zufrieden wie in allen Jahren zuvor, weil er das Alter mehr als eine Zahl ansah, die sich jedes Jahr ändert. Er war glücklich, dass er so alt werden durfte und ließ sich weder von der Jahreszahl noch von kleineren gesundheitlichen Problemen aus seiner Ruhe bringen.

Er lebte nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitete um zu leben -------> entsprechend hatte er ein erfülltes Leben, das ihm Spaß machte. Er wurde von einer tiefen inneren Zufriedenheit & von großem Gottvertrauen geprägt, nahm alles wie es kam & fuhr damit am besten.. diese innere Haltung hat er mir (bin bei ihm aufgewachsen) von Kindesbeinen an vermittelt & sie auf mich übertragen.

Mit dem Älterwerden kam mein Opa immer gut klar, stand fest zu seinem Alter & ich muss ehrlich sagen, dass er sich die letzten 20 Jahre bis zu seinem Tod nicht wirklich verändert hat, weder optisch noch von seinem Gedankengut her.. und auf Fotos die vor meiner Zeit (ich bin 25) entstanden sind, so Mitte der 80er etwa, sah er auch genauso aus wie zum Schluss.

Antwort
von TrudiMeier, 495

was ist das für ein Gefühl, wenn man weiß, dass man schon länger gelebt hat als man wahrscheinlich noch leben wird...

Darüber mach ich mir nun überhaupt keine Gedanken.  Es kommt sicherlich auf die Lebenssituation an.  Die einen denken mit 50: "Huch - nur noch 30 Jahre - ich hab noch soviel vor!" die anderen denken: " Oh Gott, noch 30 Jahre - wie soll ich das bloß überstehen."

Klar, man hat das Gefühl, die Zeit verginge schneller. Liegt meiner Ansicht nach aber daran, dass man viel weniger Freizeit hat als zu Schulzeiten und nicht mehr soviel "dummes Zeug" im Kopf hat. Besonders wenn man Kinder hat, sieht man wie schell die Zeit vergeht.  Es ist noch gar nicht solange her, da konnten sie noch aufrecht unterm Tisch stehen - und heute fragen sie dich, ob sie dein Auto haben können.

Ich bin 50 und fühle mich nicht alt. Aber ich stelle fest, dass ich wieder "dummes Zeug" im Kopf habe. Aber halt anders, als in meiner Jugend.

Antwort
von pn551, 322

Das mit der schnellen Zeit erkläre ich mir so: wenn man noch sehr jung ist, also noch ein Kind, dann bist Du nur in der Erwartungshaltung. Warten auf den nächsten Geburtstag, warten auf Weihnachten, warten auf die Einschulung, warten,warten, warten...............

Wenn Du dann Teenager bist, dann wartest Du immer noch. Darauf, 18 zu werden, den Führerschein zu machen, die erste Liebe zu treffen.........warten, warten, warten.................... Wenn Du Dich dann mit Deiner großen Liebe triffst und hast nur 2 Stunden Zeit, dann kommt es Dir so vor, als wenn nur 10 Minuten vergangen sind.

Wir alle wissen, wie es ist, wenn man auf etwas Erfreuliches warten muß, die Zeit ist dann dehnbar.  Befürchtest Du aber etwas, dann wird die Zeit kürzer.

Wenn man dann alt geworden ist, dann wartet man nicht mehr. Geburtstage erwartet man nicht mehr, man hat sie. Weihnachten nur noch für die Kinder. Und somit kommt einem die Zeit als Älterer so kurz vor. Ich versuche die Zeit auszutricksen und bringe mich wieder in Wartehaltung. Ich warte jeden Monat darauf, daß die Rente kommt. Und das dauert...................

Antwort
von kiniro, 361

Ich lebe fürs Leben. Könnte noch schreiben "wegen meiner Tochter". Aber der Hauptgrund steckt in meinem ersten Satz.

Dazu habe ich kein Gefühl. Bin zu beschäftigt, um mir darüber Gedanken zu machen. Mein Zeitgefühl ist zudem vollkommen unterschiedlich.

Die Zeit selbst vergeht genauso schnell bzw. langsam wie immer. Was sich verändert, ist das Zeitgefühl. Das ist aber auch noch situationsabhängig. Ist es langweilig, ätzend, schwierig - dann zieht sich alles wie ein Kaugummi. In schönen Situationen vergeht die Zeit wie im Flug.

Antwort
von Fotografin1958, 337

Meine Wenigkeit ist 57 Jahre jung und fühle mich damit viel jünger als viele Leute mit noch nicht einmal der Hälfte an Lebensjahren "auf dem Buckel".

Ich bin immer noch neugierig auf das Leben: neue Menschen, Wege, Lebenseinstellungen, Landschaften, Mahlzeiten etc. kennen lernen; viele junge Menschen sind schon seit langer Zeit immer wieder im gleichen Trott und sind zu dumm, faul, unfähig, Neues zu lernen oder sich auf Änderungen einzulassen.

Natürlich bin ich nicht mehr ganz so leistungsfähig wie beispielsweise vor 35 Jahren. Andererseits keine ich viele, zu viele Junge, die noch nicht mal bei weitem meine Leistungsfähigkeit erreichen.

Ich habe viele positive und negative Lebenserfahrungen sammeln dürfen, habe mir viele meine Wünsche erfüllt und erfülle sie mir immer noch.

Vor dem Tod habe ich keine Angst, dafür war ich schon bei zu vielen Sterbenden bis zu ihrem letzten Atemzug dabei ... man gleitet in eine andere Welt ... also nichts, wovor man Angst haben müsste. Wenn Deine Lebenszeit abgelaufen ist, weiß niemand und keiner hat Einfluss darauf.

Also lebe und genieße Dein Leben, regel bei Zeiten, was Du regeln kannst, der Rest wird sich schon finden!

Antwort
von howelljenkins, 247

ich bin zwar noch nicht ueber 40, aber ich gehe davon aus, dass ich trotzdem schon mehr als die haelfte lebenszeit hinter mir habe (aufgrund von unguenstigen prognosen).

fuer mich hat das mehrere unterschiedliche seiten. zum einen habe ich schon manchmal angst vor dem tod, dass mir nicht mehr genug zeit bleibt, um alles das zu tun, was ich noch tun wollte, zum anderen weiss ich auch nicht, was mich nach dem tod erwartet und habe da auch keinen rueckhalt im glauben.

dann ist es so, dass ich es als wohltuend empfinde, nicht mehr so viele bedenken zu haben und nicht mehr so viel eitelkeit. mir ist kaum noch etwas peinlich genug, um mich laenger zu beschaeftigen.

ich habe viel lebenserfahrung und profitiere davon. ich bin weit gereist, habe in verschiedenen jobs gearbeitet und viele kurze und laengere beziehungen gehabt. 

das gibt mir das positive gefuehle, dass selbst wenn ich heute sterbe, ich doch sagen koennte, ich habe ein ausgefuelltes leben gehabt und nicht alles auf "spaeter" verschoben, "wenn zeit dafuer ist" oder "wenn ich das geld dafuer habe". 

Antwort
von Beutelkind, 229

Nun ja...

Es zwickt an Stellen, die Du vorher noch nie bemerktest...^^  Dein Äußeres erschlafft und es kommt zunehmend auf Dich als Person an... Wer bist Du, was macht Dich aus, füllst Du Dich aus, wer wohnt hinter Deiner Hülle?! ...Hast Du Eier?! :)

Der Rest bleibt wie gehabt, sag ich mal so...^^

...Aber dies ist auch in jungen Jahren so! :)

Ich persönlich bemühe mich seit gefühlten Jahrhunderten, im HIER und JETZT zu leben...^^ Das ist schwer, mir aber anscheinend gelungen, denn Deine Frage habe ich mir noch nie gestellt!
Sterben ist dem Leben immanent und altersunabhängig. Shit happens...^^

...Ich leb für die Wesen, die sich mir anvertrauten. Mich eingeschlossen...^^

Antwort
von cromini, 105

egal wie alt du bist - genieße jeden Tag aufs Neue und du bleibst jung im Herzen und im Geist. Ich habe die 40 bereits überschritten und fühle mich manchmal wie 20, wenn morgens zwickt manchmal auch wie "80".

"Meine Frage an diejejnigen, die schon die erste Hälfte hiner sich gebracht haben: Wofür lebt ihr und was ist das für ein Gefühl, wenn man weiß, dass man schon länger gelebt hat als man wahrscheinlich noch leben wird... "

Gedanken über das Älterwerden mache ich mir nicht. Auch das Älterwerden hat seinen Reiz und kann durchaus sehr spannend sein. Es gibt durchaus junge Menschen, die sind im Herzen und Geist steinalt und strahlen ihre Unzufriedenheit auch aus.


Antwort
von Dunacsilla, 203

Ich bin sechzig. All meine Freunde vertreten die Ansicht, dass man dann langsam das Leben geniessen sollte, und schön langsam machen sollte. Bloß keine Hektik, ja nicht zu früh aufstehen.

Ich wiederum habe genau den entgegengesetzte Impuls. Ich habe vor, mindestens 104 Jahre alt zu werden, (schon um den Rekordhalter in der Familie, der mit 102 gestorben ist, zu übertrumpfen) aber sogar wenn ich noch 44 Jahre vor dem Bug habe, läuft mir die Zeit davon. Ich habe eine Liste gemacht, von den Dingen die ich noch erledigen und erleben möchte, und bin schon bis zu meinem 80. Geburtstag ausgebucht, und das auch nur, ohne dass unvorhersehbare Ereignisse zu großen Verwerfungen führen. 

Das Gute am Älterwerden ist, dass man sich nicht mehr so sehr durch Belanglosigkeiten ablenken lässt, weil man das wichtige schneller vom unwichtigen trennen kann. Darüber hinaus weiß man mehr, und kann die Sachverhalte schneller durchschauen oder zusammenkombinierten.Das gilt natürlich nur, wenn man die Jahren zuvor sinnvoll genützt hat, und viel gelernt und gelesen hat. Wer seine Zeit in Kneipen vertingelt hat, wird als alter Mensch ein eher karges Dasein führen. Wer die Zeit aber produktiv genutzt hat, den wird es im Alter nicht langweilig werden, sondern er wird eher zu viel zu tun haben. 

Weiter werde ich viel mutiger und auch unverschämter im Alter. Ich lasse mir nichts mehr vormachen, halte nicht aus Artigkeit oder feige Bemühungen das politisch Korrekte zu sagen, den Mund. Das Recht auf freier Meinungsäußerung wird von den Alten verteidigt, nicht von der jüngeren Generation die ständig Angst hat irgendwo unangenehm auf zu fallen, oder im falschen Lager eingestuft zu werden. 

Kommentar von feetz42 ,

du willst doch nur die Rentenkasse belasten.....

Kommentar von Dunacsilla ,

Was für Rente? Die wird doch bald abgeschafft werden, oder sehe ich das falsch?

Kommentar von anaconda48 ,

Einheitsrente. Sah schon o h n e  den Zulauf der Flüchtlinge bitter genug aus. Aber nun: Vergiss es einfach nur. Bin sehr froh, dass mir nur noch 3 Jahre bis zu Vollendung meines Siebenzigsten fehlen, also baldigst eines der Urnengräber beansprachen zu dürfen. Und, Du,... ich bin keineswegs traurig. LG

Antwort
von elektromeister, 164

Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit diesem Eindruck entgegenzuwirken. Bei der Umsetzung hapert es allerdings meist. Das muß man wirklich üben.

Lebe im JETZT und nicht in der Vergangenheit und auch nicht in Erwartung der Zukunft. Dann ist alles wie ein Abenteuer. Das funktioniert nun schon seit gut 30 Jahren. Die ersten 28 habe ich das geübt. Außer die ersten 6, da war es genau so wie es heute ist, einfach nur spannend.

Ja auch ich gehe jeden Tag zur Arbeit; die macht mir Spaß, ist Abwechslungsreich. manchmal anstrengend oder auch mal nicht so toll. Das alles ist völlig egal. das ist halt so. Genieße jede Veränderung und auch was sich wiederholt.

Right now we live!

Gruß Uli

Antwort
von Pilotflying, 75

Auch ich habe "die Hälfte" schon überschritten, fühle mich aber deshalb nicht alt. Warum auch?

Natürlich merkt man, das manches nicht mehr so gut funktioniert wie früher. Man ist nicht mehr so belastbar. Hier und da zwackt es und auch lange Partynächte und Nachtdienste steckt man nicht mehr so leicht weg. Die Zeit der sportlichen Höchstleistungen ist vorbei. 

Aber die Interessen ändern sich mit der Zeit und die Hobbies und Freizeitbeschäftigungen auch. 

Deshalb ist das Leben doch nicht schlecht. Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Die eigene Einstellung ist entscheidend.

Antwort
von nowka20, 126

der geist wird reifer, der körper schwächer

(die sehnsucht nach einem rollator nimmt langsam zu)

Kommentar von Rubensstut6 ,

die Sehnsucht nach einem Rollator, wenn dann aber nur zur Tarnung?!

Antwort
von Ontario, 102

Alt sein ist nicht an der Zahl der Jahre festzuhalten, sondern wie man sich fühlt. Wie haben wir früher darauf gewartet, endlich 21 Jahre alt zu sein. Das war damals das Alter der Volljährigkeit. Ab dann muss ich sagen, verflog die Zeit. Rückschauend frage ich mich, wo all diese Jahre geblieben sind, die so schnell vergingen. Ich habe versucht, die schönen Zeiten dem Leben abzugewinnen, was mir bis heute auch gelingt. Beruflich durfte ich meinen Traum nicht erfüllen, weil der aus Sicht meiner Eltern, "brotlose" Kunst sei. Ich wollte mich in der Modebranche etablieren. Habe dann ein Studium abgeschlossen und bin in einer Branche gelandet, die für mich früher undenkbar war, da etwas erreichen zu können. Doch alles lief wider aller Erwartungen bestens. Gedanken darüber, wie lange ich noch leben werde, mache ich mir keine. Ich geniesse jeden Tag, fahre mehrmals im Jahr in Urlaub. Habe schon 7 Jahrzehnte hinter mir, bin fit und tue auch etwas dafür. Habe viele Bekannte denen es gesundheitlich nicht so toll geht, was auch berufliche Ursachen im einen oder anderen Falle hat. Wichtig erscheint mir die Einstellung zum Leben, positives Denken. Nicht problembehaftet zu sein. Was ich auch für wichtig halte , dass man nach Eintritt in die Altersrente noch Aufgaben hat, sich auch noch Ziele setzt. Ich gehe täglich noch einer Arbeit nach die mir Spass macht und mich fordert, obwohl ich das aus finanziellen Gründen nicht brauche. Habe dadurch Kontakt zu vielen Menschen, was mein Leben zusätzlich bereichert. Hinzu kommt, dass ich eine liebenswerte Familie habe. Enkelkinder mit denen ich vieles unternehme. So gesehen stellt sich für mich nicht die Frage, wie lange es noch geht. Darauf hat man ohnehin keinen Einfluss.

Antwort
von truxumuxi, 40

Das älter werden ist weniger schön als es von vielen dargestellt wird. Und angesichts der körperlichen Beschwerden die mit der Zeit auftauchen kann man auf die sogenannte Weisheit des Alters verzichten. Klar ist man heute viel länger jung und fit, das ist auch gut so. Als Frau wird man man jenseits der 50 nicht mehr beachtet. Man ist schlicht und einfach Luft für Männer, die alle nur die jungen Frauen anschauen, auch wenn sie selbst schon alt sind. Man muss sich mit dem Alter arrangieren und sich Hobbies und einen Freundeskreis suchen. Das  Alter kann, wenn man es will wirklich schön werden, so dass man auch über faltig werdende Haut und andere Zwickerle hinweg sehen kann. Es liegt an einem selbst. 

Antwort
von Virginia47, 247

Mit 40 ist man noch nicht alt! Wenn du das so siehst, hast du die falsche Herangehensweise. 

Mein Vorbild war immer meine Cousine, die 12 Jahre älter ist als ich. Sie ist so agil, dass ich vor Neid erblasse. Deshalb hatte ich wohl auch nie eine negative Einstellung zum älter werden. Gut, ich wollte nicht 50 werden. Weil das für mich irgendwie eine schreckliche Zahl war. Aber dann wurde ich 50 - und es war auch nichts anders. 

Jetzt genieße ich mein "Alter". Ich freue mich auf jeden Tag. Habe viele Lebensweisheiten und Erfahrungen gesammelt. Habe aber auch noch viel vor. 

Und wenn ich die Fragen einiger Jugendlichen hier lese, bin ich froh, dass ich schon so alt bin - und mich nicht mehr mit derartigen "Problemen" rumplagen muss. 

Antwort
von colocolo, 59

Manchmal habe ich das Gefühl, noch 30 zu sein.

Als ich 10 war, machte ich mir Gedanken, ob ich wohl 100 werden würde.

Mit 50 war ich dankbar und hatte eigentlich genug. "Was jetzt noch kommt, ist Zugabe." Dabei bin ich geblieben; doch ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dem Jahrhundert ziemlich nahe kommen werde.

Aber was sind schon Zahlen? Ob uns - Alten und Jungen - noch ein Jahr bleibt oder viel mehr - damit sollten wir uns nicht beschäftigen. Sondern mit dem, was Sinn und Spaß macht. Und Menschen und Dinge hinterlassen, in denen wir weiterleben - lange über unseren Tod hinaus.

Antwort
von PeVau, 271

Wie fühlt es sich an, "alt" zu sein?

Das sage ich dir, wenn ich alt bin. Derzeit bin ich noch ein junger Hüpfer mit gerade mal 50 Lenzen auf dem Buckel. Du musst also noch ein paar Jahrzehnte auf meine Antwort warten.

Kommentar von BEAFEE ,

Für 50 aber noch ganz schön helle im Kopf.........duckundabhau.-)

Kommentar von PeVau ,

Lass dir Zeit, ich bin nicht mehr so schnell und meinen Gehstock  finde ich nicht, weil ich nicht weiß, wo meine Brille ist. :-D

Kommentar von latricolore ,

:-))))

Kommentar von BEAFEE ,

Wo ist das Problem ? Solange der Tastsinn noch funktioniert, ist alles im grünen Bereich....:-P

Antwort
von ratlosratsam, 44

Ich, 46, merke doch, daß viele Dinge um mich herum nicht mehr so sind, als ich bspw 30 war.  Das hat weniger mit mir zu tun, sondern die Gesellschaft hat sich verändert.  Beispiel :  Ich bin noch im Kopf Jung genug um Samstagabends auf die Piste zu gehen.  Was mir aber auffällt, das richtig prickelnde Elebnis stellt sich nur noch selten ein. Zu meiner Zeit,in den 90en fand ich die Musik besser ( mehr Techno ), Auch war nicht jede(r) mit seinem Smartphone beschäftigt. Damals konnte man noch Leute ansprechen oder wurde angesprochen. Auch fällt mir auf, daß die heutigen jungen Erwachsenen viel Wert auf Tätowierungen und Vollbärte legen, die Frauen damals waren auch nicht so stark tätowiert wie heute. Also in dem Sinne, wie sich die Gesellschaft präsentiert, muß ich sagen, da fühle ich mich eher wie ein Oldscooler

Antwort
von blumenFee47, 411

Huhuuu.. ich werde nächstes Jahr 50 :O... aber ich fange gerade wieder ein neues Leben an.. die Krankheit Krebs habe ich auch schon hinter mir und noch viele andere negative Angelegenheiten... schlimmer kann es nicht werden...eigentlich nur besser wenn ich ehrlich bin.. nagut ich bin ehrlich.. hier und da tun mir schon so manches mal die Knochen weh :-(.... egal das gehört dazu... also mach dir net so den Kopf.. liebste grüße blümchen 

Antwort
von kiniro, 125

Mir kommt gerade dieses Lied von Jethro Tull in den Sinn:

"Too old to rock 'n' roll, too young to die"


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