Frage von muellfisch, 129

Eigenheim - hintergangen von eigener Familie?

Hallo,

bin gerade etwas geladen und wüsste gerne mal eure Meinung zu der Situation. Achtung, der Text könnte etwas länger werden. Bin denjenigen, die sich das durchlesen, jetzt schon dankbar.

Mein Bruder, mein Vater und ich besitzen ein Haus. Dies wurde 2014 von der Mutter meines Vaters überschrieben. Dann kam es zu ihrem Tod im darauf folgenden Jahr und zum Erbstreit mit meiner Tante (der Schwester meines Vaters), welchen wir Anfang diesen Jahres gerichtlich gewonnen haben. Wir mussten dennoch eine nicht geringe Summe an sie ausbezahlen, aber erblich hat sich jetzt alles erledigt.

Jetzt ist vor ca. zwei Monaten der Sohn meiner Tante (mein Cousin), welcher im selben Haus eine Wohnung bewohnte, verstorben. Man muss dazu sagen, dass wir nicht das beste Verhältnis hatten (Gefängnis, Drogen, Alkohol, Körperverletzung seinerseits um ein paar wenige Stichworte zu nennen) Er wurde seitens meiner Großmutter enterbt, hatte dafür jedoch ein lebenslanges Wohnrecht. Das war auch der Grund, weshalb wir das Haus nicht verkauft hatten (Wertminderung durch Bezug seinerseits etc.) und so gesehen wäre jetzt der richtige Zeitpunkt zum Verkauf.

Mein Bruder bewohnt mit einem Kumpel zusammen ebenfalls eine Wohnung des Hauses, ich hatte noch nie etwas davon aber lebe natürlich in der ständigen Angst, dass irgendetwas mit dem Haus passiert und wir zahlen müssen - stehen ja alle drei im Grundbuch, egal wer letztlich das Haus bewohnt.

Nach der Gerichtsverhandlung im Januar haben mein Bruder, Vater und ich beschlossen, das Haus zu verkaufen. Wir wollten es noch einmal schätzen lassen und dann inserieren. Das war der Plan, davon bin ich ausgegangen und habe auch nichts gegenteiliges mehr gehört.

Gestern haben wir meine Eltern besucht und mein Vater sitzt seelenruhig auf seinem Sessel und behauptet, das Dach von dem Haus müsse demnächst neu isoliert werden. Woraufhin ich dann natürlich gefragt habe, warum denn - es wird doch verkauft und schlecht ist ds Dach nicht. Ich habe dann "eben so beiläufig" erfahren, dass er uns mein Bruder sich zusammen gesetzt hätten und besprochen haben, das Haus nicht zu verkaufen. Als ich das gestern erfahren hatte, kam es zu einer Auseinandersetzung. Sein Plan ist, dass meine Eltern dort einziehen und das Haus entsprechend sanieren wollen. Wenn sie das tun würden, wäre das auch kein Problem, meine Mutter will allerdings nicht einziehen. Er kocht sein eigenes Süppchen und stellt sich alles so einfach vor. Ich sehe es schon kommen, dass in einem halben Jahr irgendwelche Kosten im Haus anfallen und dann natürlich keiner mehr wissen will, dass ich das Haus eigentlich verkaufen wollte. Könnte echt brechen. Fühle mich verarscht und hintergangen, habe ich ihm auch genau so gesagt. Und auch finde ich, dass es eine Unverschämtheit ist, dass die beiden Männer ihr eigenes kleines Ding drehen und mir nichts davon sagen obwohl ich (leider) mit im Vertrag stehe. Frei nach dem Motto "Tja, wurdest halt überstimmt."

Wie findet ihr das?

Antwort
von FordPrefect, 41

Erbengemeinschaft ist ein komplexes Thema. Rein rechtlich gesehen ist zunächst festzustellen, dass die Erbengemeinschaft beim Verkauf einstimmig zu handeln hat, es geht hier also gerade nicht um überstimmen. Ansonsten reicht die Mehrheit der Stimmrechte allerdings aus, solange es sich um Fragen der Nachlassverwaltung handelt (siehe §§ 2038 Abs. 2, 745 Abs. 1 BGB). 

Wenn sich die Erben untereinander nicht einigen können, dann kann jeder Einzelne die Teilungsversteigerung zur Auflösung der Erbengemeinschaft beantragen (§§ 2042 Abs. 2, 749 Abs. 2 und 3, 750 bis 758 BGB). Dabei ist allerdings zu bedenken, dass bei Zwangsversteigerungen regelmäßig nur ein Bruchteil des bei einem freien Verkaufs zu realisierenden Erlöses erzielt wird. Meistens kennt die Zwangsversteigerung keine Gewinner, sondern nur Verlierer (zumindest auf Seiten der Veräußerer).

Ungeachtet aller familiären Bande solltest du meiner Meinung nach dich umgehend rechtlich beraten lassen, da du sonst sehr wohl in eine finanzielle Falle laufen könntest - denn Kosten, die die Erbengemeinschaft für Unterhalt und Werterhalt des Nachlasses aufwendet, sind grundsätzlich durch alle Mitglieder der Erbengemeinschaft zu tragen, ob sie diesen nun zugestimmt hatten oder nicht.

Näheres und Quellen zu oben siehe u.a. hier

http://www.iww.de/erbbstg/archiv/erbauseinandersetzung-die-teilungsversteigerung...

Antwort
von schelm1, 33

Eigentum bei Immobilien kennt keine Demokratie!

Jeder im Grundbuch eingetragene Eigentümer kann von den anderen verlangen was immer er will.

Kommt keine Einigung in einer Sache zustande, kann derjenige, der sich benachteiligt fühlt, die Versteigerungn des hauses zur Aufhebung der Gemeinschaft im Grundbuch beantragen.

Aus dem Versteigerungserlös erhält dann nach Abzug der Verfahrenskosten jeder seinen Anteil nach dem Grundbuchstand.

Machen Sie nun, was immer Sie für richtig erachten.

Antwort
von denis1124, 55

Ganz schon gemein. Ich würde vielleicht vorschlagen, dass du deinen Anteil vom Haus bekommst und dich aus den Vertrag schreiben lässt. Dann brauchst du dich nicht mehr ums Haus kümmern.

Antwort
von 19hundert9, 59

Ist jetzt schwierig als außenstehender Tipps zu geben, aber so wie du es beschreibst, finde ich es schon unfair dir gegenüber von deinem Vater und Bruder.

Und grundsätzlich sieht man mal wieder die Gier (nicht auf dich bezogen) des Menschen, da stirbt ein Familienmitglied und die Erben müssen vor Gericht gehen um sich ein Erbe zu sichern oder zu verlangen, anstatt dass die Familie durch den Tod näher zusammenrückt.

Kommentar von muellfisch ,

Ja, das ist sehr traurig. Meine Tante hat sich schon vor Jahren gegen die Familie gewandt und natürlich ist sie gleich mit dem Anwalt um die Ecke gekommen, nachdem sie vom Tod ihrer Mutter erfahren hat.

Kommentar von 19hundert9 ,

Ja wirklich traurig, ich kenne es auch aus meinem Bekanntenkreis, die haben sich aber vor dem Tod noch gut verstanden und danach brach der Erbschaftsstreit aus. Die Gier ist einfach nur sehr traurig.

Antwort
von Annabell2014, 53

Lass dich von einem Anwalt beraten. Vielleicht kannst du ja das Haus schätzen lassen und die beiden zahlen dich dann aus.

Kommentar von CreativeBlog ,

Gegen seine eigene Familie zu '' kämpfen'' ist ein armutszeugnis 

Kommentar von Annabell2014 ,

Mag ja sein, aber beschissen zu werden ist noch viel armseeliger! Hätten die beiden sich doch mit dem FS zusammen setzen können und über den Verbleib des Hauses diskutieren können, nein der FS wir vor vollendete Tatsachen gestellt!

Kommentar von muellfisch ,

Das habe ich mir auch bereits überlegt.

Ich gebe dem ganzen jetzt noch ein halbes Jahr. Wenn ich dann weder sehe, dass sich etwas häuslich tut noch mitbekomme, dass meine Eltern sich einigen werde ich selbst einen Gutachter beauftragen, das Haus schätzen lassen und mich dann ausbezahlen lassen. Fertig. Weil verarschen lasse ich mich nicht. Noch nicht einmal von meinem Vater.

Antwort
von CreativeBlog, 44

Ich habe es gelesen, aber dennoch nicht 100% verstanden.

Allgemein finde ich es eine traurige Sache, wenn die ganze Familie sich streitet. Wegen Farbigen scheine in der Hand, dann behandelt sich keiner mehr normal.

Zum anderen bist du männlich oder weiblich? Das andere ist, wenn du im Vertrag stehst, solltest du mit bestimmen können,was mit dem Haus passiert. Jedoch, wenn sich da keiner einigt, ist das auch doof. Kann man höchstens wieder mit zum Anw......das streite ich aber ab, weil das macht man unter einer Familie eigentlich nicht.

Meine Familie ist aber auch nicht besser.

Kommentar von muellfisch ,

Ich bin weiblich, 26 und mein Bruder ist 23.

Ach, mich nervt das alles nur noch. Dachte, wir wären uns einig gewesen und das Haus wird verkauft aber mein Vater hat gemeint, dass man Häuser momentan nicht verkaufen sollte. Hat er eventuell auch nicht ganz unrecht aber mich beschäftigen die Kosten, die eventuell kommen. Das möchte ich nicht.

Kommentar von schelm1 ,

Dank niedriger Zinsen sind die Immobilienpreise derzeit auf dem Höchststand!

Woher ihr Vater seine falschen Erkenntnisse zieht, mag sein wohlgehütetes Geheimnis bleiben.

Lösen Sie sich aus dieser kostenträchtigen Gemeinschaft und liqudieren Sie Ihren Anteil.

Antwort
von Halbammi, 8

Lass dich auszahlen. Dann können die alle machen mit dem Haus wie sie es wollen.

Antwort
von ivana211, 47

Die Frage ist erst einmal ob es überhaupt rechtlich zulässig ist dieses Haus ohne deine Zustimmung nicht zu verkaufen, hier solltest du zu einem Anwalt gehen.

Auch wenn dieses Haus teils dir gehört kannst du einen Teil vermieten es geht warscheinlich nicht dass er das ganze Haus mit deine Mutter bewohnt.

Ich würde gleich einmal einen Spaziergang zum Anwalt machen und schauen was er sagt.

Einen Tipp: Wer schreibt der bleibt. Immer alles schriftlich geben lassen damit genau solche Situationen nicht passieren.

Kommentar von muellfisch ,

Das Problem ist, dass ich natürlich nicht erneut einen solchen immensen Aufwand mit Anwaltskosten aufbringen möchte, wir hatten bis vor einigen Monaten erst ewig lange Stress wegen meiner Tante. Außerdem bin ich nicht scharf darauf, mich gegen meine Familie zu stellen. Und wenn sich das ganze auch ohne Anwalt lösen lässt, wäre mir das natürlich lieber... mein Vater meinte gestern, es wäre ein Mehrheitsbeschluss (die beiden haben mich also sozusagen "ausgestochen") was ich ganz böse aufgefasst hatte. Später meinte er, es wäre ein "Einheitsbeschluss". Ich habe das Gefühl, er weiß selbst nicht, was er erzählt.

Antwort
von ValidUsername, 38

Was genau is jetzt die Frage?
Das sie dich hintergangen haben is ja offensichtlich und nun?

Kommentar von muellfisch ,

Wie ihr reagieren würdet, was ihr tun würdet, wie auch immer.

Kommentar von ValidUsername ,

Einen Anwalt organisieren wenns nicht zivilisiert geht.

Antwort
von ErsterSchnee, 39

Wird doch bestimmt noch ganz amüsant, wenn du mit dem Mietvertrag um die Ecke kommst...

Kommentar von muellfisch ,

Welcher Mietvertrag?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Du stellst dein Drittel an dem Haus doch nicht kostenlos zur Verfügung, oder? Falls doch,  zieh ich auch da ein!😀

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