Frage von Paschi59, 923

Geht DVBT 2 mit meiner alten Zimmerantenne?

Hallo, ich möchte mir einen DVBT 2 Receiver kaufen, und möchte wissen, ob ich dafür auch eine neue Zimmerantenne brauche, oder ob die alte dafür auch geeignet ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JoGerman, 773

Antennen fangen lediglich die Sendefrequenzen auf und leiten diese an den Tuner (im Receiver oder im Fernseher) weiter.  

Erst im Tuner wird das Signal dann decodiert bzw. weiter verarbeitet und daraus Bild und Ton "errechnet".

Es ist also für die Antenne völlig egal, welches Signal auf dieser Frequenz transportiert wird. 
Solange die Maße der Antenne zur empfangenen Frequenz (Wellenlänge) passen, kann man Morsesignale, analoges Fernsehen, Radio, DVB-T, DVB-T2, digitales Radio (DAB) oder sonstwas damit empfangen. 

Da das frühere analoge Antennenfernsehen und DVB-T und DVB-T2 denselben Bereich benutzen, ist auch immer dieselbe Antenne nutzbar.  

"DVB-T-Antennen" waren und sind technisch nicht anderes, als "analoge" Antennen in neuer Verpackung. Sie sind völlig baugleich.

Wenn im Handel jetzt "DVB-T2-Antennen" angeboten werden, die auch noch "HD-tauglich" sind, kannst du das getrost als Kundenfang betrachten.
Streng genommen, ist ein nasser Strick oder ein Stück Klingel-Draht auch "HD-tauglich", sofern man es in den Antennen-Eingang stecken würde.       

Wer Ahnung hat, benutzt einfach die uralte Dachantenne weiter.
Hier ein Foto von meinem Dach. 

Gruß DER ELEKTRIKER  

Kommentar von JoGerman ,

P.S.  
Ganz wichtig für den Receiver-Kauf. Er muss den Decodierungsstandard HEVC verwenden, der auch als "H.265" bezeichnet wird.  

Kann er das nicht, ist eine Verarbeitung von deutschen HD-Programmen über DVB-T2 nicht möglich.  

Receiver für das europäische Ausland werden auch hier verkauft. Diese unterstützen nur "H.264". 
Damit ist in Deutschland nur DVB-T Empfang möglich, kein DVB-T2 

Kommentar von Paschi59 ,

Ich habe jetzt im Netz auf der Seite deutsche TV Plattform im Text die gleiche Information erhalten. Trotzdem möchte ich noch anmerken, das man bei dem Kauf eines DVBT-2 Receivers darauf achten sollte, das der Receiver auch über das Irdeto-System verfügt, sonst kann man später keine privaten Sender empfangen.

Kommentar von JoGerman ,

Das ist richtig. 

Oben wurde nach der Antenne gefragt, nicht nach dem Receiver. ;-)

Man benötigt zum Receiver außerdem eine kostenpflichtige Irdeto-Smart-Card, um die privaten Sender entschlüsseln zu können.  
Der Handelsname wird "Freenet-TV" sein.  

In der Startphase bis ca. Ende 2016 sollen die Privaten unverschlüsselt senden. In dieser Zeit sind alle privaten DVB-T2-Programme kostenfrei auch ohne diese Smart-Card (aber nur mit für Freenet-TV zertifiziertem Receiver) empfangbar.   

http://www.teltarif.de/dvb-t2-freenet-tv-kosten/news/64057.html  

Allerdings ist nicht jeder bereit, für zusätzliche monatliche Gebühren Programme zu empfangen, die eigentlich schon durch Werbung finanziert sind und teilweise Sendungen verbreiten,
die (vorsichtig gesagt) kulturell fraglich sind.
(siehe Nachmittags-Programm).  

Antwort
von Karsten1966, 578

Ich habe zu dem Thema auch schon mal ein bißchen rumgelesen.

In entsprechenden Foren heißt es, daß die Receiver mit einem Update nicht auf Stand gebracht werden können, d.h. es gibt ne Menge Elektroschrott. Für DVB-T2 wird eine andere Hardware benötigt, als für DVB-T.

Allerdings SOLLEN bisherige Antennen, mit denen man schon DVB-T empfangen hat, weiterhin auch am DVB-T2-Receiver funktionieren.

Ich selbst habe keine Erfahrungswerte dazu, habe dies aber gelesen.

Aber Du kannst es ja erst einmal mit der "alten" Antenne ausprobieren. Zur Not kannst Du dann ja immer noch ne neue kaufen....

Kommentar von JoGerman ,

Antennen fangen lediglich die Sendefrequenzen auf und leiten diese an den Tuner (im Receiver oder im Fernseher) weiter.  

Erst im Tuner wird das Signal dann decodiert bzw. weiter verarbeitet und daraus Bild und Ton "errechnet".

Es ist also für die Antenne völlig egal, welches Signal auf dieser Frequenz transportiert wird.
Solange die Maße der Antenne zur empfangenen Frequenz (Wellenlänge) passen, kann man Morsesignale, analoges Fernsehen, Radio, DVB-T, DVB-T2, digitales Radio (DAB) oder sonstwas damit empfangen.  

Herkömmliche Zimmerantennen sind für Frequenzen von 47 bis 850 Mhz gebaut, können also auch DVB-T und DVB-T2 und konnten früher das analoge Fernsehen empfangen, denn der Frequenz-Bereich ist von Anfang an immer der gleiche geblieben. 

Das war auch der Grund, warum das analoge erst abgeschaltet werden musste, um dann digital zu senden.
Jede beliebige Frequenz ist eben nur immer einmal belegbar. Deshalb dürfen z.B. alte Schnurlos-Telefone mit ausziehbarer Antenne heute nicht mehr genutzt werden, denn dort funken heute die Handys.  

Kleiner Tipp:
Das Wort "DVB-T-Antenne" ist eigentlich eine Lüge der Händler und ist mit dem Wort "Wasser-Schiff", "Sitz-Stuhl" oder "Seh-Brille" vergleichbar.
Dem unwissenden Kunden werden damit Artikel schmackhaft gemacht, die er unbedingt brauchen soll.
Letztendlich genügt aber ein Stück abisoliertes Antennenkabel in der passenden Länge, um Fernsehen zu empfangen oder einfach die alte Dachantenne.
  
http://www.cnet.de/39189229/dvb-t-antenne-fuer-5-euro-so-klappt-der-eigenbau/3/    

In schlechten Empfangslagen ist natürlich eine (gekaufte) Antenne mit eingebautem Verstärker die bessere Wahl, aber nur wegen des Verstärkers.  

Gruß DER ELEKTRIKER

Antwort
von mnlwrnr, 348

Man kann sich so eine Antenne auch selber bauen. Diese Antenne geht auch für DVB-T2. Die Materialkosten sind viel geringer als bei einer Kaufantenne.

http://www.cnet.de/41503233/dvb-t-antennen-im-eigenbau-bester-empfang-dank-refle...

Diese Selbstbauantenne hat eine hohe Empfangsleistung und kommt ohne Antennenverstärker aus. Sie kann z.B. am Balkon befestigt werden. Je genauer man die Antenne fertigt und sie entsprechend ausrichtet umso besser der Empfang.

Hier ein Schaltbild dazu. Es empfiehlt sich zwischen Innenleiter und der Antenne in Reihe noch einen Keramikondensator mit 220pF und 500V Spannungsfestigkeit zu löten. Er verhindert falls der Receiver eine Speisespannung liefert einen Kurzschluss. Der Kondensator ist ungepolt. Hier ein Schaltbild dazu wie der Kondensator angeschlossen wird:

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