Frage von Phos4, 225

Bezeichnung Asylant / Asylantenheim politisch korrekt?

Darf man jemanden als Asylanten bezeichnen oder ist das ein "böses" Wort?

Expertenantwort
von adabei, Community-Experte für Sprache & deutsch, 88

Gerade weil das Wort von vielen abwertend verwendet wird, benutze ich es nicht. Außerdem ist es auch sachlich nicht richtig.
Menschen, die in Deutschland einen Asylantrag stellen wollen, sind zunächst Asylbewerber und wohnen in Asylbewerberheimen.

Antwort
von Exisaur, 48

Grundsätzlich war das Wort selber mal "neutral" - seit den rassistischen Pogromen zu Beginn der 90er Jahre aber, wird es eigentlich nur noch von den Menschen benutzt, die es mit Geflüchteten nicht besonders gut meinen. Das kann man sehr leicht überprüfen, wenn man einfach mal "Asylanten" bei google eingibt. Da findet man ausschließlich negativ gefärbte bis extrem rassistische Artikel.

Ich glaube, dass es sich nicht lohnt, wenn man wirklich sachlich über Geflüchtete sprechen will, diesen Begriff zu benutzen - einfach weil man sich verbal auf die Seite derer stellt, die in der Regel um Sachlichkeit absolut nicht bemüht sind.

Antwort
von Rudolf36, 58

Für mich ist Asylant ein normales Wort für einen Menschen, der in D Asyl beantragt hat und auch Asylbewerber genannt wird. 

Aber jetzt fand ich diesen Artikel, der etwas anderes meint: http://www.sueddeutsche.de/politik/sprache-im-migrationsdiskurs-warum-asylant-ei...

Man sollte das Wort nicht in einen Topf werfen mit negativen Wörtern wie Ignorant oder Querulant, genauso könnte man es zu Fabrikant oder Ministrant stellen. Die Endung -ant (lat. -ans) beschreibt eine Tätigkeit, mehr nicht.

Die negative Einschätzung des Wortes Asylant dürfte durch die weit verbreitete negative Einstellung zu den Menschen Asylanten entstanden sein.

Dabei frage ich mich: worin liegt die besondere Qualität des "Deutschseins"? Und: wie habe ich es angestellt, dass ich in Deutschland geboren wurde? Ich weiß es nicht, also bin ich hier ein Ignorant. Und wohl auch ein pränataler Asylant.

Kommentar von Rudolf36 ,

Nachtrag:

Wer hat eigentlich das Wort Asylant erfunden? Man müsste es von einem kunst-lat. "asylans", also "asylare" ableiten, das es aber nicht geben kann, denn asyl ist griechisch, heißt "ohne Raub", soll einen sicheren Ort beschreiben. Wie macht man "sicherer Ort" zu einem Verb?

Kommentar von Deponentiavogel ,

Dieser Artikel geht ungemein an der Realität vorbei. 

Wer in der Allgemeinsprache von Asylwerbern, Asylbewerbern oder Asylsuchenden spricht, hat einen an der Waffel. Ich kenne keinen, der so spricht, und wenn jemand so spräche, dann würde man ihn blöd anschauen und augenverdrehend den Kopf schütteln.

Dass die Endung -ant abwertend sein soll, ist auch so ein unwissenschaftliches Konstrukt, das man sich als Rechtfertigung aufstellt. 

Ein Wort, so es nicht aus sich heraus eine Beleidigung ist, kann gar nicht böse sein. Ich kann der weltoffenste Mensch sein und von Negern sprechen, nur hat es sich hier eben schon vor langer Zeit eingebürgert, dass einem dann alle einen betretenen Blick zuwerfen oder entrüstet auffahren: Sie Rassist! So etwas sagt man heutzutage nicht mehr!

Da hat die politische Korrektheit erfolgreich die gesprochene Sprache manipuliert. Bei den Asylanten bahnt sich das nun auch an. Und bei den Deutschen fällt das ja auf fruchtbaren Boden: Wo man sich vor der weisen Obrigkeit verneigen kann, tut man das gerne, auch wenn man dabei zombieartig seine Sprachgewohnheiten ändert.

Antwort
von atzef, 52

Nein.

Ein Asylant ist sachlich und nüchtern betrachtet ein anerkannter Asylbewerber.

Ein Asylantenheim ist wiederum sachlich schlicht Blödsinn, da anerkannte Asylbewerber in aller Regel eben nicht mehr in den Heimen für Asylbewerber wohnen, sondern längst in einer eigenen Wohnung.

Kommentar von Jonas711 ,

Ein Asylant ist sachlich und nüchtern betrachtet ein anerkannter Asylbewerber.

Wo soll das so klar definiert sein?

Behörden benutzen den Begriff Asylant nicht und der Duden definiert einen Asylanten als "jemand[en], der um Asyl nachsucht". 

Kommentar von atzef ,

Die entsprechende Definition impliziert eigentlich die immanente Logik des Begriffs: Ein Elefant, ein Doktorand, ein Leutnant, etc. pp. SIND, als was sie bezeichnet werden. :-)

Der Duden zielt hier auf den unreflektierten Alltagsgebrauch ab und wäre hier für mich daher kein sinnvoller Maßstab.

Antwort
von SLS197, 83

Das ist völlig in Ordnung

Antwort
von Wuestenamazone, 90

Das kann man denn das sind sie und das ist nicht abwertend. 

Antwort
von ManuViernheim, 19

Das Wort Asylant ist kein Schimpfwort.

Den "Status" Asylsuchender kann man aber missbrauchen.

Antwort
von Skandius, 87

Das Wort ist angemessen.

es bietet sich auch die Bezeichnung Asylbewerber als Alternative an

Kommentar von heidemarie510 ,

Das geht natürlich auch! Ich hab sogar mal gelesen, dass Flüchtlinge, die diesen weiten Weg auf sich nehmen, z.B. aus Syrien, um nach Deutschland zu kommen, das sollen keine Flüchtlinge mehr sein, sondern Touristen...naja...

Antwort
von Deponentiavogel, 35

Es ist das einzige Wort, das man tatsächlich verwenden kann. 

Ein Asylant ist im Sprachgebrauch jemand, der um Asyl sucht. Das heißt nicht alle Flüchtlinge sind Asylanten – weil sie ja noch ohne Rast und Ziel auf der Flucht sein können –, aber alle Asylanten sind Flüchtlinge.

Welches Wort die Behörden benutzen, ist für echtes Deutsch unerheblich. Das deutsche Außenministerium gesteht Erdogans Türkei auch den offiziellen Namen ›Größtes Heiliges Sultanat unter den Sternen und der Sonne‹ zu, wenn man dann besser Diplomatie betreiben kann. 

Wenn man abfällig von Asylanten spricht, dann wird man auch abfällig von Asylbewerbern sprechen – das ja angeblich das korrektere Wort sein soll. Es gründet aber nicht auf Sprachgebrauch und ist eine Fantasiebildung. So wie man irgendwann auf die Idee gekommen ist, dass behindert ein zu starkes Wort wäre und Behinderte das Recht hätten, als Menschen mit gewissen Einschränkungen bezeichnet zu werden, denkt man jetzt, dass Asylant eine zu negative Konnotation hat. 

Also von dem Standpunkt aus: Nein, es ist nicht politisch korrekt. Politisch korrekte Sprache verhilft dem Politikern aber genau zum Gegenteil; sie befremdet und bringt nicht den Leuten nahe. Dass Trump lebwohl zu diesem Hokuspokus sagt, ist nur ein Grund für seinen Aufstieg ad astra.

Antwort
von TheAllisons, 90

Ist ein sehr böses Wort, auch das sind Menschen. Es gibt auch andere Wörter die  man da verwenden könnte

Kommentar von anti45 ,

zum Beispiel ?

Kommentar von Bube1602 ,

Welche denn?

Kommentar von TheAllisons ,

z.B. Freunde aus dem Ausland

Kommentar von anti45 ,

ich habe aber keine Freunde im Ausland !

Kommentar von ShinyShadow ,

Sorry, auch wenn ich zustimme, dass es andere, bessere Wörter gibt und dass "Asylanten" nicht sehr schön ist...

"Freunde aus dem Ausland"?! Also bitte! Das ist doch lächerlich! Fehlt noch, dass man über die Leute bald gar nichts mehr sagen darf... Wie bei den Schwarzen...

Kommentar von Bube1602 ,

Omg

Kommentar von SLS197 ,

Freunde aus dem Ausland, die man nicht mal kennt und in Deutschland Menschen durch Terror töten...tolle Freunde 

Kommentar von TheAllisons ,

ich kenne welche und es sind anständige Leute und schon Freunde geworden

Kommentar von Bube1602 ,

Man muss diese Leute nun wirklich nicht gleich vergöttern weil sie aus ihrer Heimat flüchten mussten. Mag sein das die arm dran sind aber meine Freunde pinkeln nicht am hellerlichten Tag mitten in der Stadt an Häuser und betteln nicht vor dem Supermarkt weil sie, (so stand es auf der Pappe), wieder zurück nach Hause wollen.

Antwort
von Marc8chick, 38

Das Wort ist kein "böses Wort". Du kannst es verwenden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community