Frage von nessa1405, 140

Zweithund ja oder nein, Wie sind eure Erfahrungen?

Hallo zusammen, ich habe jetzt schon unzählige Berichte gelesen, ob ein Zweithund schön für den Ersthund wäre, oder eher nicht. Zu meiner Situation, wir leben in einem Haus mit großem Grundstück, haben eine dreijährige Tochter, zwei Katzen und eine achtjährige Golden Retriver Hündin. Ich hätte gern einen Zweithund dazu, da ich denke, für einen Hund ist es immer schöner, wenn er einen Kameraden an seiner Seite hat. Einige Fachleute behaupten, ein Hund sollte nicht alleine gehalten werden, andere wiederum meinen, der Mensch ersetzt das Rudel. Meine Hündin ist Rüden gegenüber sehr aufgeschlossen und freut sich auch, tobt aber nicht oder zeigt Interesse am Spiel untereinander. Das war aber schon immer so :-) Wir hatten kürzlich einen sechsjährigen Cocker Spaniel in Pflege für zwei Tage. Es hat prima geklappt, meine Hündin hat sich so verhalten wie immer und der Rüde durfte sogar neben ihr auf einem seperaten Platz schlafen. Sie hat zwar nicht sonderlich großes Interesse an ihm gezeigt, war aber auch nicht komisch oder in irgendeiner Form böse oder verunsichert. Wie gesagt, sie war wie immer. Draussen im Garten schien sie sogar etwas wacher zu sein als sonst und hat ihn aufmerksam beobachtet, lief sogar manchmal zu den gleichen Stellen hin wie er und schnüffelte. Ich hätte wahnsinnig gern einen zweiten Hund, bin mir aber unschlüssig, ob ich meinem Hund tatsächlich einen Gefallen tue oder ob sie das total blöd finden würde. Um es noch zu erwähnen, sie ist sehr umgänglich, hat aber auch Hunde, die sie gar nicht leiden kann, die werden dann auch mal angeknurrt und weg gebellt. Selbstverständlich soll es kein quirliger Welpe sein, sondern schon ein Hund, der vom Wesen wie auch Alter passt. So wie unser Pflegehund eben. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir der ein oder andere Hundekenner einen Tip geben könnte :-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dsupper, Community-Experte für Hund, 76

Hallo,

ich kann dir nur die Erfahrungen mit einer Mehrfach-Hundehaltung schreiben, denn einen einzelnen Hund habe ich noch nie gehalten.

Hunde sind Rudeltiere und lieben es, unter ihresgleichen zu sein. Als Ersatz trifft das auch für die Familie zu, die der Hund sicher auch sehr liebt. Aber ein tatsächliches Rudel kann ein Hund mit Menschen nicht bilden.

Natürlich gibt es immer viele Faktoren zu bedenken:

- finanziell: ist es möglich, einen zweiten Hund zu finanzieren, auch u.U. anfallende hohe Tierarztkosten?

- zeitlich: na ja, so viel mehr Zeit muss man nicht aufwenden, denn fast alles, was man mit einem Hund macht, macht man gleichzeitig auch mit zwei Hunden (außer Fellpflege etc.)

Aber: einen Hund kann man im Notfall immer mal irgendwo unterbringen (natürlich nicht irgendwo, sondern innerhalb der Familie oder dem Freundeskreis). Bei zwei Hunden sieht das schon anders aus.

Bist du in der Lage, mit zwei großen Hunden spazierenzugehen und die kleine Tochter dabei zu beaufsichtigen? (wenn nötig)

Was machst du mit dem zweiten Hund, wenn dein jetziger Hund sich nach einiger Zeit dann doch ablehnend verhält? Obwohl es mit der notwendigen Geduld und Empathie immer möglich ist, Hunde miteinander zu vergesellschaften.

Dass du keinen quirligen Welpen oder Junghund deiner Hündin an die Seite stellst, ist dir ja schon bewusst - das finde ich sehr gut.

Ansonsten kannst du deine Hündin sicher am besten einschätzen. Ich persönlich kann eine Mehrhundhaltung immer nur befürworten und ein wirkliches Argument dagegen fällt mir eigentlich nicht ein.

Überlege gut und lange und dann

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von nessa1405 ,

Hallo Daniela, 

Ich danke dir sehr für deine ausführliche Antwort. Alle anderen Aspekte sind schon in Betracht gezogen worden, Betreuung ist durch meine Eltern gegeben, sollte mal Not am Mann sein. Meine Tochter ist morgens 6 Stunden im Kindergarten, sodass ich da freie Zeiteinteilung für die Hunde habe :-) und es sollte auch eher etwas mittelgroßes sein, kein sehr großer Hund. Ich arbeite von Zuhause aus, habe einen Hundesalon, auch da kann ich die Termine so legen, wie es eben passt. Und finanziell ist ein zweiter Hund auch kein Thema.

Das alles wäre schon abgeklärt, habe einfach nur Bedenken, dass meine Hündin vielleicht auf Dauer doch nicht glücklich mit der Situation ist. Das Problem liegt vermutlich eher bei mir, sie zu sehr zu vermenschlichen ;) sie hat eben schon einiges durch, war sehr krank (Tetanus), Kreuzbandriss und dann Op vor 3 Monaten. 

Antwort
von sukueh, 38

Ich hab auch bis auf die ersten beiden Anfangsjahre immer zwei Hunde gehabt. Je nach Kombination ein Herz und eine Seele (auch wenn mich  "Fachleute" gewarnt haben, dass diese Kombination nicht gut gehen würde) oder wie aktuell - ein vorsichtiges Miteinander. Der ältere der beiden Hunde stammt aus dem ausländischen Tierschutz und in seinem Fall merkt man - obwohl er recht rasch nach Deutschland vermittelt worden ist - doch sehr, dass er instinktiv mehr auf Unabhängigkeit und Überleben gepoolt ist als Spiel & Spaß und gemütliches Miteinander mit einem Hundekumpel. Die oft wohl überlebensnotwendige "Rivalität" und eine Abneigung gegen zu viel Nähe ließen sich auch in fast 10 Jahren, in denen er jetzt bei uns ist, nicht zu 100% wegkriegen.

Die Entscheidung ob Zweithund oder nicht muss aber wohl jeder für sich selbst entscheiden und ich glaube, man sollte dann auch selber zu 100% hinter dieser Entscheidung stehen.

Als ich mir den zweiten Hund angeschafft habe, habe ich eigentlich nicht daran gezweifelt, ob ich es tun sollte oder ob es Probleme geben könnte, sondern ich wollte einfach noch einen weiteren Hund. Mit dieser Einstellung habe ich dann wohl auch instinktiv mögliche Probleme vermieden; von anderen vorhergesagte Probleme traten gar nie ein. Es hängt also meiner Meinung nach zu einem Großteil von dir ab, ob es gut läuft oder halt eben nicht.

Bei meinem ersten Zweithund habe ich übrigens meine damalige Hündin mit zum Aussuchen des Zweithunds mitgenommen. Die Dackeldame war sonst immer sehr interessiert an anderen Hunden - an diesem Tag aber absolut desinteressiert. Wir haben uns einen Welpen geholt, ihr hätte wohl der Papa der Welpen besser gefallen :-) Daheim war sie dann erstmal einen Tag ziemlich beleidigt mit uns. Am zweiten Tag war dann von ihrer Seite aus alles okay und die beiden lebten sehr friedlich zusammen bis zum Tod der Dackeldame.

Antwort
von MiraAnui, 40

Ich hab zwei Hunde...brauchen tun sich die zwei nicht... sie leben zusammen aber nicht miteinander... ganz selten spielen sie zusammen...zusammen schlafen, eng beieinander? Never.

Nur bei Stress (Streit..) halten sie zusammen wie Pech und Schwefel

Ich geh so oft wie möglich getrennt spazieren, da jeder der beiden eigene Intressen hat. Das kostet mich eine unmenge an Zeit..gerade am Wochenende..

Ich kenne aber auch Hunde, die sind ein Herz und einer Seele. Die putzen sich, schlafen und spielen zusammen.

Ihr kennt euren Hund am besten. Wenn ihr einen passenden findet wieso nicht. Das Tierheim oder die Orga wird euch helfen, den richtigen Hund zu finden.

Ihr müsst euch aber Bewusst sein: mehr Hunde = mehr Kosten an Geld und Zeit^^

Kommentar von nessa1405 ,

Huhu :-) wie weit sind denn deine beiden auseinander vom Alter? Und wie lange sind sie schon zu zweit?

Kommentar von MiraAnui ,

Ca. 2,5 jahren... sind mutter und Sohn (dank meiner mutter... ._.)

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 50

wenn man einen gut erzogenen hund hat, der keine probleme hat ist es moeglich einen 2. hund zu holen.

wichtig ist der hund sollte im alter und temperament aehnlich sein. nimm aber bitte unbedingt deinen hund mit um einen kumpel auszusuchen!

informiere dich ueber mehrhaltung von hunden, da aendert sich einiges gerade in der begegenung mit anderen hunden

ansonsten finde ich das immer optimal. wir leben jetzt seit jahren mit 2 hunden (ruede und huendin). sie sind ein echtes dreamteam.  

auf dem bild ist noch ein 3.(besuchshund) zu sehen..leider ist dann auf dem sofa kein platz mehr  fuer menschen)

Antwort
von annaskacel99, 51

Wir hatten auch Jahrelang nur 1 Hund, und als wir uns einen 2. geholt haben, wurde der 1. viel "lebendiger".

Gassi gehen ist jedoch anstrengender, zumindest wenn deine Hunde nicht "gut erzogen" sind. Mit meinen beiden geht es nur halbwegs gut und kann auch schon mal nervenaufreibend sein...

Wie du jedoch gesagt hast das deine Hündin hin und wieder auch andere Hunde verbellt etc. möchte ich dir nur sagen das sich 2 Hunde enorm "reinsteigern" können bzw. sich gegenseitig von Bellen her "übertrumpfen" wollen und sich gegenseitig immer höher "pushen".
Sprich: 2 Hunde können eine starke Belastung sein, es reicht das einer von beiden bellt und meist steigt der zweite sofort mit ein.

Das ist meine Sicht, trotzdem würde ich nie wieder einen Hund alleine halten.
Lg:)

Antwort
von Goodnight, 49

Zuerst würde ich mit einem 3-jährigen Kind nicht noch einen zweiten Hund in die Familie holen. Die Zeit für den Aufwand geht eindeutig am Kind ab.

Wenn man einen zweiten Hund hat, heisst das auch, dass man auch immer wieder allein mit einem Hund unterwegs sein sollte. Hunde müssen sich allein wie in Gemeinschaft der Umwelt stellen können.

Wenn man argumentiert, dass ein zweiter Hund wegen dem ersten Hund angeschafft werden soll, finde ich, dass es auch die gleiche Rasse sein soll. Zumindest aber eine artverwandte Rasse. Was der Spaniel den ihr zum Hüten hattet ja auch ist.

Einen verzogenen erwachsenen Hund würde ich meinem Golden auch nicht zumuten wollen. Ein Welpe würde meinen Hund sicher gefallen, dagegen aber spricht bei dir, dass du noch ein Kleinkind hast, das deine Zeit und Aufmerksamkeit braucht. 

Stellt sich noch die Frage, wem man 2 Hunde überlassen kann, wenn man aus welchen Gründen auch immer, selber ausfällt?

Was ein Hund kostet weisst du ja, ganz einfach nebenher läuft ein zweiter Hund nicht.

Antwort
von ichbinbesserals, 79

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Zweithund sowohl dem bereits vorhandenen Hund als auch den Besitzern gut tut. Jedoch solltest du darauf auchten deinem Hund , falls er sehr dominant ist, nicht unbedingt einen weiteren Hund als Kumpel holen. Ansonste profitiert der Zweithund nur von ihm und lernt schneller. Das sind zumindest meine Ehrfahrungen und gib ihnen Zeit sich aneinander zu gewöhnen

Kommentar von ichbinbesserals ,

*einen weiteren dominanten Hund

Kommentar von nessa1405 ,

Nein, dominant ist sie gar nicht, sie verhält sich immer neutral und geht Streit aus dem Weg. Danke fürs schnelle Antworten :-)

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