Frage von sitnalta, 150

Zwangsstörung - Was kann ich tun?

Hey, Mir ist es ein wenig unangenehm, das hier jetzt zu schreiben, aber ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich bin momentan noch minderjährig und lebe auch noch bei meiner Familie. Meine Familie könnte man wirklich als Musterfamilie beschreiben. Alles scheint perfekt zu sein und alles muss auch perfekt sein. Nur leider bin ich es nicht. Ich habe schon sehr lange enorme soziale Probleme und auch viele, welche mich selbst betreffen. Ich habe darüber nie geredet. Natrülich nicht. Ich muss ja perfekt sein. Genauso perfekt wie meine Geschwister. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich, bis ich 18 bin, nichts dagegen tun kann und ich habe gelernt damit zu leben, ohne dass jemand etwas von meinen Problemen merkt. Soweit ist also alles gut, aber ich leide nun auch schon sehr lange unter einer Zwangsstörung. Es ist nicht die einzige die ich habe, aber sie ist die Schlimmste. Auch damit konnte ich umgehen, doch seit diesem Jahr wird es immer und immer schlimmer. Die Störung beeinflusst meinen Altag. Ich kann nicht klar denken. Ich weiß genau, dass diese Zwänge nicht real sind, völlig unbegründet sind, aber ich kann nichts dagegen tun. Wenn ich versuche es zu unterlassen, wird der Druck in mir immer stärker. Was genau es für ein Zwang ist, will ich nicht sagen. Aber es macht mich wirklich verrüclkt. Und es wird immer und immer schlimmer. Ich komme damit nicht zurecht. Ich habe Angst, dass es meiner Familie bald auffällt. Das darf nicht passieren. Aber alleine schaffe ich das nicht. Ich weiß nicht, was ich tun kann. Ich will das nicht mehr. Es muss endlich aufhören. Die Störungen zerstören mein Leben. Ich beginne mich anders zu verhalten, gegenüber Familie und Freunden.Aber wenn diese Störrung auffliegt, werden vielleicht auch meine Probleme ans Licht kommen. Aber so kann es nicht mehr weitergehen. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß, dass mir hier niemand wirklich helfen werden kann, aber trotzdem wäre ich für jegliche Art von Tipps, sehr sehr dankbar.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nashota, 91

Ich hatte mal einen extremen Waschzwang, die einigen schlimmen Phobien geschuldet waren. Mir hat letztendlich nur eine Therapie geholfen.

Perfektionsansprüche zerstören aber auch für sich allein genommen. Es wäre also ganz gut, wenn du mal zuhause den Mund aufmachen würdest.

Kommentar von Schneefall222 ,

Da hilft ehrlich gesagt nur eine Therapie. Und zwar eine Konfrontationstherapie. Ich habe habe auch schon mehrere durch. Wenn du willst kann ich dir zwei Kliniken nennen die so etwas machen. Aus welchem Bundesland kommst du?

Kommentar von Nashota ,

Das muss nicht zwangsläufig eine Konfrontationstherapie sein. Erst mal muss klar sein, wo die Ursachen einer Zwangshandlung liegen.

Kommentar von Schneefall222 ,

Sorry falsches Feld.

Kommentar von sitnalta ,

Aber was soll ich denn zu Hause sagen? Alle wären enttäuscht. Ich habe einen gleichaltrigen Cousin und wir stehen schon immer im Wettkampf gegeneinander. Wer besser sein wird. Ich will meine Eltern nicht enttäuschen... Ich kann zu hause nichts sagen. :/

Ich wohne in Hessen.....

Schonmal danke an euch beide :)

Kommentar von Nashota ,

Das, was bei dir abgeht, sollst du sagen.

Warum muss man im Wettkampf stehen? Habt ihr sonst keine Hobbys oder Probleme, um mal ganz direkt zu fragen? Damit setzt ihr euch nur sinnfrei unter Druck.

Du enttäuschst nicht deine Eltern, sondern in erster Linie dich. Oder verlangen deine Eltern Perfektion von dir? Falls sie es tun, wäre es an der Zeit, ihnen zu sagen, dass sie das bei sich selbst ausleben sollen, andere aber damit in Ruhe lassen sollten, da es überflüssiger als Wasser ist, perfekt sein zu müssen.

Jede Zwangshandlung hat einen Auslöser. Und es wäre ganz gut zu wissen, was du zwanghaft machst. Hier kennt dich keiner. Und es gibt 100e Zwänge, du bist also nicht allein damit geschlagen.

Kommentar von sitnalta ,

Ich will das mit dem Wettkampf ja nicht. Aber er besteht schon, seit ich in die erste Klasse gehe. Das ganze geht nicht von uns beiden, sondern von unseren Eltern aus. Mir ist es eigentlich egal, wer von uns die Schule oder was auch immer besser abschließt.

Ja, das tun sie. Aber wenn ich etwas sagen würde, würde es die ganze Situation nur verschlechern. Sie würden mich nie akzeptieren und auf mich hinabblicken und das ist wirklich das letzte, was ich jetzt gebrauchen kann. Mein zu Hause ist bisher noch der letzte Ort, wo ich akzeptiert werde. In der Schule bin ich isoliert. Mobbing etc. zum Glück nicht mehr.Und auch sonst überall gehöre ich nicht wirklich dazu. Ich bin eine Außenseiterin. Ich brauche diesen Anschluss an meine Eltern, an meine Famillie.

Kommentar von Nashota ,

Eine Therapie kannst du nicht verschweigen. Von daher kannst du es auch gleich sagen. Dann wird deinen Eltern wenigstens von professioneller Seite aus gesagt, dass ihre Erziehung und ihre Ansichten grundfalsch sind.

Es ist krankes Denken, wenn sie auf dich herabblicken, wenn du nicht funktionierst, wie sie sich das einbilden.

Kommentar von sitnalta ,

Aber es muss doch irgendwie eine Möglichkeit geben, dass ich das alleine in den Griff bekomme oder...?

Kommentar von Nashota ,

Nein. Es scheint ein Familienproblem zu sein und deshalb halte ich es für dringend angebracht, dass alle davon erfahren und mitbehandelt werden.

Es ist wie gesagt von deinen Eltern mehr als falsch, dich so unter Druck zu setzen.

Und glaub mir, ich weiß, wie es ist, das Vorzeigekind sein zu müssen. Meine Eltern haben von mir zwar keine Perfektion erwartet, aber ich musste trotzdem immer besser als meine Geschwister sein. Hab ich mir was geleistet, war das immer was anderes, als bei meinen Geschwistern.

Meine Zwangshandlungen rührten später aus anderen Gründen her. Aber das angepasst sein müssen aus meiner Kindheit und Jugend spielte trotzdem mit hinein.

Deine Eltern müssen wirklich wissen, dass etwas und was definitiv falsch läuft. Was jetzt nicht gerichtet wird, trägst du sonst in dein Erwachsenenleben. Und das kann sich auf alle Bereiche auswirken und ist erfahrungsgemäß nicht lustig.

Kommentar von sitnalta ,

Aber die Zwangsstörungen kommen doch nicht von der Familie? Ich komme ja mittlerweile mit Familie und den Ansprüchen zurecht. Nur nicht mit diesen Zwängen.

Wie bist du sie denn losgeworden?

Es dauert ja auch nicht mehr so lange, bis ich 18 bin. Und ab da kann ich dann ja eine Therapie machen, ohne dass es jemand merkt. Ich brauche nur eine Zwischenlösung... :/

Kommentar von Nashota ,

Ich weiß ja nicht, was du für Zwänge hast. Ich weiß nur, dass jede dieser Handlungen eine Ursache hat. Dass ich meinen Waschzwang entwickelt habe, lag zum Beispiel an meiner rundum stinkenden Beziehung. Meine Seele hat sich Dinge gesucht, die mit Gerüchen zu tun hatten. Und kam ich mit ihnen in Berührung, hab ich mir fast die Haut vom Körper geschrubbt.

Solche Verbindungen werden auch bei dir zu finden sein, denn ich vermute sie hinter dem Druck, in jeder Situation funktionieren zu müssen. Ausläufer davon können sich dann auch in Zwangshandlungen niederschlagen.

Was wiederum bedeutet, dass es auch mit deiner Familie zu tun hat. Und insbesondere deine Eltern müssen verstehen und begreifen, was sie mit ihren unnötigen und unnatürlichen Anforderungen anrichten und angerichtet haben.

Ich war dazumal ein Vierteljahr in einer Tagesklinik und danach noch ein Jahr in ambulanter Gesprächsbehandlung. Und da wurden mir eben die Augen geöffnet, wo meine Zwänge ihre Ursachen hatten. Für mich war das sowohl faszinierend, als auch mehr als logisch. Die Seele ist nicht dumm, sie verschafft sich auf ihre Weise Gehör.

Das, was ich über mich gelernt habe, musste ich natürlich zuhause allein auch Schritt für Schritt umsetzen. Es hat mich aber insgesamt 10 Jahre meines Lebens gekostet, die ich nicht wieder bekomme.

Deshalb kann ich dir nur raten, dass du deine Probleme nicht auf die lange Bank schiebst und noch einige Jahre abwartest. Es wird nicht besser, sondern schlimmer.

Davon abgesehen sind die Wartezeiten für Therapien heutzutage leider lang, sie können bis zu 2 Jahren betragen. Auch deshalb solltest du nicht warten, sondern dich sofort um Hilfe kümmern.

Kommentar von sitnalta ,

Ich habe diesen Beitrag zwar nur wegen den Zwangsstörungen geschrieben, aber ich hatte auch erwähnt, dass ich noch andere Probleme habe. Ich will niemandem von diesen anderen Problemen genauer berichten, aber ich denke, dass ein Therapeut, sie bemerken würde. Und das will ich auf keinen Fall.

Ich weiß, dass Ärzte etc. Schweigepflicht haben, aber trotzdem bin ich mir sehr sicher, dass er mit meinen Eltern über einige meiner anderen Probleme reden würde.

Das ist ebenfalls ein Punkt, wieso ich, während ich noch minderjährig bin, nicht zum Therapeuten will.

Ich weiß, dass es immer schlimmer wird. Aber das ist nun mal so.

Du sagst du hattest dieses Waschzwang. Gibt es denn keine TRicks, mit denen man Zwänge kurzfristig austricksen kann? Ich habe selbst einiges Versucht, aber nichts hat wirklich funktioniert.

Kommentar von Nashota ,

Ein guter Therapeut wird dein ganzes Leben durchleuchten, egal, wie alt du bist. Und wenn du daran interessiert bist, deine Probleme zu lösen, solltest du auch über alles reden und auch die mit ins Boot holen, die darin involviert sind. Also deine Eltern.

Du tust dir keinen Gefallen, deinen Eltern bis zum Sanktnimmerleinstag eine Fassade von dir zu präsentieren.

Denke darüber in Ruhe nach.

Es gibt keine Tricks, seine Zwänge zu überlisten. Man muss sich seinen Problemen stellen. Ehrlich, schonungslos und offen.

Kommentar von sitnalta ,

Danke für deine Hilfe... Ich werde darüber nachdenken.

Kommentar von Nashota ,

Ich wünsche dir alles Gute. Und wenn sich was bei dir getan hast, kannst du ja noch mal eine Rückmeldung machen. Ich würde mich freuen. :-)))

Kommentar von sitnalta ,

klar, mache ich.

Kommentar von Schneefall222 ,

Bei mir hat es am besten geholfen eine Konfrontationstherapie. Muss aber jeder selbst wissen mein Angebot bez der Adressen besteht weiterhin.

Kommentar von Nashota ,

Es kommt wie gesagt auf den Zwang selbst an. Ich hab meine Zwänge und Phobien mit einer Gesprächstherapie bekämpft.

Kommentar von sitnalta ,

Ich weiß zwar nicht, ob ich wirklich die Mittel und die Chance habe, um dahin zu gehen, aber es wäre sehr nett, wenn du mir Adressen nennen würdest. Ich wohne, wie schon oben erwähnt, in Hessen.

Antwort
von bikerin99, 61

Du bist in einer schwierigen Situation, perfekt sein zu wollen, sich unheimlich anstrengen müssen und dann noch eine Zwangsstörung. Das Typische einer Zwangsstörung ist, das Wissen der Sinnlosigkeit und doch nicht anders können. Zwangsstörungen sind eine Form der Angststörung. Häufig kommen dann noch Depressionen dazu.
Je länger du mit einer therapeutischen Behandlung wartest, desto größer ist die Gefahr, dass sie sich verstärkt und sich auf andere Teile deines Lebens ausbreitet. Du hast ja jetzt schon einen Teil deiner Lebensqualität verloren.
Kein Mensch ist perfekt, weder deine Eltern noch deine Geschwister und es ist für alle furchtbar anstrengend diesem Image gerecht zu werden.
Eine Zwangsstörung ist eine Krankheit und du bist nicht verantwortlich, dass du darunter leidest, aber für deine Gesundung.
Gibt es in deiner Familie, vielleicht Oma, Opa, jemanden, zu dem du Vertrauen hast, der dich so annimmt, wie du bist? Kannst du mit dieser Vertrauensperson einmal reden, wie es dir geht, damit sie dich unterstützen kann, dass du therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen kannst?
Sonst rufe zumindest bei der Jugendhotline an, hole dir Hilfe, du hast es verdient.
Wünsche dir den Mut, dass du dir Hilfe suchst. Alles Gute.

Kommentar von sitnalta ,

Ich weiß, ich merke ja selbst, wie es in letzter Zeit immer extremer wird.

Aber ich dennke schon, dass ich selbst dafür verantwortlich bin. Ich bin schuld an meiner Situation.

Nein. Wirklich vertrauen tue ich niemandem aus meiner Familie oder auch keinem meiner Freunde. Das hat spezielle gründe, welcher aber jetzt wirklich zu lange dauern würden, zu erklären. Ich habe seit langem Internetfreunde. Sie sind die einzigen, die von meinen Problemen wissen. Aber auch sie können mir nicht helfen und auch dort ist es mir unangenehm, einfach ganz offen alles zu erzählen.

Aber danke für deine Antwort. Das mit der Hotline könnte ich wirklich einmal versuchen. :)

Kommentar von bikerin99 ,

Du bist nicht verantwortlich für deine Zwangsstörung, jedoch verantwortlich, dass du Hilfe suchst und annimmst. Alles Gute.

Antwort
von 2015Lala, 55

Ich hatte mal eine Zwangstörung und sie ohne Therapie oder dergleichen wegbekommen. Ich hatte aber den Willen etwas zu ändern.

Kommentar von sitnalta ,

Wie hast du das denn hinbekommen? Ich habe es auch schon versucht. Aber es funktioniert einfach nicht. Es beworkt eher das Gegenteil.

Kommentar von Nashota ,

@ Lala

Den Willen braucht man immer. Richtig starke Zwänge brauchen aber meist Hilfe. Es geht sicher nicht nur darum, dass man seine Schuhe oder Stifte in Reih und Glied anordnet.

Kommentar von 2015Lala ,

Es hat mein Leben stark beeinträchtigt.

Kommentar von 2015Lala ,

Schreib mich doch hier mal an

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