Frage von Neutralis, 106

Wird man nicht verrückt, wenn man zu viel weiß?

Man verknüpft mit einzelnen Wörtern ja immer mehr und mehr, wenn ich heute das Wort Physik höre, denke ich an hunderte Sachen, wobei ich gerade mal die Oberfläche dieses Wissens angekratzt habe.

Antwort
von ChloeSLaurent, 47

Manchmal ist es wirklich schwierig, viel zu wissen. Vor allem dann, wenn man sein Wissen nicht so anwenden kann, wie es tatsächlich verfügbar ist.

Das gibt auch Konflikte, definitiv. Vor allem hin und wieder mit sich selbst. Mir zum Beispiel passieren dann Fehler. Da ich das hinterher aber merke, muß ich dann eben unter Umständen korrigieren. Das ist oft ein Weg auf Messers Schneide. Sehr viel Diplomatie gefragt.

Vielleicht gibt es das auch - nun auf deine Frage bezogen - daß man das nicht als verrückt bezeichnen sollte, sondern als Gabe? (macht aber auch nicht immer glücklich)

Kommentar von ChloeSLaurent ,

Ich hätte meine Antwort noch bearbeiten können, wären mir aber die Sekunden unter den Fingern weggeschwommen.

Ich bin auch ein Mensch mit einem gewissen Maß an Vorbelastung - um es mal so auszudrücken. Gibt es sogar eine Geschichte drüber. Gehört aber hier jetzt nicht her.

Jedem Menschen steht es eben auch mal zu, daß es einem richtig dreckig geht. Der Punkt bei mir war auch mal erreicht, ich stoße öfters immer mal wieder an meine Grenzen, macht aber nix.

Ich habe dazumal im Raucherraum des Klinikums - waren in dem Moment fast alle von der Station drin, logisch - den Spruch gebracht: "Leute, bitte Ende der Diskussion! Wir sind die Normalen und werden nur auf das Leben da draußen wieder vorbereitet. Basta."

Auf den Spruch bin ich bis heute stolz.

Ich hab mich oft so beschrieben, daß meine Festplatte voll ist und mal defragmentiert werden sollte. Diese Auslegung fanden sogar Ärzte gut, in dieser Form es auszudrücken

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 82

Hallo Neutralis,

ich mal wieder :-) Ja, könnte man! Die Weisheit liegt im Selektieren. Das Wissen allein macht nicht verrückt, aber die Informationsflut, der wir heutzutage ausgesetzt sind, ist riskant. Deshalb denke ich, dass es wichtig ist, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.

Und das kann man schaffen, über bewußte Wissenssammlung. Was Du beschreibst, gerade mal die Oberfläche angekratzt zu haben wird verstärkt, je mehr man weiß.

Mir erging es mal vor einer Prüfung so, dass ich soooo viel wußte, dass ich aber subjektiv das Gefühl hatte, je mehr ich wußte, gar nichts zu wissen. Verstehst Du, was ich meine?

LG

Kommentar von Neutralis ,

Ich denke schon. An sich ist es auch logisch, da alles was man erfährt mehr Schlüsse und Gebiete eröffnet. Es vermehrt sich ständig. 

1.Was ist Gravitation -> Eine Krümmung in der Raumzeit. 

Nun hat man nicht mehr nur eine Frage. Man fragt sich was Raum,Zeit,die Raumzeit und Krümmungen sind. Sprich also, desto mehr man weiß, desto mehr Fragen hat man und desto größer wird der Überblick aufs Ganze.

Kommentar von Buddhishi ,

Genau, und dann geht es darum, sich nicht zu 'verzetteln', denn je mehr man ins Detail geht, umso größer scheint die Verwirrung zu werden. Und das - übertragen auf's Internet - hat, glaube ich, viel mit der Ver(w)irrung mancher Menschen zu tun, die eben nicht in der Lage sind, den 'Hauptweg' weiterzuverfolgen, sondern immer mehr auf 'Nebengleise' zu gelangen und dann den Überblick zu verlieren.

Siehst Du das auch so?

Kommentar von Neutralis ,

Ja kann schon sein. Manchmal verstehe ich nicht, wieso die Leute nicht mehr mitkommen und den Faden verlieren. Vielleicht liegt es an diesen mangelnden Überblick der "Haupt- und Nebengleisen".

Kommentar von Buddhishi ,

Ich denke schon, aber das hat m. E. auch etwas damit zu tun, dass die meisten Menschen ihr Gehirn brachliegen lassen. Sie sind oft unkonzentriert, unbewußt und lassen sich leicht ablenken. Und das wiederum könnte etwas mit der Konsumhaltung zu tun haben: das eigene Denken wird auf ein Minimum reduziert und 'man läßt denken' und konsumiert die vorgekauten Dingen. Und das wiederum macht letztendlich ziemlich dumm. Aber es schützt vor zu viel Wissen. Ein irrer Kreislauf, oder? Gelebt werden, statt selbst zu leben und zu denken.

Dr. Lütz oder so ähnlich, von einer Psychiatrischen Klinik in Köln-Wahn (man beachte die Orts- und Wortwahl - in schon ein Kalauer in sich ;-D) hat u. a. ein Buch geschrieben: Hilfe, wir sperren die Falsche ein, oder so. Da beschreibt er - wie ich finde - ganz gut, wie irre das sogenannte 'Normale' ist.

Kommentar von ChloeSLaurent ,

Hallo Buddhishi!

Weil wir nicht wissen, was wir haben, fragen wir uns immer, was uns fehlt

Kommentar von ChloeSLaurent ,

........

Kommentar von Buddhishi ,

Ich kann Dir gerade leider gar nicht folgen. Wovon sprichst Du? Bitte um Erklärung. LG

Antwort
von 22mpm22, 60

Man wird nicht verrückt weil man zu viel weiß. Das Gehirn verbindet ja unbewusst beim lernen Fakten, auch wenn sie nicht dazugehören. Wenn ich zum Beispiel beim bio lernen die ganze Zeit  ein bestimmtes Lied höre, verbinde ich es ja automatisch mit dem Stoff, den ich lerne und wenn ich das Lied später wieder höre, erinnere ich mich an das lernen zurück. Ich weiß nicht ob das bei jedem so ist, aber ich verbinde schon immer die zusammenhangslosesten Dinge miteinander und dadurch hab ich ein super Gedächtnis bekommen und bin nicht verrückt geworden 😃

Antwort
von Tidus0000, 28

Neutralis, Neutralis, du bist ja ziemlich oft hier! Scheint so als wärst DU ziemlich wissbegierig.

Aber ja, durchaus. Das ist ein Weg zum Wahnsinn. Denn wer sehr viel weiß,und immer mehr wissen will wird irgendwann an Grenzen stoßen. Entweder weil die Person vor einem Problem steht, das sie nicht lösen kann, und so frustriert ist, dass sie zu viel nachdenkt, und auf Theorien oder Lösungen kommt, die absolut,naja, unlogisch oder verrückt sind.

Oder weil sie so oft und viel rumprobiert, doch immer wieder scheitert, und nach einer Zeit nur noch das gleiche macht. Da fällt mir gerade ein Zitat ein, ich meine es ging so: ,,Wahnsinn bedeutet immer das gleiche zu tun und doch etwas anderes zu erwarten."

Antwort
von Dahika, 14

Nein, warum. Zuviel kann man gar nicht wissen. (es sei denn man hat zufällig einen Mord gesehen und soll deswegen umgebracht werden, weil man zuviel weiß ;-)

Ansonsten ist das Gehirn ganz gut, um das herauszufiltern, was man gerade braucht.

DAs ist wie beim Autofahren. Rechts und links stehen Tausende von Verkehrsschildern, aber man sieht nur die, die man gerade braucht. 

Antwort
von ChloeSLaurent, 5

Hinterfrage mal deine eigene Frage, die Du eigentlich hiermit gestellt hattest!

Das Unwissbare wird mit tatsächlich unerklärlichen Dingen förmlich verblendet und somit ist es dem logischen Menschenverstand gar nicht möglich auf etwas zu antworten, was in Worte nicht zu fassen ist.

Ich habe das schon bedacht.

Antwort
von Bleihorn, 81

Kommt darauf an WAS man weiß....

Wenn es nur um Naturgesetze geht, dann bezweifel ich dass man dadurch seinen Verstand verlieren könnte.

Kommentar von Neutralis ,

Bei welchen Wissensgebiet denn sonst ?

Kommentar von Bleihorn ,

Zum Beispiel: Wer alles auf der Welt korrupt ist. Wer Kinder mißbraucht hat. Wer das nächste Attentat oder Terroranschlag verüben will. Zu wissen, dass zu bestimmten Zeiten gewisse schlimme Dinge passieren werden und man sie nicht verhindern kann. Sowas würde das Gewissen zu stark belasten und man kann den Verstand verlieren. Oder man würde abstumpfen, was dazu führen würde, dass man aufhört Mensch zu sein.

Antwort
von Pateick, 7

Es gibt kein zu viel Wissen man kann nicht alles wissen

Antwort
von astroval18, 52

Naja du kennst ja in Goethes ,,Faust", was passieren kann, wenn man zu viel weiß :D

Antwort
von Wrakas, 68

Das Gehirn ist ein "unendlicher biologischer Speicher" doch kann man schon verrückt werden. Es gab mal jemanden der nichts vergessen konnte. Er wurde verrückt.

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