Frage von CBA123ABC321, 155

Wie ist es mit einen Betreuer?

Falls jemand Psychisch Krank ist - in welchen Fällen bekommt er einen Betreuer? Muss er den Betreuer selber (teilweise) zahlen? Was darf der Betreuer? Darf der Betreuer den Psychisch Kranken z. B. verbieten ein Auto zu kaufen? Muss der Psychisch Kranken alles was er kaufen will, den Betreuer melden? Gibt es Betreuer die sich in finanzieller Hinsicht nicht einmischen und wenn, wofür könnte ein Betreuer noch gut sein?

Habe viele Gerüchte von Psychisch Kranken gehört und wollte wissen, ob die wahr sind, daher die Fragen.

Danke im Voraus!

P. S. bekommt auch einen Betreuer, wenn man Depressionen und Asperger Syndrom hätte (aber nicht sich selbst oder andere gefährdet)?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JaniXfX, 36

Oha, ich fürchte da muss man mal aufräumen.

Also eine psychologische Erkrankung wird in der Regel therapeutisch (ambulant oder stationär) behandelt. Ggf. wird sie medikamentös unterstütz. Da ist keine Betreuung vorgesehen und auch eine Depression bekommt in (meiner Schätzung nach) 90% der Fällen keine zusätzliche Betreuung.

Wann ist eine Betreuung sinnvoll? Wenn der Patient seinen Alltag nicht mehr in den Griff bekommt. Dann kann eine Betreuung helfen, zunächst belastende Aufgaben unterstützend mit anzugehen und Baustellen/ Brennpunkte abzubauen, damit eine Genesung überhaupt möglich ist. Was Du hier konkret fragst, ist der Fall der Bevormundung. Es gibt durchaus Erkrankungen (z.B. Manie), die eine realistische Einschätzung des Alltags überhaupt nicht mehr ermöglicht. Maniepatienten schaffen es in manischen Phasen, sich mit mehreren 100.000 Euro zu verschulden. Und das binnen einer Woche. Das bedeutet, sie sind in diesem Fall nicht mehr zurechnungsfähig. Diese Unzurechnungsfähigkeit muss jedoch erst mal festgestellt werden - und das geht in Deutschland nicht so einfach, jemanden zu bevormunden. Dafür muss ihm zunächst mal die Urteilsfähigkeit (auch von unabhängigen Gutachtern) juristisch aberkannt werden. In der Regel übernehmen das (wenn möglich) auch Familienangehörige.

Darüber hinaus ist es ein entscheidender Punkt - wie ein Abkommen zwischen Patient und Therapeut - während der Therapie keine fundamentalen Entscheidungen zu treffen. Das hat damit zu tun, dass eine Therapie durch verschiedene Phasen geht und ggf. ein Patient auf die Idee kommt, seine Ehe zu scheiden, die Kinder zu verklagen und das alte Leben hinter sich zu lassen. Dass die Konsequenzen dieser Entscheidung nicht bedacht werden und alles am Ende verschlimmern, kann in einer Absprache mit dem Therapeuten herausgestellt werden. Deshalb sollten solche Änderungsideen nicht gleich umgesetzt, sondern immer mit der Betreuung/ dem Therapeuten abgesprochen werden.

Antwort
von SarahV85, 71

Eine Freundin von mir hatte eine Betreuerin. Diese sollte meiner Freundin eigentlich helfen ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen nach dem Unfalltod eines Familienmitglieds. Allerdings ist sie da an eine echt schlechte Betreuerin geraten. Meine Freundin bekam 40€ in der Woche als Hushaltsgeld, alles was an Rechnungen war, sollte die Betreuerin erledigen. Anschaffungen die über die 40€ hinaus gingen mussten mit der Betreuerin abgeklärt werden. Meine Freundin ging später vor Gericht um diese Frau wieder los zu werden, denn die hat eigentlich nichts gemacht wofür sie bezahlt wurde. ZB musste das Auto meiner Freundin repariert werden, die Dame stimmte dem aber nicht zu, also hatte meine Freundin kein Geld um es machen zu lassen und hat Schwierigkeiten im Job bekommen. Sie hatte keinerlei Infos was auf ihrem Girokonto ist, keine Info was abgeht und was raufgeht. Nichts.... Nur die 40€ bekam sie und sonst gar nichts. Als meine Freundin dann vor Gericht ging, sollte die Dame alles offen legen was sie in dem Zeitraum mit dem Geld gemacht hat, denn das Konto war zwar nicht überzogen aber es war auch kein Guthaben da, trotz Vollzeitjob. Naja, ich denke wenn man Hilfe brauch, ist das vollkommen okay, wenn man aber an ein faules Ei gerät, dann ist man echt verloren denn alleine darf man nichts mehr entscheiden.

Kommentar von Tursikussi ,

...sollte die Dame alles offen legen was sie in dem Zeitraum mit dem Geld gemacht hat, denn das Konto war zwar nicht überzogen...

Gut, dass ihr euch gewehrt habt! Hat das Gerichtsverfahren Klärung bringen können? Es gibt doch wirklich Menschen, die schrecken vor keiner Schandtat zurück.

Antwort
von skyberlin, 49

Die Betreuung Hilfebedürftiger ist gesetzlich geregelt, und umfasst verschiedene Aufgabenbereiche.

Wenn kein Familienmitglied oder ehrenamtlicher Betreuer bestellt wird, zahlt der Staat die Kosten für z.B. einen Notar oder Anwalt.

Wenn die Betreuung auch die Vermögens- und Finanzangelegenheiten umfasst, sind Kaufentscheidungen abzustimmen.

Weitere Infos unter:

http://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/wiki/Betreuerpflichten

Antwort
von SaVer79, 69

Einen Betreuer bekommt man dann, wenn man sich um bestimmte Dinge nicht mehr selber kümmern kann - zum Beispiel notwendige Anträge bei Behörden stellen, sich selber um seine Gesundheitsversorgung kümmern, Entscheidungen bzgl des Wohnortes treffen oder eben auch sich um seine finanziellen Dinge kümmern! Für was der Betreuer zuständig ist, entscheidet das Gericht!

Antwort
von Gordon313, 19

Also ich bin mit meinem Betreuer sehr zufrieden. Er hilft mir in allen Dingen, außer im finanziellen Dingen, das kann ich selber (mittlerweile).

Ich war in einer Fachklinik wegen Selbstmordversuch, auch wegen starken Depressionen. Nach knapp vier Monaten war ich wieder raus. Man hatte mir einen in der Klinik einen gesetzlichen Betreuer geraten. Den Vorschlag habe ich angenommen.

Mich kostet er nichts. Beim Gespräch in einer Abteilung für Betreuung im Gericht wurde genau festgelegt, für was er da ist. Das ist zwar schon mein zweiter Betreuer, weil der erste verstorben ist. Aber auch der erste war Top.

Antwort
von HalloRossi, 39

Es kommt darauf ob du einen gesetzlichen oder pädagogischen Betreuer meinst ( oder beides). Grundsätzlich sind die aber da um dir zu helfen und nicht um was zu verbieten

Antwort
von bonny112, 45

Es gibt mehrere Arten von Betreuung ich habe zu eine rechtsbetreuung aufgrund höher Schulden Mi den ich allein überfordert War dann hätte ich wegen meiner Krankheit 2 mal hausbetreuung beide halfen mir zu beim einkaufen Haushalt nach draußen gehen usw. Bevor jedoch sowie überhaupt geht muß man ein schreiben vom Psychiater bekommen das an die Krankenkasse geht denn ich musste alle Betreuer nicht bezahlen leider hat mein Vorgänger recht es kommt immer auf den Betreuer an ob der gut oder schlecht ist mein erster Betreuer War sehr mies kümmerte sich um nix half mir nie der 2te aber qm genau das Gegenteil. Höfe hab dir damit bißchen geholfen Gruß bonny

Antwort
von webya, 31

Das kommt auf den Bereuungsumfang drauf an. Die wurde doch sicher schriftlich (gerichtlich) festgelegt. Darin steht dann vielleicht auch dass  die Finanzen über den Betreuer zu regeln sind.  Der Betreuer wird da u.U. auch zu gezwungen, dieses zu überwachen. Um sich nicht regresspflichtig zu machen, muss er Geld zuteilen oder auch Käufe überwachen. 

Aber eine psychische Beeinträchtigung ist ein sehr breites Gebiet. Das geht von gelegentlichen Depressionen bis zu Autismus, Demenz, Delir, Psychosen ....

So pauschal kann das nicht beantwortet werden.

Antwort
von voayager, 16

Alles Nähere dazu ist mit einem Arzt abzuklären. Auch die Krankenkassen erteilen die passenden Auskünfte.

Antwort
von Nycto, 61

Er ist so gesehen ein Assistent der dir bei bestimmten Angelegenheiten hilft. Bsp auch finanzielle somit auch der Kauf eines Autos ....

Antwort
von mohrmatthias, 40
Antwort
von ErwirdKanzler, 70

nein, den betreuer musst du nicht bezahlen, auto weiß ich jetzt nicht, aber wenn du in den urlaub willst, muss er das zb erlauben

ich denke, auto auch, du wirst nicht mehr mündig sein

ist auf jeden fall nicht gut

Kommentar von SaVer79 ,

Wenn der Betreute über ausreichend Geld verfügt, so muss er den Betreuer natürlich auch selber zahlen

Kommentar von ErwirdKanzler ,

kewl, ich hatte einen kollegen getroffen, den ich 5 jahre nicht gesehen hatte, der hatte einen, war recht erschreckend für mich, ich hatte ihn eigentlich so als halbwegs "normal" eingestuft

Kommentar von CBA123ABC321 ,

Sind Betreuer bei Psychisch Kranken eigentlich eher selten oder gewöhnlich? Ich denke, so ein Betreuer kostet doch viel Geld und meine Mutter meinte, dass es daher selten der Fall ist. 

Ich habe angeblich Depressionen, aber sicher bin ich mir nicht. Traue mich aber auch nicht zum Psychiater, weil ich Angst habe, dass ich auch einen Betreuer bekomme.

Kommentar von ErwirdKanzler ,

du bekommst nicht einfach so einen, nur, wenn es den anschein hat, dass du alleine nicht klar kommst

Kommentar von Zappzappzapp ,

Du solltest auf jeden Fall zum Psychiater gehen, um das klären und Dich falls notwendig behandeln zu lassen. Der Psychiater ist ein Arzt, der Dich behandelt. Er kann keinesfalls einen Betreuer für Dich bestimmen.

Die Entscheidung für eine Betreuung ist ein langwieriger Prozess, der abschließend vom Vormundschaftsgericht entschieden wird.

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