Frage von Litania, 80

Welcher Behindertengrad bei Absencen-Epilepsie?

Hallo,

bei mir wurde vor kurzem eine Absencen-Epilepsie festgestellt. Zuerst habe ich versucht, das ganze zu verdrängen, doch in den letzten Wochen habe ich verstärkt bemerkt, dass es oft Momente gibt, wo ich einfach wie weggetreten bin. Wurde aufgrunddessen auch fast von einem Auto angefahren.

Ich möchte daher jetzt einen Behindertenausweis beantragen.

Kann mir jemand sagen, welchen Behindertengrad man üblicherweise bei einer Absencen-Epilepsie bekommt?

Gruß, Litania

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Siraaa, 47

Das hängt von der Häufigkeit der Anfälle ab. Bei den "kleinen" Anfällen, bekommt man i.d.R. schonmal weniger, als wenn du in der gleichen Anzahl Grand Mal Anfälle hättest.

Überlege außerdem auch, welche möglichen Nachteile dir eine (Schwer)-behinderung bringen könnte. Bist du z.B. noch Schülerin, dann hast du eigentlich gar keine Vorteile bei einem GdB, den wahnsinnig viel wirst du vermutlich nicht bekommen und Merkzeichen wahrscheinlich auch eher weniger.

Mir wurde z.B. aus dem Grund vor 5 Jahren davon abgeraten einen GdB zu beantragen...damals hätten die Nachteile überwogen bzw. hätte ich einfach nix davon gehabt. Mittlerweile habe ich GdB 40 (jetzt im Widerspruch)...da ich fokale Anfälle mit langen Pausen habe, bekomme ich bzgl. der Epi nicht mehr. (Bin auch nicht deswegen im Widerspruch)

Les dich hier mal durch

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Epilepsie---Schwerbehinderung-561.h...

Wenn es ganz frisch ist, dann würde ich dir aber raten noch ein bissl zu warten. Normalerweise wird nach 6 Monaten erst beurteilt. Denn eingestellt ist es ja möglicherweise dann deutlich besser. (Hatte z.B. selbst auch anfangs GM Anfälle und wöchentlich etwa 10-20 fokale Anfälle und bin dann relativ schnell ziemlich gut Anfallsfrei geworden) 

Antwort
von Negreira, 37

Neben einigen anderen krankheitsbedingten Baustellen kommt bei mir eine Epilepsie aufgrund einer Hirnblutung dazu, die lt. Bescheid 40 % Behinderung ausmacht. Da allerdings die Prozente nicht addiert werden, sonst hätte ich nämlich einen Behinerungsgrad von etwas an die 180 %, wird man Dich, wenn überhaupt, ziemlich niedrig einstufen. Welche Nachteile ein solcher Antrag mit sich bringt, kann ich Dir nicht beantworten, ich sehe eigentlich nur Vorteile.
Solltest Du einen Antrag stellen wollen, dann schick denen alle Unterlagen, die Du hast, gleich mit dazu, dann geht es schneller. Ablehnen können die natürlich immer und einen neuen Antrag kann man auch jederzeit wieder stellen.

Wie sieht es denn mit den Medikamenten aus? Nimmst Du die auch regelmäßig? Damit bekommen man die Anfälle recht gut in den Griff. Gute Besserung.

Kommentar von Litania ,

Danke auch für deine Antwort.

Ich sehe Vorteile in der Anerkennung eines Behindertengrades, denn ich habe massive Schwierigkeiten im Berufsleben.

Leider habe ich auch nicht nur eine Absencen-Epilepsie, sondern auch Bronchialasthma, Arthrose in der Wirbelsäule und Depressionen. :-(

Kommentar von Litania ,

Ich nehme Lamotrigin.

Kommentar von Negreira ,

Gegen meine epileptischen Anfälle nehme ich Levetiracetam. Aber für das Athma, die Arthrose und die Depressionen wirst Du auch Schwerbehindertenprozente bekommen, da kommt es eben immer auf die Schere der Erkrankung an. Such für alles, was Du in den letzten 2 Jahren an Befunden auskramen kann, Kopien raus und reich sie zusammen mit einem romlosen Antrag auf Erteilung einer Schwerbehinderung ein. Anschriften findest Du Sicher im Internet. Du kannst die Unterlagen auch im Amt direkt abgeben, die Pförtner haben Antragsformulare da. Ausfüllen, abgeben, und dann warten, denn die sind nicht ganz so schnell. Das kann ohne weitere ein ganzes Jahr dauern. Wenn Du einen neuen Befund bekommst, weil Du wieder ins Krankenhaus mußt oder in Behandlung, sammeln, wenn der Antrag abgelehnt werden sollte, innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen und die neuen Unterlagen mit einreichen. Irgendwann muß man damit anfangen. LG.

Antwort
von Akka2323, 51

Wahrscheinlich nicht so viel. Du musst durch Gutachten belegen, inwieweit Du im Alltag eingeschränkt bist.

Antwort
von PuzzlesChoice, 36

Da wirst du wohl wenig Glück haben. In deinem Fall wird es mit Medikamenten noch gut einstellbar sein.

Ein guter Freund von mir hat die Krankheit von der übelsten Sorte, mit akustischen und optischen Halluzinationen.

Er mußte nicht nur seinen Behindertenausweis einklagen, sondern auch vor Gericht die Rente beantragen.

Von ärztlicher Seite wurde ihm frech mitgeteilt, daß er ja noch laufen kann.

Ich wünsche dir viel Glück.

Antwort
von baindl, 30

Kann man nicht genau beurteilen, da es auf den Einzelfall ankommt.

Anhaltspunkte sind hier zu finden:

Epileptische Anfälle

GdB/GdS

Sehr selten: generalisierte (große) und komplex fokale Anfälle mit Pausen von mehr als einem Jahr; kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Monaten

40

Selten: generalisierte (große) und komplex fokale Anfälle mit Pausen von Monaten; kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Wochen

50-60

Mittlere Häufigkeit: generalisierte (große) und komplex fokale Anfälle mit Pausen von Wochen; kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Tagen

60-80

Häufig: generalisierte (große) und komplex fokale Anfälle wöchentlich oder Serien von generalisierten Krampfanfällen; kleine und einfach-fokale Anfälle täglich

90-100

Nach weiteren drei Jahren Anfallsfreiheit bei weiterer antikonvulsiver Behandlung

30

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Epilepsie---Schwerbehinderung-561.h...

Antwort
von peace1287, 35

Kann man so pauschal nicht sagen! Aber absence Epilepsie ist wohl noch die mildeste form... 

Kommentar von Litania ,

Ja, Absencen sind die mildeste Form, aber ich bin dadurch im Alltag ständig unaufmerksam und bekomme vieles nicht mit. :-(

Habe das lange Zeit einfach als "Tagträumerei" abgetan.

Kommentar von peace1287 ,

Mhh nun wie gesagt mann kann das nicht pauschal sagen. Aber wie schon gesagt wurde hier, kommt es darauf an wie sehr du im alltag dadurch beeinträchtigt bist.. und das ist wiederum, natürlich in der deutschen Bürokratie von unzähligen faktoren zusätzlich abhängig... 

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