Frage von blackandwhiteca, 123

Was passiert bei der Märzrevolution?

Hey Leute, Schreibe bald eine Geschichtsarbeit über die Zeit von 1815-1845. aufgrund der Karlsbader Beschlüsse haben sich die meisten ins Private zurückgezogen und sich den Einschränkungen und der Zensur hingegeben. (Biedermeier) Andere haben sich da gegen gewährt (vormärz)

Soweit noch richtig? Was passiert jetzt währrend der Märzrevolution (bitte einfach erklärt ich muss Geschichte verstehen sonst wird es nicht logisch...) Wie hängt die Märzrevolution mit der Biedermeier jetzt zusammen und wie endet das ganze?

Danke !

Expertenantwort
von Albrecht, Community-Experte für Geschichte, 105

Epoche 1815 - 1848

Für die Zeit 1815 - 1848 in der deutschen Geschichte werden mehrere Bezeichnungen verwendet. Zum Teil werden diese Bezeichnungen auch auf etwas unterschiedliche Zeiträume bezogen.

Restaurationszeit wird der Zeitraum 1815 – 1848 (zum Teil auch nur 1815 – 1830) genannt, weil eine weitgehende Restauration (Wiederherstellung) der Verhältnisse vor der Französischen Revolution geschah und so eine starke Macht der Fürsten durchgesetzt wurde. Liberale und nationale Bewegungen wurden unterdrückt und die Bevölkerung von der Obrigkeit bevormundet.

Vor allem kulturgeschichtlich wird die Zeit auch Biedermeier genannt, mit dem Gesichtspunkt eines verbreiteten Rückzugs aus großen politischen Fragen und einem Engagement für diese. Hoffnungen in der Zeit der Kriege zur Befreiung von französischer Fremdherrschaft waren in der Folgezeit enttäuscht worden. Der 1815 gegründete Deutsche Bund war ein Staatenbund, zu dem viele souveräne Einzelstaaten gehörten. Bürger zogen sich ins Privatleben zurück, in eine angestrebte private Idylle, in einen überschaubaren häuslichen Bereich, zu Heim und Familie und in kleine Freundeskreise.

Vormärz ist eine Bezeichnung für die Zeit 1815 – 1848 (oder auch 1830 [Julirevolution in Frankreich, in Deutschland zum Teil verstärkte Proteste und Aufruhr] – 1848, seltener 1840 [In Preußen wird Friedrich Wilhelm IV. König] – 1848) unter dem Gesichtspunkt, der Märzrevolution vorauszugehen. Unzufriedenheit und Versuche der Gegenwehr gegen Unterdrückung und Bevormundung werden in den Blick genommen, eine dem biedermeierlichen Rückzug aus der Politik ins Private entgegengesetzte Bewegung spielt eine wichtige Rolle.

Schülerduden Geschichte : das Fachlexikon von A – Z. Herausgegeben und bearbeitet von der Redaktion Schule und Lernen. 6., aktualisierte Auflage. Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich : Dudenverlag, 2009, S. 78 (Biedermeier):  

„Das B., zeitlich zwischen 1815 und 1848 angesiedelt, wird in Bezug auf die politischen Entwicklungen auch als → Restauration oder → Vormärz bezeichnet. Die allgemeine nationale Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit nach den → Befreiungskriegen, die politische Unfreiheit und wirtschaftliche Krisensituation führten vielfach zu einer Abkehr von der Politik, von philosophischen Leitvorstellungen bis hin zum Lebensüberdruss. Das desillusionierte Bürgertum zog sich resignierend in den überschaubaren, unpolitischen häuslichen Bereich oder in kleinere Freundesgruppen zurück.“

B. = Biedermeier

Märzrevolution

Zusammenhang zwischen der Märzrevolution und dem BiedermeierBiedermeier ist ein Zeitraum vor der Märzrevolution. In der Zeit des Biedermeier wurde auf Wünsche und Bedürfnisse des Großteils der Bevölkerung von den Fürsten und Regierungen wenig Rücksicht genommen und an einem politischen System festgehalten, dem die meisten Bürger nicht zustimmten. Die Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen, soziale Spannungen und Probleme und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Landwirtschaft (schlechte Ernten), Handwerk und Gewerbe insbesondere in den Jahren 1846 und 1847 waren Ursachen der Revolution 1848/1849.

Ereignisse in der Märzrevolution

Die Februarrevolution in Frankreich 1848 war ein Funken für weitere revolutionäre Erhebungen in einer Anzahl europäischer Staaten. In Deutschland begann dies Ende Februar 1848 im Großherzogtum Baden.

Es gab Proteste, Demonstrationszüge (z. B. zu Schlössern, Rathäusern und Landtagen), Volksversammlungen und teilweise Erhebungen und Aufruhr in ländlichen Gegenden (Agrarrevolten). Die Bürger stellten formulierte Forderungen («Märzforderungen») wie Pressefreiheit/Beseitigung der Zensur, Versammlungsfreiheit, Vereinsfreiheit, schriftliche Verfassungen (Konstitutionen), Schaffung eines deutschen Nationalstaates mit einer Verfassung und einer eigenen gesamtdeutschen Regierung, Geschworenengerichte, Volksbewaffnung/Bürgerwehr/Volksheer, Wahlen zu einem einzuberufenden deutschen Parlament.

Die Fürsten konnten dies nicht alles durch Zögern und Versuche von Gegenmaßnahmen abwehren und erklärten sich zu Zugeständnissen bereit. In vielen Gegenden war das liberale Bürgertum nahezu ohne Gewalt erfolgreich. In einigen Staaten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen mit Blutvergießen, so in Österreich und Preußen (Errichtungen von Barrikaden und Straßenkämpfe zwischen Soldaten und Bürgern in Wien und Berlin).

Es kam vielfach zum Sturz der Regierungen, Regierungen wurden umgebildet oder vollständig durch neue Regierungen ersetzt («Märzregierungen»/«Märzkabinette»). In großer Anzahl wurden (gemäßigt) Liberale als Minister eingesetzt («Märzminister»). Die Monarchen blieben Herrscher außer in Bayern, wo Ludwig I. (wegen einer privaten Affäre mit der Tänzerin Lola Montez in besonderen Schwierigkeiten) zugunsten seines Sohnes (Maximilian II.) abdankte.

Kommentar von Albrecht ,

einige Daten:

3. März 1848 Deutscher Bund hebt Pressezensur auf

5. März 1848 Heidelberger Versammlung (ein Ergebnis der Beratungen war die Einsetzung eines Siebenerausschusses, um eine Nationalversammlung vorzubereiten, z. B. durch Einladung zu einem Vorparlament)

10. März 1848 Höhepunkt der Agrarrevolte in Baden

13. März 1848 Sturm auf das Ständehaus in Wien, Schüsse von Soldaten auf einen Demonstrationszug, Rücktritt des österreichischen Staatskanzlers Metternich

18./19. März 1848 Straßen-und Barrikadenkämpfe in Berlin, Friedrich Wilhelm IV. zieht dann Militär zurück, ist genötigt, sich vor den aufgebahrten Bürgern, die Opfer der Kämpfe waren («Märzgefallene») in Ehrung zu verbeugen

20. März 1848 in München Rücktritt des Königs Ludwig I, von Bayern

21. März 1848 feierlicher Umritt des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. in Berlin mit schwarz-rot-goldener Schärpe, verkündet einen Willen zur Einheit und Freiheit, erklärt, Preußen gehe fortan in Deutschland au

f31. März 1848 in Frankfurt am Main Beginn des Vorparlaments

Ende

Die Märzrevolution ist die Anfangszeit der Revolution 1848/1849. Aus Wahlen ging eine Nationalversammlung hervor, die in der Frankfurter Paulskirche tagte, und versuchte, eine Verfassung und eine zentrale Reichsgewalt zu schaffen. Ein Gegensatz von Liberalen (für eine konstitutionelle Monarchie, Kompromissen mit den Monarchen und dem Adel zuneigend) und Demokraten innerhalb der Revolutionäre trat zunehmend in Erscheinung.

Eine großdeutsche Lösung (deutscher Nationalstaat mit Österreich) erwies sich unter den gegebenen Bedingungen als nicht tatsächlich machbar. Daher wurde eine Verfassung mit kleindeutscher Lösung (deutscher Nationalstaat ohne Österreich) beschlossen. Die Monarchen hatten in der Zwischenzeit wieder an Stärke zugenommen. Friedrich Wilhelm IV. von Preußen lehnte die ihm angebotene Kaiserwürde (erblich für den König von Preußen) ab. Die Revolution wurde mit Gewalt niedergeschlagen.

Antwort
von tanjaT3, 88

Märzrevolution war ne Revolution der Bürgerlichen, die gescheitert ist und deshalb hat sich danach keiner mehr für Politik interessiert (Biedermeier)

Kommentar von voayager ,

Falsch, Biedermeier, das war die Zeit von 1815 -1848!

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