Frage von majesticc89, 234

Was ist das beste Audioformat und mit welcher Bitrate?

Es gibt viele Threads, in denen von bestimmten Audioformaten berichtet wird, aber keine eindeutigen Meinungen. Ich würde gerne wissen, was den das beste Audioformat ist (beispielsweise um auf meinem Handy mit Beats Musik zu hören) und welche Bitrate ihr empfehlen könnt. Klar ist das "FLAC" Format vermutlich mit das Beste und hat kaum Qualitätsverlust, aber da sind mir die Dateigrößen etwas zu groß.

(Hintergrund dieser Frage ist einfach, dass ich meine Musik gerne im .mp3 Format mit 320kbps hatte. Nun habe ich dasselbe Lied im .m4a Format mit 260kbps ergattert und da gibt es einen deutlichen Qualitätsunterschied)

Antwort
von karajan9, 193

Wie du mit FLAC schon angesprochen hast: Meistens wird die größere Audiodatei den besseren Klang geben, weil mehr Infomationen drinstecken. Grundsätzlich sind auch höhere Bitzahlen besser, resultieren aber auch in einer größeren Datei.

Abwägen, welche Qualität und welche Dateigröße du haben möchtest, kannst nur du, denn Ohren sind unterschiedlich und nehmen Differenzen unterschiedlich wahr. Vielleicht hörst du noch Unterschiede zwischen zwei Bitraten, die anderen nicht auffallen.

Die kompremierten Codecs geben sich alle nicht so viel. Mit mp3, ogg (vorbis) oder opus kannst du wenig falsch machen.

Unterschiede zwischen Dateien können aber auch aus anderen Ecken kommen. Wenn jemand eine Audiodatei bearbeitet oder erst in sehr niedriger Qualität speichert und dann wieder in einer höheren, sind die Informationen natürlich weg. Du müsstest also schon wissen, wo genau deine Dateien herkommen, um das wirklich beurteilen zu können.

Kommentar von majesticc89 ,

Sprich ein und dasselbe Lied im MP3 Format (mit 320kbps), kann dennoch Unterschiede aufweisen, wenn eins davon von 128kbps auf 320 hochskaliert worden ist. Also ist die Quelle entscheidend.

Von dem "ogg" habe ich noch nie etwas gehört. Wird das Format von gängigen Geräten unterstützt? Und spricht was gegen M4A (bzw. ACC)?

Kommentar von karajan9 ,

Exakt. Wenn du es ein Mal auf 128kbps runterskaliert hast, hast du die Informationen quasi vernichtet und auch ein hochskalieren auf 320kbps wird daran nichts mehr ändern.

Hauptunterschied ist wohl, dass ogg im Gegensatz zu mp3 Open-Source und lizenzkostenfrei ist. Dir ist das wahrscheinlich nicht bewusst, aber jedes Gerät, was mp3 können soll, muss einen bestimmten Betrag an die Fraunhofergesellschaft abdrücken. Wir Endnutzer bleiben im Moment noch davon verschont, aber sie könnten damit halt machen, was sie wollten. Mir ist das etwas unsympathisch und das Problem gibts bei ogg eben nicht.

Eben weil es Open-Source und kostenlos ist, kann jeder moderne Browser das Format und auch auf meinem Android ist das kein Problem. Auch die meisten Musikprogramme sollten damit funktionieren, aber das kommt wohl immer drauf an.

Mit acc kenne ich mich leider nicht aus, das habe ich noch nie verwendet, sorry.

Kommentar von majesticc89 ,

Ok, interessant. Werde das "ogg" mal versuchen. Spricht ja grundsätzlich nichts dagegen, danke :)

Kommentar von mguenther5 ,

Der Endnutzer bezahlt es am Ende halt mit dem Kaufpreis von den Abspielgeräten.

Bei MP3 ist es gar nicht so dramatisch. Der beste MP3-Encoder ist das OpenSource-Projekt "LAME" und ab nächstem Jahr laufen auch die verbleibenden Patente aus.

Vorbis hat vor allem daher einen Qualitätsvorteil, da es um 2000 veröffentlicht und standardisiert wurde, während MP3 ursprünglich noch bis in die 80er hereinreicht.

Antwort
von knallpilz, 164

Das beste Audioformat ist Schallplatte. Hat die größte Informationsdichte.

Einheitliche Meinungen wirst du nirgends finden.

Es gibt auch manchmal mp3s, die einfach ne minderwertige Quelldatei oder sowas hatten. Da bringt dann die neue Bitrate auch nichts, wenn es ursprünglich doch von ner 192kbps-Datei kommt. Kann also Zufall sein.
Was hast du denn für ein Handy, dass man da solche Unterschiede hört?

Bei solchen Billiglautsprechern reichen 320kbps-mp3s in der Regel aus.

Man kann mit flac und entsprechend anderen lossless Codecs auch nicht-lossless rippen. Eine .flac-Datei kann 500kbps haben oder 600 oder auch 3000. Kommt auf den jeweiligen rip an.
Aber du musst im Endeffekt selber wissen, ab wann dir was zu groß ist.
Darüber hinaus kommt es auf die Musik an, wieviel verloren geht. Bei nem klassischen Orchester gibt's halt deutlich mehr Frequenzvielfalt als bei Lady Gaga.

Kommentar von majesticc89 ,

Ich habe ein S7 Edge. Aber ich höre ja nicht mit dessen Handylautsprechern sondern über "gute" Kopfhörer. Mir ist schon klar, dass man ein gesamtes Orchester lieber mit FLAC hört, als über 128kbps mp3. Mir gings jetzt eher um Mainstream-Musik. Ich bin nicht bereit für ein Lied, dass ich in 1 Monat wieder vergessen habe 80MB Speicher zu benutzen. Allerdings lege ich bei Musik schon gerne wert auf Qualität, weshalb ich immer versucht habe Musik mit 320kbps zu holen. Gut das mit der Quelle war mir neu (wobei mit etwas nachdenken auch logisch). Also muss man wirklich aufpassen. Ich dachte nur, wenn man schon für Musik zahlt, dass sie dann immer in "best möglicher Quali" angeboten wird.

Kommentar von mguenther5 ,

Also erst mal: Beats sind leider keine guten Kopfhörer. In Vergleichen landen die Produkte immer weit hinten und vor allem auch hinter deutlich günstigeren Konkurrenzprodukten.

Man sollte sich bei MP3 nicht so auf die 320 versteifen. Jeder aktuellere Codec (Ogg und AAC) nutzt standardmäßig eine variable Bitrate. Die Option gibt es bei MP3 auch, weshalb man eine Bitraten von durschnittlichen 256 kbit/s variabel als das qualitative Maximum bezeichnet.

Kommentar von mguenther5 ,

Was meinst du mit "hat die größte Informationsdichte"?

Eine Schallplatte kann unter guten Bedingungen um die 12-13 kHz sauber erfassen (Vergleich CD: 20 kHz) und kommt auf ca. 40 dB Dynamikumfang (Vergleich CD: 96 dB).

Kommentar von knallpilz ,

Keine Ahnung, hatte ich einfach angenommen....so Halbwissen halt. :)

Kommentar von mguenther5 ,

Man kann mit flac und entsprechend anderen lossless Codecs auch nicht-lossless rippen. Eine .flac-Datei kann 500kbps haben oder 600 oder auch 3000. Kommt auf den jeweiligen rip an.

Was genau soll das denn heißen? FLAC ist immer verlustfrei. Ob eine Datei nun durchschnittlich 500 oder 1000 kbit hat, ist von der Komplexität der Musik abhängig und hat nichts mit der Qualität zu tun, die natürlich konstant hoch ist. 

Kommentar von majesticc89 ,

Bearbeitet ihr Musik selber? Wenn ja mit welchen Programmen?

Und noch eine Frage: Kann man auch eine "schlechte Musikdatei (bspw. unter 100kbps mp3) in ein FLAC umwandeln, oder kann man bei FLAC bedenkenlos zugreifen?

Es geht hauptsächlich um Musik für unterwegs.

Kommentar von mguenther5 ,

Und noch eine Frage: Kann man auch eine "schlechte Musikdatei (bspw. unter 100kbps mp3) in ein FLAC umwandeln, oder kann man bei FLAC bedenkenlos zugreifen?

Es macht allgemein keinen Sinn, eine mp3-Datei in FLAC umzuwandeln. Das Umwandeln allein kann nämlich keine Qualität dazugewinnen. Am Ende hast du nur eine FLAC-Datei, die deutlich größer als die mp3 ist, aber in keiner Weise mehr Qualität aufweist.

Sinn macht es nur, wenn die Musik bereits verlustfrei vorliegt. Das ist z.B. der Fall, wenn du deine CD-Sammlung als WAV rippst. Es gibt auch einige Downloadshops, die direkt FLACs als Download anbieten. Nach meiner Erfahrung ist es aber dennoch in der Regel günstiger, die CDs neu oder gebraucht zu kaufen und selbst zu rippen.

Bearbeitet ihr Musik selber? Wenn ja mit welchen Programmen?

Zum Kopieren meiner CDs nutze ich ExactAudioCopy. Das kann CDs bitgenau auslesen und, wie der Name schon sagt, dadurch exakte Kopien erstellen. Wie es genutzt wird, kann man hier gut nachlesen: http://www.audiohq.de/viewtopic.php?id=47

Allgemein kopiere ich erst mal als FLAC auf die Festplatte und erstelle dann daraus, je nach Bedarf, mp3s, AACs oder was auch immer.

Zum Konvertieren, Taggen und Wiedergeben nutze ich foobar2000. Auch dazu gibt es gute Anleitungen: http://www.audiohq.de/viewtopic.php?id=13

Kommentar von majesticc89 ,

Meine gesamte Musik von CDs zu rippen, muss ich auch mal machen. Frage ist natürlich, inwiefern das legal ist. Aber seis mal drum. Auf Android Geräten würde sich dann vermutlich ogg-Vorbis anbieten oder?
Ich habe jetzt eine "loseless" Musikdatei gedownloaded (eine freie Musik-Seesion, Unbekannter Künstler), mit dem Dateiende .ape
Google ergab das Konvertierprogramm "Monkey", dass anscheinend ohne Qualitätsverlust eine FLAC Datei um 50% verkleinert.
Hast du damit Erfahrungen gemacht?

Kommentar von mguenther5 ,

CDs für die private Nutzung zu Rippen ist legal und durch das Recht auf Privatkopie abgedeckt.

Monkey's Audio ist ein verlustfreier Codec wie FLAC, der aber deutlich weniger verbreitet. Über ein Plugin lässt sich das mit foobar wiedergeben und umwandeln.

Es gibt verlustfreie Codecs, die noch mal etwas mehr als FLAC komprimieren können. Ein Minus von 50% halte ich aber für unrealistisch.

Antwort
von mguenther5, 132

Erst mal: Beats sind keine gute Wahl, wenn es dir um guten, ausgewogenen Klang geht. Neben den Audiodateien selbst sollte man vor allem auch dem Equipment zum Hören etwas Aufmerksamkeit geben.

Für dein Archiv Zuhause empfehle ich FLAC. Das ist verlustfrei und kann jederzeit in ein andere Format umgewandelt werden, ohne jegliche Nachteile durch mehrfache Komprimierung.
Zu deiner Aussage "FLAC hat kaum Qualitätsverlust": FLAC hat gar keinen Qualitätsverlust. Du kannst aus einem FLAC 1:1 wieder die ursprüngliche WAV-Datei wiederherstellen.

Bei der Frage, welches Format du Unterwegs nutzen solltest, gibt es verschiedene Optionen, die eigentlich alle zu einer hohen Qualität führen.

MP3 ist der Rentner unter den Formaten. Mit dem aktuellsten LAME-Encoder lässt sich ab 128 kbit variabel eine gute Qualität erzielen, ab 192 kbit hört man keinen Unterschied mehr. D.h. wenn du da auf die Qualitätsstufe V0 mit 256 kbit/s variable setzt, bist du schon bedient.
Konstante 320 sind Unfug und führen den Sinn von MP3 ad absurdum.

Neuer sind die Formate AAC und OGG Vorbis. AACs erstellst du am besten über iTunes mit dem Apple Encoder. Die beiden Formate sind auch ab 100 kbit schon gut hörbar und MP3 weit überlegen. Je weiter man dann aber mit der Bitrate hoch geht, desto kleiner werden die Vorteile der neueren Formate.

Kommentar von majesticc89 ,

In welchem Format hört ihr persönlich Musik unterwegs? *-* Ich habe leider nur die neuen Beats Wireless. Rein aus Interesse, was wären den Alternativen (Wireless/On-Ear). Was benutzt ihr?

Kommentar von mguenther5 ,

Ich persönlich setze bei meinem Android-Gerät auf Vorbis, indem ich meine gerippten CDs von FLAC zu Vorbis konvertiere. Aber wenn ich jetzt einen Titel nur als mp3 vorliegen habe (z.B. weil ich ihn von Amazon geladen habe), ziehe ich die mp3 ohne Umwandlung auf das Gerät. Denn ein hin- und herwandeln zwischen verlustbehafteten Formaten sorgt immer für unnötigen Qualitätsverlust. 

Bei meinem iPod nutze ich AAC, da es das beste verlustbehaftete Format ist, welches von Apple-Geräten gelesen wird.

Im Auto nutze ich MP3 mit LAME in der Qualitätsstufe V4, da das Autoradio MP3-CDs lesen kann.

Als Kopfhörer nutze ich unterwegs die In-Ears "SoundMagic E10". Im Bereich von Over-Ears und kabellosen Modellen bin ich leider nicht informiert genug.

Kommentar von majesticc89 ,

Werde mir mal die SoundMagic E10 genauer anschauen, dank dir :)
Ebenso wie Vorbis. m4A bzw ACC werde ich auch mal näher unter die Lupe nehmen (obwohl ich jetzt kein Apple Geräte habe).

Antwort
von MetalTizi, 121

.flac .alac oder .wav - Du musst nun halt zwischen Quantität oder Qualität wählen.

Kommentar von majesticc89 ,

In meinem Fall hätte ich gerne einen Mix aus beidem. Schöner Klang aber dabei sollte ein 3min Song die 15MB Grenze nicht überschreiten.

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