Frage von RedSector, 366

Was bringt eine Parteimitgliedschaft?

Stimmt das, dass Selbständige bei CDU Mitglied sind und die Arbeitnehmer bei SPD?

Wil die Arbeitnehmer davon ausgehen, dass sie mit Mitgliedschaft bei Gewerkschaft und zusätzlich noch bei SPD schwerer zum kündigen sind? Ist es tatsäclich so?

Und Selbständige bei Kapital Engpass reduzierte Steuer zahlen können weil die Regieurng dann genehmigt?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 264

Stimmt das, dass Selbständige bei CDU Mitglied sind und die Arbeitnehmer bei SPD?

Nein. Ich kenne einen Arbeitslosen, der bei der FDP Mitglied ist. Ich kenne Linke, die bei der SPD Mitglied sind. Ich kenne SPD-Mitglieder, die bei der AfD besser aufgehoben wären. Und ich kenne CDU-Mitglieder, die sich in der LINKSPARTEI wohler fühlen würden.

Früher (so vor 30, 40 Jahren) gab es mal diese grobe Orientierung, die du nennst. Da glaubten die Leute aber auch noch fest daran, dass die SPD eine sozialdemokratische Partei sei; und dass die CDU "mittelstandsnahe Wirtschaftspolitik" machen würde.

Wil die Arbeitnehmer davon ausgehen, dass sie mit Mitgliedschaft bei Gewerkschaft und zusätzlich noch bei SPD schwerer zum kündigen sind?

Nein. Der Kündigungsschutz und die Mitgliedschaft in Gewerkschaften bzw. Parteien sind völlig unabhängig voneinander. Tatsächlich interessiert sich kaum ein Arbeitgeber für die Mitgliedschaft seiner Mitarbeiter in irgendwelchen Parteien. Und rein rechtlich geht es ihn auch nichts an.

Im Übrigen hat die SPD den Kündigungsschutz gelockert, und damit Kündigungen leichter gemacht. Es wäre also ziemlich dämlich, wenn man in die SPD eintritt und dann darauf hofft, dass die Kündigung schwerer wird.

Und Selbständige bei Kapital Engpass reduzierte Steuer zahlen können weil die Regieurng dann genehmigt?

Das ist völliger Quatsch. :) Das Finanzamt und die Banken interessieren sich nicht die Bohne für deine Gewerkschafts- oder Partei-Mitgliedschaften.

Wenn du allerdings durch deine Partei-Mitgliedschaft erreichst, dass du bei Frau Merkel (CDU) zum Geburtstag eingeladen wirst, dann bekommst du sicherlich auch Sonderkonditionen bei der Deutschen Bank...

Was bringt eine Parteimitgliedschaft?

  • Für das Fußvolk in den Parteien: Kosten und Zeitaufwand
  • Für die mittleren Partei-Eliten: Folgsame Wähler und willige & billige Arbeitskräfte im Wahlkampf.
  • Für die oberen Partei-Eliten: Folgsame Wähler, Macht & (indirekt) viel Geld
Antwort
von vitus64, 233

Das ist Quatsch.

Weder bringt eine CDU-Mitgliedschaft Vorteile bei der Kaputalbeschaffung, noch verbessert eine SPD-Mitgliedschaft den Kündigungsschutz

Antwort
von Lennister, 188

Stimmt das, dass Selbständige bei CDU Mitglied sind und die Arbeitnehmer bei SPD?

Das stimmt schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Schon allein deshalb, weil es nicht nur diese zwei Parteien gibt. 

Ansonsten: Was stimmt ist, dass Gewerkschaftsmitglieder seltener gekündigt werden als Arbeitnehmer ohne Gewerkschaftsbindung. Sie bekommen auch tendenziell ein besseres Gehalt.

Kommentar von RedSector ,

Kannst du mir auch schreiben, welche firmen "rote" spd firmen sind.

Antwort
von Ifosil, 172

Die Zeiten sind schon lange vorbei. Die SPD ist nur noch in wenigen Punkten auf Arbeitnehmer Seite.

Antwort
von rotesand, 130

Hallo!

Die SPD war früher tatsächlich eine "Arbeiterpartei", hat allerdings ihre "sozialdemokratischen" Ideale spätestens unter Gerhard Schröder ("die Reformlüge") und Rot-Grün verloren. Die Selbstständigen sind m.E. eher bei der FDP aktiv. 

Die CDU gilt zwar als konservativ, aber wirklich "christlich" ist sie auch nicht mehr & inwieweit Frau Merkel demokratisch bzw. volksbezogen entscheidet, sei auch dahingestellt.

Großartige Unterschiede im Parteiprogramm gibt es nicht mehr, zumal die CDU die SPD braucht und umgekehrt (siehe "Große Koalition"). Da nähert man sich zwangsweise aneinander an.

Echte Vorteile bringt eine Parteimitgliedschaft eigentlich nicht.. es sei denn, man möchte in der Partei Karriere machen & ist dafür auch bereit, einiges zu geben. Im Beruf macht es nichts aus, ob jemand in der SPD, der CDU oder eben nciht bei denen ist.

Kommentar von RedSector ,

Welche parteo sollte man dann wählen als arbeitnehmer?

Kommentar von rotesand ,

Das muss jeder für sich entscheiden. Ich bin CDU'ler, weil sie für mich das geringste Übel ist.. bin bei denen auch Mitglied, aber das hat mit Kommunalpolitik zu tun. 

Antwort
von wfwbinder, 133

Kommt auf Deine Ambitionen an. Eventuell guck ein Stadtratsmandat, oder mehr für dich raus.

Antwort
von CATFonts, 131

Die Sache mit dem Kündigungsschutz würd erst dann nzutreffen, wenn die Mitgliedschaft in Partei und Gewerkschaft deinen Kollegen gegenüvber ein Argument ist, dich in den Betriebsrat zu wählen.

Aber, das muss ja nicht...

Generel ist der Vorteil, Mitglied einer der Parteien zu sein, die auch in Parlamente gewählt wird, dass du zusätzliche Möglichkeiten hast, die Politik des Landes zu beeinflussen

Antwort
von Philippus1990, 119

Selbstständige sind vor allem bei der FDP. Die SPD ist historisch gesehen eine Arbeiterpartei. In der CDU waren und sind aber auch Arbeitnehmer organisiert, etwa in der Christlich-Demokratischen-Arbeitnehmerschaft. Auch als Arbeitnehmer kann man unterschiedlicher Ansicht zu verschiedenen Fragen sein.

Im Übrigen geht es ja nicht nur um Wirtschaftspolitik, sondern auch um Gesellschaftspolitik und dort etwa um Themenfelder wie Innere Sicherheit, Einwanderung oder Abtreibung. Große inhaltliche Unterschiede sind zwischen den etablierten Parteien heute allerdings nicht mehr feststellbar.

Antwort
von hunos, 83

Zunächst muss man Parteimitgliedschaft und Gewerkschaftsmitgliedschaft klar trennen. Aus einer Parteimitgliedschaft lässt sich nur selten ein direkter Vorteil ziehen, ein indirekter Vorteil kann sich aus der Vernetzung ergeben, aber dazu muss man auch aktives und nicht nur passives Mitglied sein.

Gewerkschaftsmitglieder können demgegenüber durchaus direkte Vorteile aus der Mitgliedschaft ziehen, aber das ist nicht Thema.

Traditionell ist die SPD eine Arbeiterpartei, aber gerade hier scheint derzeit ein Wandel stattzufinden. Selbständige sind auch in anderen Parteien organisiert, namentlich bspw. der FDP. Aber die tradierten Milieus gelten heutzutage nicht mehr so wie es vor 100, 50 oder 30 Jahren war.

Der letzte Satz verwirrt mich - er ist vermutlich Unsinn.

Insgesamt VERwirrT.

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