Warum bremst ein Dieselmotor Bergrunter mit?

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6 Antworten

Also das macht nicht nur der Dieselmotor, jeder Verbrennungsmotor macht das wenn man vom Gas geht. Selbst ein E-Motor der nichtmal auf Stromerzeugung umgestellt wird bremst schon (auch wenn dann nur minimal).

Zum Ersten bewegen sich die Teile im Motor, darin ist Reibung und die muss überwunden werden. Schon dies bremst, die Kurbelwelle zu drehen und die Kolben durch die Zylinder hin und her zu bewegen (und noch die Nockenwelle samt Ventilsteuerung, die Ölpumpe und die ganzen Nebenaggregate wie Lichtmaschine, Klimakompressor, Servopumpe,... werden auch noch angetrieben).

Die hauptsächliche Bremskraft entsteht durch die Verdichtung, die jeder Zylinder alle 2 Motorumdrehungen macht, egal ob man Gas gibt oder nicht. Da kommt nun dass mit mehr Hubraum mehr verdichtet wird weshalb ein grossvolumiger Motor eine stärkere Bremswirkung erziehlen kann als ein Kleinvolumiger.

Der Diesel basiert auf Selbstzündung, weshalb der höher verdichtet. Daher bremsen Diesel gewöhnlich stärker als Benziner.

Kurzum muss der Motor gedreht werden und das kostet Kraft wodurch eine Bremswirkung eintritt. Deshalb braucht es ja auch einen Anlasser und eine starke Batterie um einen abgestellten Motor zum Laufen zu bringen.

Bei Dieselmotoren an LKWs wird obendrein noch eine zusätzliche Motorbremse verwendet. Da ist dann eine Klappe im Auspuff mit der der Auspuff blockiert werden kann. Dann pumpt der Motor auch während des Abgastaktes gegen Staudruck womit eine noch höhere Bremswirkung erziehlt wird.

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Kommentar von Jogie24
12.10.2016, 06:14

Also besser hätte ich das auch nicht formuliert.

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Kommentar von nurromanus
12.10.2016, 07:49

Sehr gut erklärt, bin nur mit einem Punk nicht einverstanden:

 jeder Verbrennungsmotor

Ich erinnere in diesem Zusammenhang mit Schrecken an meine 2-Takt Suzuki GT750, da war nichts mit Bremswirkung, wenn man den Gasgriff losgelassen hat, was auch zu einem enormen Bremsverschleiss geführt hat.

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Vielleicht hilft meine "altertümliche" Erfahrung: Noch in den 1970iger und 80iger Jahren besaßen LKW eine sog. Auspuffklappenbremse: Per Luftdruckzylindern wurde die Treibstoffzufuhr auf Null geschaltet, während eine Klappe im Krümmer die "Ausfuhr" von Abgasen verhinderte. Das alles führte dazu, dass der Motor die Geschwindigkeit des Fahrzeugs deutlich abbremste. Im UNGÜNSTIGSTEN Fall, also bei Aquaplaning, Eis und Schnee konnte das zu unfreiwilligen "Ausflügen" (von der Fahrbahn herunter) führen

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Ein Benzinmotor bremst genauso, nur fällt hier der Effekt nicht so stark aus.

Jeder Verbrennungsmotor verdichtet Luft. Das stellt einen Widerstand dar, welcher sich bei Schubabschaltung (kein Treibstoff wird verbrannt) durch einen Bremseffekt am Rad bemerkbar macht.
Vergleichbar ist das damit, wenn du eine Plastikspritze zusammenpresst und oben deinen Finger draufhälst.

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Jeder Motor bremst im Normalfall bergab, je nach Gang und Geschwindigkeit (und weiteren Faktoren, von denen ich keine Ahnung habe).

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Benzinmotoren haben auch eine Bremswirkung. Beim Diesel ist sie allerdings deutlich stärker, weil Dieselmotoren deutlich höhere Verdichtungsverhältnisse haben als Benziner.

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Die Frage war ja warum der Motor bremst, weil Du das Gas wegnimmst und die Kolben nichts mehr zu fressen kriegen,das Fahrwerk dreht dann den Motor,also der umgekehrte Weg des Antriebs!

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