Frage von Lauwitz, 64

Soll ich meine Mutter noch im Altenheim besuchen, obwohl sie mich nicht erkennt?

Neulich war ich wieder im Altenheim um meine Mutter zu besuchen. Sie fragte mich dann, ob ich eine neue Mitarbeiterin bin. Das hat mir so wehr getan und mich verletzt. Wie soll man mit so einer Situation umgehen?

Antwort
von baehrchen2, 48

Stell dir bitte folgendes vor: Deine Mutter ist kerngesund, während du durch einen Schlaganfall oder ein Aneurysma die Fähigkeit verlierst, deine Angehörigen wieder zu erkennen. Nun stell dir bitte vor, alle deine Lieben würden daraus die Konsequenz ziehen, dich nie wieder zu besuchen und dich komplett der Pflege und Fürsorge fremder Menschen zu überlassen. Einem normal empathischen Menschen müsste dieser Gedanken ungleich größeren Schmerz verursachen als die Tatsache, dass deine Mutter dich nicht mehr erkennen kann. Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich meine Mutter bis an ihr Lebensende begleiten und versuchen, ihr jeden Tag ein bisschen schöner zu machen, wen auch immer sie dabei in mir sehen würde. Wenn sie mich für eine Pflegerin hielte, bitte. Wenn sie plötzlich glaubt, ich sei jemand, den sie seit 50 Jahren nicht gesehen hat, auch gut. Ich würde einfach nur für sie da sein wollen, bis ihre Zeit zu Ende geht.

Antwort
von Zischelmann, 44

Deine Mutter hat sicherlich Demenz und meint es daher auch nicht böse.

Bitte trotzdem immer wieder besuchen und mit ihr reden

Man kann auch alte Fotos zeigen,zusammen über vergangene Erlebnisse reden...

Aber es ist sehr wichtig das man seine Mutter egal wie sie sich verändert hat besucht

Denn sonst macht man sich ewig Vorwürfe wenn sie mal nicht mehr da ist..

Und man weiß nicht was sie doch noch spürt...

Also wichtig: Lieber mehrmals alles liebevoll sagen und erklären

Antwort
von polarbaer64, 32

Deine Mama hat wohl Demenz. Bitte lass sie nun nicht im Stich. Für die erkrankten muss das sehr schlimm sein, wenn sie anfangen, alles zu vergessen. Es kam letzte Woche erst ein Bericht darüber im RTL. 

http://www.rtl.de/cms/das-jenke-experiment-jenke-von-wilmsdorff-erfaehrt-demenz-...

Geh einfach drauf ein, was deine Mama sagt. Man soll sich wohl nicht dagegen wehren, sondern besser bestätigen "Ja, ich komme jetzt auch manchmal und heiße (dein Name)".

Du solltest dir einen Gesprächskreis mit demezerkrankten Familienangehörigen suchen, so lernst du, besser damit umzugehen. 

Deine Mama wird dir wohl nach und nach immer fremder. So kannst du vielleicht am Ende leichter los lassen, weil es irgendwann für sie eine Erlösung sein wird. Aber bis dahin steh ihr bei, es ist deine Mama.

Antwort
von teafferman, 18

Es ist sehr ratsam, solche Äußerungen nicht persönlich zu nehmen, denn sie sind auf gar keinen Fall persönlich gemeint. 

Die Gehirntätigkeit Deiner Mutter ist nun mal jetzt eingeschränkt aufgrund ihrer Alterserkrankung. 

Du würdest es auch nicht persönlich nehmen, wenn sie ihre Beine nicht mehr nutzen kann. Warum nimmst Du dann ihre aufgrund ihrer Erkrankung falsche Wahrnehmung persönlich?

Bitte denke darüber ernsthaft nach. 

Du magst den Eindruck haben, dass Deine Mutter Dich nicht mehr wahrnimmt. Bewusst ist sie wahrscheinlich dazu auch nicht mehr fähig. Aber unterbewusst nimmt sie nach meiner praktischen Erfahrung durchaus noch Deine Besuche wahr. 

Bitte versuche in solchen Situationen nicht, ihr zu widersprechen. Denn der Widerspruch verwirrt sie bloß noch mehr. 

An vielen Orten gibt es mittlerweile Selbsthilfen und auch fachliche Begleitung von Angehörigen an solchen Erkrankungen Leidenden. Erkundige Dich bitte vor Ort danach und nutze diese Chance. 

Die meisten von solchen Erkrankungen Betroffenen verändern sich zu ihrem auch gesundheitlichen Nachteil, wenn die nächsten Angehörigen fern bleiben. 

Antwort
von Elfi96, 25

Ich kann mir vorstellen, wie sehr es jmd verletzt, aber bedenke, dass das nur die Auswirkungen der Demenz sind. Deine Ma kann trotzdem fühlen und sehen, dass du ihr Liebe/ Zuneigung  entgegen bringst, sieht, dass du ihr deine Zeit widmest. Denke auch mal  an die Zeit, als du noch ein Säugling  warst: da wusstest du auch nicht, dass die Frau, die dir die Windeln gewechselt hat/ dich gefüttert hat, deine Ma war. So wie du dich als Säugling gefühlt hast, so ist  deine Ma jetzt durch die Demenz. 

Ich selbst habe es mit meiner Ma noch nicht erleben müssen, habe es aber  mit der  Ticktackoma an meiner Arbeitsstelle  erlebt. Die alte Dame wurde gute 100 Jahre alt und lebte auf dem Bauernhof, aber erkannte ihre Tochter, die eben nicht dort wohnte, auch nicht mehr... LG und alles Gute!  

Antwort
von Peppi26, 19

Das wird nicht besser! Genieße jeden Tag mit ihr bevor es zu spät ist, immerhin bist du doch noch bei verstand! Sie nicht mehr zu besuchen wäre noch trauriger!

Antwort
von Carolinesilvana, 16

Ich glaube, dass du dich in einer der schlimmsten Situationen befindest, die je auf dich zukommen werden.

Wenn du kannst, Versuch es, aber mach nicht deinen Kopf dadurch kaputt. Es ist eine schwere Entscheidung, die du aber im Laufe der Zeit entscheiden kannst. 

Hilfe von anderen wird dir leider nicht weiterhelfen.Hör auf deinen Instinkt 

Kommentar von polarbaer64 ,

Hilfe von anderen wird dir leider nicht weiterhelfen.

Doch, genau DIE wird weiterhelfen, da er/sie ja mit dem Latein am Ende ist. Wozu meinst du gibt es Gruppen für Angehörige von Demenzerkrankten? DAMIT man lernt, damit umzugehen, und richtig damit umzugehen.

Kommentar von Carolinesilvana ,

Nein so meinte ich das nicht.

Ich rede davon, dass ihm/ ihr  niemand seine/ ihre  Emtscheidung nehmen kann.

Natürlich hilft es mit anderen darüber zu sprechen, die eventuell sogar das selbe Schicksal erleiden, jedoch ist es einzig und allein seine/ ihre Entscheidung  

Kommentar von polarbaer64 ,

Ich weiß nicht, was es da zu entscheiden gibt. Man kann doch nicht entscheiden, seine Mutter nicht mehr zu sehen, nur weil sie dement ist? In dem Moment ist man sogar für die Mutter verantwortlich, weil sie entmündigt ist, da sie nicht mehr für sich selber sorgen kann. Da muss man durch, das kann man nicht einfach aus dem Weg räumen. Sieh es mal, wie wenn man kleine Kinder hat, welche, die vielleicht sogar behindert sind. Die hat man, und die sind da, und man MUSS damit leben. Die kann man auch nicht einfach abschieben. - Und genauso kann man seine Mutter nicht abschieben. Daher HAT man keine eigentlich Entscheidung. So weh einem der Anblick auch tun mag. Der Mutter mit dem behinderten Kind tut der Anblick auch weh. Aber es gib manche Dinge im Leben, die man einfach aushalten muss.

Antwort
von Siting, 3

Vor einigen jahren, wollte ich meine kranke Tante besuchen gehen, oder sie wenigstens anrufen. Aufgrund weil ihr neffe immer bei ihr war, hatte sie meist leider keine Zeit, da Sie sich oft ausruhen musste. Weswegen ich den Anruf verschob. Ich wollte sie anrufen, wenn ich mir sicher sein konnte, das etwas Zeit zwischen unserem letzten Telefonat lag. 

Es kam leider nicht mehr dazu. Ein oder zwei Tage später war sie gestorben. Und bis heute konnte ich mich nicht von ihr verabschieden, da weder ihr Körper noch ihre Asche hier in Deutschland ist. Nicht mal ein Grab. Zu ihrer Beerdigung wurden wir nicht eingeladen, wir wussten zwar wann dieser stattfinden soll, aber nicht wo. Wir wurden nicht in Kenntnisnahme genommen worden und danach wurden wir fertig gemacht, weil wir nicht da waren. 

Wenn dir eine Person am Herzen liegt, bitte lass diese Person nicht alleine oder überlege nicht so viel, wie ich es früher tat. 

Antwort
von Huflattich, 27

Selbst wenn Du den Menschen der Dich auf die Welt gebracht hat (Dir das Leben geschenkt hat) nur dafür liebst, würde ich es tun und zwar stellvertretend für all diejenigen, die niemanden (mehr) haben der sie besucht. 

Sieh es als Deine "gute Tat" im Leben an .

Wer weiß, vielleicht bist Du eines Tages froh, wenn eine "neue Pflegerin" Dir Aufmerksamkeit schenkt und Dich besucht.

Antwort
von FlyingCarpet, 22

Besuch sie weiterhin, Du kennst sie ja noch.

Antwort
von DerAllesGuru, 19

Du solltest trotzdem hingehen da es ja deine mutter ist aber ich kann gut verstehen wenn du so denkst es ist auch ein bisschen deprimierend wenn seine eigene mutter jemanden nicht mehr erkennt.

Antwort
von johannesschima, 18

Also ich würde hingehen 1. Du würdest das vllt auch schön finden 2. Es ist deine Mutter und3. Wer weiß wie lange sie noch da ist verbring mit ihr noch so viel zeit wie möglich

Antwort
von EK68309, 14

Demenz ist eine schlimme Krankheit.
Es tut mir echt leid, dass deine Mama dich nicht mehr erkannt hat. Das es dich verletzt ist nur verständlich. Ich habe mit Demenzkranken gearbeitet und kann dir sagen, Besuch sie wieder. Das tut ihr gut! Manchmal kommt der "Rückfall" und sie erkennen einen für einen kurzen Moment wieder. Und dieser Moment ist so wertvoll!
Ich wünsche dir alles gute !

Antwort
von Wernerbirkwald, 16

Ich glaube dir ,dass es dich verletzt hat.

Du sollst aber auch glauben,dass deine Mutter dich nicht verletzt hat,sie kann nichts dazu.

Wenn sie es dir wert ist, besuch sie weiter,und denk an früher ,und wie oft sie für dich da war.

Eventuell spürt sie doch deine Nähe,auch wenn du es nicht merken kannst.

Antwort
von Derdirk33, 16

Kommt drauf an wie du damit zurecht kommst. Mich würde es traurig machen, sie in so einer Situation allein zu lassen. Ich kenn so eine Situation nicht persönlich sondern nur aus Filmen, wo man es auch öfters sieht. Diejenigen gehen auch zu ihren Eltern und reden normal mit ihr, einfach nur um bei ihnen zu sein.

Sonst rede mal mit einem Arzt. Vielleicht hilft es wenn du immer wieder erwähnst das du ihr Kind bist. Ich weiss ja nicht in wie weit sie krank ist. Vielleicht kommt die Erinnerung zurück. Und wenn nicht dann spiel mit und sag z.B Ja ich bin ein neuer Mitarbeiter

Antwort
von Harald2000, 14

Vielleicht ist das nicht jeden Tag so ...

Antwort
von Qochata, 16

solange du sie noch erkennst, ja

Kommentar von polarbaer64 ,

Sie erkennt sie/ihn ja nicht mehr. Soll er/sie dann jetzt einfach weg bleiben? Es ist ihre/seine Mutter!!!

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