Frage von Insomnia777, 77

Privateinkäufe über Firmenkonto?

Eventuell irre ich mich, aber ich kann mir nicht vorstellen dass es korrekt ist, dass der Chef - auch wenn er der Chef ist - Privateinkäufe 100% über die Firma abwickeln kann/darf?

Hat man Privateinkäufe getätigt und ebenso Materialien für die Firma gekauft, ist die Rechnung/Beleg/Bon dementsprechend um die Privateinkäufe zu gekürzt und das Geld für Büromaterial wird zurück erstattet. So dachte ich ist es meiner Meinung korrekt.

Wie ist mit Fall 1 umzugehen? Es wird eine Rechnung eingereicht, 90% Privat, 10% Firma aber ohne Kürzung und mein Chef reagiert schnippisch wenn ich Ihn darauf anspreche. Muss ich mich irgendwie absichern? Ist alles okay, weil ich auf seine Anweisung das Geld auszahlen -muss-? In zwei Jahren kommt es nunmal auf mich zurück, da immer meine Unterschrift darunter steht - darum möchte ich sicher gehen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von thlu1, 49

Na ja, es geht hier um den sog. geldwerten Vorteil, der eigentlich steuerlich geltend gemacht werden muss. Allerdings gibt es dort Freigrenzen. Fakt ist, dass er sich im Zweifel strafbar macht und nicht du, weil er hätte im Zweifel den geldwerten Vorteil zu versteuern.

Ich vermute aber, dass das bei dir ein Grenzbereich ist.

Antwort
von wfwbinder, 26

1. Ist es ein Einzelunternehmen, oder eine GmbH?

2. Wenn es ein Einzelunternehmen ist, kann der Eigentümer mit dem Geld machen was er will, es ist seines. Wenn der Steuerberater den Jahresabschluss erstellt, fragt er automatisch, was der Eigentümer an Waren aus dem Betrieb entnommen hat, weil die Privatanteile (Auto, Telefon, Entnahmen an Sachen) im Allgemeinen erst zu Jahresende gebucht werden.

3. Wäre es eine GmbH und der Gesellschafter-Geschäftsführer, oder nur Geschäftsführer nutzt die Einkaufsvorteile der GmbH, kann er sich dafür vom Betrieb noch immer eine Rechnung stellen lassen, so wie einem Mitarbeiter erlaubt wird Sachen über den Betrieb zu kaufen, um z. B. den Firmenrabatt zu nutzen.

4. Wenn der Geschäftsführer/Inhaber eines Betriebs etwas kauft, muss er seinen Buchhalter weder um erlaubnis fragen, noch die Beurteilung überlassen, ob es für den Betrieb steuerlich abzugsfähig ist, oder nicht. Das kann er bei einer Betriebsprüfung noch immer mit dem Prüfer diskutieren. 

Antwort
von Bambi201264, 34

Kläre das mit Eurem Steuerberater. Anschliessend erklärt Ihr zusammen das dann dem Chef.

Er könnte ja schliesslich nachher behaupten, er habe von nichts gewusst (obwohl Unwissenheit nicht vor Strafe schützt und er wohl als Chef auch eine Informationspflicht hat).

Antwort
von Blacklight030, 37

Es kommt darauf an, was es für Einkäufe sind, die er buchen läßt. Wenn man die dem Finanzamt plausibel als Firmenausgabe unterschieben kann ist es ja nicht so schlimm. Die meisten Unternehmer schieben natürlich so viel wie möglich über die Firma, um die Mehrwertsteuer zu ziehen. Auf Dich kann da nicht wirklich viel zukommen, wenn der Chef diese Ausgabe so von Dir verrechnet haben möchte. Unterm Strich ist dazwischen noch der Steuerberater, denn ich denke, dass Du die Buchhaltung bist

Antwort
von oki11, 40

Nun um ehrlich zu sein, würde ich das nicht machen.

Nur als Beispiel.

Ich arbeite in einem Unternehmen in dem ich sehr viel reise und wenn ich mal  mit meiner eigenen Kreditkarte zahle ( Restaurante, Hotel usw. ) dann lasse ich mir immer eine Rechnung auf Firmenname ausstellen.

Wie sonst soll bei einer Buchprüfung unterschieden werden wohin das Geld gegangen ist?

Antwort
von EdnaImmers, 23

Bist Du der verantwortliche Buchhalter? oder der Steuerberater? 

Welche Rechtsform hat die Firma? 

die Aufteilung zwischen privat und betrieblich könnte zB auch noch mit dem Jahresabschluss gemacht werden. Oder es wird eine Pauschale angesetzt..... oder oder

-> der Chef stellt sehr sich dumm an .....  

Der Tipp mit den Notizen ist wirklich gut. 


Kommentar von Insomnia777 ,

Verantworliche Buchhalter und es ist eine GmbH

Sollte eventuell auch mal mit dem Steuerberater sprechen.

Werd mir das auf jeden Fall aufschreiben! Danke nochmal

Antwort
von KChan0815, 34

Kommt auf den Zusammenhang an. Wenn er das Zeug beruflich nutzt könnte es Ok sein.

Kommentar von Insomnia777 ,

Lebensmittel die er komplett privat nutzt (Süßigkeiten, Spaghetti, Eiscream, Fahrradreifen etc.)
Davon ist eine Position für die Firma gedacht - Kaffee, den ich auch in der FirmenKüche gefunden habe.

Kommentar von KChan0815 ,

Hm... Klingt schon seltsam. Mal angenommen die Firma läuft über sein Privatkonto und es steckt Eigenkapital darin, dann kann ich mir schon vorstellen das es legal sein könnte.

Antwort
von tryanswer, 30

Solange er der alleinige Firmeninhaber ist und alles regulär versteuert, ist das in Ordnung.

Antwort
von Januar07, 27

Du bist weisungsgebunden, trägst somit keine Verantwortung.

Sicherlich kannst Du Dir aber privat Notizen machen, was auf Deinen Einwand erwidert wurde.

Was heißt eigentlich Chef, ist das Dein Vorgesetzter oder der Firmeninhaber?

Kommentar von Insomnia777 ,

Sowohl als auch. Er hat die Firma gekauft ist aber auch hier "tätig".
Das mit den privaten Notizen ist eine gute Idee. Danke!

Antwort
von Noctisrules, 32

Bist du in der Buchhaltung tätig?

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