Frage von Rinachen92, 75

Paul Zech: Gegen Morgen - Welche Zeilen und Versmaß?

Ich komme nicht drauf, welche Silben ich bei diesem Gedicht betonen bzw unbetont lassen soll. Sprich ich weiß nicht, ob es ein Jambus, ein Trochäus, ein Daktylus oder ein Anapäst oder Alexandriner ist...

Gedicht ist wie folgt:

Gegen Morgen

Die niederen Häuser längs des Kanals

Schwimmen wie schwarze Särge daher.

Schlanker Turm äugt über die Brückenwehr

Und reckt sich wie ein Giraffenhals.

Vom Dacht kriecht gelblicher Nebel zu Tal

Und wogt und wühlt wie ein Meer.

Schroff und novemberleer

Wandert der Bäume endlose Zahl

Durch die Straßen, fröstelnd und abgedacht,

Schrillt schon eines Dampfhorns Gebell

Und der Wind erwacht

Und schwätzt sich von Haus zu Haus ...

Die Fenster sind alle hell

Und horchen hinaus.

Hätte ja fast gesagt es handelt sich um ein Trochäus, bin mir aber total unsicher.

Antwort
von GDichte, 71

Da ist kein einheitliches Metrum erkennbar. Mal fängt eine Zeile unbetont, mal betont an, mal eine Senkung, mal zwei Senkungen zwischen den Hebungen. Fällt für mich unter Madrigalverse, wo solche Freiheiten möglich sind.

Kommentar von Rinachen92 ,

Super vielen lieben Dank. Dann muss ich mich dazu mal informieren, denn in meinen Lernheften steht dazu nichts drinnen.

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