Frage von anan12,

Muß fachmännisch angelegter Garten bei Auszug entfernt werden, wenn Vermieter es verlangt??

Wir haben vor 6 Jahren bei Einzug einen völlig verwilderten Garten übernommen. Mit Zustimmung des Mieters und mit Hilfe eines Gärtners haben wir den Garten neu angelegt. Wir haben Mutterboden anliefern lassen und es existiert jetzt ein kleiner Bachlauf der in einem Teichbecken endet. Das Gartenhaus wurde von uns in Braun gestrichen. Diverse Büsche, Gehölze und Stauden wurden gepflanzt und sind toll gewachsen. Die Ganze Aktion hat uns ca. 5500 € gekostet. Da der Vermieter sehr ungehalten über unsere Kündigung und den Umzug in einen Neubau ist, verlangt er den Garten wieder in den Urzustand zurück zu versetzen und das Gartenhaus wieder grün zu streichen. Kann er das von uns verlangen obwohl er das Anlegen eines Garten erlaubt hat? Ich hoffe ihr könnt mir Helfen, es würde mir sehr leid um den schönen Garten und die teuren Pflanzen. Andrea

Antwort von schurke,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich an eurer Stelle würde noch mal mit dem Vermieter in Ruhe reden. Vielleicht bedauert er seine Reaktion inzwischen. Er war sicherlich mit euch als Mieter sehr zufrieden und ihr habt viel Geld und eure Freizeit in seinen Garten investiert.

Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder ihr zieht aus und überlasst den schönen Garten dem Vermieter und damit den Nachmietern, oder ihr entfernt alle von euch gesetzten Pflanzen sowie den Wasserlauf wieder.

Von letzterem hat euer Vermieter eigentlich gar nichts, aber wenn er das so möchte........

Da ist die Idee von sasaluna schon gut. Würde ich dann auch so machen.

Antwort von LiloB,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wenn es keinen Vertrag über die Nutzung des Gartens gibt, könnte es schwierig werden. Ob es stimmt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen (der Mieterschutzbund schon, sofern man da Mitglied ist),- aber; Pflanzen gehen vom Zeitpunkt der Bepflanzung in das Eigentum des Hausbesitzers über. Damit verliert man das Recht, bei seinem Auszug diese zu entfernen. Das ist hart, aber wohl rechtens. Sollte also ein Gartenmitbenutzungsvermerk vorhanden sein, müßte geprüft werden, ob eine Klausel vorhanden ist, die die Herstellung des alten Zustandes (im Rahmen der Möglichkeiten) verlangt. Dann müßte wohl der Bach entfernt werden und das Haus gestrichen. werden. Schade - tröstet Euch damit, daß Ihr den garten einige Jahre genutzt habt. Trotz der Kosten !! Also ; nicht auf Eurem "Recht" beharren, sondern verhandeln.

Kommentar von anan12,

Ich werde mich gleich Montag an den Mieterbund wenden, danke

Antwort von sasaluna,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

regulär kann er das ,es ist sein haus und grundstück ,aber warum verkauft ihr nicht die pflanzen und alles was abbaubar ist,da würden sich kleingärtner drüber freuen und er sich ärgern ,weil er weiß das es wohl nicht gemacht wird und eh bleibt . da würde ich ihm ein schnippchen schlagen und zur not die pflanzen an gärtner verschenken und deinen bachlauf abbauen und verkaufen ,wenn noch alles io ist. ich habe auch einen großen garten 500qm und weiß das sich viele auch gerne mal was schenken lassen,an pflanzen und diverses und auch den bachlauf bekommt man los ,nur mit geduld und die gartenzeit fängt gerade an. schon alleine ,um das gesicht zu sehen ,wenn er seinen verwilderten garten zurück bekommt und du bekommst vielleicht einen kleinen teil vom geld zurück. du brauchst eine gartenauflösung inserieren dann werden sich leute melden und können sich die pflanzen ausgraben,die sie möchten und was nicht weg geht ,zwischenlagern und geduld ,dann wirds was. wenn du die zeit nicht hast ,verschenk alles und sie laufen euch die türen ein,hoffentlich. ich würde es versuchen ,denn ihr müsst in eh auflösen und ich wünsche euch viel glück.

Kommentar von LiloB,

Vorsicht, ich fürchte, die Rechtslage ist anders!!

Kommentar von schurke,

Wenn der Vermieter wünscht, dass der Urzustand wieder hergestellt wird, dann müssen sie ja die Pflanzen entfernen. Warum nicht durch Selbstabholer?

Kommentar von anan12,

Danke, ich glaube genauso werden wir es machen, wenn der Mieterbund sein ok gibt.

Antwort von Merzherian,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Erkundigt euch besser beim Mieterschutzverein. Eure Position dürfte vielleicht garnicht so schlecht sein, denn die Nutzung des Gartens müßte doch im Mietvertrag vereinbart gewesen sein. Kann der Vermieter beweisen, dass sein Gartenhaus andersfarbig war ??? Vielleicht könnt ihr auch schriftliche Bestätigungen von Bekannten bekommen, die ausdrücklich erklären, dass der Vermieter die Veränderung des Gartens nicht nur geduldet, sondern auch ausgesprochen gelobt hat. Ob der Duldungsparagraph zieht, weiß ich nicht. bei Haustieren geht das, auch wenn was anderes im Mietvertrag steht.

Im Extremfall würde ich schon alles Mitnehmbare in den neuen Garten verfrachten.

Kommentar von LiloB,

Leider soll genau das nicht erlaubt sein, Nicht einmal dann, wenn man z.B. teure Pflanzen , wie Rosen etc. selbst gepflanzt hat. Darum Vorsicht bei einem solbhen Vermieter, wenn er bemerkt, daß man Pflanzen entfernt. Allerdings hat er wohl darauf bestanden, den alten Zustand wieder herzustellen, Dann müßte es erlaubt sein.

Kommentar von Merzherian,

Na Lilo, das wäre doch dann ein Paradoxum. Wie willst du deinem Vermieter einen alten, verwilderten Garten hinterlassen, wenn du nicht die neuen, gepflegten sorgfältig entfernst :-))

Oh, suchte hier nicht vor kurzem ein 15 jähriger einen Garten für seine Geburtstagfeier. Vielleicht ergeben sich da auf GF ganz neue Hilfsmöglichkeiten. Natürlich nur, wenn der Garten wirklich zurückgebaut werden muß. LG die merzhi

Antwort von bbbssx,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

ich als Vermieter täte mich freuen weil für einen schönen Garten kann ich mehr Miete verlangen als für eine versiffte Müllhalde die mal ein Garten war, vor allem wen mich die Sanierung keinen Cent gekostet hat, aber wen er das nicht einsehen will muss man alles wieder entfernen

Antwort von touchdown331,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ha :)...Schöne Sche...Ich denke, dass der Vermieter durchaus im Recht sein könnte. Ich meine, zwangsverwildern geht ja nicht. Aber dieses Gartenhaus wieder umstreichen kann er wohl durchaus verlangen.

Antwort von Phoenix52,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wenn Du die Erlaubnis schriftlich hast kann er das nicht verlangen. Ansonsten schon.

Kommentar von anan12,

Schriftlich haben wir nichts, aber er war oft im Garten und hat ihn bewundert und gesagt, dass der Garten noch nie so schön war.

Kommentar von touchdown331,

Er ist einfach sauer, dass ihr auszieht...ich denke, ein ruhiges Gespräch wird die Sache regeln...!

Antwort von Rheinflip,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ihe habt dss mit Wissen und Billigung gemsxht, es sind alles keine ungewöhnlichen Nutzungen daher koennt uhe der Klage gelassen entgegen sehen.

Antwort von jamzu,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wenn der vermieter es verlangt müßt ihr das endfernen.

Antwort von Mogli1992,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

ich kann mir nicht vorstellen, dass er euch rechtlich belangen kann, ihr habt ja nix beschädigt

Antwort von Mimosa,

Wie ist es Euch ergangen? Lasst Euch von einem RA oder Mieterschutzbund beraten. Hier ein paar Beispiele:

Dem Mieter wurde vertraglich gestattet, den Garten für seine Zwecke zu nutzen. Er pflanzt zwei Rhododendronsträucher ein. Bei Vertragsende möchte der Mieter die Sträucher ausgraben und mitnehmen. In diesem Fall gilt die sonst angenommene Vermutung, dass die Verbindung der Sträucher mit dem Boden nur zu einem vorübergehenden Zweck erfolgt (BGH, NJW 1996, 916) nicht. Denn nach Jahren können die Sträucher nicht mehr ohne Schwierigkeiten und Risiken für ihren Bestand entfernt werden. Das Umpflanzen ist nur von einem Fachmann mit hohem Aufwand durchführbar und birgt auch die Gefahr in sich, dass sie eingehen. Mit dem Einpflanzen verliert der Mieter sein Eigentum (OLG Düsseldorf, NZM 1998, 1020). Etwas anderes gilt aber im Hinblick auf mäßig große und noch umsetzbare Bäume (OLG Köln, WuM 1995, 268).

Der Mieter macht sich bei übernommener Verpflichtung zur Gartenpflege schadenersatzpflichtig wenn er den Garten nicht nur wild wachsen, sondern verwildern und verkommen lasst. Von diesem Fall abgesehen, besteht ein Ermessensspielraum des Mieters bei der Entscheidung über die Art und den Umfang der Gartenpflegemaßnahmen, sofern der Mietvertrag darüber keine weiteren Bestimmungen enthält. Der Mieter bleibt allerdings verpflichtet, vorgenommene Umgestaltungen bei Vertragsende rückgängig zu machen. Legt der Vermieter Wert darauf, dass bestimmte Arbeiten in bestimmten Zeitabständen durchgeführt werden, muss er also eine entsprechende Regelung in den Vertrag aufnehmen (LG Köln, Urteil vom 11-01-1996 - 1 S 149/95).

und weiter:

Der Mieter darf im Garten im üblichen Umfang Blumen säen oder Pflanzen setzen. Für die Bearbeitung (Veränderung, Entfernung) der vom Vermieter angelegten Bepflanzung ist dessen Einverständnis erforderlich, wobei eine langjährige Duldung durch den Vermieter als Einverständnis gewertet werden kann, sofern der Vermieter Kenntnis von der Tätigkeit des Mieter hatte bzw. nehmen konnte. Selbst gepflanzte Sträucher und Bäume darf der Mieter auch wieder entfernen (gilt auch bei Auszug). Der Mieter ist allerdings immer dazu verpflichtet, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen (LG Lübeck WM 93,669).

Quelle:

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/g1/gartenpflege.htm

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