Frage von AcerKunde, 365

Kein/zu wenig Trinkgeld gegeben, muss ich mich rechtfertigen?

Hallo Community,

folgende Frage: Muss ich mich rechtfertigen, wenn ich in einem Restaurant dem Kellner am Ende nur 25ct Trinkgeld gebe um aufzurunden? Der Kellner hatte sich daraufhin allerdings "eigenständig" 50ct mehr Trinkgeld genommen und mir einfach zu wenig herausgegeben. Da ich mit Freunden unterwegs war haben die es auch mitbekommen und haben sich darüber lustig gemacht ob das denn mein Ernst sei, dass ich dem Kellner nur 25ct Trinkgeld geben wollte. Daraufhin entgegnete ich dann, dass der Kellner sich ja selbstständig 75ct Trinkgeld genommen hat, was ja eigentlich schon unverschämt ist, sich einfach so mehr Trinkgeld zu nehmen.

Muss ich mir wirklich rechtfertigen, warum ich teilweise gar nicht oder nur sehr wenig Trinkgeld gebe? Klar, es handelt sich hier um ct Beträge, aber versteht mich nicht falsch, das rechnet sich alles...

Und wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der auch Kellner anständig bezahlt werden.

Antwort
von Ansegisel, 221

Du  musst dich nicht rechtfertigen, aber ich würde dann lieber gar kein Trinkgeld geben, als solche Cent-Beträge.  Das Trinkgeld soll ja bestenfalls guten Service und gute Küche belohnen. Das dann mit 25 Cent zu tun, könnte man als unhöflich empfinden.



Kommentar von TreudoofeTomate ,

Seh ich ganz genauso. Mein Kind verdient nebenbei Geld als Pizzabote. Wenn da jemand von 9,90 EUR auf 10 EUR aufrundet, lehnt er das regelmäßig mit den Worten ab: "Behalten Sie die, Sie haben es nötiger."

Kommentar von Wippich ,

Fände ich ganz schön Arogant.

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Ich find's nachvollziehbar. 10 ct. Trinkgeld geben ist eine Beleidigung, dann soll man es lieber ganz lassen.

Antwort
von ShinyShadow, 161

Nein, musst du nicht. Aber ganz ehrlich: Unter Freunden macht man sich doch gern mal aus Spaß über verschiedenes lustig. Dieses Mal triffts dich, das nächste mal wen anders ;) Nimm das nicht zu ernst.

Dass der Kellner einfach mehr Geld einbehalten hat, ist natürlich nicht in Ordnung, aber vielleicht hat er sich ja einfach nur verrechnet oder dir versehentlich was falsch zurück gegeben? Manchmal bekommt man ja auch mehr zurück, und da beschwert sich dann fast keiner ;)

Zum Thema Bezahlung: Sonderlich überbezahlt sind Kellner bestimmt nicht.
Viele arbeiten zum Mindestlohn, zu besch... Arbeitszeiten und unter absolut blöden Bedingungen. Wenn da ein Kellner (m/w ;)) besonders freundlich/schnell/.... ist, geb ich da gern auch mal paar Euro mehr! :)

Antwort
von Schuhu, 148

Das Trinkgeld ist eine freiwillige Leistung des Gastes. Wenn du mit dem Kellner zufrieden bist, dann solltest du Trinkgeld geben, wenn nicht, dann brauchst du überhaupt nichts rauszurücken. Und aufgepasst: Der Wirt bekommt nie Trinkgeld, er hat die Preise kalkuliert und wenn das Geld nicht reicht, ist es sein Problem.

Kommentar von Herb3472 ,

Der Wirt bekommt nie Trinkgeld, er hat die Preise kalkuliert und wenn das Geld nicht reicht, ist es sein Problem.

Das ist ein Ammenmärchen. Der Wirt kalkuliert in seine Preise kein Trinkgeld ein, und wenn ein Gast zufrieden war, freut sich auch ein Wirt darüber, wenn ein Gast auf diesem Weg seine Anerkennung ausdrückt.

Kommentar von Schuhu ,

In seine Preise wird der Wirt sein Gehalt für sich eingerechnet haben. Wenn er so wenig mit seinem Restaurant verdient, dass er sich ein so geringes Gehalt auszahlt, dass er auf Trinkgeld angewiesen ist, sollte er einen anderen Job machen.

Im übrigen gehöre ich zu einer Generation, die noch gelernt hat, dass es eine Kränkung für den Wirt ist, ihm ein Almosen in die Hand zu drücken. Dass heutzutage vielleicht auch Wirte und Hoteldirektoren Bakschisch erwarten, mag sein - ich will mich nicht daran gewöhnen.

Antwort
von toomuchtrouble, 133

Und wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der auch Kellner anständig bezahlt werden.

Was Du woher weißt?

http://www.tarifregister.nrw.de/tarifinformationen/grundverguetung\_branchen/ind...

€ 1801,-- Brutto bei 169 Stunden/Monat für eine gelernte Kraft entspricht einem Stundenlohn von € 10,70. Anlernkräfte erhalten nach Tarif € 9,20

Außerdem solltest Du wissen, dass in vielen Gastronomiebetrieben der sog.Trinkgeld-Tronc unter allen Beschäftigten nach einem festn Schlüssel aufgeteilt wird.

http://www.ahgz.de/news/trinkgeld-wer-bekommt-was,200012194092.html

Wenn das Essen oder die Bedienung wirklich so schlecht war, solltest Du kein Trinkgeld geben, sonst sind 25 Cent eine Beleidigung.

Kommentar von Herb3472 ,

€ 1801,-- Brutto bei 169 Stunden/Monat für eine gelernte Kraft

Verdient bei Euch in DE ein(e) KellnerIn soviel? Bei uns in Österreich beträgt der Bruttolohn einer Restaurantfachkraft (KellnerIn mit abgeschlossener Lehre) in Vollzeit bei 40 Std./Woche € 1.460,- brutto, das ergibt netto ca. 1.160,-.

Kommentar von toomuchtrouble ,

Der im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen aktuell gültige Tarifvertrag zwischen dem Deutschen Hotel- und Gaststätten Verband (DEHOGA) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sieht in Tarifgruppe 4 für Bedienungsfachkräfte seit dem 01.10.2015 ein Brutto-Grundgehalt von € 1801,-- vor.

http://www.wihoga.de/uploads/media/Entgelttarifvertrag_2014.pdf

Siehe Seite 7

Das nicht jeder Döner-Laden, sondern nur die größeren Betriebe diese Beträge einhalten, versteht sich von selbst.

2 Euro mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 für 3 Jahre Ausbildung ist schon ziemlich karg......

Antwort
von greenhorn7890, 193

Trinkgeld ist freiwillig. Wenn du nur 25ct gibst, ist das tatsächlich wenig. Aber du könntest ihm schlicht und einfach auch gar nichts geben.

Antwort
von randor365, 135

Du musst dich nicht rechtfertigen. In Deutschland erhalten Kellner, anders als z.B. in den USA, mindestens den Mindestlohn von 8,50 Euro. Die meisten sogar 10 Euro pro Stunde oder mehr. Kellnern ist zwar anstrengend, aber man braucht dafür keinerlei Qualifikation. Ich hab als Student vor der Einführung des Mindestlohns bei REWE für 5 Euro die Stunde gearbeitet und schwere Getränkekösten geschleppt. In 3 Jahren habe ich exakt 0 Euro Trinkgeld bekommen. Deswegen sollen mal alle auf dem Teppich bleiben. Der Kellner hat Diebstahl begangen und du könntest ihn sogar anzeigen. Zwar ist die Summe gering, aber trotzdem. Ich gebe Trinkgeld, wenn der Service gut war und weil ich es mir mittlerweile leisten kann. Sollte der Service aber schlecht sein gibt es nichts und wenn mir jemand 50 Cent wegnehmen sollte hat er ein großes Problem.

Kommentar von ShinyShadow ,

Der Kellner hat Diebstahl begangen

Wieso gehen denn alle davon aus, dass das böse Absicht war? Kann ein Kellner sich nicht mal verrechnen?! Wenn eine Bedienung mal aus Versehen zu viel Geld rausgibt, lachen sich alle ins Fäustchen, aber bei 50 Cent zu wenig reden schon alle von Diebstahl!

Kommentar von toomuchtrouble ,

Kann ein Kellner sich nicht mal verrechnen?!

"Zeit ist Geld", sagte der Kellner und addierte das Datum hinzu.

Antwort
von WeirderTyp, 136

Ein Trinkgeld zu geben ist in Deutschland eine freiwillige Geste. Es gibt sogar Kellner, die wollen kein Trinkgeld.

Demnach, nein, du musst dich nicht rechtfertigen.

Anders wiederum ist es in den USA, wo ein anständiges Trinkgeld gesetzlich vorgeschrieben ist.

Antwort
von Herb3472, 80

WIr haben einen Gasthof in Österreich.

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Gast kein oder wenig Trinkgeld gibt - es kommt dabei auch und in erster Linie auf die Höhe der Konsumation an.

Mit keinem oder wenig Trinkgeld zeigt man jedoch der Bedienung, dass man nicht zufrieden war. Entweder mit der Qualität der Speisen und Getränke, oder mit der Bedienung. Wenn man zufrieden war, sollte man also schon ein Trinkgeld in angemessener Höhe geben.

Ich würde sagen, bei einem Rechnungsbetrag unter 2,- € sind 25,- cent zwar nicht üppig, aber durchaus nicht unüblich. Ab 2,60 € wäre es angemessen, auf den nächsthöheren Eurobetrag aufzurunden.

Bei ca. 10,- € dürfen es schon 0,50,- bis 1,- € Trinkeld sein, darüber mindestens 1,50,- bis 2,- .Bei einem größeren Rechnungsbetrag sollte das Trinkgeld ca. 5% bis 10% des Rechnungsbetrags ausmachen.

Früher hat es einmal "Bedienungszuschlag" gegeben, da ist dann auf der Rechnung draufgestanden "inkl. 10% Bedienungszuschlag". Der Bedienungszuschlag wurde aber schon vor Jahrzehnten abgeschafft.

Und wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der auch Kellner anständig bezahlt werden.

Ich weiß ja nicht, was Du unter anständiger Bezahlung verstehst, und was das Bedienungspersonal in Deutschland verdient. Bei uns in Österreich verdient eine Restaurantfachkraft (so heißt der Kellnerberuf bei uns offiziell) bei einer Vollzeitbeschäftigung mit 40 Wochenstunden netto ca. 1.150,-. Üppig finde ich das nicht, geht aber nicht anders, weil man sonst die Preise nicht halten könnte, und es ohnehin schon schwer ist, gegen die Fastfood-Ketten und die Billigkonkurrenz anzutreten.

Vom Bruttolohn wird dabei auch ein Trinkgeldpauschale von ca. 50,- € abgezogen, weil das Trinkgeld bei uns vom Finanzamt als Lohnbestandteil gewertet und davon ausgegangen wird, dass ein KellnerIn Trinkgeld bekommt.

Im Übrigen ist es ein weit verbreiterter Irrtum, dass es unhöflich wäre, dem Chef oder der Chefin kein Trinkgeld zukommen zu lassen. Die meisten freuen sich darüber, für ihre Leistung und ihren Einsatz ein paar Groschen extra als kleines Dankeschon von einem zufriedenen Gast zugesteckt zu bekommen. Reich wird heutzutage in der Gastronomie ohnehin niemand mehr.

Kommentar von maxim65 ,

Nur zu dem Absatz mit der Begründung warum du nicht mehr bezahlst an deinen Angestellten. Du schiebst den Preisdruck vor wälzt aber das ganze am Ende trotzdem auf den Kunden ab. Der soll nämlich gefälligst Trinkgeld zahlen und das kompensieren was du nicht bereit bis an Lohn zu zahlen. Das ganze versiehst du hier dann auch noch mit einer Art moralischer Pflicht. Aus Kundensicht ist es aber völlig egal ob man 100 EUR für Speis und Trank bezahlt hat oder 100 EUR für Speis , Trank und Trinkgeld.

Ich finde das schon etwas heuchlerisch. Ich habe nichts gegen Trinkgeld geben aber mir das hintenrum als Verpflichtung zu verkaufen naja.

Kommentar von Herb3472 ,

@maxim65: wenn Du Dich nicht auskennst, dann riskier doch keine große Lippe!

Trinkgeld ist in Deutschland und Österreich üblich und daher auch ein Lohnbestandteil, mit dem auch das Finanzamt rechnet und es daher automatisch besteuert, egal, ob jetzt der/ die KellnerIn tatsächlich Trinkgeld bekommen hat oder nicht. Das habe nicht ich erfunden, und das ist auch keine Erfindung der Neuzeit, sondern das ist branchenüblich und war auch immer so. Nur weil Dir das persönlich vielleicht nicht in den Kram passt, kannst Du nicht allgemeingültige neue Spielregeln einführen.


Kommentar von maxim65 ,

Es ist üblich aber nicht verpflichtend und es ist kein vertraglicher Lohnbestandteil. Das sich der Staat trotzdem was holt hat damit nichts zu tun. Jeder andere muss auch jeden geldwerten Vorteil versteuern.  Es wird halt pauschal versteuert weil es nicht unüblich ist. Und trotzdem ist das Trinkgeld am Ende nichts weiter als die Entschuldigung des Unternehmers  nicht soviel Lohn zahlen müssen. Zahl deinen Leuten mehr Lohn und alle anderen tun es auch und schon gibt es keine Notwendigkeit für TG mehr.

Im übrigen was ich riskiere oder nicht ist auch meine Sache genau wie das TG.

Kommentar von Herb3472 ,

Und trotzdem ist das Trinkgeld am Ende nichts weiter als die Entschuldigung des Unternehmers  nicht soviel Lohn zahlen müssen.

Ich sagte ja, Du kennst Dich nicht aus. Trinkgeld ist zwar bei uns nicht verpflichtend wie in Amerika, es wird aber damit gerechnet.

Zahl deinen Leuten mehr Lohn und alle anderen tun es auch und schon gibt es keine Notwendigkeit für TG mehr.

Du bist mir vielleicht ein Kasperl. Als ob ich das beeinflussen könnte, was eingefleischte Sitte und Brauch ist. Mir wäre das sogar lieber, weil ich dann auch was davon hätte. Trinkgeld cashen nur die Kellnerinnen ab, da hab' ich nichts davon.

Kommentar von Herb3472 ,

Ich möchte noch etwas zur Höhe der Entlohnung sagen: anders als in Deutschland ist bei uns in Österreich die Höhe des Grundlohns
bundeseinheitlich durch die branchenspezigfischen Kollektivverträge geregelt. Das entspricht in Deutschland in etwa dem Tariflohn, nur dass dieser kollektivvertragliche Mindestlohn nicht unterschritten werden darf.

Der von uns bezahlte Lohn entspricht also dem in Österreich branchenüblichen Lohn, alle Gastronomiebetriebe bezahlen nach diesem Lohnschema.

Kommentar von maxim65 ,

Aber du darfst jederzeit mehr bezahlen , viel mehr.

Kommentar von Herb3472 ,

Aber du darfst jederzeit mehr bezahlen , viel mehr.

Jetzt degradierst Du Dich aber wirklich zu einem naiven Würstchen.

Wenn ich mehr Lohn als branchenüblich zahle, muss ich meine Preise auch über den Durchschnitt anheben. Und dann brauche ich kein Personal mehr, weil ich ohnehin keine Gäste mehr habe. Das wäre unternehmerischer Selbsmord.

Kommentar von maxim65 ,

Nimm dich in deiner Wortwahl zusammen. 

Du bestägtigst nur das was ich sage. Das TG ist eine Entschuldigung nicht mehr Lohn zahlen zu müssen/wollen. Es gibt keinerlei Naturgesetz das die Löhne niedrig sein müssen und das der Kunde es auszugleichen hat. Das dein Unternehmen dann evt. keinen oder zu wenig Gewinn abwirft ist schlicht und ergreifend Pech. Was denkst du wird passieren wenn mehr Gaststätten pleite gehen? Die Preise werden steigen und der Kunde wird sie bezahlen weil er ja trotzdem abundzu mal ausgehen will. Angebot und Nachfrage halt, das du dann evt, nicht mehr anbietest ist möglich. Ausserdem wie immer gibt es auch erfolgreiche Gastronomen die sehr gut leben und trotzdem nicht daran denken die Löhne zu erhöhen.

Nochmal du hebst deine Preise doch an wenn auch nur indirekt. Mit der Aufforderung der Gast möge gefälligst TG geben erhöhst du den Preis. Dem Gast ist es doch egal wie sich es zusammensetzt was er an Geld in der Kneipe lässt. Er ist es los.

Ich habe überhaupt nichts gegen TG mich stört nur die Vehemenz mit der man es als Pflicht deklarienen will und dabei auf die Tränendrüse drückt.

Kommentar von Herb3472 ,

Nimm dich in deiner Wortwahl zusammen.

Ich werde mich bemühen. Aber wenn Du Blödsinn daherschwafelst, fällt es mir schwer, sachlich zu bleiben.

Du bestägtigst nur das was ich sage. Das TG ist eine Entschuldigung nicht mehr Lohn zahlen zu müssen/wollen.

Dem Unternehmer ist es ziemlich gleichgültig, ob der Mitarbeiter Trinkgeld bekommt oder nicht. Das Trinkgeld hat mit dem Lohnniveau nichts zu tun und ist als persönliche Anerkennung für eine Leistung zu sehen.

Der Brauch, Trinkgeld zu geben, ist bei uns schon seit Jahrhunderten eingebürgert, und diesen Brauch gibt es nicht nur im Gastgewerbe, sondern auch in anderen Branchen, z.B. Taxifahrer, Friseur, Botendienste, Handwerker zum Beispiel. Wer diesen Brauch erfunden hat, weiß ich nicht, und es gibt diesen Brauch nicht nur bei uns, sondern weltweit.

Es gibt keinerlei Naturgesetz das die Löhne niedrig sein müssen und das der Kunde es auszugleichen hat.

Ein Wirtschaftsbetrieb ist kein Wohltätigkeitsverein, daher zahlt immer der Kunde letztendlich die Zeche - auch und gerade dann, wenn der Betrieb höhere Löhne als üblich bezahlt.

"Niedrig" ist relativ. Es gibt viele Branchen, in denen das Lohnniveau nicht sehr hoch ist, und nicht alle bekommen Trinkgeld (übrigens auch im Gastgewerbe nicht alle Mitarbeiter).

Die Kollektivvertragslöhne werden zwischen den Interessenvertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt und gelten bei uns jeweils für ein ganzes Bundesland. Bei den Verhandlungen bin ich nicht dabei und werde auch nicht gefragt. Daher fühle ich mich dafür auch nicht verantwortlich.

Das dein Unternehmen dann evt. keinen oder zu wenig Gewinn abwirft ist schlicht und ergreifend Pech.

Wenn wir unseren Betrieb nicht wirtschaftlich führen würden, hätten weder ich, noch die MitarbeiterInnen, noch unsere Gäste was davon.  Daher orientieren wir uns am branchenüblichen Lohn- und Preisniveau gleichartiger Betriebe in unserer Region. Auch das hat mit dem Trinkgeld nichts zu tun.

Die Preise werden steigen und der Kunde wird sie bezahlen weil er ja trotzdem abundzu mal ausgehen will. Angebot und Nachfrage halt, das du dann evt, nicht mehr anbietest ist möglich.

Schon einmal was vom Wirtshaussterben bemerkt? Ist Dir noch nicht aufgefallen, dass die Preise seit 2000 enorm gestiegen sind - so gestiegen, dass es sich viele gar nicht mehr leisten können, ins Wirtshaus zu gehen? Und dass deswegen ein gutbürgerliches Gasthaus nach dem anderen zusperrt, und nur mehr die großen FAstfood-Ketten, die Imbisslokale, Pizzerias und Kebap-Buden, und die hochpreisigen Bars und Sternerestaurants übrig bleiben?

Kommentar von maxim65 ,

Es ist deinen Augen Blödsinn das heisst nicht das es welcher ist. Wenn dir der Blickwinkel nicht passt ist es dein Problem.

Das TG hängt sehr wohl am Lohnniveau. Je niedriger das ist desto essentiell ist die Abhängigkeit vom TG. Es ist auch vollkommen irrelevant ob es Brauch ist oder war. Fakt ist es ist eine freiwillige Geste des Gastes der damit eine besondere Leistung honorieren will. Nichts weiter. Mit anderen Worten wenn jemand "nur" seinen Job macht gibt es kein TG. Natürlich ist ein Betrieb kein Wohltätigkeitsverein. Das habe ich nicht gesagt das ändert aber nichts an den Zuammenhängen.

Alles andere - ja und? Es ändert nichts dran. Dir und allen anderen Unternehmen geht es genau so. Wenn man nicht in der Lage ist seinen Betrieb so zu führen das er wirtschaftlich ist und zwar unter allen Bedingungen dann ist man weg vom Fenster. Das mag im Einzelfall schade sein aber das ist egal und nennt sich Kapitalismus.

Das ´Dienstleistungsgewerbe hat hier einen Vorteil das man die Löhne unten halten kann weil eben der Faktor TG existiert. Denn gibt es in anderen Branchen nicht.

Kommentar von Herb3472 ,

Das TG hängt sehr wohl am Lohnniveau. Je niedriger das ist desto essentiell ist die Abhängigkeit vom TG.

Das ist effektiv nicht richtig. Eine Küchenhilfskraft oder eine Reinigungskraft muss mit ca. € 1.150,- / Monat auskommen. Ohne Trinkgeld. Allerdings werden bei uns im Jahr 14 Löhne/ Gehälter bezahlt, das muss man berücksichtigen.

Fakt ist es ist eine freiwillige Geste des Gastes der damit eine
besondere Leistung honorieren will. Nichts weiter.

Darin stimme ich Dir vollinhaltlich zu.

Wenn man nicht in der Lage ist seinen Betrieb so zu führen das er wirtschaftlich ist und zwar unter allen Bedingungen dann ist man weg vom Fenster.

Jein - nicht unter allen Bedingungen. Es gibt lokale und regionale Unterschiede, an die man sich einigermaßen halten muss. Ein Restaurant am Ku'damm hat naturgemäß andere Preise als ein Dorfwirtshaus am Land, wobei die Qualtiät im Dorfwirtshaus möglicherweise sogar besser ist.


Das ´Dienstleistungsgewerbe hat hier einen Vorteil das man die Löhne unten halten kann weil eben der Faktor TG existiert. Denn gibt es in anderen Branchen nicht.

Ich sehe das nicht unbedingt als Vorteil, dass das Lohn-und Gehaltsniveau bei den Dienstleistungsberufen so niedrig ist. Das betrifft ja nicht nur die Leute, die im Gastgewerbe arbeiten, sondern im Prinzip alle Dienstleister (außer denen in den Führungsebenen), von der Arzthelferin bis zur Altenpflegerin, von der Reingungskraft bis zum Pizzaboten. Nicht alle bekommen Trinkgeld, daher sehe ich da auch nicht unbedingt einen Zusammenhang.

Du hast die Marktwirtschaft angesprochen. Würde jemand seine Mitarbeiter besser entlohnen, müsste er das über höhere Preise wieder hereinholen. Und wenn er höhere Preise als der Mitbewerb verlangt, wäre er nicht konkurrenzfähig, denn dann würden die Leute erst recht Feuer! schreien und sich bei der billigeren Konkurrez bedienen. Sieht man doch überall in der Werbung, wie geil Geiz ist. Billig muss es sein - und selbstverständlich eine Top Qualität haben.

Ich war nicht immer Gastwirt, bin erst wegen meiner besseren Hälfte dazu geworden.. Früher war ich im Management in der IT-Branche. Da habe ich mir gar nicht vorstellen können, dass es Leute gibt, die für so wenig Geld arbeiten. Auch wir werden nicht reich auf Kosten unserer Mitarbeiter, wir kommen halt gerade so durch. Das soll aber nicht als Klagelied rüberkommen, ich will nur die Dinge ins rechte Licht rücken.

Kommentar von Herb3472 ,

Noch etwas möchte ich dazu sagen:

Dem Kellner/ der Kellnerin ist es im Zusammenhang mit dem Trinkgeld völlig egal, wieviel Lohn er bekommt. Wenn er/sie kein Trinkgeld bekommt, wertet er/sie das immer als Abwertung und wird darüber nicht gerade beglückt sein.

Kommentar von maxim65 ,

Natürlich ist der Kellner nicht beglückt. Es fehlt ein Teil seines Einkommens das er braucht und fest eingerechnet hat. Auch wenn das aus einer falschen Erwartungshaltung heraus passiert. Kalkulieren kann er nur mit dem Lohn der vereinbart ist. Auch dieser ist alleinig ausschlagegebend für die spätere Rente. Das TH hat eigentlich die Aufgabe nicht das Einkommen des Kellners zu verbessern sondern ihn zu motivieren gut und schnell zu arbeiten auch im Vergleich mit den Kollegen. Im Endeffekt käme das nämlich auch dem Besitzer der Kneipe zu gute. Ein zufriedener Kunde kommt nämlich wieder und lässt auch mehr Geld da. Wenn man aber für etwas TG geben soll was man ganz normal erwarten kann in einer Kneipe von einem Kellner oder noch nicht mal das bekommt dann verfehlt das TG seinen Zweck.

Kommentar von Herb3472 ,

Das TH hat eigentlich die Aufgabe nicht das Einkommen des Kellners zu verbessern sondern ihn zu motivieren gut und schnell zu arbeiten auch im Vergleich mit den Kollegen. Im Endeffekt käme das nämlich auch dem Besitzer der Kneipe zu gute. Ein zufriedener Kunde kommt nämlich wieder und lässt auch mehr Geld da. Wenn man aber für etwas TG geben soll was man ganz normal erwarten kann in einer Kneipe von einem Kellner oder noch nicht mal das bekommt dann verfehlt das TG seinen Zweck

Das unterschreibe ich voll und ganz.

Antwort
von Elfi96, 114

In D gibt es keine Pflicht zum Zahlen von Trinkgeld.  Das ist eine freiwillige Abgabe für  guten Service / gutes Essen. Nur wenige Cents zu geben ist eine Beleidigung. // Ich arbeite  seit knapp 30 Jahren in der Gastronomie  und gebe, wenn ich selbst irgendwo zu Gast bin, auch gerne Trinkgeld. Eine Ausnahme habe ich aber gemacht,  als wir mit einer  Gruppe in einem Lokal/ Cafe irgendwo im Schwarzwald waren. Der Keller  bediente  unseren Tisch nur mit mürrischem Gesicht und zog andere Tische vor (die bekamen ihren Kuchen eher als wir,  obwohl wir viel früher dort waren und auch noch das Gleiche bestellt hatten ): ihm drückte ich meinen Unmut über die Bedienung mit dem Zahlen des üppigen Trinkgelds in Höhe von 1 ct aus. LG 

Antwort
von HMilch1988, 121

Unverschämt  ist es schon, wenn sich der Kellner Trinkgeld anrechnet, daher finde ich, brauchst du dich nicht zu rechtfertigen. Wenn jemand unhöflich ist, dann runde ich auch nur kurz auf, oder zahle passend.

Kommentar von heyheymymy ,

womit war er denn unhöflich? das aufrunden kam vor dem unhöflich. man rundet auf, wenn man mit dem service unzufrieden war, ansonsten gibts ne regel die zu schlüsselqualifikationen gehört: 10 % des zu zahlenden betrags gibt man als trinkgeld, aber manche leute haben leider einfach null schlüsselqualifikationen.

Kommentar von Wippich ,

Wir müsen schon das Essen bezahlen warum muß ich das Auto des Kellners Finanzieren.

Kommentar von Herb3472 ,

@Wippich: das Essen bezahlst Du dem Restaurant, nicht dem Kellner.

Antwort
von Wippich, 77

Warum Trinkgeld?Diese Leute haben auch ihr Verdienst.

Kommentar von heyheymymy ,

"verdienst" nennst du das? 15 stunden arbeiten und nur 8 bezahlt bekommen? abfeiern ist nicht?

Antwort
von maxim65, 120

Nein musst du nicht und du musst dir das auch nicht gefallen lassen.

Solltest du aber woanders als in D sein kann es schon anders aussehen. In den USA z.b werden 10 bis 15% erwartet und da wird auch offensiv darauf hingewiesen oder auch gleich einbehalten

Kommentar von heyheymymy ,

in DE werden ebenfalls 10 % erwartet.

Kommentar von maxim65 ,

Ich erwarte auch vieles und bekomme es nicht. In den USA ist es absolut notwendig und darauf wird bei Ausländern hingewiesen. Die Verpflichtung Trinkgeld zu geben ist deutlich grösser. In D gebe ich das was ich denke bzw. ich runde auf.

Das er sich da einfach was einbehält geht schon mal gar nicht.

Kommentar von heyheymymy ,

das wusste der fragesteller doch vorher nicht, wie unlogisch denkst du?

Kommentar von maxim65 ,

Wer wusste was vorher nicht? Das er sich nichts einbehalten darf?

Kommentar von heyheymymy ,

kannst du lesen? der fragesteller wusste doch vorher nicht, dass der kellner aus versehen zu viel behält! mit welchem recht war er also vorher unzufrieden?

Kommentar von maxim65 ,

Er war unzufrieden weil er nicht genug Trinkgeld gegeben hat? Oder was meinst du? Es war schlichtweg nicht nötig überhaupt was zu geben. Er hat 25 ct gegeben na und? Wenn er auch nur einen gegebne hätte oder gar nichts ist es auch gut. Es ist eine Ermessensfrage und die hat keinerlei objektive Grundlage und es geht auch keinen was an warum man sich zu einer Summe entschliesst. Das ist einfach so. Es gibt genug Jobs die deutlich anspruchsvoller sind und die ebenfalls schlecht bezahlt werden  und da gibt es kein Trinkgeld.

Ob der Kellner das Trinkgeld bewusst einbehalten hat oder ob er falsch rausgegeben hat das interpretierst du nur. Laut Darstellung desjenigen der dabei war wurde es eher bewusst einbehalten.

Kommentar von viomio82 ,

es gibt einen Unterschied zwischen Erwartung und Pflicht!

Antwort
von TreudoofeTomate, 107

Nein, musst du nicht. Obwohl deine Annahme, dass Kellner mittlerweile anständig bezahlt werden, schlichtweg falsch ist.

Kommentar von heyheymymy ,

eine vernünftige person hier.

Antwort
von Sporadic, 143

Soll froh sein dass er überhaupt was bekommt. Er hat kaum Leistung gebracht ausser dir dein Essen gebracht. Eher hätte es der Koch verdient

Kommentar von Ansegisel ,

In der Gastronomie werden die Trinkgelder meist unter allen Mitarbeitern aufgeteilt, die Dienst haben. Wenn man dem Kellner was gibt, kommt davon also sehr wahrscheinlich auch ein Teil in der Küche an.

Kommentar von Sporadic ,

kann sein muss aber nicht.

Trotzdem ist Trinkgeld hierzulande freiwillig

Kommentar von heyheymymy ,

wie beknackt bist du eigentlich?! arbeite mal 4 wochen in der gastro, dann siehst du, wie ein kellner auf dem zahnfleisch kriecht! die machen 15 stunden schichten an feiertagen und bekommen nur ihre üblichen 8 bezahlt. pausenzeiten?! gibts nicht! kannst mal nach 6 stunden 5 minuten eine rauchen gehen, das wars. du hast überhaupt keinen blassen schimmer von der realität.

Kommentar von Sporadic ,

oh heul doch du armes Kind, lern was anständiges dann haste ds Problem nicht!
Ich habe auch mal ne Zeit bei der Post gearbeitet.

Morgens 4std LKW´s ausgeladen und Abends 2Std eingeladen.

Nen durchschnittliches Paket wiegt 20kg und in einem LKW sind locker 500+

Morgens um 4 gings los und dann abends um 6 nochmal

Da hat dir auch keiner Trinkgeld gegeben und mehr als 8 kriegste da auch nicht! Also hör auf rumzuheulen

Kommentar von heyheymymy ,

keine sorge, ich bin nicht in der gastro tätig aber ich kenne genügend leute, du verzogenes kleines kind. dir wünsche ich mal dass dich jemand so behandelt.

Kommentar von Sporadic ,

verzogen nicht, nur habe ich immer brav gelernt damit mir sowas erspart bleibt und Post ist härter als Kellnern

Kommentar von heyheymymy ,

ja ist klar. geh doch mal 4 wochen kellnern und schreibe mir dann dass die post immer noch härter ist. was meinst du, warum kein schwein mehr im service arbeiten will? schlechte bezahlung, schlechte bedingunge, teilweise gewalt, stunden verschwinden unterm tisch/werden nicht bezahlt...undundund

Kommentar von Sporadic ,

dann sollte man sich nach einem neuen Job umsehen oder umschulen, anstatt rumzuheulen

Kommentar von ShinyShadow ,

Naja, dass ein Kellner kaum Leistung erbringt... Diese Aussage find ich ehrlich gesagt ziemlich unverschämt.

Hast du mal gekellnert? Das ist gar nicht so "leicht" wie viele immer denken. Stress, Stress, Stress! Den darfst dir aber jaa nicht ansehen lassen! Immer nett lächeln, und bloß nichts vergessen! Und wenns dem Gast, der irgendwelche bescheuerten Sonderwünsche hat, mal 5 Minuten zu lang geht, bekommst du den Anschiss. Den sollst du so hinnehmen, dich freundlich Entschuldigen und immer weiter gute Laune bewahren!

Kommentar von heyheymymy ,

ihr vergesst alle, dass die frauen fässer wechseln müssen (65 kg!), kisten die treppe raufschleppen müssen, koffer hochtragen müssen (in sehr vielen häusern machen das keine männer) und dann mit mitte 30 nen bandscheibenvorfall haben.

Antwort
von viomio82, 86

Was ist das für ein unverschämter Kellner? Ich hätte gleich den Geschäftsführer verlangt.

Es ist in Deutschland KEINE PFLICHT Trinkgeld zu geben

Kommentar von heyheymymy ,

nein, aber aus anstandt macht man das. es sei denn man war mit dem service undzufrieden, was ja hier nicht der fall war.

Kommentar von viomio82 ,

Mir gibt auch niemand Trinkgeld für die Leistung die ich erbringe. Also warum soll ich aus Anstand jemandem Kohle geben weil er seinen Job macht???

Kommentar von heyheymymy ,

weil es dinge gibt, die man einfach macht. genauso wie man ner oma im bus den sitzplatz frei macht.

Kommentar von maxim65 ,

Sicher gehört Trinkgeld geben nicht dazu. Es ist eine freiwillige Geste. In vielen anderen Ländern wird Trinkgeld geben als Beleidigung aufgefasst.

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