Frage von Leath, 38

Kann man das Hilfsverb 'werden' weglassen wenn es redundant wäre?

Ich habe es bisher immer so gehandhabt, dass wenn ich einen Satz schreibe - bei dem ich bereits deutlich gemacht habe, dass er die Zukunft beschreiben soll - das Hilfsverb 'werden' weggelassen habe. Doch Heute wurde ich darauf Aufmerksam gemacht, dass das Grammatikalisch nicht richtig wäre.

Bsp.:

Ich möchte wissen ob morgen der Postbote kommt.

Ich möchte wissen ob morgen der Postbote kommen wird.

Meiner Ansicht nach ist bei dem 2. Beispiel das Hilfsverb überflüssig. Wie seht ihr das ganze?

Antwort
von DrEGZo, 21

Nun ja... ich verstehe deinen Punkt.

Ich denke, wenn du "morgen" verwendest, ist offensichtlich, dass du die Zukunft meinst - ich weiß aber auch nicht, ob das grammatikalisch erlaubt ist.

Im Englischen gibt es ja eine ähnliche Zeitform (Timetable-Future), welche auch im Präsens geschrieben wird. Allerdings setzt diese englische Zeitform einen festgeschriebenen Zeitplan voraus...

PS: Morgen ist Mittwoch, da arbeitet die Post für gewöhnlich ^^

Kommentar von earnest ,

Sicher ist das "erlaubt".

Antwort
von Manou2003, 18

Stimmt! Wenn man sich die Sätze ganz neutral durchließt weiß man normalerweise, dass es in der Zukunft geschrieben ist! In dem Fall ist das Verb werden überflüssig!

Kommentar von hydrahydra ,

Es ist nicht überflüssig, denn das hieße ja, dass man es auch setzen könnte, wenn man wollte. Das wäre aber falsch. Denn es handelt sich schlicht und einfach um das Präsens, das man im Deutschen auch für zukünftige Handlungen nutzen kann. Und das Präsens wird ohne Hilfsverb gebildet.

Kommentar von Manou2003 ,

ja! es war jetzt auf diesen satz bezogen

Antwort
von Willi1900, 2

Beide Beispielsätze sind grammatisch richtig, der zweite so "richtig", dass er eigentlich nur noch von Ausländern verwendet wird.Das Präsens mit futurischer Bedeutung hat sich bei uns längst eingebürgert.

Antwort
von hydrahydra, 23

Ein Hilfsverb ist nie redundant. Deine Beispiele nutzen zwei verschiedene Zeiten, und nur für eines braucht man ein Hilfsverb.

Kommentar von earnest ,

Es handelt sich aber in beiden Fällen um eine futurische Handlung. Und futurische Handlungen kann man auch - wie hier - mit dem Präsens ausdrücken.

Kommentar von hydrahydra ,

Sicher. aber wenn man eben das Futur nutzt, gehört das Hilfsverb zwangsläufig dazu. Hier verwechselt der Fragesteller ja die Nutzung der Zeit mit ihrem Namen.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Grammatik, 14

"Morgen kommt der Weihnachtsmann" ist auch korrektes Deutsch.

Wir können futurische Handlungen auch - wie hier - mit dem Präsens ausdrücken.

Dein erster Satz ist in Ordnung. Den zweiten wird wohl kaum jemand so sagen

Wer war denn der Experte, der meinte, dein Satz sei falsch (oder gab es hier vielleicht ein Missverständnis?)?

Gruß, earnest


Kommentar von Leath ,

Ich wurde indirekt darauf aufmerksam gemacht, als jemand den Satz (in der gleichen Form wie im Beispiel) wiederholte, nur mit dem Unterschied, dass er das Hilfsverb verwendete. In der Annahme er wolle mich verbessern suchte ich hier um Rat.

Gruß, Leath

Kommentar von earnest ,

Zusammengefasst:

Beim "hasenreinen" Futur ist das Hilfsverb erforderlich.

Beim Präsens mit futurischer Bedeutung natürlich nicht.

P.S.: Vor dem "ob" muss ein Komma stehen.

Kommentar von Leath ,

Danke. :)

Kommentar von earnest ,

Gern geschehen.

Kommentar von PolluxHH ,

Es läßt sich herrlich darüber streiten ... Morgen kommt der Weihnachtsmann, da er regulär vom 24. auf den 25. Dezember kommt, hier wird deduziert, im hinterfragten Kontext wird ggf. induziert, d.h. es wird womöglich gefragt, ob auch morgen die Regel gelten werde. Der Pedant wird hier das "wird" einfordern, welches umgangssprachlich längst unüblich geworden ist. Es ist wie mit - neue Rechtschreibung - Regel 100 und 101: die Setzung des Kommas hat inhaltliche Bedeutung, doch selbst in akademischen Schriften wird darauf verzichtet unter Erzeugung eines semantisch falschen Inhalts. Die "neueste 5. Staffel" ist eben nicht zwingend "die neueste, 5. Staffel".

Nach klassischen Regeln ist beides möglich. Die Formulierung ohne
"werden" hinterfragte, ob nach dem geltenden Dienstplan am Folgetag der Postbote käme, die Formulierung mit werden hinterfragte, ob unabhängig vom Dienstplan morgen der Postbote käme (z.B. weil gerade ein Streik angesagt ist).

Ein Problem: zivilrechtlich gibt es in Deutschland keine Rechtschreibung mehr (Aufkündigung des Konsenses), nur noch verwaltungsrechtlich. Damit erübrigt sich die Frage als solches, da nicht deutlich gemacht wurde, ob es sich hier um eine den Verwaltungsvorschriften unterliegende Formulierung handele ;).

Kommentar von earnest ,

Beim Bart des Weihnachtsmannes: eine wahrhaft erschöpfende Erläuterung.

;-)

Antwort
von youmatter, 22

Seh ich genauso. Kenne auch niemanden, der das dann sagen würde

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