Frage von bigmamahonybear, 46

In der Sache J. Robert Oppenheimer - wer hat es gelesen und wer kann mir, die für ihn persönlich bedeutende/wichtige Textstelle sagen?

Ich schreibe eine Arbeit über Heinar Kipphardt und dieses Werk. Danke für eure Hilfe!

Antwort
von henzy71, 30

Mal ganz davon ab, dass ich das Buch (noch) nicht gelesen habe..... Was würde es dir nützen, wenn ich dir die für mich persönlich bedeutende/wichtige Textstelle nennen würde? Es würde nämlich überhaupt nicht beinhalten, dass diese Textstelle objektiv gesehen wichtig wäre und noch viel weniger, dass sie für dich relevant wäre..... Mir entgeht also vollkommen das, was du mit deiner Frage bezweckst. Es ist bereits genug über das Buch/Theaterstück geschrieben worden - die sogenannte Sekundärliteratur. So z.B.

Horst Grobe:

Heinar Kipphardt: In der Sache J. Robert Oppenheimer.

Hollfeld: Bange Verlag 2005 (Königs Erläuterungen und Materialien, Bd. 160). ISBN 978-3-8044-1774-8.

Sven Hanuschek:

„Ich nenne das Wahrheitsfindung“. Heinar Kipphardts Dramen und ein Konzept des Dokumentartheaters als Historiographie

. Bielefeld: Aisthesis 1993, ISBN 3-925670-88-2, S. 105–162.

Ferdinand van Ingen:

Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dramas „Heinar Kipphardt, In der Sache J. Robert Oppenheimer“

. Frankfurt am Main, Berlin, München: Diesterweg 1990 (= 1978). ISBN 3425060783.

Heiner Teroerde:

Politische Dramaturgien im geteilten Berlin. Soziale Imaginationen bei Erwin Piscator und Heiner Müller um 1960

. Göttingen: V&R unipress 2009. S. 222–250.

Quelle. https://de.wikipedia.org/wiki/In_der_Sache_J._Robert_Oppenheimer

Ich empfehle dir diese Sekundärliteratur.

Gruß

Henzy

Kommentar von bigmamahonybear ,

Danke für deine Antwort! Ich verstehe deine Bedenken hinsichtlich meiner Frage. Mir ging es vor allem darum zu sehen, was für den Einzelnen relevant ist. Kipphardts grundlegendes Thema war ja die moralische Verantwortung der Wissenschaftler. Aber danke dir vielmals für den Tipp mit der Sekundärliteratur, werde mal reinstöbern.

Beste Grüsse

Kommentar von henzy71 ,

Gern geschehen. "was für den Einzelnen relevant ist" ist mit Sicherheit in der Sekundärliteratur bestens erörtert, also viel Spaß beim reinstöbern und viel Erfolg bei deiner Arbeit.

Antwort
von Sonnwin, 11

Ich habe das Buch mal als Hörspiel im Radio gehört, verteilt auf zwei Sonntag Abende. In der zweiten Hälfte tauchte ein Typ auf, der O. zwar nicht leiden konnte, aber ihn verteidigte. Er kritisierte hauptsächlich das Verfahren des Untersuchungsausschusses. Da O. nichts verbrochen hatte, konnte man ihn nicht vor ein Gericht stellen. Ein Gerichtsverfahren hätte aber viel schärfere Regeln gehabt als ein Untersuchungsausschuss. Vor einem Gericht wäre es O. quasi besser ergangen. Der Typ selber war auch Physiker und befürchtete nun, dass mit Hilfe eines Untersuchungsausschusses jeder berufstot gemacht werden kann, der seine freie Meinung äußert. 

Vielleicht gefiel mir einfach die Stimme dieser Person. Aber nach all den Atombomben/ Wasserstoffbomben - Diskussionen fand ich das einen interessanten Aspekt. Eigentlich klingt Gerichtsverfahren viel schlimmer. Aber diese verfahren sind über Jahrhunderte gewachsen und ihre Fairniss von Anfang der USA wesentlicher Bestandteil amerikanischer Politik. Nun mit der neuen Erfindung Untersuchungsausschuss kann man die Garantie auf freie Meinungsäußerung umgehen.

Antwort
von paulklaus, 18

Ich empfinde direkt die 1. Szene jenes Stückes als besonders relevant, eben den Beginn des Untersuchungsausschusses (Robb / Oppenheimer), der bereits die Thematik erkennen lässt UND die Tatsache, dass es sich um eines der bedeutendsten Stücke des Dokumentar-Theaters handelt.

In der Szene enthalten ist bereits "alles":

Os Haltung GEGEN den Einsatz der Atombombe / Os Hinweise auf Pro und Contra Atombombe (er überlässt Entscheidung jedoch anderen) / Os ursprünglich positives Denken der Atomkraft (!) gegenüber / Os Verteidigung der unpolitischen Haltung von Physikern u.a.m. ...


Nicht unwesentlich für mich (!!) wäre ein Vergleich sowohl mit dem Interview des Physikers Carl Friedrich von Weizsäcker ("Ich hatte die Vorstellung..." (1986) ) als auch mit Dürrenmatts "Die Physiker".

pk


Kommentar von bigmamahonybear ,

Das finde ich sehr interessant! Vor allem da für viele die 5. Szene als die "eindrucksvollste" gilt.

Schon da wird auch deutlich dass O die Verantwortung zurückweist, man sieht aber auch das Anliegen jedes guten Wissenschaftlers, nämlich Veränderung und Fortschritt. Ich sehe was du meinst und kann dir nur zustimmen mit dem Vergleich von Dürrenmatts die Physiker, allerdings war mir das Interview von Carl Friedrich von Weizsäcker noch nicht bekannt. Werde es mir gleich anschauen, besten Dank!

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