Altinpay am 17.02.2008 um 16:36 Uhr
„Die Sinne trügen nicht, aber das Urteil trügt.“ Die meisten Menschen glauben, dass es in ihnen eine Kraft gibt, die ihnen – zumindest manchmal – erlaubt, frei zu wählen, was sie tun oder nicht tun wollen. Sie würden sagen, dass sie von ihrem „Willen“ Gebrauch machen. Doch nur jene Forscher, die das Problem des Willens sorgfältig untersucht haben, wissen, wie komplex die Sache ist. Wenn geistige Aktivitäten und Gehirnprozesse, die chemisch-physikalischen Gesetzen folgen, gleichzusetzen sind, kann von Freiheit nicht mehr die Rede sein. Menschliche Handlungen würden nur noch von diesen Gesetzmäßigkeiten bestim

Liebe/r Alpaslan Polat,
noch einmal weise ich Dich daraufhin, dass gutefrage.net ein Ratgeberforum ist. Bitte beachte dies bei Deinen Fragen.
Lieben Gruß.
Peter vom gutefrage.net-Support

Ich habe einen freien Willen, und wenn man mich lässt handele ich danach:-)

Ich denke, daß der Mensch noch immer über einen freien Willen verfügt - aber nur bedingt!
Denn durch das soziale Gefüge in seinem näheren Umfeld ist es unmöglich, immer nur nach dem eigenen freien Willen zu handeln, man muß Abstriche machen.
Trotzdem ist es enorm wichtig, alles und jedes immer wieder auf seine Sinnhaftigkeit und Richtigkeit zu hinterfragen und nötigenfalls zu korrigieren. Das ist anstrengend, mühsam und man macht sich nicht viele Freunde damit - aber es lohnt sich!
berthold11 am 17. Februar 2008 16:59 DH

Solange unser Bewusstsein nicht in jeder Sekunde voll wach ist und wir also zu den sogenannten "Erwachten" gehören, ist das mit dem freien Willen ein reines Wunschdenken. Wenn ich einen freien Willen habe, bedeutet dies auch eine Wahl zu haben. Aber wie will ich wählen, wenn ich nicht voll bewusst bin. Alle Menschen wünschen sich froh, gesund, glücklich zu sein, frei von finanziellen Sorgen, angstfrei.....Wenn wir wählen könnten, dann wäre das ja so........aber eine Freiheit ist mir gegeben, jeden Moment im Hier und Jetzt zu verweilen, voll da und in Verbindung mit meinem Herzen zu sein.

Lieber Alpaslant Polant, ich glaube auch, daß wir ziemlich durchprogrammiert sind, und sehr oft, sogar wenn wir auf den ersten Blick glauben, daß wir selber etwas entscheiden, eigentlich gar nicht frei sind. (Das solltest Du aber nicht jedem mitteilen, weil viele nicht in der Lage sind das zu unterscheiden;-), und es nur Aggressionen hervorruft.) Es gibt aber einige wichtige Aspekte wo Du auf jeden Fall noch selber wählen kannst: Was Du über eine Sache denkst die dich begegnet. Ob du ein Urteil darüber machst oder nicht. Wir neigen dazu alles als gut oder böse zu bewerten. Und die Sachen erhalten dadurch ihren Wert. Hier kannst Du ENTSCHEIDEN. (zB: Ist das Glas halb voll oder hal leer.) Diese Art zu denken benötigt eine ständige Aufmerksamkeit, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Liebe Grüße

Die Willensfrage ist so verwirrend, dass viele Philosophen und Psychologen sich hinter der Behauptung versteckt haben, eine solche Kraft gäbe es überhaupt nicht. Sie sagen, das Gefühl der Freiheit sei eine Illusion, denn es sei ja nie möglich, mit Gewissheit zu sagen, ob eine Person einen Willensakt vollbracht hat oder ob ihr Verhalten automatisch oder durch Gehirnfunktionen bedingt war.
Die kürzliche öffentliche Stellungnahme führender Neurophysiologen und Gehirnforscher um Wolf Singer und Gerhard Roth war nicht nur eine „Kampfansage“ an die Idee menschlicher Freiheit. Es entstand auch der Eindruck, dass eigentlich niemand mehr für sein Verhalten verantwortlich ist, weil das Gehirn selbst entscheidet, nicht ein bewusster Wille. Denkt man diesen Standpunkt weiter, könnte der Umkehrschluss gezogen werden, dass es irgendwann in Zukunft möglich sein könnte (oder vielleicht sogar müsste?), das menschliche Gehirn so zu „programmieren“, dass gesellschaftliches Fehlverhalten (entsprechend der jeweiligen Moralvorstellungen und Gesetze) auf diese Weise ausgeschlossen werden kann. Doch sind wir vielleicht durch die Einwirkungen der Medien und der gesellschaftlichen Vorstellungen nicht schon ziemlich durchprogrammiert?
Kabark am 17. Februar 2008 16:45 Wieso antwortest Du Dir selbst? Mein lieber Schwan.....und gleich so ausführlich.
knetartpunktde am 17. Februar 2008 16:48 Frage und "Antwort" an dieser Stelle sehen für mich ziemlich stark nach Wichtigtuerei (und kopierten Textteilen) aus . ...
berthold11 am 17. Februar 2008 16:58 Er hat halt viele lange Fragen. In dem Alter ist das doch noch OK. Oder? Er überlegt wenigstens:-)

Ja und Nein! Natürlich habe ich vordergründig einen freien Willen, der hintergründig aber doch häufig beeinflusst, gelenkt, gesteuert wird (z.B. durch Werbung)!

Ich weiss, daß mein Unterbewußtsein fast alles bestimmt, was ich tue. Weil ich mich jedoch mit dessen Wirkungsweise beschäftige, habe ich etwas mehr Kontrolle über meine Handlungen. . ..

Also wenn man an die Bibel denkt, als Kain seinen Bruder Abel erschlug... der tat das auf jeden Fall aus freiem Willen. Gott hat ihn ja nachher dafür bestraft. Ich denke doch, dass jeder Mensch einen freien Willen hat, genau wie Tiere. Vielleicht kann nicht jeder seinen Willen durchsetzen, aber das ist wieder etwas anderes.

Grundsätzlich schon, aber er darf nur bedingt Gebrauch davon machen!
Du hattest den freien Willen, mit Deiner Frage ins Internet zu gehen und auch die anderen haben die Freiheit, zu antworten. An dieser Tatsache ändert nichts, dass unsere Gedanken durch chemische und(oder) elektronische Reaktionen ablaufen. Ich denke, es ist gedanklich gemogelt, wenn man aus der physischen Grundlage eine Bestimmung des Inhalts der Gedanken "ableitet".
Der zweite Punkt ist, dass dieser Wille Umstände vorfindet, sowohl in den Naturgesetzen als auch in der Gesellschaft. Damit befasst er sich und entscheidet nach seinen Überlegungen, die er anstellt.
Mit dem freien Willen verhält es sich wie mit dem Gewissen: Wenn ich nach meinem Gewissen entscheide, entscheide ich frei von mir aus. Aber eben "ich" entscheide mit "meinem" Gewissen. Und "ich" bin ein absolut bedingtes Wesen (Herkunft, Sozialisation, Werte, Zeit et.), dazu kommt die unermessliche Welt des Unbewussten ("Das Ich ist nicht Herr im Haus"!)... Folglich ist das ein relatives Freisein - eben in Bezug nur auf meine eigene und momentane(!) Existenz.