Frage von Neutralis, 61

Empathie aber kein Mitleid, woran könnte das liegen?

Guten Abend, ich habe in den letzten Monaten bemerkt, dass ich kein Mitleid mehr empfinde. Auf die Fragen wieso das so sein könnte, kam oft die Antwort, dass es an Empathie fehlt, was aber nicht der Fall ist. Ich kann mich, würde ich zumindest behaupten, sehr gut in Personen hineinversetzen und ihre Gefühle und ihre Art des Denks nachvollziehen und bennen. Mitleid habe ich aber trotzdem nicht, obwohl ich nicht versuche mich davon zu distanzieren, ich weiß, dass es den Leuten schlecht geht, aber ich fühle nicht mit ihnen. Woran könnte dieser Mangel an Mitleid liegen, wenn nicht an Empathielosigkeit, und lässt sich das behandeln, denn ich falle da ab und zu sehr negativ mit auf.

Antwort
von JaniXfX, 17

Hallo! Empathie ist ein sehr schwammiger Begriff und ich versuche ihn, wann immer es geht, in keinem Fachkontext zu verwenden.

Häufig verstehen Menschen (vor allem die breite Masse), dass man mit Menschen mitfühlen können muss. Sprich: sich in sie hineinversetzen und mit ihnen mitleiden, das selbe empfinden können wie Betroffene. Der Sinn und nutzen dahinter ist mir bis heute schleierhaft - es scheint schlicht "state of the art" zu sein, mit jemandem mitzuweinen, ihn zu bemitleiden usw. Es hilft Betroffenen jedoch überhaupt nicht, wenn das Gegenüber versucht genau so zu empfinden. 

Es gibt mehr, als nur Empathie. Empathie ist nur eine sehr kleine Vorstufe davon, wie man die Gefühlslage einer Person richtig versteht. Empathie bedeutet zwar, dass man in etwa in die gleiche Gefühlslage kommt und somit nachempfindet, woher/ wie das Gefühl zu stande kommt - verstanden, warum, wieso und weshalb das passiert, hat man jedoch noch nicht. Mehr noch: Schon Boesch fand heraus, dass zum leiden auch das "gut leiden können" gehört... Betroffene leiden auch gerne (!), das übernimmt eine gewisse Funktion und es hilft ihnen nicht, wenn andere Mitleiden.

Fazit: Man muss nicht mitleiden, um ein guter Mensch zu sein... Behandeln musst Du das nicht.

Antwort
von Minabella, 37

Also Empathie ist für mich ein Leid nachzuvollziehn obwohl es einen nicht betrifft oder betreffen könnte. ZB man spürt die Trauer einer Person weil der Hund gestorben ist obwohl man nie einen hatte. Deswegen denke ich dass Mitleid eine Art Empathie ist und ohne Empathie kein Mitleid. Vllt hast du doch keine Empathie?

Kommentar von Neutralis ,

Ich weiß ja, dass die Person traurig ist, aber es interessiert mich nicht wirklich. 

Kommentar von Minabella ,

es zu wissen allein ist keine Empathie. Empathie bedeutet dass du den Schmerz auch fühlen kannst! Als wärst du die Person ( Als Extremfall)

Kommentar von Neutralis ,

Oh dann habe ich den Begriff Empathie wohl etwas falsch verstanden. Vielen Dank :)

Kommentar von Minabella ,

Gerne😁

Antwort
von Nube4618, 16

Eine interessante Frage. Man kann sehr wohl empathisch sein, ohne Mitleid zu haben. Empathie tut gut, und ist auch wichtig für das Zusammenleben, im Beruf wie auch privat. 

Mitleid ist ja nett, aber hilft niemandem. Zudem gibt es Menschen, die sich gerne in der Opferrolle sehen, und fast alles dafür tun, bemittleidet zu werden. Wenn man solchen Menschen dann Tipps geben gibt, wie sie etwas zum Besseren ändern könnten, dann gehen sie weg, und suchen jemand anderen, der sie wieder bemitleidet. Sie wollen gar nicht aus ihrer Rolle raus. 

Ein ganz anderer Gedanke: Mitleid ist die Schwester vom Neid. Beides nützt    niemanden, nur ist Mitleid positiv besetzt, Neid jedoch negativ.

Antwort
von Arlon, 23

Ich würde sagen abgestumpft. Wenn ein Arzt seinen 1000 Herzinfarkt behandelt, wird er kein Mitleid mehr empfinden.

Antwort
von GangsterToast12, 39

Mangelndes Mitleid könnte (Wie oft bei mir) durch ausgeprägtes rationales Denken hervorgerufen werden.


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