Frage von Buerogolf, 105

Architektenrechnung für Anbau überzogen gerechnet und dann berechnet?

Ich habe einen Planer, der mir überhöhte Rechnungen sendet. Ein Anbau in Holzständerbauweise.

In der Anlage die Zeichnungen und Rechnungen etc.. Grösse 6.00 x 6.00 Meter. 2800 Euro und dann nochmal 1200 Euro .. sind bisher 4000 Euro.

Antwort
von Jackie251, 39

Kannst du mal genauer erklären wo genau die Rechnung überzogen ist?

4000 Euro entspricht guten 8 Arbeitstagen.
Allein Aufmaß und Objetkbetreuung fressen da in der Summe schnell 3 Tage.

Planung, Kalkulation und Zeichnungen fressen auch schnell ne Arbeitswoche weg.
Wir
wissen aber nicht was der Architekt wirklich gemacht hat. Wenn er aus
deiner Skizze nur An- und Draufsicht gemacht hat, wäre es wirklich recht
teuer.
Hat er aber seine zum Bauvorhaben gehörenden Aufgaben
erfüllt, ist die Summe doch nicht hoch - es sei denn du hast keine
Ahnung davon was alle dazu gehört und denkt die 10 Striche für die
Zeichnung sind in 5 Minuten gemacht.

Kommentar von Buerogolf ,

Der Bau hat erst gerade begonnen. Eine Baubetreuung ist noch nicht erfolgt.
Fundamentgaben hergestellt und Bebon durch Bauunternehmer drin.

Es gibt bei dem Bau nichts zu betreuen.
Ausschachtung fertig und Beton drin.
Jetzt kommt die Sohle dran. Und in 2 Wochen kommt das Ständerbauwerk drauf. OSB Platten / Isolierung und in die Öffnungen die Fenster und Türen. Dach .. Rauhspungd und Dachpappe/ Elefantenhaut.

Ich fühle mich mächtig über den Tisch gezogen.

Im Plan wurde einfach ohne Abstimmung eine Dachbegrünung mit reingenommen. Habe gehört, dass dieser Trick gern gemacht wird um die Baukosten / Honorare für den Architekten hochzutreiben.

Sollte das der Fall sein .. gibt es dicken Ärger.

Kommentar von Jackie251 ,

Manchmal wird das in der Statik mit aufgenommen um später die Möglichkeiten zu haben, das kostet an Material kaum was extra ist aber Zukunftssicher

Antwort
von ardesign, 6

Leider sehr typisch: Private Bauherren kleinerer Bauvorhaben beauftragen einen Architekten, können seinen Leistungen nicht einschätzen und bezichtigen ihn mit fadenscheinigen Argumenten der zu hohen Abrechnung. Nach dem Motto: "Was der Maurer oder der Zimmermann macht, kann ich sehen und anfassen. Aber so einen kleinen Plan malen, das ist doch vällig nebensächlich und hat mit dem Bau nichts zu tun."

Die Honorarforderung des Architekten ist in diesem Fall - wie in vielen vergleichbaren auch - völlig in Ordnung!

Antwort
von lifefree, 16

Hast Du keinen Honorar-oder Architektenvertrag mit dem Architekten gemacht, der wäre nämlich eine Grundlage für eine Überprüfung? Wenn Du starke Zweifel hast, gehe zum Bauherrnschutzbund .Du führst in einer Antwort an, dass Du schon öfter gebaut hast.Dann verstehe ich nicht, wie Dir das passieren kann.Hast Du die Pläne nicht genau angeschaut, bevor Du sie unterschrieben hast?

Kommentar von Buerogolf ,

habe es geklärt. öffentlich meinung und reputation sind von gro0em wert.

Antwort
von Huflattich, 42

Das sieht mir nach einer korrekten Aufstellung/ Rechnung über Architektenleistung nach HOAI aus....

Antwort
von AchIchBins, 1

Sie haben laut ihrer Aussage ja schon oft gebaut, was haben sie denn da bezahlt und was haben sie hier denn vorab mit dem Architekten ausgemacht? HOAI ist ihnen da ja nicht unbekannt und geläufig, da kann es ja keine unbekannten Rechnungen geben. Sie werden bei ihrer Erfahrung ja sicherlich nicht blind angefangen haben.

Kommentar von Buerogolf ,

hoai? festpreis ausgemacht und fertig. soviel arbeit ist es nun auch nicht ein einfamlienhaus zu planen und zu zeichnen.kunden kommen ja in der regel mit festen vorstellungen und brauchen eine person, die zeichnet und den bürokrams macht - muss.

Kommentar von AchIchBins ,

Wer so antwortet, hat definitiv keine Ahnung vom bauen und brauch sich auch nicht zu wundern. Klar eine Art Festpreis kann man ja ausmachen, sofern er sich im Rahmen der HOAI beläuft. Die zu erbringenden Leistungsstufen müssen aufgeführt werden und falls es sich beim Festpreis um einen nach HOAI viel zu niedrigeren Preis handelt, muss der Architekt eine plausible Begründung dazu liefern. Ein Architekt darf nicht aus Lust und Laune zu Dumpingpreisen arbeiten. Ihre Antworten lassen darauf schliessen, dass sie eh viel schlauer sind als "wir" die täglich! mit Architekten zu tun haben und alles besser wissen, ich frage mich echt warum sie hier fragen?! Schon mal am PC gesessen und CAD-Zeichnungen gemacht? Achso, schon zu Kindergartenzeiten.....ja dann kann ich schon nachvollziehen, dass der zeitliche Aufwand für sie Pillepalle ist. Mein Vorschlag für sie, so ein bischen zeichnen ist ja easy, das Studium dazu reissen sie in kürzester Zeit runter und schon müssen sich sich bei ihren vielen kommenden Projekten nicht mehr auf gierige und ihrer Meinung nach zu teure Architekten aufregen.

Antwort
von kubamax, 47

Was für Leistungsphasen soll der Planer leisten? Nur Werkplanung, LPH 5 (Zeichnungen)? Oder auch Objektbetreuung, Angebotseinholung, Vergabe, Abrechnung LPH 6+7+8. Normalerweise bezieht sich das Honorar prozentual auf die abrechenbare Bausumme der 300-Kosten bei Hochbauplaner. Die Prozente (5 -10 % der Handwerkerrechnungen) legt die vereinbarte Honorarzone fest. Hier etwa 3 unten, da es ein einfaches Gebäude ist. Es gibt jedoch den Bestandsgebäude-Zuschlag wegen Aufmessen, Anpassen, dauernd Hinfahren, weil was blödes entdeckt wird, etc.

Kommentar von Buerogolf ,

Er hat nur die Zeichnung gemacht, den Bauantrag gestellt. Den Bauunternehmer haben ich besorgt und beauftragt und alles am Bau besprochen. Es ist nicht mein erster Bau. Habe schon mehrfach gebaut. Der Architekt war nur einmal da, und ein Mitarbeiter für 30 Minuten.

Welche Leistungsphase ist das Planen / Zeichnung machen und Bauantrag stellen? 

Wie geht man an die Sache heran?
Wie kalkuliert man so ein Objekt?

Kommentar von kubamax ,

Leistungsphase 4 = Bauantrag = ca. 6 % vom Gesamthonorar (LPH 1-9), LPH 5 = Ausführungsplanung = ca.25% vom Gesamthonorar. Wenn also ein Bau 0,5 Mio (300er-Kosten) kostet und Honorarzone "3 unten" ist angesetzt, ergibt sich ein Gesamthonorar von etwa 62.000 € (12% von anrechenbaren Gesamtkosten)

Das sind offizielle Zahlen, die selten so hoch in der Privatwirtschaft angesetzt werden. Hat der Architekt auch entworfen, Grundlagen ermittelt? Dann werden auch hier Kosten fällig. Man kann sagen, von Stunde Null bis Genehmigung (LPH 1-4) etwa 25% vom Gesamthonorar.

Antwort
von Guekeller, 54

Er richtet sich nach der Honorarordnung. Sehe keinen Beanstandungsgrund. 

Kommentar von Buerogolf ,

Das kann man immer sagen. Der Bauwert wird mit 87.000 Euro angenommen. Der Bau selber kostet 23.500 Euro .. Laut Baugenehmigung steht 13.800 Euro drin.
Wenn man den Wert schön hoch ansetzt, dann kann ich natürlich auch nach Honorarordnung abrechnen.

Kommentar von Guekeller ,

Diese wichtigen Infos lieferst Du aber erst jetzt nach. Bei einem Bauprojekt, das rund 70 000 Euro kostet, sind das geforderte Honorar inklusive Bauaufsicht nämlich normal.

Antwort
von pharao1961, 32

Wenn das für die Leistungsphase 1-4 ist, dann wäre das durchaus korrekt.

Kommentar von Buerogolf ,

Was ist die Leistungsphase 1 ? Was beinhaltet diese? Planen und zeichnen?  Achja .. die Statik habe ich extra beauftragt und abgerechnet.

Kommentar von Guekeller ,

...dass ein Statiker zusätzlich beauftragt wurde, ist aber auch neu.

Kommentar von pharao1961 ,

http://www.hoai.de/online/HOAI-Text/teil_2.php

Das was er gemacht hat ist 1-4. Alles andere sind weitere Planungsphasen die wieder kostenpflichtig sind.

Antwort
von Buerogolf, 3

ZItat : Diese wichtigen Infos lieferst Du aber erst jetzt nach. Bei einem
Bauprojekt, das rund 70 000 Euro kostet, sind das geforderte Honorar
inklusive Bauaufsicht nämlich normal.

Meine Frage dazu: Das ist ja genau der Punkt: Ich zweifel nicht an der Gebührenordnung.
Ich zweifel an den 87,000 Euro Herstellungskosten, die der Architekt gerechnet hat. Er hätte ja auch 100.000 schreiben können.

Das ist der Betrug. Mehr rechnen, damit man mehr verdient. Und mehr reinrechnen, was nicht gefordert ist, damit die Baukosten-Herstellungskosten aufgebläht werden.

Das soll ein Trick sein für die Erhöhung von Herstellungskosten in den ENtwufsplanungen.

Hierauf brauche ich eine Meinung. Was rechnet ein Architekt für 40 Quadratmeter Dachbegrünung. Hier  "Dachbegrünung extensiv" ?

Antwort
von Buerogolf, 2

Nun haben wir den Kernpunkt:

Wie können die Herstellungskosten ermittelt werden?
Also welche Verfahren bieten sich an.

Ich habe ein schriftliches Angebot vor der Planung bereits gehabt.
Und der Archtekt hat im Grunde genau das, was ich mit dem Bauunternehmer besprochen habe per Zeichnung etc. umgesetzt.

Im der Aufstellung stehen  63.000 Euro Herstellungskosten und 13.000 Euro Planungskosten.  Also zusammen wären das 87.000 Euro.

Also Fachleute: Wie kalkuliert man:

36 QM Bodenplatte 20 Cm
Holzständerbauwerk 6 x 20, OSB Platten vorsetzen, 20 cm Isolierung;
2 Terassentüren, 4 Fenster, Innenausbau mit Rigips.
Flachdach mit geringer Neigung, Patt und Elefoantenhaut.

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