Frage von Rytael,

Ab welchem Blutzuckerspiel schwebt man in Lebensgefahr?

Ich habe bei Google leider Nichts gefunden, weshalb ich noch einmal hier fragen möchte.

Hilfreichste Antwort von Regenmacher,

So einfach ist das auch garnicht zu beantworten, weil es diese festen Werte nicht gibt.

Erstens wäre zu klären, welcher Typ, Diabetes 1 oder 2, gefragt ist. Und danach ob eine Überzuckerung oder Unterzuckerung vorliegt.

Bei einer Überzuckerung im Bereich von 500 oder mehr (normal wären 100) werden auf Sicht verschiedene Körperfunktionen geschädigt (Augen, Durchblutung etc.) bevor eine Lebensgefahr besteht.

Schädlicher für einen Diabetiker ist aber eine Unterzuckerung weit unter 100, weil der Patient ins Koma fällt und daran stirbt, wenn nicht schnell Hilfe da ist.

Darum wird ein Diabetiker nie ohne Traubenzucker aus dem Haus gehen, weil ihm dieses im Falle einesFalles vor dem Koma rettet.

Kommentar von Rytael,

Und wenn wir beispielsweise von einer Alkoholisierung sprechen? Und nicht von einer Diabetes?

Antwort von diabetnic,

Wichtig ist zusätzlich: Starker Über- oder Unterzucker bringen einen erst mal nicht automatisch sofort in Lebensgefahr.

Wie Regenmacher schreibt, muss man langfristige Folgen von Überzucker und kurzfristiges Risiko unterscheiden. Zu den kurzfristigen Risiken:

Überzucker: Wie Imbecillitas schreibt, kann sich darüber ein Koma entwickeln. Je nach Therapieform, Eigeninsulinproduktion und Diabetestyp kann das Stunden bis Wochen dauern.

Unterzuckerung (z.B. BZ < 60 mg/dl) an sich ist erst mal auch nicht lebensbedrohlich. Allerdings unter ein paar Vorraussetzungen. Nämlich im Wesentlichen von der momentanen Situation (z.B. Unfallgefahr im Straßenverkehr) und der Leberfunktion. Ist die Leberfunktion gestört (z.B. weil zu viel Alkohol im Blut ist) oder die "Zuckerresserven" der Leber erschöpft sind (z.B. nach ungewöhnlich hoher körperlicher Belastung) kann eine Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit tatsächlich lebensbedrohlich werden. Das sind aber eher Ausnahmefälle. Im Normalfall ist auch eine verschlafene nächtliche Unterzuckerung "nur" mit Kopfschmerz und eher erhöhtem Zucker am Morgen danach verbunden ...

s. auch Mehnert, "Diabetologie in Klinik & Praxis"

Langzeitrisiko: Ergebnisse der DCCT-Studie

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16371630`print("code sample");`
Antwort von Imbecillitas,

es gibt 3 formen von diabetischem koma.

das ketoazidotische koma tritt eher bei typ 1 diabetikern auf und verzeichnet im allgemeinen blutzuckerwerte so um die 300mg/dl. der blutzuckerspiegel und daraus resultierende dehydratation ist hierbei jedoch nicht das eigentlich gefährliche sondern die azidose.

das hyperosmolare koma (typ 2 diabetes) dagegen hat blutzuckerwerte so um die 600mg/dl.

das laktatazidotische koma kann unter einnahme von oralen antidiabetika auftreten. gefährlich ist hierbei ebenfalls die azidose = übersäuerung.

Antwort von Praline,

Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel sprunghaft an und übersteigt den oberen Sollwert erheblich (bis über 200 mg/dl, 11,1 mmol/l). Insulin wird dadurch ins Blut ausgeschüttet und senkt den Blutzuckerspiegel recht schnell. Durch die anhaltende Wirkung des Insulins bis zu dessen biologischem Abbau wird aber der Blutzucker weiter gesenkt. Die Insulinwirkung hält zu lange an und wird nicht gehemmt. Es droht eine überschießende Situation: eine Unterzuckerung, die aber von der Glucagonwirkung verhindert wird. Insulin ist also nur für die obere Grenze zuständig, die der Blutzuckerspiegel nicht überschreiten darf.

Glucagon

Antwort von Floeckli,

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