Antworten von skyfly71

  • Er war auf Bewährung draußen, was hat er angestellt?
    Antwort · · 13

    Entweder einmal was ganz schlimmes oder viele Male nicht so schlimme Sachen. Man kann für eine Vergewaltigung ins Gefängnis kommen, aber auch für gewerbsmässigen Betrug oder Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Kurz: Die Frage kann Dir hier niemand seriös beantworten, weil die Möglichkeiten zu vielfältig sind.

  • Welche strafrechtliche Konsequenzen drohen mir?
    Antwort · · 28

    Es ist aus meiner Sicht eher wahrscheinlich, dass es hier eine Geldstrafe zwischen 60 und 120 Tagessätzen gibt. Das würde bedeuten, dass die Bewährungszeit um 6-12 Monate verlängert wird.

    Theoretisch könnte man auch kurze Freiheitsstrafen verhängen. Da wäre dann die Frage, ob eine erneute Bewährung in Betracht kommt.. Wenn Deine Lebenssituation nicht rabenschwarz aussieht, würde ich die Chance dafür gar  nicht so schlecht einschätzen. Vor allem, wenn seit der Tat nix mehr passiert ist. Ist ja inzwischen auch schon einige Monate her.

    Sofern Du noch keinen Bewährungshelfer hast, ist es auch immer ein super Argument, dass das mit Bewährungshelfer auch gar nicht passiert wäre ;-)

  • Bewährung/Widerruf?
    Antwort · · 16

    Ja, das geht. Der Widerruf wäre die Reaktion in der Bewährungssache auf die neuerliche Straftat, die ja jetzt rechtkräftig festgestellt wurde..

    Es ist allerdings absolut unüblich, die Bewährung zu widerrufen, wenn das neuere Gericht gerade eine Bewährung ausgesprochen hat. Zumal auch die Straftat Schwarzfahren nicht so schwerwiegend ist, dass eine Bewährung zu widerrufen wäre. Nicht ganz so unüblich ist allerdings, dass die Staatsanwaltschaft den Widerruf trotzdem erst einmal beantragt.

    Du kannst davon ausgehen, dass in der Bewährungssache die Bewährungszeit um ein Jahr verlängert wird. Sollte es dennoch zu einem Widerruf der Bewährung kommen, lohnt dagegen in jedem Fall eine sofortige Beschwerde. Dann wird's vom Landgericht noch mal geprüft - und vermutlich aufgehoben.

  • Warum gibt es Täter- und Opferausgleich?
    Antwort · · 6

    Ob ein Täter-Opfer Ausgleich gemacht wird, entscheidet erst einmal die Institution, die einen Täter-Opfer Ausgleich (TOA) anbietet. Das bedeutet, man kann auch auf eigene Initiative darum bitten, dass ein TOA gemacht wird.

    Ob und wie ein angestrebter oder auch durchgeführter TOA Einfluss auf das weitere Verfahren hat, entscheidet je nach Verfahrensstand entweder die Staatsanwaltschaft oder das Gericht.

    Das Gesetz sieht jedenfalls einen Strafrabatt für einen TOA vor.

    https://dejure.org/gesetze/StGB/46a.html (und analog dazu auch §153b StPO)

  • Frage zu nicht geleisteten Sozialstunden?
    Antwort · · 19

    Grundsätzlich ist es im Jugendstrafrecht möglich, dass eine Arbeitsauflage in eine Geldauflage umgewandelt wird. Dann mußt Du aber 1. aufgrund einer Vollzeitbeschäftigung keine Zeit mehr zum arbeiten haben und 2. genug Geld verdienen, um eine Geldauflage zu zahlen.

    Ein Wechsel der Einsatzstelle ist grundsätzlich immer möglich, dafür braucht es aber die Zustimmung der Jugendgerichtshilfe.

    Wenn Du die Stunden nicht machst, wird ein Ungehorrsamsarrest verhängt, dessen Dauer zwischen einem Wochenende und 4 Wochen liegen kann. Der dient nur dazu, Dich zur Ableistung der Stunden zu motivieren. Arbeiten mußt Du danach trotzdem noch.

  • Amtsgericht & Landgericht verbummeln Akte?
    Antwort · · 3

    Mach Dir keine Sorgen :-)

    Abgesehen davon, dass eine unterbliebene Mitteilung eines Anschriftenwechsels kein Grund für einen Widerruf der Bewährung ist (da gibt's mittlerweile einige höchstrichterliche Rechtsprechung zu), kannst Du Dich auf telefonische Auskünfte von der Justiz normalerweise verlassen.

    Am besten wendest Du Dich an die Sozialen Dienste der Justiz in Berlin (oder bei Jugendstrafrecht an die zuständige Jugendgerichtshilfe beim Bezirksamt). Wenn Du denen sagst, dass Du JETZT einen Ansprechpartner brauchst (und nicht erst, wenn die Unterlagen dort eingegangen sind), wird man sich Deiner Sache gerne annehmen. Da bin ich sicher. Und spätestens dann kann Dir auch nichts mehr passieren.

    Ein Anwalt ist hier in jedem Fall völlig überflüssig, weil der nicht mehr erreichen kann, als Du es könntest.

  • Kann ich Anzeige erstatten wenn jemand mir droht das "wenn wir uns sehen mein ungeborenes Kind nicht mehr lange lebt "?
    Antwort · · 30

    Anzeigen kann man alles und jeden. Ich sehe hier allerdings keinen Straftatbestand erfüllt. Für eine "Bedrohung" im strafrechtlichen Sinne fehlt es an der Drohung mit einem Verbrechen (hier wird nur mit "Vergehen" gedroht). Allerdings fehlt hier auch ein wenig der Zusammenhang, in dem diese Aussage entstanden ist.. Sollst Du beispielsweise dazu gebracht werden, etwas zu tun oder nicht zu tun, wäre das sehr wohl strafbar. Ebenso, wenn es in den Bereich des Stalking geht, weil Du dauernd unerwünschten Kontakt mit der drohenden Person hast.

    Sinnvoller kann es ggf. sein, ein Kontaktverbot nach dem Gewaltschutzgesetz zu erwirken.

  • (VERKEHRSRECHT) Verfahren eingestellt!.Trotzdem noch Post bekommen?
    Antwort · · 19

    Dazu müsste man erst mal wissen, ob es tatsächlich 2 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Dich gab oder nur eines. Und nach welcher Rechtsvorschrift das Verfahren eingestellt wurde. Denn §24a StVG beschreibt nur die Ordnungswidrigkeit, die begangen wurde. Die Rechtsvorschrift, aufgrund derer eingestellt wurde, findet sich irgendwo anders.

    Kommentar von Nebolus1234 ,

    Wie gesagt gegen mich liefen zwei verfahren aber des selben zwecks! Und das erste verfahren vom 12.03.2016 wurde postalisch von der Polizei schriftlich an mich gesendet und eingestellt. Und das zweite aber auch. Die erste Einstellung des Verfahrens kam ca. Ende April Anfang Mai, und die zweite Einstellung des Verfahrens kam am 17.05.2016... Aber jetzt kam das Ordnungsfridigkeit schreiben vom 23.03 am 02.06 aber heute habe ich den Brief erst gesehen also sprich kam er aller höhstens erst am Freitag an.. War aber über das Wochenende nicht da und habe es deshalb nicht gesehen, sondern erst heute! 

    Kommentar von skyfly71 ,

    Tut mir leid, aber aus Deinen Schilderungen wird man nicht wirklich schlau. Eine vernünftige Aussage dazu wird nur möglich sein, wenn man mal die Schreiben selbst gesehen hat. Ins blaue hinein würde ich vermuten, dass möglicherweise ein Strafverfahren eingestellt und als Bußgeldverfahren weitergeführt wurde.

    Übrigens: Der richtige Ärger könnte Dir noch hinsichtlich der Fahrerlaubnis blühen. Denn wer mehrmals wegen Konsums auffällt, kann sich - egal welche Werte es waren - zumindest mal auf ein ärztliches Gutachten zu seinen Konsumgewohnheiten einstellen.

  • Strafverfahren während Bewährung?
    Antwort · · 23

    Bevor Du hier noch mehr Antworten von unglaublich qualifizierten Menschen bekommst...

    Nein, die Bewährung kann natürlich NICHT widerrufen werden. Das geht nur wegen Straftaten innerhalb der Bewährungszeit. Denn Deine Auflage ist ja, IN der Bewährungszeit keine neuen Straftaten zu begehen.. Entsprechend haben Taten, die davon begangen wurden, keinen Einfluss auf die Bewährung.

    ABER: Auch bei der anstehenden Verhandlung ist erneut zu prüfen, ob eine Strafaussetzung zur Bewährung in Betracht kommt. Und wenn es keine positive Prognose gibt, dann gibt's auch keine Bewährung. Dann wird die andere Sache zwar nicht widerrufen, in den Knast geht's dann aber trotzdem. Aber Du scheinst ja eine positive Prognose zu haben.

  • Was für Nachteile hat man als minderjähriger Vorbestrafter?
    Antwort · · 10

    Normalerweise gar keine. Denn sehen tut man die "Vorstrafe" im Führungszeugnis bei Minderjährigen nur in wenigen Ausnahmefällen. Sie müssen auf jeden Fall mal mindestens einen Knast von innen gesehen haben. Nicht einmal Jugendarrest reicht da aus.

    Ansonsten können gerichtliche Strafen nur im Rahmen von Zuverlässigkeitsüberprüfungen, beispielsweise für Waffenscheine oder Flugscheine negative Folgen haben. Und ggf. auch für die Berufe, die damit zusammenhängen. Aber selbst hier kommt es dann noch auf den Einzelfall an.

  • Ich habe heute am 11.6. Post zu einer Verhandlung als Beschuldigter bekommen. Die Verhandlung ist bereits am 21.06. ist das so ok.?
    Antwort · · 15

    Ja, das ist vollkommen in Ordnung und Du bist ordnungsgemäß geladen

    https://dejure.org/gesetze/StPO/217.html

    Du musst also in jedem Fall dort erscheinen. Berufstätigkeit ist dabei keine Begründung, um das Fernbleiben zu entschuldigen. Ein fehlender Anwalt übrigens auch nicht. Ob Du einen hast, entscheidest Du ganz allein.

  • INS Gefängnis ohne Vorstrafen ?
    Antwort · · 26

    Mit Vorstrafen hat das in Deinem Fall nix zu tun...

    Wenn Du Schulden hast, wollte der Gerichtsvollzieher bei Dir vermutlich eine "Vermögensauskunft" abnehmen (ehemalige eidesstattliche Versicherung). Und wenn Du für ihn nicht greifbar bist, kann er Haftbefehl gegen Dich erlassen, um Dich einzufangen und Dir die Vermögensauskunft abnehmen zu können. .Nach der Vermögensauskunft wirst Du dann auch wieder entlassen. Es geht dabei nicht um eine Strafe, sondern man will Deiner Person lediglich habhaft werden. Das kann man auch dadurch umgehen, dass man mit de Gerichtsvollzieher kurzfristig einen Termin in seinem Büro vereinbart.

    Alle 4 Antworten
    Kommentar von Sweety1988bln ,

    Also wäre es ratsam zur Polizei zugehen.  Mit oder ohne Anwalt? 

    Kommentar von skyfly71 ,

    Nein, auch die Polizei hat damit eigentlich nix zu tun. Die sind nur ausführendes Organ. Es ist sinnvoller, den Haftbefehl aus der Welt zu schaffen. Und das tut man dadurch, dass man mit dem Gerichtsvollzieher Kontakt aufnimmt. Ein Anwalt ist dafür komplett überflüssig.

  • 6 Monate Haft auf Bewährung?
    Antwort · · 13

    Deine Bewährungsauflage ist, innerhalb der Bewährungszeit keine neuen Straftaten zu begehen.. Vor 3 Jahren hattest Du noch eine Bewährungszeit, deshalb kann eine Straftat von damals für sich genommen nicht zu einem Widerruf der Bewährung führen.

    Bei der Verhandlung wegen der anderen Straftat wird aber erneut geprüft, wie hoch die Strafe sein soll. Und bei mehr als 2 Jahren ist keine Bewährung möglich. Und auch die Frage, ob eine geringere Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, wird bei jeder Verhandlung neu geprüft.. Wenn sich also Deine Lebenssituation sehr negativ verändert hat, ist trotzdem eine Verurteilung ohne Bewährung möglich, obwohl die Tat vor dem Beginn der Bewährungszeit war.

  • Strafantrag akzeptieren oder Hauptverhandlung einleiten?
    Antwort · · 32

    Leider hast Du nicht geschrieben, ob die 20 sich auf die Anzahl der Tagessätze oder auf die Höhe der Tagessätze bezieht. Wenn die 20 die Anzahl ist, solltest Du das akzeptieren, da Du damit recht günstig wegkommst. Du kannst allerdings gegen die Höhe des Tagessatzes Einspruch einlegen, dann wird die Höhe Deinem jetzigen Einkommen angepaßt - dann dürftest Du eher bei 15 und nicht bei 80 landen.


    Sollte es sich um die Höhe des Tagessatzes handeln, lohnt ein Einspruch insgesamt wohl schon, da hier eher 30-50 Tagessätze zu erwarten sind und 80 schon unverschämt viel ist - es sei denn, Du hast schon einiges an Vorstrafen.

    Alle 4 Antworten
    Kommentar von Natriumcarbonat ,

    Es sind 20 Euro Tagessatzhöhe und 80 Tagessätze. = 1.600 Euro

    Wie tief werden die wohl bei mir gehen was die Tagessatzhöhe anbelangt? Oben hab ich die Verhältnisse beschrieben.

    Und vorallem, hab ich eine Chance da vielleicht nach einer Hauptverhandlung glimpflicher rauszukommen, wenn auch noch die Provokationen beachtet werden, dass die Bande da betrunken Ärger gemacht hat und ich dafür auch Zeugen habe. Oder ist für das Gericht eben nur wichtig, dass ich einen schlag gelandet habe, das wäre ziemlich unfair.

    Kommentar von skyfly71 ,

    Ich halte die Chance, dass es deutlich weniger wird, bei über 80%. Realistisch wären hier 20-30 Tagessätze. Evtl. auch eine Verfahrenseinstellung in der Verhandlung nach § 153a StPO. Das solltest Du in einer Gerichtsverhandlung auf jeden Fall ausdrücklich beantragen. Eine Garantie, dass es besser wird, gibt es aber natürlich nicht. Das Gericht ist an die 80 Tagessätze nicht gebunden, es kann auch schlimmer kommen. Ist halt nur sehr unwahrscheinlich.

    Aber auch die Höhe des Tagessatzes orientiert sich am Monatseinkommen und soll ein Dreißigstel betragen. Und da dürfte wohl auch eine Reduzierung auf 10-15 Euros möglich sein.