Frage von SchlauEule, 126

Würdet Ihr die Frankfurter Stadtteile Ginnheim, Dornbusch, Bockenheim als angenehm zu wohnen, sicher, praktisch und gut bezahlbar beschreiben?

Ich ziehe bald nach Frankfurt und suche eine bezahlbare Wohnung (keine WG), in der ich nicht zu weit ab vom Schuss wohne, aber eine super Autobahnverbindung, auch während der Rush Hour zu meinem Arbeitsplatz im MTK brauche (zur A3). Da ich weiblich, alleinstehend, Akademikerin, 28 Jahre alt, ist mir Sicherheit und Wohlfühlen im eigenen Viertel unter Gleichgesinnten sehr wichtig, ohne auf die direkte Nähe zum Stadt-Trubel oder Einkaufsmöglichekiten verzichten zu müssen. Da das alles mit einem normalen Einkommen gezahlt werden muss, auch nicht zu teuer. Bin da auf die 3 genannten Stadtteile gekommen mit Nähe zur A66/A3 und City. Würdet Ihr das für meine Ansprüche/Vorstellungen empfehlen oder eher etwas anderes? Oder sind die Stadtteile sogar Problemviertel oder überwiegend von sozial Schwachen bewohnt? Welche Teile von Bockenheim sollte man eher meiden? Über Tipps wäre ich super dankbar.

Antwort
von luigi0816, 64

Auf solche vermeintlich einfachen Fragen gibt es leider keine einfachen
Antworten...auch wenn wir alle dazu neigen, nach diesen zu suchen.

Mir hat im Rahmen einer Recherche für Dresden gerade die Plattform
miwangu.com weitergeholfen. Der Ansatz ist dabei, auf Basis
differenzierter Kriterien vermeintlich subjektive Bewertungen von Einwohnern zu einem Stadtteil transparent zu machen und in einer Kennzahl zu verdichten. Die Plattform ist zwar aktuell noch in der Startphase, d. h. es gibt noch nicht zu jedem Stadtteil Bewertungen...aber das kommt bestimmt noch.

Antwort
von Francescolg, 108

Hi, deine Frage ist nicht kurz zu beantworten, ich versuche es in Stichworten:

Alle Stadtviertel die an der A661 angrenzen, inkl. Offenbach, sind gut für dich!

Hinterm, Dornbusch und Bockenheim sind nicht die besten Viertel, außer Bockenheim, wo einige Teile davon leider aber auch unter dem Durchschnitt sind, ansonsten hier: gute Einkaufs- und Nachtleben-Möglichk..

Ich empfehle dir Bornheim und Seckbach, beide geil, schöner wie Bockenheim, direkt an der Autobahn. Seckbach ist grüner, in Bornheim dagegen ist viel mehr los. Wenn du sparen willst, DANN Offenbach u. zwar Norden oder bei der Sprendlinger Landstraße. OF ist aber Sehr multikulti, bis zu 80%

Kommentar von Francescolg ,

"Hinterm" = Ginheim 

Kommentar von Francescolg ,

Streiche meinen Beitrag bitte, du meinst nämlich Main-Taunus-Kreis und nicht den Taunus, also den Norden von Frankfurt! Bei dir geht es um den Westen/Nordwesten, also musst du IMMER MTK sagen, unter Taunus versteht ein Frankfurter nämlich: Oberursel, Bad Homburg, Usingen, usw.. Der MTK dagegen liegt eher im Westen (Vordertaunus)

Kommentar von SchlauEule ,

ah ok, gut zu wissen, danke. Hast Du auch Tipps für die Anbindung an den MTK?

Kommentar von Francescolg ,

Wenn du richtig gut wohnen willst: Westhafen-City, oder Rund um das Rebstockbad, dort sind neue Siedlungen entstanden, auch kleine Wohnungen, allerdings teuer (um die 800+). Diese Viertel sind aber eher für Auto-Fahrer gut, man muss zur U-Bahn längere Strecken fahren/gehen.

Ansonsten Praunheim, auf jeden Fall ein Viertel mit U-Bahn-Anbindung, das ist das A und O in Frankfurt. Praunheim, Hausen bieten sich an für dich. Auch hier gibt es einigermaßen Parkplätze.

Die restlichen West-Viertel (Höchst, Schwanheim, Gallus, Nied, Sindlingen, usw.) gefallen mir viel weniger, Praunheim und Hausen sind sehr ruhig. Bockenheim ist schon city und viele Ecken sind nicht im besten Zustand, Vieles wirkt hier schmuddelig.

In Hausen liegt die 1a Salsa Location Frankfurts :)  

Kommentar von SchlauEule ,

Danke für die Aufzählung! Ja, ums Rebstockbad und nördlich der Messe in Bockenheim (gehört doch noch dazu, glaube ich?) habe ich einige 2-Raum-Wohnungs-Inserate bei den Neubauten ins Visier genommen, da dort die Autobahnanbindung gut ist. Es sind aber alles große Blockbauten und ich war mir nicht sicher, wie die Anwohner dort "ticken". Hat was von modernem Plattenbau? Straßenbahnen und Busse sind also nicht so gut vernetzt und U-Bahn in der Nähe zu empfehlen? Würde nach Feierabend noch gut per Öffis angebunden sein wollen, damit ich nicht faul zu Hause verschmore ;-)

Kommentar von Francescolg ,

Das ist der große Nachteil der Neubaugebiete um die Messe herum, es gibt keine U-Bahn-Anbindung. Dagegen hast du z.B. am Riedberg (auch ein schickes Neubaugebiet) eine U-Bahn. Die Neubaugebiete, die du nennst, haben lediglich die S-Bahn-Station Westbahnhof, oder Bus/Straßenbahn.

Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich wirklich darauf achten, dass eine U-Bahn Station in max. 500 Meter reichweite liegt. Das wäre mir wichtig.

Alle Neubaugebiete "um die Messe herum" haben keine gute U-Bahn Anbindung! (Rebstock-Bad, nord-westlich vom Westbahnhof, etc.)

Kommentar von Francescolg ,

Große Blockbauten sind auch manchmal "moderne" Sozialwohnungen :-) Die erkennst daran, wer der Bauträger, bzw. der Vermieter, ist (Wohnungs-Gesellschaft/-Genossenschaft, wie: ABG Frankfurt Holding, JustizBau, usw., kannst du googlen). Wenn du nicht in einem Sozialbau wohnen willst, oder direkt in der Nachbarschaft, musst du im Hauseingang jedes einzelnen Gebäudes schauen, ob hier ein Verwalter die Aushänge macht, oder eine Gesellschaft/Genossenschaft.

Viele Neubauten wirken "block mäßig", das ist nunmal so in Frankfurt! :-) Sei es nun die Luxus-Variante (Westhafen, Deutschherren-Ufer) oder die Weniger-Luxus-Variante.

Ich kann dir nur raten, vor dem Vertragsabschluss einfach mal einen Mittag (nie den Morgen, weil da kaum jemand unterwegs ist!) in der Gegend abzuhängen und zu schauen: "Wer wohnt hier so!".

Eine sog. "weniger gute Nachbarschaft" erkennst du eigentlich sehr schnell am Lärm, oder daran "wer hier ein- und ausgeht", an den Autos, die dort parken und wer da so am Steuer sitzt... Ein Gespräch mit den Nachbarn sollte man auch immer führen, nach- oder vor einer Wohnungsbesichtigung. Es gibt nämlich radikale Unterschiede, auch direkt nebeneinander. Und es gibt (leider) auch sehr große Familienstrukturen (sehr laute Häuser, wo ständig jemand am Fenster steht und schreit, oder gar die Polizei häufiger vorbeischaut).

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