Frage von frubilein, 190

Winziger Schaden und unglaublich hohe Kosten?

Ich hatte vor einer Weile einen kleinen Unfall, in dem ich beim Rückwärtsfahren einen BMW leicht angetickt habe.

Beim Aussteigen sah ich, dass ich lediglich die Halterung des Nummernschildes zerdrückt habe, wir tauschten Daten aus, ich schoss ein paar Bilder und meldete alles meiner Versicherung.

Heute dann der Schock: Angeblich sind bei diesem Unfall Schäden in Höhe von ca. 1.800€ entstanden. Dies kann ich nicht glauben, denn es war an der Stoßstange nichts zu sehen, bis auf die zerdrückte Halterung.

Wie reagiere ich nun am besten? Eigentlich wollte ich den Unfall nämlich zurückkaufen, damit ich in der SF nicht abrutsche. Scheinbar hat die Versicherung den Schaden schon beglichen und mich heute nur darüber in Kenntnis gesetzt. Gibt es hier noch Möglichkeiten oder muss ich nun hinnehmen, dass da offenbar eine dicke Rechnung auf meine Kosten geschrieben wurde?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 33

Guten Abend!

Bei modernen Autos können solche Schadenssummen echt zustandekommen.. aber trotzdem: Man muss leider unglaublich aufpassen!

Findige Werkstätten & Versicherungsgutachter können - gerade wenn sie eng zusammenarbeiten - schon solche Rechnungen produzieren.. ist ein unfeiner Trick und meistens Geldschneiderei bzw. Abzocke, aber legal.. weil man ein Gutachten nur durch ein Gegengutachten beilegen kann.

Bekannten von mir passierte das vor einigen Jahren nach einer harmlosen Kratzerei auf'm Volksbankparkplatz genauso.. sie haben dann einen eigenen Gutachter beauftragt, der dann in seinem Gutachten entlarvte, dass der Schaden reell repariert maximal die Hälfte kosten darf. Waren immer noch 800 Euro, aber auch das läppert sich.

Ich würde einen eigenen Gutachter beauftragen, der das Ganze aus seiner Sicht beurteilt.. denn man weiß es leider nie, wie stark Autohäuser, Gutachter & auch Besitzer unter einer Decke stecken. Da muss man unglaublich vorsichtig sein.

Dreistestes Beispiel war als 2005 jmd. in den alten Benz von meinem Opa fuhr. Waren nur wenige Kratzer am damals 16/17 Jahre alten 230E (Mediamarktparkplatz^^). Der "Gegner" schlug meinem Opa allen Ernstes vor, das Ganze in einem ihm bekannten Autohaus machen zu lassen.. weil er da jemanden kannte, der das schwarz nach Feierabend gemacht hätte & er in der Versicherung nicht hochgegangen wäre. Man könnte ja beim Gutachten mogeln & es "irgendwie" drehen.. mein Opa hat das Ganze dann selber beilackiert & noch nicht mal die Versicherung involviert, nachdem der "Gegner" ihm 100 Euro gegeben hat.. aber es gibt schon Trickser, dass einem die Haare zu Berge stehen. 

Kommentar von Versichfachwirt ,

was ist an diesem Beispiel dreist? Es ist doch fair, wenn der Gegner einem vorschlägt, die Reparatur in einer Fachwerkstatt machen zu lassen. Dann ist es wenigstens fachgerecht. Sonst erzählt man hinterher, dass Opa mit EUR 100 übern Tisch gezogen wurde und seinen taschentuchgepflegten Mercedes nun nicht angemessen reparieren konnte

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 69

Wenn du die Stoßstange angefahren hast, kommt die anschließend wieder heraus. Das ist ja der Sinn dieser Übung.

Allerdings kann sie das nur einmal und muss dann ausgetauscht werden.

Das kann dann schon ins Geld gehen, obwohl äußerlich praktisch nichts zu sehen ist.

Dafür hast du aber deinen Versicherer, der auf eine eigene Augenscheinnahme dieses Schadens bestehen kann.

Antwort
von peterobm, 62

das kann nachträglich kaum mehr festgestellt werden; ob und in welchem Rahmen getrickst wurde. 

Wie ist abgerechnet worden: Gutachten oder Kostenvoranschlag

auch kleine Schäden können verdammt teuer werden

Kommentar von DerHans ,

Ob eine Stoßstange ausgetauscht wurde, kann man sehr wohl auch ein Jahr später noch feststellen.

Antwort
von SirKermit, 63

Es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Auch wenn "nur" die Halterung leicht verbogen ist oder scheint, kann es sein, dass dahinter liegende Teile, die energieabsorbierende Funktionen haben, gleich mit getauscht werden müssen. Beim ollen Käfer nahm man den 500 g Hammer und fertig. Aber das funktioniert heute nicht mehr so. Oder es gibt spezielle merh oder weniger große Verkleidungen aus Kunststoff, die dann speziell lackiert werden müssen und nur gesamt getauscht werden können.

Von daher könnten solche Schadenswerte durchaus unglaubwürdige Höhen erreichen. Dennoch sieht das nicht wirklich koscher aus und daher ... aber die Versicherung hat schon bezahlt, wie du sagst. Als Verursacher würde ich mir durchaus mal so eine Aufstellung der tatsächlichen Schäden und der Reparaturkosten zukommen lassen wollen. Gab es überhaupt einen Gutachter? Wahrscheinlich wegen des scheinbaren Bagatellschadens eher nicht.

Viel mehr fällt mir dazu nicht ein.

Lesetipp: http://www.123recht.net/forum_topic.asp?topic_id=143123&ccheck=1

oder http://www.n-tv.de/ratgeber/Rechte-nach-Unfall-durchsetzen-article2979006.html

Kommentar von frubilein ,

Ich bin, wie gesagt, unfassbar langsam gefahren, dass darunter irgendwas verbogen ist, ist für mich absolut unwahrscheinlich. Ich habe zurückgesetzt, nichtmal 2 Meter, sah im letzten Moment noch den Wagen, den ich vorher dank Regen und Dunkelheit einfach übersehen hatte, habe noch stark gebremst und den Wagen maximal leicht berührt. Wie gesagt, das Ganze war so leicht dass an meinem Wagen rein gar nichts zu sehen ist. Deswegen und weil sich vor Schadensregulierung niemand bei mir meldete fühle ich mich leicht über den Tisch gezogen, denn so ein hoher Schaden ist meiner Meinung nach einfach nicht möglich.

Kommentar von SirKermit ,

Ich bin, wie gesagt, unfassbar langsam gefahren

Das mag dein persönliches Gefühl sein, aber die Technik interessiert sich für reale Zahlenwerte wie Geschwindigkeit und die Kräfte, die beim Auftreffen entstehen. Und natürlich die Konstruktion der Frontpartie des Fahrzeuges.

Von daher sind solche Bauchgeschwindigkeiten schlicht wertlos.

denn so ein hoher Schaden ist meiner Meinung nach einfach nicht möglich.

Kennst du die Konstruktion, die sich verborgen hinter dem Nummernschild befindet? Eher nicht. Dass du dennoch nachfragen solltest, steht auf einem anderen Blatt.

Antwort
von rampe6, 69

Bei den heutigen Plastik(Stoßstangen) siehst du nach einem Bums meist fast nichts, weil die anschließend wieder in ihre Form zurückspringen. Wie es dann dahinter ausschauts kommt erst nach der Demontage ans Licht. Meist sind dann irgendwelche Kunststoffhalterungen abgerissen und/oder dämpfende Schaumelemente die mit in der Stoßstange verbaut sind deformiert.

Hatte das vor 2 Jahren an einem Renault Megane Coupe.... neue Stoßstange mit lackieren und Montage sowie benötigte Kleinteile machte dann mal kurz 1400.-- Euro.

Das hört sich erst mal heftig an, hat aber mit Versicherungsbetrug nichts zu tun.

Antwort
von ElPaso85, 64

Ich denke, dass wirst du hinnehmen müssen. Autos werden nach dem Unfall von der Versicherung begutachtet bzw. macht das ein Gutachter. Das anzufechten wird schwer.

Auch wenn nur das Nummernschild verdrückt war, kann die komplette Schürze gewechselt worden sein. Oder es wurde unterhalb der Schürze noch was beschädigt (Halterung, Rahmen). Da steckt man net drin.

Da kann es schon zu solchen Kosten kommen. Leider. ;)


Antwort
von Miete187, 46

Also das hatte meine Frau vor Jahren mal. Nur raufgerollt.

Wir haben Fotos von unseren Auto geschickt, an der lack. Stoßstange war aber nichts zu sehen....mit der bitte um Prüfung und Verdacht auf Vorschaden.

Unsere Versicherung hat einen Brief verschickt mit einer Aufklärung zum Versicherungsbetrug und die Überprüfung durch einen Sachverständigen.

Wir haben nie wieder etwas von dem Unfall gehört. (Auch das kann mal sein, aber eben auch so, wie die Anderen schreiben)

Antwort
von kohoki666, 52

Kommt drauf an ob da hinter der Stoßstange was gequetscht wurde oder abgebrochen ist. Kann von außen nach nichts aussehen, aber dahinter ist alles kaputt, wenn die da Teile ausgetauscht haben kommt man ganz leicht auf den Preis. Aber das müßte sich doch auch ein Gutachter angesehen haben. Gibt es da keine Daten dazu ?

Kommentar von frubilein ,

Ich habe keinerlei Daten bekommen sondern nur von der Versicherung eine kurze Mail, dass die den Schaden reguliert haben, der eben bei 1.800€ lag und sie mich somit in der SF umgestuft haben. Wo ich da nun liege steht aber ebenso wenig in der Mail wie eine Auflistung, wie es zu der Summe kommen konnte.

Antwort
von kevin1905, 36

Wie reagiere ich nun am besten?

Gar nicht. Dafür hast du eine KFZ Haftpflichtversicherung.

Diese wird berechtigte Ansprüche begleichen, unberechtigte abwehren.

Kommentar von frubilein ,

Ich glaube eben nicht, dass das berechtigt war. Und da es nunmal die Möglichkeit gibt, Schäden im Nachhinein selbst zu regulieren, wollte ich dies auch tun. Dass bei einem leichten Anticken mit einer Geschwindigkeit von vielleicht 2-3 Km/h und einem Fahrtweg von 2-3 Metern so ein Schaden zustande kommt, will ich so nicht hinnehmen, denn es ist unglaubwürdig und kostet mich im Zweifelsfall einfach eine Menge Geld.

Kommentar von kevin1905 ,

Hast du das deiner Versicherung so vorgetragen oder nur uns?

Antwort
von mar1980, 39

Eigentlich kannst du garnichts machen, wobei es dir egal sein kann wie hoch der schaden ist ob 200 euro oder 2000 euro hochgestuft wirst du so oder so da ist die schadenshöhe egal, ausser du hast ne versicherung wo ein schaden ohne hochstufung geregt wird oder sonst irgendwelche regeln gelten

Kommentar von NochWasFrei ,

Der Unterscheid ist, dass man bei 200€ den Schaden selber zahlen kann um die Rückstufung zu umgehen. Bei 2000€ macht das keinen Sinn.

Kommentar von mar1980 ,

Dann aber meine Frage dazu warum hat er den Schaden der Versicherung gemeldet wenn er vor gehabt hat den Schaden selbst zu zahlen? Erst frage lesen dann andere berichtigen

Antwort
von Bernerbaer, 37

Es muss doch einen Kostenvoranschlag gegeben haben.

Wenn er direkt zur Versicherung ging dann lass ihn dir zeigen und/oder frage in der entsprechenden Werkstatt nach.

Wenn du dann immer noch den Verdacht einer stark überhöhten Rechnung hast dann sprich mit deiner Versicherung. Die haben mit Sicherheit sehr großes Interesse daran die Kosten möglichst gering zu halten.

Kommentar von frubilein ,

Das Problem ist, dass ich von denen gar nichts bekommen habe. Ich bin bei der Huk24, da läuft alles online. Ich habe also Anfang März die Schadensmeldung online gemacht, die riefen noch einmal kurz danach an und mich nach meinem KM-Stand zu fragen und zu klären, ob der andere Wagen stand oder nicht und haben sich danach nicht mehr gemeldet. Weil ich neugierig war schrieb ich denen vor ungefähr einer Woche, sie mögen mir doch bitte mitteilen, was da reguliert wurde, weil ich es gerne zurückkaufen möchte, und darauf dann heute die Mail. 

Dort stand lediglich, man habe einen Schaden von gut 1.800€ reguliert, mich demnach hochgestuft (keine Ahnung in welche SF) und das war's.

Scheinbar wurde da also schon gezahlt. Ich habe nun um eine genaue Aufstellung gebeten und denen meine Fotos mit erneuter Schilderung geschickt, mit dem deutlichen Hinweis, dass so ein hoher Schaden in meinen Augen unmöglich ist.

Antwort
von anjawolfer, 62

Ich kenn mich in dem Gebiet zwar nicht allzu gut aus, aber 1800€ scheint viel zu viel zu sein. Vielleicht hat der andere auch gleich andere Schäden reparieren lassen? Klingt ein bisschen nach Versicherungsbetrug. Bleib da mal irgendwie dran.

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