Frage von SolusLupus, 63

Wie viele km schaffe ich als normaler Radfahrer pro Tag bei einer Radreise und sind ca. 10 Std pro Tag fahren realistisch?

Hallo Leuts,

ich will Ende September eine Reise mit dem Fahrrad machen. Von Karlsruhe aus fahr ich den Rhein hinunter bis Düsseldorf und dann nordwärts zur Nordseeinsel Wangerooge.

Ich hab 3 Wochen Zeit für Hin und Rückweg. Nun versuch ich zu planen wo ich von Wangerooge aus noch hinfahren kann.

Aber dazu brauch ich ne gute Einschätzung wieviel Killometer ich durchschnittlich am Tag auf der Strecke zurücklegen kann. (Strecke als Bild unten)
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Infos

  • fahr seit 40 Jahren täglich Fahrrad.
  • hab noch nie eine Radreise gemacht.
  • fahr durchschnittlich nur 6-10 Kilometer pro Tag.
  • bin allgemein gut in Form.
  • fahr ein Trekkingbike und benutze ein Fahrradanhänger.
  • will ca. 10 Stunden aktiv fahren pro Tag.
  • will mir nix groß anschauen, nur gemütlich fahren*

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Hab schon einiges gelesen, z.B.:
"Untrainierte können am Tag gut 40-50 km zurücklegen..."

Das kommt mir aber alles viel zu wenig vor.
Bin vor drei Monaten 20 km zu nen Festival gefahren und war nicht erschöpft, im Gegenteil, wollt am liebsten weiterfahren.

Ich schaff mit Sicherheit 100 km am ersten Tag. Leider weis ich nicht wie fitt ich am 2. und den folgenden Tagen sein werd.

Was würdet ihr sagen. Wie viele Tage hintereinander schaffe ich es mindestens 100 km zu fahren?

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Danke schonmal für die Antworten

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Die Bilder unten sind meine Reiseroute und mein Fahrrad mit Anhänger. Ich nehm aber weniger mit im Anhänger, Bild war von der Fahrt zum Festival mit dem großen Zelt.

Antwort
von Havenari, 25

Das Problem dürfte weniger die körperliche Fähigkeit sein, längere Strecken zurückzulegen - aber nach 10 Stunden im Sattel wird sich wahrscheinlich dein Sitzfleisch alles andere als frisch anfühlen. Damit will man dann am nächsten Tag eher gar nicht mehr radeln.

Vernünftige Tagesetappen dürften zwischen 60 und 80 Kilometer liegen - ausnahmsweise auch mal darüber. Das sollte in sechs Stunden reiner Fahrzeit locker zu schaffen sein, und länger würde ich nicht empfehlen. Selbst die Profis bei den großen Rundfahrten sitzen pro Tag nicht länger auf dem Rad.

Kommentar von SolusLupus ,

Ich kauf mir noch ein neuen Sattel der für Touren ausgelegt ist. Das war auch einer meiner ersten Gedanken, das gute alte Sitzfleisch.

Kommentar von rlstevenson ,

Gute Idee! Eine Freundin von mir ist letztes Jahr 400 Kilometer in einer Woche gefahren. Sie sagte, gelitten hat nur das Hinterteil...

Antwort
von rlstevenson, 29

Du bist ja nicht untrainiert. Dennoch würde ich die Strecke nicht zu hoch ansetzen, sonst vergeht Dir schnell die Lust darauf. Dass Du nach 20 km noch Lust hattest, weiterzufahren, heißt ja nicht, dass Dir das nach 60 km auch noch so geht. Außerdem kommt es ja sehr auf die Strecke an, im Flachland auf befestigten Straßen fährt es sich wesentlich leichter als im Hügelland oder auf Waldwegen.

Kommentar von SolusLupus ,

Ich fahr den Rhein entlang. Ich hab auf den gesammten 727 Kilometer nur 115 Meter Höhenunterschied.

Ich fahr auch recht gemütlich (14 km/h?) damit ich mich nicht auspower und lange fahren kann.

Hab so ein Gefühl von Freiheit wenn ich (fast) planlos gemütlich gen Norden fahr. Darum will ich möglichst lange fahren.

Kommentar von rlstevenson ,

Ich wünsche Dir eine tolle Fahrt! Das ist gescheit, wenn Du gemütlich fährst, dann hältst Du natürlich auch länger durch. Wichtig ist auch ein guter Sattel... das Hinterteil leidet am stärksten.

Antwort
von CaptainSpoke, 4

Durchschnittlich würde ich 70km ansetzen. Das ergibt sich daraus, dass Du durchaus auch Strecken von 100km oder mehr fahren kannst. Die sind am Rhein entlang auch gut zu schaffen, wenn es schön läuft.

Andererseits solltest Du Dir auch Zeit nehmen, das ein oder andere anzuschauen oder einfach mal einen Tag abzubaumeln. Dem Bild nach zu urteilen bist Du nicht nur auf Km-Fressen angelegt.

Allerdings würde ich den Anhänger zu Haus lassen. Dein Fahrrad hat vorne eine Aufnahme für einen Lowrider, da sollte auch einer dran! Hinten ist der Gepäckträger von guter Qualität. Mit vier Gepäcktaschen, Zelt- und Isomattenolle, evtl Lenkertasche,  hast Du eigentlich genug Stauraum. Montiere noch zwei Flaschenhalter für normale PET-Flaschen! Der Anhänger hat nicht nur Mehrgewicht, er bremst auch aus! Den Rat möchte ich Dir unbedingt mitgeben.

Viel Spaß bei der Fahrt!

Antwort
von HPG66, 24

Geh mal davon aus, dass Du im Schnitt 20km fährst.

Bei reinerFahrzeit solltest Du am Tag 100km schaffen.

Nicht mehr als 5Stunden Fahrzeit würde ich einplanen.

Du brauchst Zeit zum erholen, Zeit für Pausen, Pannen, Zelt aufbauen bzw. Hotel suchen,

Ausserdem sollte es ja kein Stress werden ;-)

Gute Fahrt und gutes Wetter

Kommentar von rlstevenson ,

20 km/h fährt sich gut auf langen Strecken, aber das gilt für ideale Bedingungen. Kein Gegenwind, asphaltierte Strecke, Flachland.

Gerade in Küstennähe kann der Wind doch sehr zu schaffen machen, das muss man einberechnen.

Kommentar von SolusLupus ,

Ich fahr den Rhein entlang. Ich hab auf den gesammten 727 Kilometer nur 115 Meter Höhenunterschied.

Aber stimmt, an den Wind im Norden hab ich nicht gedacht.

Antwort
von Susii01, 28

Ich würde mich nicht so unter druck setzen...schau spontan wie weit du kommst und fahr eventuell mit der bahn zurück falls es zu eng wird.

Kommentar von SolusLupus ,

Ja, die Bahn ist der Notfallplan...   :)  

(überleg schon ob ich nach dem Ziel einfach weiterfahr Richtung Flensburg und danach Richtung Stralsund. 3 Wochen hab ich Zeit und Notfalls mit den Zug zurück)

Kommentar von Susii01 ,

würde dir auf jedenfall empfehlen über Bremerhaven und cuxhaven zu fahren man kann die ganze strecke von bremen an an der nordseeküste entlang, ist mega schön und auch hotels oder Unterkünfte findet man spontan.

Antwort
von LEDlicht, 28

100 km sind zu schaffen, aber das wird dann anstrengend!

Antwort
von Pluskurwa, 24

Das mit den 40-50 kommt sehr gut hin. War als absoluter "Nicht-Fahrradfahrer" auch auf einer Radtour, und mir haben 50km sowas von gereicht. Dass man als trainierter Fahrradfahrer bestimmt das doppelte schafft, halte ich für sehr realisitisch; v.a. wenn man sein Tempo kennt & sein Rad!

Ich denke, das was du dir vorgenommen hast, ist total machbar

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