Frage von DercooleSupaman, 255

Wie lange hat der Notartz Zeit jemanden wiederzubeleben?

Ich dacht bisher immer bis 45 MInuten, wenn er nach etwa 5 oder schneler angefangen hat ? Manche sagen auch nur 15 Minuten, aber ich hab auf Youtube son Video gesehen, wo einen 16 jährigen der sich wohl aufgehängt hat nach 30 Minuten noch geretten haben ? Also mindestens 30 müssen es ja wohl sein. Und was passiert, wenn die erst später da sind, z.b nach 10 MInuten und es trozdem noch schaffen ?

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Antwort
von JuxSinnlos, 76

Ich habe hier schon viel Richtiges gelesen, aber auch einige Dinge, die ich ergänzen/ korrigieren möchte:

  •  Bei einem Herzstillstand ist die Laienreanimation einer der entscheidenden Faktoren! Eine grobe Faustregel besagt, dass ein Patient in jeder Minute, in der weder das Herz schlägt, noch eine Herz- Druck- Massage durchgeführt wird, 10 % Überlebenschance verliert. Wird also ein Patient erst 5 Minuten nach dem Herzstillstand durch den Rettungsdienst reanimiert, hat er viel schlechtere Chancen als jemand, der von Anfang an durch Ersthelfer wiederbelebt wurde!
  • Hier das wichtigste zur Laienreanimation:
  1. Bewusstlose Person laut ansprechen und berühren
  2. Um Hilfe rufen (Umstehende direkt ansprechen)
  3. Atmung für 10 s prüfen, dabei den Kopf leicht überstrecken
  4. Notruf absetzen (112), am besten durch 2. Helfer
  5. Wenn ihr keine normale Atmung feststellt (es gibt s.g. pathologische Atemmuster, es muss dann trotzdem reanimiert werden --> Wenn Zweifel bestehen, ob die Atmung normal ist, ist sie es nicht!), wird mit der Reanimation begonnen
  6. Im Wechsel wird 30 x schnell und tief (100-120 x pro Minute, 5-6 cm tief) auf die Mitte des Brustkorbs gedrückt und 2 x beatmet (Mund- zu- Mund oder Mund- zu- Nase bei überstrecktem Kopf). Wenn die Beatmung nicht klappt oder ihr sie aus irgendwelchen Gründen wie Blutungen oder Erbrechen nicht durchführen wollt, ist das nicht schlimm, drücken ist wesentlich wichtiger!
  7. Es wird so lange weitergemacht, bis ihr zu erschöpft seid (wenn möglich regelmäßig abwechseln), der Patient deutliche Lebenszeichen zeigt (gezielte Abwehrbewegungen, Öffnen der Augen o.Ä.) oder der Rettungsdienst euch ablöst.
  8. Traut euch! Selbst die schlechteste Wiederbelebung ist besser als keine, ihr könnt dem Patienten damit nicht schaden! Und niemand wird einen Ersthelfer vorwerfen, nicht perfekt reanimiert zu haben...
  9. http://www.drk.de/fileadmin/Angebote/erste_hilfe/auffinden_einer_person.jpg
  • Im Rettungsdienst gibt es keine feste zeitliche Vorgabe, wie lange reanimiert wird. Zunächst wird immer mit der Reanimation begonnen, wenn keine sicheren Todeszeichen vorhanden sind. Die Reanimation wird beendet, wenn keine Aussicht auf Erfolg gesehen wird. Das ist von vielen Faktoren wie dem Alter, dem (vermuteten) Grund des Herzstillstands, den Begleiterkrankungen, der Körpertemperatur etc. abhängig. Weder nach 15, noch nach 30 oder 45 min. wird abgebrochen, wenn noch Chancen für Erfolg gesehen werden. Zunehmend erfolgt auch bei laufender Reanimation der Transport ins Krankenhaus, wo rettende Eingriffe wie die Herzkatheteruntersuchung möglich sind.
  • Die Defibrillation ist ebenfalls sehr wichtig! Sie kann aber keineswegs nur in den ersten 2 min., sondern immer bei Kammerflimmern oder -flattern durchgeführt werden. Am besten ist der sofortige Einsatz eines AED (automatischer Defibrillator), der an den meisten öffentlichen Orten zu finden ist. Das Gerät ist durch Sprachanweisungen selbsterklärend und kann von jedem Helfer verwendet werden. Eine frühe Defibrillation erhöht die Chancen für den Patienten nochmals! 

So, sehr langer Post, aber die Wiederbelebung ist mir eine Herzensangelegenheit! Immer daran denken: Prüfen - Rufen - Drücken rettet Leben!

Kommentar von DercooleSupaman ,

Wo kann ich sowas lernen Menschen zu retten, wäre besser wenn jeder das kann

Kommentar von JuxSinnlos ,

Ja, das wäre schön! Leider ist die Laienreanimationsquote in D. mit nur ca. 20 % niedriger als in fast allen westlichen Ländern... Es ist also notwendig, dass die Bevölkerung (alle von Kindern/ Jugendlichen in der Schule, Erwachsenen bei der Arbeit bis hin zu Rentnern) regelmäßig und sinnvoll in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult wird. Mit sinnvoll meine ich, das Dinge wie stabile Seitenlage oder der Druckverband deutlich weniger intensiv behandelt werden sollten, sie sind meist nicht lebensrettend (leider werden viel zu oft Menschen im Herzstillstand in die stab. Seitenlage gebracht, weil die Leute das im Gegensatz zur Herz- Druck- Massage gut kennen und beherrschen --> fataler Fehler!)

Meiner Meinung nach reichen 2 gut genutzte Stunden im Jahr, in denen Drücken, Beatmen und Umgang mit dem AED geübt werden. 

Was man als Einzelner tun kann: 1. Hilfe- Kurs besuchen, diesen regelmäßig auffrischen (z.B. bei Organisationen wir Rotes Kreuz, Johanniter etc.), den Arbeitgeber/ die Schule animieren, Kurse für Mitarbeiter/ Schüler anzubieten. Nur wer oft übt, kann im Ernstfall besonnen handeln.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Danke :)

Antwort
von michi57319, 12

Es wird immer reanimiert, weil ja niemand mit der Stoppuhr daneben steht und sagt, wann die Bewußtlosigkeit, samt Herz- und Atmungsstillstand eingetreten ist.

Im häuslichen Bereich kommt da viel Versagen von Laien hinzu. Wer nicht reanimiert, minimiert auch die Chancen für den Verletzten/Erkrankten, jemals wieder normal am Leben teilzunehmen.

Bei Unfällen und ähnlichem kann daher eine Reanimation glücken, oder auch komplett schief gehen. Mit letzterem meine ich, daß der Mensch zwar lebt, aber durch die Unterversorgung mit Sauerstoff so gravierende Hirnschäden erlitten hat, daß ein lebenswertes Leben nicht mehr möglich ist.

Im Krankenhaus wird auch gerne mal durch Ärzte reanimiert, wo es vollkommen sinnlos ist. Weil Ärzte einen Todesfall als persönliches Versagen empfinden, wo man einen alten Menschen ganz in Würde hätte gehen lassen können.

Nach drei Minuten ohne Sauerstoffversorgung fängt im Gehirn der Abbau der Zellen an.

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 60

Die Dauer einer Rea ist immer eine Einzelfallentscheidung. Je länger die Rea dauert oder die Zeit zum Beginn der Rea dauert, desto geringer wird der Erfolg.

Antwort
von user8787, 22

Wichtig ist....NUR der Notarzt darf vor Ort die Maßnahmen beenden und den Verletzten für Tod erklären. 

Rettungskräfte müssen also bis zum Eintreffen des Notarztes entsprechend handeln....

Auch das kann die eigentliche Zeit des Handelns eines Notarztes beeinflussen. Reanimiert der Rettungsassistent schon 30 min erfolglos und der hinzu gekommene Notarzt beurteilt die Lage als aussichtslos wird die Reanimation beendet. 

Als Laie und Ersthelfer ist handeln IMMER wichtig und ethisch ( finde ich ) unbedingt nötig. Also, nur Mut. :o) 

Antwort
von ArduinoMega, 99

Das Hirn hält ca. 2-5 Minuten ohne Sauerstoff aus. Daher ist es extrem wichtig, das Laien die Reanimation beginnen. Dadurch wird der Sauerstoff mit dem Blut weiter ins Hirn geleitet. Der Retungsdienst trifft in der Regel nach ca. 10 Minuten ein. Da ist das Hirn schon tot, ohne dass jemand vorher hilft.

Das Herz ist hier nicht das Problem, es hält mindestens 30 Minuten ohne Sauerstoff aus. Falls es zum Kammerflimmern kommt (das Herz schlägt unkontrolliert und leitet kein Blut mehr), reicht es nicht zu drücken, sondern es muss ein Defibrillator eingesetzt werden. Dieser muss in den ersten 2 Minuten eingesetzt werden, sondern hilft er nicht mehr. Daher ist es hier wichtig, dass genug Defis für Laien in der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Also: Ersthelfer müssen helfen, sonst hat die Therapie keinen Sinn!10 Minuten sind zu spät!

Falls ein Defibrillator zur Verfügung steht, sind diese mit einem Computerprogramm ausgestattet, das einem bei der Reanimation unterstützt.

Wie lange die Reanimation in Händen des Notarztes dauert, entscheidet er. Normalerweise werden 3mal der Defibrillator eingesetzt, dann wird abgebrochen (ca. 15 Minuten)

PS: 30 Minuten ohne Sauerstoff sind lächerlich, zudem jemand, der sich aufhängt, auch noch Kehlkopfverletzungen davonträgtund gar keine Luft mehr bekommen kann.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Naja, den Link zu Video hab ich gepostet, die haben es auch geschaft, der lebt wieder. UNd es waren ja 30 MInuten während die schon gemacht haben, nicht ernst nach 30 Minuten angefangen.

Und macht es nicht immer sinn jemanden zu retten ?

Kommentar von ArduinoMega ,

Wenn man sofort hilft, kann auch ein Erhängter überleben.

Und es macht nicht immer Sinn jemanden zu retten, der Notarzt (und das RD-Personal) kann entscheiden, ob es möglich ist, das der Pateint reanimiert wird.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Ich meinte weil du geschrieben hast, das nach 10 min terapie kein sinn mer macht, aber wäre es nicht besser es auch dan noch zu versuchen entweder es klappt oder klappt nicht, auch nach 10 minuten

Kommentar von ArduinoMega ,

Prinzipiell schon, hier hat man das Problem sich wieder einsatzbereit zu melden und möglicherwiese jemand anderen zu retten, der noch klare Chancen hat, oder einen ziemlich sicher Toten nioch zu reanimieren.

Schwierige Lage, aber der Notarzt hat Erfahrung und kann (die moderne Medizin kann das gut unterscheiden) einen Toten von einem Reanimationspflichtigen/tief Bewusstlosen unterscheiden.

Wenn der Doktor noch Anzeichen des Lebens erkennt, ird er reanimaieren, keine Sorge^^

Kommentar von DercooleSupaman ,

Sollen die den doch dabei ins Krankenhaus bringen und die machen da dann weiter...

Weil wie gesagt, in dem Video https://www.youtube.com/watch?v=1AlaeS\_ccd8

hat es auch nach 30 Minuten noch geklappt, dann könnte das auch bei anderen gehen, ich meine wenn die nach 20 aufgehört hätten, wär der Junge jetzt Tod.

Kommentar von ArduinoMega ,

Tja, so leicht ist das nicht. Normalerweise hält man den RTW an, m auch den Defi einzusetzen. Erst ein stabiler Patient wird transporttiert, oder modernerweise ein halbwegs stabiler.

Wie gesagt, weil der Notarzt in dem Video noch ein Funken Leben im Jungen vermutet hat, hat er weitergemacht, obwohl er wusste, das es extrem unwahrscheinlich ist, das der überlebt.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Da hab ich ja Glück, dass ich noch 13 bin.

Kommentar von JuxSinnlos ,

Bei dem jungen Mann in dem Video sprach meiner Meinung nach viel dafür, dass er gute Chancen hat:

  • Junger, vermutlich gesunder Patient
  • Bekannte Ursache für den Herzstillstand, die schnell behoben wurde (Strangulation)
  • Beobachteter Stillstand, sofortiger Notruf

Schlecht ist, dass er nicht von den Betreuern reanimiert wurde, somit sind wsl. ca. 10 Minuten ohne Gehirndurchblutung ins Land gegangen. Dennoch hat der Notarzt nicht nach 10 min. abgebrochen, weil er die o.g. Gründe höher bewertet hat als den Zeitverlust. Wie man sieht hat das positive Ergebnis ihm recht gegeben.

Antwort
von Papabaer29, 97

Das entscheidet der Notarzt, wann der die Reanimation abbricht.

Es gibt keinen festen Zeitpunkt nach dem eine erfolgreiche Reanimation nicht mehr möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit sinkt mit der Zeit allerdings.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Also wenn der nen schlechten Tag hat bist du im Ar?ch und wenn er nen guten Tag hat dann nicht ?

Kommentar von Papabaer29 ,

Naja. Irgendwann muss er ja mal aufhören.

Und wenn du nach 20 Minuten Rea mit Sauerstoff und Adrenalin immer noch keine Reaktion zeigst, dann ist es ehr unwahrscheinlich, dass du nochmal aufwachst.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Aber bei dem hier hat es nach 30 Minuten noch geklappt

https://www.youtube.com/watch?v=1AlaeS\_ccd8

Also wenn der Doktor nach 20 aufgehört hätte wäre der Junge jetzt tod

Kommentar von freddchen1231 ,

Das kommt auch auf den Patienten an, kein Notarzt würde bei einem Jugendlichen die Reanimation frühzeitig abbrechen. Bei einem alten Patienten mit Vorerkrankungen sieht die Reanimation wahrscheinlich  eher kurz aus.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Dann hab ich ja Glück, dass ich noch 13 bin.....

Kommentar von ArduinoMega ,

Wenn der Notarzt sicher ist, das der Patient tot ist, wird auch nicht wieter gemacht. Egal wie alt der/die ist.

Antwort
von Zumverzweifeln, 119

Nach 10 Minuten ohne Sauerstoff ist das Hirn geschädigt!

Kommentar von DercooleSupaman ,

Also ist man dann dümmer oder so ?

Kommentar von lyka01 ,

Du bist nicht dümmer, wenn dein Hirn schaden nimmt. Einige wichtige Funktionen können aber irreparable Schäden davon tragen. Sprachzentrum, Gedächtnis.....Kann auch im Koma enden.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Und wie lange bleibt man dann im Koma ?

Kommentar von lyka01 ,

Das weiß keiner, manche wachen irgendwann wieder auf und andere nie wieder.

Kommentar von DercooleSupaman ,

Und was machen die dann, wenn die nicht wieder wach werden ?

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Frag mal lieber, was die Angehörigen machen? Wenn es eine Patientenverfügung gibt, die Geräte abstellen lassen - ansonsten liegt der Mensch halt im Koma, bis er stirbt und das können mehrere Jahre sein. 

Kommentar von DercooleSupaman ,

Also sobald man nicht mehr richtig funktioniert wird man abgeschaltet verbuddelt und verrotten gelassen

Das ist ja grausam.

Kann man in so eine Patientenverfügung auch schreiben, dass man NICHT abgeschaltet werden möchte und wie macht man so eine.

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Wenn du keine Patientenverfügung hast, dann wirst du auch nicht abgeschaltet.

Antwort
von illerchillerYT, 101

Ich hab gehört max 10

Kommentar von DercooleSupaman ,

Hier haben die glaub ich 30 gebraucht und es geschafft, der Typ lebt wieder (auch wenn er ja sterben wollte)

https://www.youtube.com/watch?v=1AlaeS_ccd8

Sind aber mit dem Heli gekommen und haben daher schnell angefangen

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