Frage von DontCopy, 103

Wie kann Mönchspfeffer bei einer Eierstockzyste helfen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von uteausmuenchen, 54

Hallo DontCopy,

1) Erst ganz kurz vorneweg eine wichtige Begriffsklärung: Homöopethie ist nicht gleichzusetzen mit Pflanzenheilkunde! Das wird sehr oft verwechselt. Viele denken, "Homöopathie sei "was Pflanzliches". Das stimmt nicht.

Die Homöopathie ist ein 200 Jahre altes Glaubenssystem, das auf heute nicht mehr haltbaren Annahmen beruht. In der Vorstellung der Homöopathen sollen Wirkstoffe gegen Beschwerden helfen, wie sie sie beim Gesunden hervorrufen können - und zwar auch dann noch, wenn die Präparate so stark verdünnt wurden, dass sie den eigentlichen Wirkstoff nicht mehr enthalten. Neben Pflanzen werden in der Homöopathie alle möglichen Ausgangsstoffe verwendet: Tiere (zerriebene Honigbiene), Giftstoffe (Arsen, Nitroglycerin, Plutonium), aber auch Absurdes (Licht des Polarsterns, magnetischer Nordpol). Arzneien, die so stark verdünnt wurden, dass sie den aufgedruckten Wirkstoff nicht oder in zu geringer Dosis enthalten, wirken einfach gar nicht gezielt auf den Körper: Es handelt sich um Placebos, Scheinmedikamente. Homöopathisch eingenommener Mönchspfeffer (dort heißt er dann "Agnus Castus", verdünnt z.B. als D30 oder C30) hat gar keine gezielte Wirksamkeit - also auch nicht gegen Zysten.

2) Betrachten wir also die echte Pflanzenheilkunde, bei der Du die in der Heilpflanze eingenommenen Wirkstoffe auch wirklich zu Dir nimmst, ja?

Denn darauf läuft es hinaus: Auch pflanzliche Präparate enthalten chemische Wirkstoffe, die in unserem Körper bestimmte Wirkungen auslösen. Aus Pflanzen produzierte Arzneien unterscheiden sich hier in keiner Weise von synthetisch erzeugten Wirkstoffen: Beide wirken chemisch. Es gibt keine "gute Chemie", keine "böse Chemie", keine "chemischen Wirkstoffe" im Gegensatz zu "pflanzlichen Präparaten. Es gibt nur Wirkstoffe. Chemie ist die Lehre von den Stoffen - unabhängig davon, woher ein eingenommener Wirkstoff nun stammt.

Also: WIE kann Mönchspfeffer wirken?

Antwort: Wie jede Heilpflanze über die pharmakologischen Wirkungen seiner Inhaltsstoffe. Diese haben Wirkungen aller Art in unserem Körper. Die erwünschten Wirkungen nennen wir auch so, die unerwünschten nennen wir Nebenwirkungen. Auch pflanzliche Präparate haben beides.

3) Welche Inhaltsstoffe hat der Mönchspfeffer denn und wie wirken die?

Mönchspfeffer enthält

  • bizyklische Diterpene (z.B. Rotundifuran),
  • Iridoidglykoside (z.B. Agnusid, Aucubin),
  • lipophile Flavonoide (z.B. Castucin),
  • hydrophile Flavonoide (z.B. Orietin, Isovitexin),
  • Triglyceride und ätherisches Öl.

(Quelle http://www.netdoktor.de/heilpflanzen/moenchspfeffer/)

Diese Namen sagen pharmakologischen Laien nicht viel, ich nenne sie nur, um noch einmal zu betonen, dass pflanzliche Präparate keinen grundsätzlichen Unterschied zu chemischen haben.

Viele gynäkologische Beschwerden entstehen, wenn das Hormon Prolaktin im Körper erhöht ist. Die Konzentration von Prolaktin wird über andere Hormone mitgeregelt, darunter Östrogen und Dopamin. Östrogen regt die Produktion von Prolaktin an, das Hormon Dopamin hemmt sie.

Die Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers, die ich aufgezählt habe, haben im Körper eine ähnliche Wirkung wie Dopamin. Deswegen kann Mönchspfeffer Beschwerden, bei denen ein erhöhter Spiegel von Prolaktin eine Rolle spielt, regeln helfen.

4) Bei welchen Beschwerden kann Mönchspfeffer helfen?

Studien belegen eine gewisse Wirksamkeit bei

  • Unregelmäßiger Regelblutung
  • Prämenstruellem Syndrom (PMS)
  • Spannungsschmerz der Brüste


Bei vielen anderen Frauenleiden wird Mönchspfeffer empfohlen, eine gezielte Wirksamkeit darauf ist aber nicht nachgewiesen. Das betrifft unerfüllten Kinderwunsch, Wechseljahresbeschwerden oder Zysten.

Deswegen muss man nach bestem Wissen und Gewissen sagen: Auf Deine Zyste hat Mönchspfeffer sehr wahrscheinlich keine Wirkung.

Grüße

Kommentar von DontCopy ,

Danke für deine Erklärung und deine Mühe!

Kommentar von uteausmuenchen ,

Vielen Dank für das Sternchen; ich freu' mich. Alles Gute

=)

Antwort
von Huflattich, 38

Mönchspfeffer ist ein wirksames Mittel bei PMS, Wechseljahresbeschwerden und zur Zyklusregulierung. Forscher haben jetzt untersucht, ob die Heilpflanze auch Eierstockzysten bekämpft. Hier mehr lesen.

Mönchspfeffer in der Frauenheilkunde

Mönchspfeffer spielt eine wichtige Rolle in der Frauenheilkunde. Mehrere Studien belegen, dass Mönchspfeffer Spannungsgefühle und Schmerzen in den Brüsten mindert,unregelmäßige Blutungen stabilisiert und ausgleichend auf den Hormonspiegel wirkt. Ergänzend dazu wurde nun in einer aktuellen Studie der Einfluss von Mönchspfeffer und fünf weiteren pflanzlichen Präparaten auf das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) – bei denen Zysten die Eierstöcke angreifen – wissenschaftlich untersucht.

Tipps zur Dosierung von Mönchspfeffer

Die richtige Dosierung ist von der persönlichen Verfassung der Patientin und ihren individuellen Beschwerden abhängig. Gegebenenfalls kann bereits eine Dosierung von 4-8 mg Mönchspfeffer pro Tag zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Im Falle von PMSund entsprechenden Beschwerden sollte die Dosierung von Mönchspfeffer 30-40 mg pro Tag nicht übersteigen. In Einzelfällen kann es jedoch eine Dosierung von bis zu 240 mg Mönchspfeffer pro Tag bedürfen, um Symptome und Beschwerden in den Griff zu bekommen. Aus diesem Grund sollten Sie die richtige Dosierung unbedingt mit einem Arzt besprechen. Mönchspfeffer-Präparate sind in der Apotheke erhältlich. Der positive Effekt tritt nicht sofort ein. Ähnlich wie bei anderen pflanzlichen Arzneimitteln kann es einige Wochen dauern, bis sich die Wirkung entfaltet.

Im Zusammenhang mit Homöopathie finde ich diese Seite auch interesssant:

http://www.homoeopathiewelt.com/indikationen/eierstockzysten-ovarialzysten/

......aber uteausmünchen war ja schon am "hilfreichsten "........

Kommentar von DontCopy ,

Ja das war sie.- jedenfalls im Bezug auf wer zuerst kommt malt zuerst ;-)

Diese Seite habe ich zwischenzeitlich auch gefunden. Jedoch bin ich bzgl der Dosierung überfragt. In welcher Form nimmt man das denn ein? Weißt du das? 

Kommentar von Huflattich ,

Das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Bin auch kein Arzt

Ich würde 35 mg tägl.sagen, das aber wie gesagt, ohne Gewähr. In welcher Form weiß ich nicht - frag doch mal einen Apotheker..... 

Besser wäre vielleicht sogar ein Kräuterladen?

Kommentar von uteausmuenchen ,

Ganz unabhängig vom Termin der Antwort... ;-)

Gibt man vom Mönchspfeffer eine pharmakologisch relevante Dosis, hat das mit Homöopathie nichts zu tun. Zumal Homöopathie ja auch noch behauptet, Ähnliches zu erzeugen, wie das Präparat beseitigt. In diesem Falle müsste Mönchspfeffer von Gesunden eingenommen also Zysten erzeugen.

Typisch homöopathisch ist allerdings die Formulierung auf der verlinkten Webseit: Da wird einfach Wirksamkeit behauptet, die so niemals nachgewiesen wurde. Die Patientin nimmt das dann monatelang, lässt ihr Geld beim Homöopathen. Und wenn die Zyste sich dann zurückgebildet hat (was Zysten manchmal tun), dann ruft der Homöopath schnell, er habe "geheilt". In allen anderen Fällen geht frau dann doch dorthin, wo sie von Anfang an wirksam behandelt worden wäre: Zum Gynäkologen...

Kommentar von Huflattich ,

Leider zu spät gelesen - die Frage - sonst hätte vielleicht die eine
"ausgezeichnete Antwort " ganz anders ausgesehen .....

Was hackst Du - und andere - eigentlich immer auf der Homöopatie rum ? 

.....und überhaupt, das war doch jetzt hier gar nicht gefragt - oder Thema ?!!!



Kommentar von uteausmuenchen ,

Hallo Huflattich,

doch, "Homöopathie" war hier als Thema getaggt, deshalb bin ich in meiner Antwort darauf eingegangen.

Und eigentlich erklärt sich Deine Frage doch von selbst.

Homöopathika sind reine Placebos. Ich finde, mit dieser Tatsache sollte man dem Patienten gegenüber auch offen und ehrlich umgehen. Es unterwandert jedweden Verbraucherschutz, wenn wir anfangen, es als "Herumhacken auf dem Verfahren" kritisieren, nur weil wir den Verbraucherein über ein stimmiges Gesamtbild aus naturwissenschaftlicher Erwartung und Studienlage informieren. Im Gegenteil: Dass die Verbeitung dieser medizinisch-wissenschaftlichen Ergebnisse von Homöopathen und Homöopathieanwendern als "Herumhacken" abgelanzelt wird, sollte dem Verbraucher eigentlich sehr zu denken geben.

Wir alle sind Patienten. Und als Patienten sind wir alle auf funktioniere Patientenaufklärung angewiesen. Wir alle sollten entsprechenden Wert darauf legen - auch bei "beliebten Verfahren". Wir sollten uns nicht von geschäftstüchtigen "Alternativen" einreden lassen, die Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse wäre ein "Herumhacken".

Grüße

Kommentar von Huflattich ,

Wir sollten uns nicht von geschäftstüchtigen "Alternativen" einreden lassen, die Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse wäre ein "Herumhacken".

Wer "geschäftstüchtig" in den letzten Jahren war, wird der aufgeklärte Patient selbst entscheiden können. Als ob "nachgewiesene" (oft nicht hilfreiche) Behandlungen kostenlos wären.

Das Problem ist doch, dass man die Behandlung beim Alternativen Behandler selbst, also aus eigener Tasche (zu)bezahlen muss Daher erscheint sie natürlich gefühlt "teuer" .

Die Kosten die eine - ach so tolle - Behandlung beim Arzt kostet zahlt ja die Krankenkasse, also wir alle gesetzlich Versicherten,zusammen, aber das ist ja ein anderes Thema.

Auch wenn Du es nicht glaubst hilft die Homöopathie - unbewiesen halt  - warum auch immer. Offen gesagt, ist mir das egal.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Hallo Huflattich,

zu den Kosten wollte ich jetzt gar nichts schreiben, weil das über die Frage hinaus geht. Ich hoffe mal, Don'tCopy ist uns nicht böse, wenn wir hier ein bissi ins Ratschen kommen... =)

Behandlungen, deren Kosten die Kassen bezahlen, kosten den Patienten ja auch - über die Kassenbeiträge. Und doch: die meisten Kassen übernehmen wegen der Beliebtheit der "Alternativen" auch die Kosten homöopathischer Behandlungen, zumindest in gewissem Umfang.

Der Gesetzgeber hat hierfür extra einen Sonderparagraphen im Sozialgesetzbuch V geschaffen, weil Kassenleistungen eigentlich nur nachweislich wirksamen Therapien zugute kommen sollen. Die Homöopathie genießt hier wie im Arzneimittelgesetz Sonderstatus. Kassen dürfen die Kosten also übernehmen, obwohl die Globuli Placebos sind.

Und dadurch entstehen uns allen sogar ganz erhebliche Mehrkosten.
Die GKV-Kassen zahlen jährlich bis zu 390.- Euro pro Patient für homöopathische Behandlung - jedenfalls dann, wenn ein Arzt beim DZVhÄ das Zertifikat erworben hat. Dann kann man da satt absahnen: Erstanamnese (einmal im Jahr werden 90.- bezahlt), Folgeanamnesen (alle 6 Wochen á 30.-), dazu Gebühren für die "Repertorisation" (alle 6 Monate á 30.-) und die "Homöopathische Analyse" (alle 6 Monate á 30.-) - in der Summe also 390.- pro Patient und Jahr. Ein Arzt, der das Zertifikat des DZVhÄ erwirbt kann also mit pro Tag nur drei homöopathisch behandelten Patienten zusätzlich im Jahr leicht über 130 000 Euro Mehreinnahmen umsetzen.

Das liegt daran, dass die sprechende Medizin im Vergleich so unglaublich schlecht bezahlt wird: Führt derselbe Arzt ein Patientengespräch, beräht über mögliche evidenzbasierte Verfahren und nimmt sich auch dabei viel Zeit für den Patienten... kann er pro Patient und Jahr dafür 72.- Euro Euro abrechnen.

Das belegen auch Untersuchungen der Krankenkassen; die Techniker KK führte eine Untersuchung der homöopathischen Selektivverträge an 44500 Patientendaten durch - und kam zu dem Ergebnis ganz erheblicher Zusatzkosten für die Kassen - und damit für alle Versicherten.

Und hier liegt halt ein ganz wichtiger Punkt der Kritiker:

Es liegt eine Menge im Argen im Gesundheitswesen. Eben auch, dass sich der Patient oft nicht ausreichend gehört fühlt, dass er den Eindruck einer Fließbandabfertigung hat. Was es hier bräuchte, wäre - anstatt einer Schulung der Ärzte in widerlegten esoterischen Lehren - eine in der Arztausbildung verbindliche psychologische Schulung und Übungen in einfühlsamer Gesprächsführung. Was es hier bräuchte wäre eine Aufwertung der sprechenden Medizin innerhalb des Gesundheitswesens, nicht eine Auslagerung der Empathie in esoterische Lehren. Die Verklärung der Homöopathie ermöglicht es der Politik ja erst, die notwendigen Reformen einzusparen und sich dabei hinter der Beliebtheit der Homöopathie zu verstecken.


Auch wenn Du es nicht glaubst hilft die Homöopathie - unbewiesen halt  - warum auch immer.

"Helfen" und "wirksam sein" ist nicht dasselbe. Placebos - gerade in Kombination mit den einfühlsam geführten Gesprächen - können gut tun, helfen. "Placebo" bedeutet wörtlich "ich werde gefallen": es verspricht gerade wortwörtlich dieses positive Erlebnis.

Wirksamkeit bedeutet aber "Effekte über die des Placebos hinaus". Und die bestitzen Homöopathika nachweislich nicht. Im Gegenteil, es gibt sogar Studien, die belegen, dass es die Gespräche sind, die "wirken" und nicht die Globuli, hier z.B. nachlesbar:

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/17/wirkt-homoopathie-und-we...

Natürlich ist es legitim, bei Beschwerden, die keiner wirksamen Behandlung bedürfen (weil sie von alleine wieder verschwinden) mit Placebos zu begegnen. Das ändert aber nichts daran, dass es sich um Placebos handelt und dass man auch bei Empfehlungen nichts darüber Hinausgehendes versprechen sollte. Ein Verfahren aus der Aufklärungspflicht herauszuhalten, ist eben nicht im Interesse der Patienten. Überschätzung von Placebos kann zu gefährlichen Situationen führen. Die geschilderte Kostenfrage ist ein anderes Problem.

Grüße


Antwort
von Healzlolrofl, 51

Wahrscheinlich in dem der Mönchspfeffer in den Hormonhaushalt hat.

Aber...
lass dich lieber Operieren bevor die Zyste zu einem Terathom wird.

Weil dann... wird es ganz übel. Spreche aus Erfahrung (Meine Verlobte hatte das gleiche - erst Zyste, dann Teratom, dann Not-OP mit Embryo im Bauch...)

Antwort
von brido, 26

Wenn sie aus Gestagenmangel entstanden ist. 

Kommentar von DontCopy ,

Findet das der FA heraus oder muss man da explizit zu einem Endokrinologen.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Die Homöopathie (an die Du ja glaubst) lehrt doch aber, dass die Ursache eine "Verstimmung der Lebenskraft" oder alternativ ein "Miasma" ist - aber doch nicht so etwas materialistisches wie ein Mangel an Gestagenen.

Wo bleibt denn da deine energetische Ebene?

Antwort
von Heklamari, 38

KANN ja, aber frag den arzt,

Meist ist ne ausschabung das Mittel der Wahl, geht schnell und unkompliziert.

Anschließend Mönchspfeffer.

Kommentar von eidechse2 ,

eine ausschabung wird  im uterus ( zu deutsch: gebärmutter) durchgeführt und hat nichts mit einer zyste am eierstock zu tun....

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