Frage von nightSky23, 34

Wie entsteht Karbonat-Bauxit?

Weiss jemand wie Karbonat-Bauxit genau entsteht?

Denn Wikipedia-Eintrag zu "Bauxit" habe ich schon gelesen (ist mir etwas zu kurz gefasst) und sonst finde ich nichts gescheites...

Karbonatbauxit entsteht durch "lateritische Verwitterung tonreicher Einlagerungen" (Wiki). Was bedeutet hier genau "lateritisch" und wie kommen die tonigen Einlagerungen in das Karbonatgestein?

Und enthält ein Karbonatbauxit schliesslich noch Karbonat oder wird er einfach aufgrund der Bildungsweise so genannt? (Falls er noch Karbonat enthält: Wie funktioniert das? Karbonat ist ja ziemlich gut wasserlöslich und müsste mit den anderen Mineralien "ausgewaschen" werden.)

Vielen Dank schon mal für eine Antwort! :)

Antwort
von mineralixx, 28

Kaum ein Kalkstein besteht zu 100 Prozent aus Ca-Karbonat, sondern enthält (ablagerungsbedingt) immer andere Stoffe, so z.B. Kieselsäure oder (häufiger) tonige Substanzen, die zum großen Teil aus Al-Verbindungen bestehen. Wenn der Kalkstein durch kohlensäurereiches Wasser (besonders stark in trop. Klimaten) aufgelöst wird, bleiben diese Al-reichen Beimengungen zurück. Die Fe-Bestandteile werden in Hämatit umgewandelt (deshalb die rote Farbe der trop. Roterden und der Laterite) und färben den Al-reichen Verwitterungsrückstand deutlich. Das ist dann der "Karbonat-Bauxit", der z.B. auf den Westindischen Inseln verbreitet vorkommt und abgebaut wird - im Gegensatz z.B. zum Bauxit, der durch Verwitterung z.B. aus Basalten entstand (gab es früher sogar im Vogelsberg und wurde dort auch abgebaut). Auch der Karbonat-Bauxit enthält noch Karbonate. Meist ist der Verwitterungs- u. Auswaschungsgrad nicht hundertprozentig (z.B. enthalten die Bauxite von Les Baux in S-Frankreich noch um die 25% Kalkanteil), außerdem kann das Karbonat als schwerer löslicher Dolomit oder Ankerit vorliegen.

Kommentar von nightSky23 ,

Vielen Dank für die gute Erklärung!

Dann kann man sich das so vorstellen, dass bei der Ablagerung des Karbonates im Meera uch tonige Sedimente vom Festland eingeschwemmt wurden, einfach in geringeren Mengen?

Und wenn da doch der grösste Teil des Karbonates aufgelöst wird, müsste der Boden in dieser Gegend ja ziemlich absacken, ist dem so? Oder schreitet dieser Prozess so langsam voran, dass genügend Zeit für neue Ablagerungen bleibt?

Kommentar von mineralixx ,

Da die Tonteilechen sehr klein sind ("Schwebstoffe"), können sie in Meeresgebieten rel. weit verfrachtet werden. Ursprünglich stammen sie immer von Land-/Inselgebieten. Zweitens: Der Boden "sackt" nicht ab - die Landoberfläche wird in großen Zeiträumen tiefergelegt. Zwischen diesen tieferliegenden Bereichen bleiben oft Riffkalke als "Hochgebiete" stehen (sind abtragungsresistenter, aber die lokale Hydrologie u. Tektonik spielt auch eine große Rolle) - so entwickelt sich v.a. in trop. Karstlandschaften das Muster aus Mogoten/Karsttürmen und Cockpits (den Senken), so z.B. auf Cuba und in Südchina. Am besten Du besorgst dir dazu ein Lehrbuch der Karstmorphologie (gut zur Einführung: Karl-Heinz Pfeffer: Karstmorphologie.-Wiss. Buchgesellschaft Darmstadt; gibt es wohl preisgünstig bei Booklooker oder ZVAB).

Kommentar von nightSky23 ,

Achso ok, vielen Dank!

Danke auch für die Buch-Empfehlung :)

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