Frage von auminchen, 82

Weiß jemand Hilfe bei Stimmbandknötchen?

. . . seit einiger Zeit streikt meine Stimme wegen Überbelastung durch zuviel Singen - beruflich bedingt! Weiss jemand ein gutes homöopathisches Mittel gegen die Bildung von Stimmbandknötchen oder ein anderes naturheilkundliches Mittel zur Stimmpflege?

Antwort
von uteausmuenchen, 51

Hallo auminchen,

Homöopathie ist keine Naturheilkunde. Homöopathen erwecken nur allzu gerne den Anschein, dass Homöopathika Naturheilmittel wären, doch das ist falsch. Nicht einmal jeder zweite Anwender von Homöopathika weiß das.

Tatsächlich ist die Homöopathie ein 200 Jahre altes Konzept, das auf Prinzipien beruht, die mit dem Wissen aus Physik, Chemie, Pharmakologie und Medizin in diesen 200 Jahren aufegelaufen ist, nicht mehr vereinbar ist:

Homöopathika sollen beim Gesunden Smptome hervorrufen können, die so ähnlich sind zu dem, was sie dann beim Kranken heilen können sollen. Die dabei verwendeten Wirkstoffe sind keineswegs allesamt natürlich, sondern zum Teil werden hochgiftige Stoffe verwendet (Arsen z.B.). Diese werden dann verdünnt, um unschädlich zu sein. Doch was man vor 200 Jahren nicht wusste: Man kann nicht beliebig verdünnen, denn die Anzahl Atome in einer kleinen Menge Ausgangsstoff ist groß - aber endlich. Homöopathen verdünnen weit, weit über diese Grenze hinaus, eben weil ihre Rezepturen aus einer Zeit stammen, als man das noch nicht wusste. Ab recht niedrigen Verdünnungen ("C12") enthalten Homöopathika die auf der Packung aufgedruckte Substanz einfach gar nicht mehr. Homöopathika sind reiner Zucker und somit reine Placebos.

Es ist verständlich, dass uns Homöopathen etwas anderes erzählen. Auch viele Anwender, die selbstregulierende Alltagsbeschwerden homöopathisch "behandelt haben", erzählen von Besserungen. Das liegt aber an Placeboeffekten einerseits, an natürlichen Krankheitsverläufen andererseits: Wenn viele Menschen Kopfschmerzen, Erkältungen, blaue Flecken, leichtes Fieber,... etc. mit Placebos behandeln, dann sind die Erfahrungen, dass nach der Einnahme der Kügelchen Besserungen eintraten kein Wirksamkeitsbeleg, sondern unvermeidliche Folge von natürlichen Krankheitsverläufen. (Hier nachzulesen: https://www.sciencebasedmedicine.org/the-it-worked-for-me-gambit/)

Wenn Du aus beruflichen Gründen die Stimmbänder viel belasten musst, solltest Du Dich nicht auf Placebos verlassen, wenn Du Schwierigkeiten hast.

Oft entstehen diese Verdickungen der Stimmbänder aufgrund einer unnötig belastenden Atemtechnik; ein Gang zum Logopäden könnte Dir also besser helfen als Placebos. Ein Logopäde kann sich Deine Atem- und Sprechtechnik ansehen und Dir Tipps geben, wie Du Deine Stimmbänder gezielt schonen kannst.

Mein Rat wäre also, dass Du Dir professionelle Hilfe holst, anstatt genau diese notwendige Hilfe hinauszuzögern, indem Du Zeit mit Placebos vergeudest. Auch wenn es natürlich einfacher ist, einfach Zuckerkügelchen einzunehmen.... ;-)

http://www.eesom.com/atemwege/hals/stimmbandknoetchen/

Gute Besserung

Antwort
von GoodFella2306, 47

Hi, du kannst natürlich gerne auf homöopathische Mittel zurückgreifen. Allerdings würde ich auf jeden Fall vorher medizinisch abklären lassen, ob wirklich Stimmbandknötchen vorliegen.

Andernfalls läufst du bei den falschen Globuli Gefahr, dass du noch ganz andere Symptome dazu bekommst, wie sich ja aus der homöopathischen Arzneimittelprüfung sowie dem Ähnlichkeitsgesetz nach Hahnemann ganz leicht ableiten lässt.


Kommentar von faymorgane ,

I wo. Begib dich einfach in die Hände einer Fachperson, siehe untendran.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Dieses "I wo" zeigt wieder einmal deutlich die inneren Widersprüche der Homöopathie. Behauptet wird halt immer, was gerade passt - ob die Werbesprüche miteinander konsistent sind: Egal...

Denn

  • einerseits behauptet faymorgane hier, bei Behandlung durch eine Fachperson würde man nie die falschen Globuli bekommen
  • andererseits sollen die Globuli in der Lage sein, die Symptome zu verändern - die Symptome nach denen sie gewählt sind
  • In diesem Falle wären also bei wiederholter Einnahme die ursprünglich gewählten Globuli nicht mehr die idealen, denn das Symptombild ändert sich ja angeblich unter der Behandlung. Eigentlich dürfte es also nicht sein, dass dieselben Globuli wiederholt einzunehmen sind, weil sie nicht zweimal "die Richtigen" sein können.
  • Andererseits wird abgestritten, dass eine einmalige Einnahme etwas beim Patienten bewirkt, wenn Kritiker im Rahmen einer 10:23 Aktion einmalig Globuli nehmen und nachweislich keine Symptome entwickeln.

Diese Argumentationsweise "wie man es gerade braucht" ist ein typischer Beleg für den Placebocharakter der Homöopathika...

Kommentar von faymorgane ,

undsoweiter undsofort...

Antwort
von Anaschia, 39

Die beste Hilfe wäre eine Schonung. Wenn so etwas chronisch wird hat sich das mit dem Singen meistens erledigt.

Auch wenn jetzt hier alle über mich herfallen sollten;;; egal !!!

Thuja ist mir bei deinen Beschwerden gleich eingefallen.--Ein großes Polycrest:

Als Erstes wäre aber auf jeden Fall ein Arztbesuch mit gesicherter Diagnose nötig.

Aus der Naturheilkunde bietet sich Isländisch Moos (gibt es als Lutschpastillen) oder Eibischwurzel an.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Thuja ist mir bei deinen Beschwerden gleich eingefallen.--Ein großes Polycrest:

Es wäre ja praktisch, wenn man hier ein gutes homöopathisches Mittel dafür empfehlen könnte, aber leider funktioniert die Homöopathie nicht so, denn sie ist eine hochindividualisierte Heilmethode...

Wobei Sulfur ja noch ein viel größeres Polycrest als Thuja wäre - wie mir gerade eingefallen ist....

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