Frage von Ardnas17,

Was tun gegen Reizdarm/ Nervosität?

Ich habe ein Problem und zwar leide ich laut meinem Hausarzt unter einem Reizdarmsyndrom. Das heißt, sobald ich unter Stress stehe (Vorstellungsgespräch, Besuch, Gang zu Ämtern usw.) meldet sich mein Verdauuungssystem mit unangenehmen Symptomen: Bauchschmerzen/ Bauchgrummeln, teilweise Übelkeit, Appetitlosigkeit und das unangenehmste ist der lästige Durchfall. Morgen z.B. bin ich zum Probearbeiten eingeladen und habe eigentlich auch kaum Angst davor, da ich im Großen & Ganzen weiß, wie das abläuft, aber mein blöder Reizdarm meldet sich trotzdem seit gestern...

Wie kann man den nervösen Darm beruhigen? Es ist eben immer total blöd, wenn ich z.B. einen Termin oder eben wie morgen ein Vorstellungsgespräch/Probearbeiten habe und ich mich dann noch mit meinem Verdauungssystem herumplagen muss, nach dem Motto: "Wo ist das nächste Klo???"

Normale Hausmittel wie Magen-und Darmtee und pflanzliche Magentropfen wirken nicht. Auch Beruhigungstropfen bringen nix. Und ich will ja auch nicht so lange hungern, bis der Darm sich wieder beruhigt hat. Habt ihr einen Tipp?

Hilfreichste Antwort von hullebumm,

Uiuiuiui! Das ist ein Dilemma! Wie Du ja richtig sagst, ist der Reizdarm psychisch bedingt. Hat denn Dein Hausarzt gar nichts dazu gesagt, wie man medikamentös behandeln kann? Ich könnte mir vorstellen, dass man für solche wichtigen, quasi lebensentscheidenden Situationen ein Berühigungsmittel verschreiben könnte. Vielleicht auch ein pflanzliches. Auf die Dauer denke ich, muß man doch irgendetwas lernen können, um mit seiner Aufregung besser umgehen zu können. Ob da wohl die Krankenkasse eine Therapie zahlt? Autogenes Training oder Tiefenentspannung nach Jacobsen oder Yoga oder sowas? Das ist doch so keine Lebensqualität! Ich würde mich nochmal vom Arzt, vielleicht auch besser Facharzt (ich glaub, die heißen Proctologen?) beraten lassen. Für morgen habe ich leider keinen Tipp für Dich, tut mir leid. Gute Besserung und ich drück Dir die Daumen, dass alles gut läuft. Ansonsten solltest Du Dich auch nicht schämen, offen über Dein Problem zu sprechen. In so einer Situation ist jeder aufgeregt. Die einen knabbern an den Nägeln, die anderen können keinen klaren Gedanken mehr fassen oder stottern und Du mußt halt aufs Klo rennen. Ist doch nur menschlich!

Kommentar von Ardnas17,

Ich war ja mal in psychologischer Behandlung, aber deswegen ändert sich mein Charakter in Bezug auf Nervosität ja nicht...

Hab mir auch schonmal einige Übungen des autogenen Trainings von einer guten Freundin zeigen lassen, weil sie gute Erfolge bezgl. ihrer Prüfungsangst hatte, aber ich bin anscheinend zu hibbelig für sowas und kann mich darauf nicht einlassen :(

Wenn ich nervös bin, dann bin ich eben nervös und kann mich da schlecht runterbringen lassen...

Kommentar von hullebumm,

Und Medikamente hast Du noch keine bekommen? Z.B. Johanniskraut oder Hopfenpräparate? Es gibt zum Beispiel in der Gruppe der Trizyklischen Antidepressiva (z.B. Stangyl) Mittel, die einen beruhigenden Effekt haben, sie machen nicht süchtig, wie Diazepam. Mein Nachbar hat ein solches verschrieben bekommen, als Einschlafhilfe. Davon fällt man halt nicht ohnmächtig um, sondern wird beruhigt. Diese Gruppe der Antidepressiva wird bei ängstlichen Depressionen verschrieben, bei denen der Betroffene unter extremer innerer (nervlicher) Anspannung steht. Ich bin natürlich kein Arzt. Ich habe dieses Mittel auch schon mal genommen (müssen). In Tropfenform ließ sich das auch gering dosieren. Aber ich denke, wenn das ein psychisches Problem ist, könntest Du Dich doch auch beim Neurologen oder Psychiater vorstellen.

Kommentar von Ardnas17,

Ich bekam mal Anti-Depressiva, die ich auch einige Wochen nahm, aber ich hab mir dann keine neuen mehr geholt, weil es mir mit dem Zeug echt mies ging: starke Kopfschmerzen, die psychischen Probleme erschienen mir schlimmer, ich war immer neben der Spur & habe den Tag quasi nur an mir vorbeiziehen sehen ohne Sinn.

Allerdings habe ich die meisten meiner psychischen Probleme nun im Griff, da sich meine Lebens-und Familienumstände geändert haben. Ich bin eben von Natur aus eine vorsichtige, nervöse & schüchterne Person, da konnte mir meine Psychologin auch nicht groß helfen. Ist ja klar: sie kann keinen anderen Menschen aus mir machen. Aus diesem Grund werde ich mich wohl immer mit meinem Reizdarm herumplagen müssen...

Eine Bekannte hat mir mal diese Bachblüten-Tropfen gegeben, die mir teilweise tatsächlich halfen, vielleicht war es aber auch nur der Placebo-Effekt?!

Übrigens war ich gerade draußen eine Weile spazieren, mir geht es nun um einiges besser (in Bezug auf die Nervosität) und auch meine Verdauung scheint sich beruhigt zu haben ;)

Kommentar von hullebumm,

Du hast recht. Man kann kein anderer Mensch sein, als der, der man ist. Klar, ein Leben ist lang und vieles ändert sich. Äußerlich und innerlich. Einige Dinge wird man halt nicht los und fährt am Besten damit, anzufangen, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Aber gibt es nichts, was man Dir für so einen Notfall verschreiben könnte? Oder andere nervöse Situationen, z.B. Fahrt in den Urlaub, Prüfungen, Lebenskrisen. Das Spazieren tut Dir gut und das solltest Du und wirst Du wahrscheinlich beibehalten. Ich bin eh der Meinung, dass es nichts gibt, was so ausgleichend auf die Psyche wirkt, oder dem Körper so gut tut, wie die Natur. Wie toll ist das, wenn man momentan morgens aufwacht und die Vögel machen einen Höllenlärm. Das Geräusch von Wasser oder das Gefühl einer warmen Dusche. Warme Sonnenstrahlen im Frühling oder Herbst. Das Geräusch, wenn Wind durch die Blätter streift. Wenn Regen rauscht. Großes Schlagwort unserer Zeit: das ist Wellness! Versuch runter zu kommen so oft wie möglich und probier, was Dir dabei am Besten hilft. Sport (Jobggen im Wald) ist auch gut. Danach ist man glücklich und beruhigt. Alles gute für morgen!!!

Kommentar von Ardnas17,

Ich hab die Stelle bekommen! ;-)

Kommentar von hullebumm,

HaHaaaAAAA! Herzlichen Glückwunsch!!!! Gut gemacht! Trotz Aufregung!

Antwort von Ayaletta,

Der Reizdarm kann ein ganzes Bündel von Beschwerden verursachen: Blähungen, Durchfall, Verstopfung – und Schmerzen. Hilfreiche Mittel gegen den schmerzbetonten Reizdarm sind Pfefferminz- oder Kümmelöl. In speziellen Kapseln verpackt, übersteht Pfefferminzöl die Passage durch den Magen mit seiner Säure. Die Kapsel löst sich erst im unteren Darm auf und das Öl entfaltet seine Wirkung dort, wo der Schmerz entsteht.... Medikamente: Das beruhigt ihn - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/darm/therapie/medikamente/reiz...

Da gibt es auch noch mehr Hinweise.

Antwort von kitoma,

http://www.apotheken-umschau.de/Darm/Reizdarm-Kann-er-wieder-abklingen- 41252.html

Auschnitt:

Wer zu einem Reizdarm neigt, kann das immer wieder bekommen. Reizdarm kann auch eine Form der Abreaktion innerer Spannungen sein. Von daher ist alles, was zum Stressabbau und zur psychologischen Entkrampfung führt, von Nutzen. In der heutigen Zeit wäre das Thema „Entschleunigung“, also der vernünftige Umgang mit Informationen und Zeit, ein wichtiger Aspekt. Auch eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige körperliche Bewegung sind außerordentlich hilfreich. Etwa 30 Prozent der Betroffenen entwickeln einen Reizdarm nach einer akuten Gastroenteritis (Magen-Darm-Infektion), das heißt, die Durchfälle klingen ab, aber die Bauchbeschwerden können bleiben. Der Arzt kann helfen!

Kommentar von kitoma,

Ausreichend Schlaf

Regelmäßige, körperliche Bewegung – idealer Weise an der frischen Luft

Autogenes Training

Progressive Muskelentspannung

Yoga

Atemtherapie

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