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Was kann man machen, wenn ein pflegebedürftiger Senior, die Pflege verweigert?

gefragt von elkeraelkera am 02.07.2007 um 21:56 Uhr

Ein Senior, nach einem Schlaganfall pflegebedürftig, weigert sich von einer Pflegerin pflegen zu lassen. Was kann man in diesem Fall tun? Einen männlichen Pfleger gibt es beim Pflegedienst leider nicht.

Der Senior lässt sich weder waschen, noch lässt er sich von einer Pflegerin beim anziehen helfen.

Seine Frau, 86 Jahre ist ganz verzweifelt, weil sie ihm auch nicht helfen kann.

Wer hat eine Rat, einen Tip oder eine Idee?

Der Senior ist auch schon entmündigt (Alkoholprobleme) und seine Frau hat die Vormundschaft.


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Mimi081
beantwortet von Mimi081 am 2. Juli 2007 23:18
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Gibt es nähere Verwandtschaft oder erwachsene Kinder die das machen könnten? Auch die örtlichen Hilfsdienstorganisationen (z.B. DRK, Malteser usw.) bitten Pflegedienste an.

Oder besteht eventuell die Chance auf eine Tagespflegestelle?

Wenn er einen Betreuer hat, aufgrund der Entmündigung, muß dieser dafür sorgen, daß alle Möglichkeiten genutzt werden, die Krankheit oder Behinderung des Seniors zu beseitigen, zu bessern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern. Dazu gehört auch die Pflege, dafür hat er unterschrieben!

Eine Unterbringung des Seniors durch den Betreuer, die mit Freiheitsentziehung verbunden ist, ist nur zulässig, solange sie zum Wohl des Betreuten erforderlich ist, weil 1. auf Grund einer psychischen Krankheit oder geistigen oder seelischen Behinderung des Betreuten die Gefahr besteht, dass er sich selbst etwas antut oder erheblichen gesundheitlichen Schaden zufügt, oder 2. eine Untersuchung des Gesundheitszustandes, eine Heilbehandlung oder ein ärztlicher Eingriff notwendig ist, ohne die Unterbringung des Betreuten nicht durchgeführt werden kann und der Betreute auf Grund einer psychischen Krankheit oder geistigen oder seelischen Behinderung die Notwendigkeit der Unterbringung nicht erkennen oder nicht nach dieser Einsicht handeln kann.

Betreuungsgesetz § 1901 und § 1903

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 2. Juli 2007 23:24

Das DRK ist der momentane Pflegedienst, hat aber wie gesagt keinen Pfleger. Mit der Tagespflegestelle wäre evtl. eine Idee, werde ich morgen mit der Frau besprechen.

Kinder hat der Mann keine, nur seine Frau, aber die sind aus ihrer ersten Ehe und nicht greifbar. Der Mann ist dadurch das er auch ein Alkoholproblem hat zum Teil aggressiv. Nur nach 50 Jahre Ehe will seine Frau ihn verständlicherweise nicht verlassen, sondern sucht jetzt nach Hilfe.

Kommentar von Ffc036cccb112cb6a022ddc59880a454smallMimi081 am 2. Juli 2007 23:36

Wünsche gutes Gelingen! Gibt es bei euch Pflegebegleiter beim DRK? Laß Dich dort mal beraten, was in eurer Nähe noch für Möglichkeiten gibt. Schau mal auf diese Seite: http://www.pflegebegleiter.de/content/index.php

Ganz oben links findest Du mich: http://www.pflegebegleiter.de/content/mitglieder/detail.php?id_mitglieder=69


engelhaar
beantwortet von engelhaar am 2. Juli 2007 22:02
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Wie wäre es mit einem anderen Pflegedienst, die auch Pfleger haben? Sorry, aber eine andere Idee habe ich nicht, das ist eine sehr schwere Situation, evtl. muß man ihn eine Zeitlang in Ruhe lassen, ich meine ohne waschen, anziehen und dergl., vielleicht kommt er dann ja zur Vernunft. Im äußersten Notfall helfen warscheinlich nur noch Medikamente. Ich wünsche viel Kraft und alles Gute!

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 2. Juli 2007 22:09

Mit den anderen Pflegedienst ist schon eine Idee, aber ich habe heute nachmittag für die Frau rumtelefoniert. Es gibt hier anscheinend kaum Pflegedienste die mit einem Pfleger aufwarten können. Bisher hatte ich nämlich keine Erfolg.

.

Aber trotzdem Danke für die Antwort.

.

Dadurch das die Seniorin regelmäßig zu mir in den örtlichen Seniorentreff kommt, kann ich ihr wenigstens nachmittags einige schöne Stunden bereiten und versuchen ihr soweit es geht zu helfen.

Kommentar von 2dc56293bded079f1517504c274b3034smallengelhaar am 3. Juli 2007 11:25

Nachdem ich mir heute nochmal alles durchgelesen habe, würde ich das Pferd mal von hinten aufsatteln, soll heißen überrede doch die Frau, das sie für ihren Mann nur das Beste tut wenn er in einem Heim optimal versorgt werden kann, sie kann ja jeden Tag zu ihm fahren. Du müßtest ihr das schlechte Gewissen ausreden. Ich weiß das dies eine schwere Aufgabe ist, habe selbst fast 13 jahre meine Mutter (Alzheimer) gepflegt. Ich wünsche auch Dir viel Kraft


kiramarie
beantwortet von kiramarie am 2. Juli 2007 22:02
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Kann man denn nicht einen anderen Pflegedienst beauftragen, die vielleicht einen männlichen Pfleger haben? Zum meiner Nachbarin kam immer ein junger Mann vom ASB. Man muß sich auch mal in den Mann hineinversetzen. 1.ist das eine ganz andere Generation, die noch ziemlich prüde aufgewachsen ist u. 2. wär mir als Frau auch eine weibliche Pflegerin lieber, wenn ich es mir aussuchen könnte.

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 2. Juli 2007 22:10

Auch dir danke für deine Antwort, mit dem Pflegedienst siehe Kommentar bei engelhaar.

Kommentar von C44e62b40c01c004f0b5e471450598fesmallkiramarie am 2. Juli 2007 22:48

Bei uns arbeiten auch viele Pflegedienste mit Zivi´s. Wär doch auch ne Möglichkeit.

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 2. Juli 2007 22:55

Ja danke, gute Idee, werde mich morgen mal danach erkundigen.


Lotusblume12
beantwortet von Lotusblume12 am 2. Juli 2007 22:12
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Es soll ja so eine Art Altersstarrsinn geben. Ich würde auch dafür plädieren mit ihm zu reden, ob er sich von einem Mann die notwendige Körperpflege machen lassen will. Ansonsten ganz klare Ansage, er hat nur die Wahl zwischen Pfleger und Pflegerin, dass es unter Umständen denn mit Gewalt (Fixierung) geschehen wird. Denn das kann ja gesundheitliche Probleme geben. Ich drücke mal die Daumen, dass er doch noch ein Einsehen hat. LG Lotusblume

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 2. Juli 2007 22:57

auch dir danke, LG elkera


anonym
beantwortet von Bruno am 3. Juli 2007 02:48
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Habe mir alles genau durchgelesen. Mit meinen, damals noch gesunden Eltern erlebt, was sie alles nicht wollten, sich nicht vorstellen konnten, geschweige irgend etwas in die Wege leiten, wenn ...
Brutal, auch im geschildert Fall, die Sturheit ausleben lassen. Die von ihm, die von seiner Gattin.
Mein Pa starb im Spital. Konnte nicht mehr und wollte nicht mehr. Die Mama im Pflegeheim, nach zwei guten Jahren, obwohl "kommt fuer mich nie in Frage", aber der Arzt nach der letzten Op Rueckkehr in die Wohnung ausschloss.
Auch groesste Sturheit stoesst an ihre Grenze. Das werden die geschildert beiden bald am eigenen Leib erleben. Auch der Kompass laesst sich durch keine Kraft umdrehen.

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 3. Juli 2007 06:55

Auch dir danke für die Antwort.


Indy72
beantwortet von Indy72 am 2. Juli 2007 22:18
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Sofern der Herr nicht entmündigt ist und auch nach medizinischer und juristischer Einschätzung bei vollem Bewußtsein, dann muss sein Wille auf jeden Fall respektiert werden. Sonst macht man sisch strafbar!

Ist er aber entmündigt, dann kann sein Pflegevormund im Einvernehmen mit den Ärzten entscheiden, ob er in ein Altersheim komt oder in die Psychiatrie oder etwa sediert werden muss.

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 2. Juli 2007 22:24

Der Senior ist entmündigt, siehe bei Frage.

Aber was ist bitte schön sediert? Damit kann ich nichts anfangen. Könntest du mir das erklären?

Kommentar von C44e62b40c01c004f0b5e471450598fesmallkiramarie am 2. Juli 2007 22:52

Heisst sedieren nicht ruhigstellen?

Kommentar von 683cd8be911c3897e982ad9db4016ba4smallcritter am 2. Juli 2007 23:03

Auch einem entmündigten Menschen kann man nicht gegen seinen Willen einen Pfleger/eine Pflegerin, der/die abgelehnt wird, aufoktruieren. So weit geht eine Entmündigung nicht. Man muss sich das mal vorstellen: Ein alter Mensch muss sich ja sowieso schon wie ein kleines Kind waschen und anziehen lassen, und wenn das dann noch ein ihm vorgesetzter Pfleger mit dem "falschen" Geschlecht macht, ist einfach unzumutbar.

Kommentar von ulrot am 2. Juli 2007 23:36

Hallo Critter, erstens werden Menschen heute nicht mehr entmündigt, sie bekommen einen gerichtlich bestallten Betreuer zur Seite gestellt. Dies geht auch nicht mehr "auf Zuruf" sondern wird vom Amtsarzt und der Leitung des zuständigen Amtsgerichts sorgfältig geprüft. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten im Pflegeheim ganz brav werden, zuhause fühlen sie sich noch als der Chef, im Pflegeheim müssen sie sich unterordnen und plötzlich gibt es keine Probleme mehr. Also so schlimm, unzumutbar und menschenunwürdig ist das auch nicht!


anonym
beantwortet von ulrot am 2. Juli 2007 23:27
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Bei den bisherigen Antworten sind schon ein paar gute Punkte dabei. Die Ehefrau sollte als erstes mit dem Hausarzt sprechen. Dann muss ein Platz im Pflegeheim gesucht werden. Der Arzt muss dann entscheiden wie der Zustand des zu Pflegenden ist, ob häusliche Pflege überhaupt noch sinnvoll ist. Wenn nicht, muss er ins Pflegeheim. Dies sollte mit dem zuständigen Rechtspfleger des Vormundschaftsgerichts besprochen werden. Oft reicht das Attest des Hausarztes, manchmal will sich der Amtsarzt das auch noch anschauen. Das Amzsgericht ist aber meist schneller als man einen Pflegeplatz in einem Heim bekommt.

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 2. Juli 2007 23:32

Pflegeheim wäre für die Frau die allerletzte Lösung. Sie will das so lange wie möglich hinaus ziehen. Sie lebt noch nach den Spruch: Wie in guten und in schlechten Tagen. Und nun sind halt momentan die schlechten Tage.

Trotzdem danke für die Antwort, der Tip mit dem Hausarzt ist übrigens gut. Vielleicht bekommt sie über den auch eine Hilfe mit einem Pfleger.

Kommentar von Simple_avatar1smallulrike1974 am 3. Juli 2007 10:01

vielleicht würde ja auch ein zeitweiser Aufenthalt in einem Pflegeheim seine Meinung ändern können. Es gibt ja keine Vorschrift, dass er dann für immer dort bleiben müsste, wenn er sich zu Hause entsprechend pflegen lassen würde. Außerdem kostet so ein Heimplatz eine Menge Geld, je nach Pflegestufe. Er selbst und seine Frau können diese Kosten sicher nicht alleine aufbringen. Dann würden die Kinder herangezogen. Meine Eltern müssen z.B. für meine Oma monatlich 1.500 EUR dazu bezahlen, die Rente von Oma geht schon ganz in die Kosten ein.


anonym
beantwortet von Karpuan am 3. Juli 2007 00:34
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Der Herr hat durch den Apoplex einen schweren Schicksalsschlag, mit dem er selber erst mal fertig werden muß. Daher ist es nur natürlich das er nun unmotiviert und verbittert ist. Schlimmer wird es mit Sicherheit, wenn er jetzt, wo er sich nicht mehr helfen kann, von den Angehörigen ins Pflegeheim gebracht wird. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, das es für den Betroffenen und auch für die Angehörigen leichter ist, behutsam an die Sache zu gehen. Wenn der Herr nicht immer gründlich gewaschen ist, macht es nichts. Mann kann auch auf den Betroffenen zu gehen und z.B. folgende Sätze wählen " Möchtest Du das ich dir helfe beim ankleiden oder frisch machen...statt "Du mußt aber mal gewaschen und umgezogen werden." Meiner Meinung nach, sollte der Herr seine Wünsche äußern und selbst bestimmen wann er gewaschen oder umgezogen werden will.Durch diese Erkrankung fallen auch viele Patienten in Depressionen, die aber durch Medikamente gut in den Griff zu bekommen sind. Wenn der Herr aber wirklich von einem Mann versorgt werden möchte, sollte man es auch respektieren, aber auch da kann ich nur von meinen Erfahrungen sprechen, das es eigendlich sehr ungewöhnlich ist. Denn meistens wird ein Mann immer von einer Frau versorgt. Zuerst ist es die Mutter, dann sehr oft die Ehefrau z.B. bei Erkrankungen , bei Ärzten oder in Krankenhäuser ist auch meistens eine Schwester die die pflegerischen Tätigkeiten übernimmt. Daher könnte ich mir vorstellen, das es vom Betroffenen mit zur Trotzreaktion gehört. Dieses ist ein langer Prozess, bei den man viel Kraft und Verständnis braucht.

Kommentar von Simple_avatar10smallelkera am 3. Juli 2007 06:55

Auch dir danke für die Antwort.


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